#1

Antidotieren

in Allgemeines zur Homöopathie 26.11.2008 07:25
von Heidjerin (gelöscht)
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Geschrieben am 09.01.2006 11:00 von Propolis

Hallo,

Wie läuft das eigentlich mit dem Antidotieren? Antidotiert z. B. eine D6 eine D12 oder bleibt ein Teil der Wirkung der D12 dann erhalten?

Ich denke, dass es vielleicht nicht die richtige Rubrik ist (falls bei Mensch und Tier da kein Unterschied bestehen sollte) und bitte daher diesen Beitrag, dann entsprechend zu verschieben.

Liebe Grüße
Elke

In Antwort auf:
Liebe Elke,
man kann nicht mit einer anderen Potenz desselben Mittels antidotieren. Das ist absolut undenkbar, denn es ist ja dieselbe Information.
Antidote und Diadote sind in den Büchern über Arzneimittelbeziehungen von Blasig-Jäger und (besonders empfehlenswert!) Rehman enthalten. Häufig kann man mit Kampfer antidotieren. ich stehe aber dem Antidotieren ohnehin recht kritisch gegenüber, man sollte es nur bei sehr schlimmen, nicht mehr anders beherrschbaren Erstverschlimmerungen machen.
Um welches Mittel handelt es sich denn überhaupt und warum willst Du antidotieren?
LG
Thomas


In Antwort auf:
Hallo Thomas,

da habe ich mich wohl sehr schlecht ausgedrückt!
Es geht hierbei um ein Komplexmittel in dem ja verschiedene Arzneimittel enthalten sind, wenn ich diese nun im Büchlein der Arzneimittelbeziehungen mal begucke, gibt es da ein Mittel (in der D12 enthalten) welches durch ein anderes enthaltenes Mittel (D6) laut dem Büchlein antidotiert wird.
Welche das sind muß ich aber nachreichen, habe ich mir leider noch nicht merken können und wie solls sein - mein Zettel liegt daheim!


In Antwort auf:
Hallo Elke,
wenn Du wieder an Deinen Unterlagen bist, dann poste mal Namen, Zusammensetzung und Potenzen des Komplexmittels. Manche Komplexmittel sind so irrational zusammengesetzt, daß sich eigentlich der gesamte Inhalt gegenseitig antidotieren müßte. Es ist grundsätzlich besser, mit gut gewählten, individuell ausgesuchten Einzelmitteln (im Bedarfsfalle auch kombiniert) zu behandeln als mit Komplexmitteln, mit denen man auch homöopathisch unterdrücken kann.
LG
Thomas


In Antwort auf:
Hallo Thomas,

nachfolgend die Inhaltsstoffe von Solidago comp. ad us. vet.

Solid. D4, Berb. D4, Ter. D6, Merc-c D8, Ars. D12, Cupr. sulphur. C6, Baros. D8, Caps. D6, Orthosiphon aristatus e foliis sicc. D6, Equis. D4, Pareir. D6, Bapt. D4, Natrium pyruvicum D10, Sars. D6, Arg-n. D6

Argentum nitricum antidotiert - lt. dem Arzneimittelbeziehungs-Büchlein - Acidum arsenicosum.

Liebe Grüße
Elke


edit 13.1: Der Ordnunghalber: Baros + Ter ist jetzt nicht mehr enthalten.


In Antwort auf:
Hallo Elke,
so ein Zeug ist was zum Putzen, aber nicht zur innerlichen Anwendung;-)))
Völlig irrational zusammengesetzt. Hat mit Homöopathie m.E. nicht viel zu tun, außer, daß potenzierte Wirkstoffe Verwendung finden. Berberis und Solidago geht ja noch an, aber Mercurius und Ars. album gleichzeitig, da schüttelt's einen ja! Ich würde das absetzen, eine Woche warten, dann eine Einzelgabe Sulphur C 30 geben, dann wieder eine Woche warten und dann das indizierte Mittel geben.
LG
Thomas


In Antwort auf:
Hallo Thomas,


Zitat:

so ein Zeug ist was zum Putzen, aber nicht zur innerlichen Anwendung;-)))



Dann ist das aber das teuerste Reinigungsmittel, was man sich so vorstellen kann!


Zitat:

Ich würde das absetzen, eine Woche warten, dann eine Einzelgabe Sulphur C 30 geben, dann wieder eine Woche warten und dann das indizierte Mittel geben.



