#1

Fragen zur Homöopathie

in Allgemeines zur Homöopathie 26.11.2008 22:30
von Medusa (gelöscht)
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Günther
Moderator Geschrieben am 18.10.2006 23:44


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Hallo
Kann mir jemand die Begriffe "Causa" und "Diadote" erklären?

Noch was: So wie ich informiert bin, nimmt man z.B. nach einer M-Potenz eine C6 um das Mittel abzuschwächen, falls man zu stark darauf reagiert hat.
Ist das eine Regel?
Und wenn, wie ist dann der Unterschied zu bewerten, zu Vithoulkas als er zu einer M-Potenz (ich glaube es war Dulcamara) eine D12 gegeben hat, um die M-Potenz am laufen zu halten (Schmerzen und Fieber fressen die Homöopathie/Pierre Schmidt)??

Und zuletzt noch, varriert man beim antidotieren je nach Fall mit der Potenz oder gibt man generell z.B. eine C30 oder vielleicht sogar eine Tiefpotenz??
Dass das Antidot im Idealfall zur Symptomatik passt ist mir klar.
Wenn die Symptomatik sehr gut zu einem Antidot passt, gibt man dann evtl. sogar eine C200 oder M zum antidotieren??

Ich bedanke mich schon einmal für die Antworten.

Liebe Grüsse Günther

In Antwort auf:
Hallo Günther, natürlich kann ich Dir die Begriffe erklären.

Causa = lat. Grund, Ursache. Z.B. Unterkühlung, Durchnässung, Schreck, Unfall mit Trauma, Tod eines Nahestehenden, Überanstrengung etc. Die Causa ist das von außen kommende Agens, das die Lebenskraft verstimmt hat.

Diadot:

Zu den Begriffen Antidot, Diadot etc. ein Text aus Blasig-Jäger, Arzneimittelbeziehungen:
"Antidote
Nach der Gabe eines Arzneimittels kann im Prinzip jeder starke Einfluß auf den Patienten die Wirkung dieses Mittels stören oder es antidotieren. Abhängig ist das von der Höhe der vorher verabreichten Potenz, der Empfindlichkeit des Patienten, der Einwirkungszeit und der Häufigkeit der Wiederholung. Antidotieren können hierbei ätherische Öle, Elektrosmog, Fernsehen genauso wie Drogen oder Kaffee.
Abzugrenzen sind hier stets vorübergehende Aussetzungen der Arzneimittelwirkung durch äußere Einflüsse oder Abschwächungen der Erstwirkung des Mittels (z.B. durch Kampfer). Ein solches Mittel wird bisweilen Diadot genannt.
Ein potenziertes Antidot, auch Homöodot genannt, wird gegeben, um das vorherige Mittel in seiner Wirkung zumindest teilweise aufzuheben. Das Antidot muß dabei, um dazu in der Lage zu sein, selbst ähnliche Symptome hervorrufen können wie die, die antidotiert werden sollen.
Die Antidote eines Mittels können zu verschiedenen Gelegenheiten nützlich werden:
