#1

Kampfer

in Allgemeines zur Homöopathie 26.11.2008 22:06
von Medusa (gelöscht)
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kaya
Moderator Geschrieben am 14.10.2006 00:10


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Hallo,
beim Lesen der Beiträge zu Günters Fragen viel mir auf, dass ihm der Rat zum Antidotieren mit Kampfer gegeben wurde.
Daraus ergibt sich für mich wieder eine Frage zu der ich folgendes erklären möchte:
Ich bin nebenberuflich auch Yogalehrerin und es gibt in meiner Tradition bestimmte Rituale bei denen Kampfer verbrannt wird um z.B. die Atmosphäre eines Raumes zu reinigen bzw. negative Schwingungen beseitigen. (passt ja auch gut zum antidotieren)
Wie ist das nun, wenn ich wieder eine homöopathische Behandlung beginne, sollte ich dann zwingend solche Zeremonien meiden?

Im Übrigen hat mich meine "Ex-Heilpraktikerin" nicht darauf hingewiesen, welche Dinge ich meiden sollte, um die Wirkung der Mittel nicht zu stören. Selbst meine Frage nach der Zahnpasta (das hatte ich mal gelesen) hat sie abgetan mit den Worten: "davon hat Hahnemann nichts geschrieben"
Naja, das nur noch nebenbei.

Auch hier freue ich mich schon auf euere Meinungen.
Gute Nacht und ein schönes Wochenende
wünscht Christa

In Antwort auf:
Hallo Christa,
die Frage, was antidotieren bzw. eine Heilungsblockade auslösen kann, ist im einzelnen umstritten und wohl auch nicht für alle Fälle und jeden Menschen einheitlich zu beantworten.
Schon beim Kaffee scheiden sich die Geister. Während der bekannte Wiener Homöopath Dr. Dorsci sagt, das sei dummes Zeug und er lasse sich als Wiener seinen Kaffee nicht verbieten (ähnlich drückte sich meine Lehrerin Dr. Rosina Sonnenschmidt aus: "Ein Mittel, das nicht in der Lage ist, sich gegen einen Kaffee oder ein Hustenbonbon durchzusetzen, kannst Du in der Pfeife rauchen"), hat Dr. Morrison einen Fallbericht publiziert, daß ein langer, komplizierter Heilungsprozeß durch eine einzige Tasse Kaffee zurückgeworfen worde sei, weil der Kaffee das Arzneimittel antidotiert habe. Letzteres halte ich für einen Einzelfall. Aber auch unsere Medi rät ihren Patienten, während einer Behandlung Kaffee zu meiden. Ich trinke welchen (allerdings nach Tassen, nicht nach Kannen bemessen) und es schadet mir und der Wirkung der Arzneimittel m.E. nichts. Wahrscheinlich, weil es so unklar ist, raten die meisten Homöopathen sicherheitshalber erstmal ab. Der Heilpraktiker Andreas Krüger (Leiter der Berliner Samuel-Hahnemann-Schule) macht das erstens auch sicherheitshalber und zweitens aus psychologischen Gründen: Er ist der Meinung, daß ein Patient, der so wenig selbst (für sich und seinen Heilungsprozeß) tun will, daß er nicht mal für eine Weile auf Kaffee verzichten will, also eine reine Globuli-Konsumenten-Haltung hat, bei seinem Konzept der "prozeßorientierten Homöopathie", das auf die aktive Mitarbeit des Patienten setzt, sowieso fehl am Platze ist.
Über Folgendes sind sich aber wohl fast alle Homöopathen einig:
Etwas anderes ist es mit (materiellem) Campher (Riechen an der Flasche reicht). Das ist das stärkste in der Homöopathie bekannte Antidot, das fast alles antidotiert, mit weitem Abstand gefolgt von Menthol/Pfefferminzöl. Auf "Campfer-Rituale" solltest Du auf jeden Fall verzichten, ebenso möglichst Zahnpasta verwenden, die ohne ätherische Öle auskommt (Gibt's in Drogerien und Apotheken z.B. von Elmex u.a. unter dem Begriff "homöopthieverträglich").
Oft übersehen und unterschätzt wird, daß homöopathische Arzneimittel durch Strahlung wie Microwelle, Handystrahlung oder Strahlung von einer mobilen Festnetzstation in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden. Also nie die Arzneimittel neben dem eingeschalteten schnurlosen oder mobilen Telefon lagern (z.B. in der Handtasche!).
Im übrigen gibt es zahlreiche "feindliche" homöopathische Arzneimittel, die sich gegenseitig antidotieren, wenn sie nacheinander oder gar zusammen genommen werden; oft sind das ähnliche aus gleichen Familien (z.B. Stramonium und Hyoscyamus; Naja und Lachesis). Nachzulesen in Blasig-Jäger, Arzneimittelbeziehungen und Rehman, Handbuch der homöopathischen Arzneibeziehungen. Man kann also auch homöopathisch antidotieren; ob und wann das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt und würde hier zu weit führen.

Liebe Grüße,
Thomas

In Antwort auf:
Lieber Thomas,
ich bin angetan von Deinen immer so ausfühlichen Erklärungen. Vielen Dank.
Das ist ja hochinteressant.
Ich hatte doch berichtet, weshalb ich die homöop. Behandlung machen wollte. Ich habe dabei langsam bzw. bin noch dabei, meinen Betablocker ausschleichen wollen. Um meinem Herzen Unterstützung zu geben, habe ich weiterhin noch mehr oder weniger regelmäßig Korodin-Tropfen genommen, die ja auch Kampfer enthalten.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass deshalb diese vielen Mittel keinen größeren Schaden angerichtet haben. Oder?

Herzlichen Gruß
Christa

In Antwort auf:
Hallo Christa,

Zitat:

kaya schrieb am 14.10.2006 13:19 Uhr:
Lieber Thomas,
ich bin angetan von Deinen immer so ausfühlichen Erklärungen. Vielen Dank.



Danke für die virtuellen Blumen.

Zitat:

kaya schrieb am 14.10.2006 13:19 Uhr:
Ich hatte doch berichtet, weshalb ich die homöop. Behandlung machen wollte. Ich habe dabei langsam bzw. bin noch dabei, meinen Betablocker ausschleichen wollen. Um meinem Herzen Unterstützung zu geben, habe ich weiterhin noch mehr oder weniger regelmäßig Korodin-Tropfen genommen, die ja auch Kampfer enthalten. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass deshalb diese vielen Mittel keinen größeren Schaden angerichtet haben.



Beta-Blocker können u.U. eine homöopathische Behandlung etwas schwerer anschlagen lassen, aber das muß nicht sein. Sie sind jedenfalls kein absolutes Antidot. Kein verantwortungsvoller Homöopath würde Dir raten, sie ohne Rücksprache mit dem Kardiologen abzusetzen, weil das Risiko zu hoch wäre. Die Korodin-Tropfen mußt Du allerdings weglassen. Es gibt auch schulmedizinische (Effortil) und phytotherapeutische (Crataegutt) relativ "sanfte" kampferfreie Arzneimittel zur Herz- und Kreislaufstärkung, die Homöopathika nicht antidotieren. Der Homöopath und der Kardiologe sollten eng zusamenarbeiten; schlägt das homöopathische Mittel an, kann man die Betablocker langsam ausschleichen (nie plötzlich absetzen!).
Liebe Grüße,
Thomas


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