Ich habe es noch gar nicht gegeben, nur bestellt Aber neugierig bin ich schon: Warum dann Sulphur geben? Tja, mit dem indizierten Mittel ist das leider so eine Sache - er hat einen erhöhten Serum-Krea (Harnstoff, Phos, etc. alles OK) ohne in dieser Richtung irgendeine Symptomatik zu haben....

Liebe Grüße
Elke


In Antwort auf:
Auch wenn ich die klassische Homöopathie absolut voran stelle bei der Behandlung von Tieren (natürlich auch Menschen, aber das ist nicht mein Job ), Solidago ist ein Präparat, mit dem ich speziell bei chron. Nierenversagen der Katze sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Eine Gabe Sulfur bewährt sich durchaus, um aus einer verwaschenen, unklaren Symptomatik unterdrückte Symptome an die Oberfläche zu holen. Meist kann in der Folge das passende Simile gefunden werden. Nicht umsonst wird Sulfur als "hom. Zentrifuge" bezeichnet.

Allerdings gebe ich Thomas recht zum Thema Komplexmittel. Gut gewählte Einzelmittel sind i. d. R. effektiver und viele Zusammensetzungen der einzelnen Komplexmittel finden auch nicht gerade meine Zustimmung. Pauschal würde ich die Anwendung aber nicht ablehnen, sondern von Fall zu Fall entscheiden, was mir hilfreicher erscheint. Ich denke da an Ubichinon und Coenzyme (beides Heel). Beides sind Kombinationspräparate, die mir bei der Behandlung schwer kranker Tiere schon gute Dienste geleistet haben.
LG Andrea


In Antwort auf:
Hallo Elke und Andrea,

klar gibt es auf den ersten Blick sehr gut wirkende Komplexmittel, z.B. Traumel oder auch Meditonsin. Die Frage ist nur, inwieweit sie nicht nur homöopathisch unterdrücken und, infolge informationeller Verwirrung, eine durchgreifende und wirkliche Heilung verhindern.

Sulphur gibt man gerade bei starker infomationeller Verwirrung, um den Fall wieder zu klären. Dass klappt aber leider nicht immer, Sulphur ist auch kein Allheilmittel für homöopathisch verpfuschte Fälle.
@ Elke: Allein aufgrund der Info "erhöhter Serum-Krea" kann man eben nicht homöopathisch verschreiben, das ist unmöglich.

Ich bin gewiß kein "einzelmittelhomöopathischer Dogmatiker" - ich halte durchaus dafür, daß in bestimmten Fällen auch zwei gut gewählte Mittel (allerdings nicht gleichzeitig, sondern im Wechsel bzw. wenigstens zeitlich versetzt) sinnvoll sein können, z.B. mein immer wieder gern erwähntes Beispiel von Arnica und Hypericum beim SHT. Oder Caulophyllum im Wechsel mit Pulsatilla bei Legenot. Bei Nierenschäden gebe ich Berberis abwechselnd mit Solidago als Tiefpotenz, das wirkt dann mehr phytotherapeutisch-organotrop; ebenso bei Leberleiden Flor di piedra und Carduus marianus im Wechsel. Aber das von Elke genannte Mittel ist, wie fast alle mir bekannten Komplexmittel, irrational zusammengesetzt. Es kann niemals Mercurius, Arsenicum album und Argentum nitricum gleichzeitig indiziert sein, das ist unmöglich.
Vithoulkas sagte mal, jemand, der Komplexmittel einsetzt (von Hahnemann als "Bastardhomöopathie" bezeichnet), gleiche jemandem, der meherere verschiedene Radiosender gleichzeitig einschaltet und hofft, dann eine Symphonie zu hören. Schöner kann man es eigentlich nicht sagen.
Oder die unsägliche Empfehlung meines "homöopathischen" Lieblings-Dünnbrettbohrers Ravi Roy, der in einem seiner unbeschreiblichen "Ratgeber" empfiehlt, bei Psittakose gleichzeitig Phosphorus, Sulphur und Arsenicum album zu geben. Sowas ist Schwachsinn, es kann nicht funktionieren, diese Polychreste schließen sich gegenseitig aus. Sulphur und Arsenicum, daß ich nicht lache! Größere Gegensätze gibt es nicht! Glück gehabt, wenn man so herumpfuscht und der Fall danach nicht homöopathisch unheilbar geworden ist.
Schon deshalb sollte man von Komplexmitteln möglichst die Finger lassen. Sie können den Grundstein dafür legen, daß später, wenn sie wirklich gebraucht werden, gut gewählte Einzelmittel nicht wirken, und man fragt sich, warum...
Liebe Grüße,
Thomas




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