Bei Vergiftungen mit dieser Substanz. Hier wurden die modernen schulmedizinischen Antidote mit aufgeführt. Diese Art Antidote sind besonders dann wichtig, wenn für das entsprechende Gift kaum eine natürliche Ausscheidungsfähgkeit besteht - wie bei Quecksilber - oder die Vergiftung akut lebensgefährlich ist (siehe auch unten bei Vergiftungen). Diese Art Antidote wurden natürlich nur mit aufgenommen, so weit sie in der Homöopathie verwendete Mittel betreffen.
Ein weiterer Grund, die schulmedizinische Behandlung der Vergiftungen mit aufzuführen, ist, daß homöopathische Behandlung nach den bisherigen Antidotlisten bei Vergiftungen nicht unbedingt up to date, geschweige denn lege artis ist. Wer würde heute z.B. noch einem Cannabisvergifteten Strychnin geben?
Zu beachten ist, daß es bei Angaben insbesondere bei den Antidota oft unklar ist, ob nun die materielle Substanz zwecks chemischer Antidotierung gemeint ist oder der potenzierte Stoff. Chemische Antidotierung (Säuren gegen Laugen) ist heutzutage obsolet, da lebensgefährlich. Moderne Vergiftungstherapie heißt: Verdünnen, Entfernen, symptomatische Behandlung und dann erst, wenn vorhanden, ein Antidot. Diese Angaben sollten in einer späteren kritischen Ausgabe ganz eliminiert werden (wie so vieles andere auch!). Da dieses Buch in erster Linie eine Materialsammlung ist, habe ich mich bewußt gegen eine Bearbeitung entschieden und auch Ungenaues und Mißverständliches so belassen wie es ist.
Bei Überdosierung des potenzierten Mittels durch Behandler oder Patient. Wer täglich mehrere Kügelchen, als Einmalgabe 3 - 6 Globuli oder ähnlich große Dosierungen zu verabreichen pflegt, tut gut daran, aus Gründen der Rationalität die Antidotliste gleich auswendig zu lernen. Bei Hahnemannschen Dosierungen, ein Globulus von Mohnsamengröße u.U. verdünnt über mehrere Tassen Wasser, wird man als Behandler kaum je in die Verlegenheit kommen, das Mittel antidotieren zu müssen. "Ein behutsamer Arzt hat aber fast nie der Antidote nötig." (Hahnemann, chronische Krankheiten 3. Bd., S. 230-231.)
Wenn ein Patient zur Folgekonsultation kommt und als Mittel das Antidot des zuletzt verabreichten Mittels herauskommt. Dann sollte man daran denken, daß der Patient eine Arzneimittelprüfung durchmacht.
Dies herauszufinden erleichtert die Rubrik: "Es antidotiert:".
Unverträglich
sind die Mittel, die in Folge gegeben häufig starke Verschlimmerungen hervorgerufen haben. Mittel, die hier stehen, können aber durchaus auch in den anderen Rubriken vertreten sein und können dann im Einzelfall auch mit bestem Erfolg in Folge gegeben werden. Eventuell ist es aber ratsam, erst einmal ein Zwischenmittel zu geben, da es danach weitaus ungefährlicher ist, das an sich unverträgliche Mittel folgen zu lassen."

Deine Fragen zu den Potenzen kann ich jetzt aus Zeitgründen nicht ausführlich beantworten, das, was Du schreibst, ist eine Mischung von richtig, zu stark vereinfacht und falsch.
Du solltest ohne Verordnung eines erfahrenen Homöopathen überhaupt nichts über C 30 geben oder nehmen, unter keinen Umständen.

Merk Dir vor allem eines: Man muß nicht ständig irgendwelche Mittel geben. Der wahre Homöopath pflegt die Tugend der Geduld und gibt lange nichts, sondern wartet ab. Man muß nicht ständig was "am Laufen halten", das Simillimum "läuft" - oft nach einmaliger Gabe - ganz von alleine. Und man muß nicht alles antidotieren, man soll es erstmal auswirken lassen. Die "zweite verschreibung" ist das nahezu Schwierigste in der Homöopathie, das kann ich Dir nicht in 2 Sätzen erklären.
Die meisten Fälle werden durch zu schnelle Mittelfolgen, zu schnelle Wiederholungen und zu viel Ungeduld verdorben.

LG
Thomas

In Antwort auf:
Lieber Thomas
Vielen Dank für Deine Antwort.
Im Endeffekt heisst das, dass man z,B. eine C30 evtl. wochenlang wirken lassen soll (akute Entzündungen oder starkes Fieber bilden ja eine Ausnahme).
Ich verstehe nur nicht, warum sicher 80% täglich wiederholen. Ich habe z.B. einen Kontakt, die haut sich täglich die M rein. Teilweise sogar zwei mal. Sie behauptet, sie macht seit 9 Jahren Homöopathie und hat 3 Jahre lang einer Homöopathin über die Schulter schauen können. Dazu hätte sie alle Bücher und Ratgeber der Roy's und hätte es so auch persönlich gelernt bekommen.
Das dies der Wahnsinn ist, ist mir auch klar. Die hauen sich die C200 im Akkord rein.
Der Standardsatz ist meistens: In der heutigen Zeit muss man öfters wiederholen. Umwelteinflüsse etc.
Persönlich habe ich bis jetzt immer gedacht, die C30 ist "eine kleine Nummer".
Aber genau deshalb bin ich auch hier in's Forum, weil ich schon lange gefühlt habe, dass man anderst mit der Homöopathie umgehen muss.
Und alle "Grossen" der Homöopathie warnen vor zu schnellen Wiederholungen.
Was mich eben sehr interessiert (da ich keine Literatur weiss), wann man Antidote in Tief-Mittel oder Hochpotenzen gibt.
Ein wenig kann ich es mir schon denken. Wenn das Antidot ein vollwertiges Similium zur momentanen Symptomatik hat, kann man es in einer Hochpotenz geben (hoffe ich liege richtig).

Bis dahin nochmals vielen Dank und eine gute Nacht
Gruss Günther

In Antwort auf:
Hallo Günther,
alle Ratgeber der geschäftstüchtigen Eheleute Roy gelesen - mehr brauchst Du nicht zu sagen. Ein solcher Mensch wird für die Klassische Homöopathie vermutlich verloren sein. Ich habe es mir nicht angetan, alle dieser Ratgeber zu lesen, aber die, die ich kenne, reichen mir vollauf. Erspare mir eine detailliertere Äußerung darüber in einem öffentlichen Forum.
Wie lange eine Potenz wirkt, hängt vom Einzelfall (Arzneimittel, Patient) ab und läßt sich nicht pauschal beantworten.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Hallo Günther,

es gibt Homöopathen, die mit Hochpotenzen und tgl. Wiederholungen arbeiten, zum Teil sogar bis zu 3xtgl. (z.B. Peppler). SIE hat damit Erfolge, ist in meinen Augen aber weniger nachahmungswürdig, denn das hat mit der Hahnemann'schen Hom. nichts mehr gemein. Anders sieht es natürlich mit den LM-Potenzen aus, bei denen die tägl. Wiederholung durchaus Sinn macht.
Ausserdem halte ich pauschale tgl. Wiederholungen von C-Potenzen als nicht ganz ungefährlich.
D-Potenzen werden i.d.R. bis zu 3xtgl. gegeben, da sie eine andere Dynamik haben. Ich selbst arbeite mit ihnen nur, wenn es um organotrope Unterstützung geht (z.B. bei Herzinsuffizienzen usw.).
Was Ravi Roy angeht, so sind sie unter den (vor allem) klassischen Homöopathen mehr als umstritten, gerade weil sie Laienratgeber herausbringen und z.T. 5-10-minütige Wiederholungen von hohen C-Potenzen empfehlen.
Was die Dauer der Wirkung angeht, so gibt es zwar "Tabellen" dafür, aber letztendlich entscheidet sich das im Einzelfall, wie Thomas bereits geschrieben hat, aber auch von der Krankheit selbst oder den Lebensumständen im Allgemeinen (Stress im Beruf usw.). Wenn ich einen Pat. mit einer hochakute Erkrankung habe, dann wiederhole ich das Mittel auch schon mal alle 15 Min. oder alle Stunde, aber immer nur solange, bis eine Besserung eintritt und auch nur nach vorheriger Rücksprache.

Oft machen die Pat. selbst Druck, dass jetzt doch endlich mal ein anderes Mittel gegeben werden sollte. Oder es tritt ein Heilungsverlauf ein, den der Pat. nicht nachvollziehen oder aushalten kann (z.B. ein unterdrückter Hautausschlag kommt wieder). Dann wird darauf gedrängt ein linderndes Mittel zu geben. Viele Hom. geben dem nach und können dann die wirkliche Heilung unmöglich machen.
Es gibt leider auch unter den Homöopathen einige, die die Homöopathie, wie Hahnemann sie gelehrt hat, nicht verstanden haben....

LG Marion

In Antwort auf:
Ja, über Frau Peppler haben wir uns schon mal im alten Forum unterhalten. Sie macht da sehr kontroverse Dinge. Mag sein, das sie damit Erfolg hat, ich kann es bestimmt nicht beurteilen. Bei den Roy`s kann ich nur zustimmen. Die könnten auch gut eine PR Firma aufmachen. Wenn sie was können, dann ist es auf jeden Fall Marketing.

@frisbee: Du arbeitest an Herzinsuffizienzen, welche Erfahrungen hast Du dabei mit D Potenzen gemacht?

LG
Frank

In Antwort auf:
Hallo miteinander
Vielen Dank für die Antworten.
Wegen dem antidotieren -ich glaube Thomas will mir noch was dazu schreiben- würde mich schon interessieren, in welcher Potenz ihr in der Regel antidotiert.
Mir ist klar, dass wenn man eine Heilwirkung auf einer anderen Ebene weiterführen will, ein Komplementärmittel gibt, dass gegebenenfalls das vorherige Mittel antidotiert -wie z.B. Sepia und Sulphur- und dass man dieses Mittel dann auch in höherer Potenz geben kann.
Aber wenn man einfach nur antidotieren will, wie sieht dann die Potenzhöhe aus?
Und wenn das richtige Mittel gewählt wurde, aber die Potenz zu hoch war, gebt ihr dann zum abschwächen z.B. eine D6?

Zu diesen täglichen C200 Gaben stand ich schon bevor ich in dieses Forum kam skeptisch gegenüber.
Frage mich nur, warum (Tierhomöopathie), Autoren wie Rakow, Wolff, Stein etc. i.d.R. die 30-Potenz so oft befürworten.
Dabei meine ich nicht Autoren wie Westerhuis, die 6 Wochen lang die C200 täglich empfehlen.
Und auch nicht akute Geschehen, bei denen die Gaben öfters wiederholt werden müssen.

Nochmal vielen Dank und einen schönen Abend
Gruss Günther

In Antwort auf:
Hallo Günther,

Zitat:

Günther schrieb am 19.10.2006 22:39 Uhr:
Wegen dem antidotieren -ich glaube Thomas will mir noch was dazu schreiben- würde mich schon interessieren, in welcher Potenz ihr in der Regel antidotiert.




Ich antidotiere so gut wie nie. Aber wenn schon antidotieren, würde ich die Potenz so niedrig wie möglich wählen oder - wie Morrison empfiehlt - gleich ein schulmedizinisch-phytotherapeutisches Mittel wie Campher nehmen. Damit richtet man noch am wenigsten Schaden an im Sinne einer Symptomenverwirrung. Antidotierst Du mit einer Hochpotenz, weißt Du bald gar nicht mehr, was AP und was Patientensymptom ist.
Übrigens schrieb Hahnemann, daß der "sorgfältige Arzt" nur sehr selten antidotieren muß. Wer häufiger antidotieren muß, an dessen Verschreibungspraxis ist was faul.
Besser erst genau nachdenken statt wild rumprobieren (nach dem Prinzip trial and error) und anschließend antidotieren müssen.
Jedes Arzneimittel - auch ein falsch gewähltes und das Antidot selbst - hinterläßt Spuren, die die Symptome des Patienten verfälschen können, und zwar umso schlimmer, je höher die Potenz ist.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Hallo Thomas
Vielen, vielen Dank.
Jetzt weiss ich über das Antidotieren das Grundsätzliche.
Hat mich echt weitergebracht.

Viele Grüsse Günther

In Antwort auf:
Hallo Frank,

ich arbeit bei Herzinsuf. mit D4/6, meistens mit Crat. Ich habe damit schon einige Hunde komplett von den schulmedizinischen Med. geholt und es ging ihnen danach wesentlich besser. Dieses Mittel müssen sie allerdings tgl. nehmen. Ich lasse dann aber damit "spielen", d.h. die Besitzer entscheiden selbst (oder nach Rücksprache) je nach Befinden, ob sie das Mittel tgl. 1-3x geben oder alle zwei Tage oder sogar, z.B. über Winter, komplett absetzen. Ich liebe dieses Mittel....

LG Marion


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