#1

Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 27.09.2013 18:20
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Folgende Ausgangssituation:

Es gibt eine Verordnung Mittel A, das auch gut paßt, Symptome aufhebend wirkt usw. Dann "sagt" das Mittel bei einer bestimmten Sache immer wie ein 'Stop', und es geht einfach nicht weiter, nicht über diesen Punkt hinaus. Dies geschieht mehrfach.
Bei der nächsten Konsultation wird (offenbar u.a. deshalb) ein neues Mittel gegeben. Dies wirkt auch, erstmal unmittelbar, führt zu klarerem wacherem Kopf, und führt dann auch zu Rückspulungen, einer Art Aha-Erlebnis, usw., alles okay soweit. Nur dann kommen Symptome zurück, wegen denen Mittel A gegeben worden war, das Mittel zuvor.

Und dazu hieß es dann: Das zweite Mittel paßte zwar, aber es sei "zu früh" verordnet worden. Erkennbar daran, so hieß es, daß die Symptome, die bereits durch das vorherige verschwunden waren, wieder zurückkamen.
Es wurde daraufhin wieder Mittel A, dieses vorhergehende verordnet. Diesmal in LM, das erste Mal in XM. Ob das jetzt wieder paßt, kann ich nicht sagen. Patient ist auf jeden Fall etwas gereizt (finde ich :-)), so ziemlich wie derzeit, als von diesem Mittel dann weggewechselt worden war. Auf Frage, ob es wirkt und paßt, kommt ein gedehntes, "jaaa, schon irgendwie". Also keine eindeutige Antwort. Das muß jetzt nicht heißen, daß es falsch ist, aber ich kann halt auch nicht definitiv sagen, daß ich bemerke, daß es jetzt genau paßt.

Ich weiß auch nicht alle Einzelheiten, worauf sich die Verordnung stützt, das ist das, was mir erzählt wurde.

Mir ist das neu, daß ein Mittel passen kann, aber zu früh daran ist. Kennt Ihr das?


Nihil fit sine causa - Nichts geschieht ohne Grund

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#2

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 27.09.2013 22:02
von ilse • Administratorin | 2.703 Beiträge | 11422 Punkte

Also ich hätte die Reaktion auf Mittel A so gedeutet, dass es nicht richtig gepasst hat, es hatte nicht genug Tiefgang, um an die eigentliche Ursache heranzukommen. Dann kommt das zweite Mittel: Es führt weiter als A und die vorher durch A verschwundenen Symptome kommen wieder. Das wäre für mich ein Zeichen, dass das neue Mittel die vorher nur oberflächlich beseitigten Krankheitserscheinungen wieder hervorholt, um sie richtig zu heilen. Ich wäre erstmal bei dem 2. Mittel geblieben und hätte es in Ruhe auswirken lassen. Ich finde es sowieso normal, dass alte Symptome auch unter einem Folgemittel immer mal wieder hochkommen und ganz allmählich immer schwächer werden bis sie irgendwann ganz verschwinden. "Zu früh dran" finde ich schon bisserl merkwürdig. Aber manchmal sind die Patienten halt auch ungeduldig, setzen den Behandler unter Druck und der sagt dann irgendwas.

Es gibt doch diesen bekannten Fall von Burnett: Er behandelte ein Mädchen mit Epilepsie. Er gab ihr Belladonna mit guter Wirkung. Dann wieder ein Anfall und wieder half Belladonna und so ging es weiter. Aber irgendwann starb das Mädchen. Bei der Obduktion wurden Tuberkel gefunden. Burnett sprach von einem "Haltepunkt" des Mittels, will heißen, dass es nicht die Macht hatte, die eigentliche Ursache der Epilepsie zu erfassen. Belladonna deckt zwar die Anfallssymptomatik ab, kann aber keine tuberkuloseähnlichen Krankheitserscheinungen hervorrufen und sie folglich auch nicht heilen.

Das nur so als Prinzip - nicht dass du jetzt denkst, es steckt auch in deinem Fall sowas Schlimmes dahinter.

Dann gäbe es noch die Möglichkeit, dass es sich um zwei Krankheiten handelt, die sich abwechseln. Wenn die eine zurückgeht, taucht die andere wieder auf. Aber das müsste man in der Anamnese merken - unterschiedliche Modalitäten usw.
LG ilse


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#3

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 29.09.2013 11:47
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Die Verordnung kann ja auch durchaus Sinn machen, einen berechtigten Grund haben, den wir nicht kennen. Aber von dem, was ich weiß, hat es mich halt etwas irritiert, und da würde für mich auch eher passen, wie Du es erklärst. Danke Ilse. Ich werde versuchen zu veranlassen, daß da nachgefragt wird. Zur Sicherheit einfach. Mag manchem übertrieben und vielleicht sogar unschön dem Therapeuten gegenüber scheinen, aber ich finde, sowas ist ja nicht Mißtrauen gegenüber dem Therapeuten, sondern einfach ein um sich selbst Kümmern.


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zuletzt bearbeitet 29.09.2013 11:51 | nach oben springen

#4

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 29.09.2013 16:17
von ilse • Administratorin | 2.703 Beiträge | 11422 Punkte

Nachfragen kann ja nicht schaden. Aber man muss halt auch Geduld aufbringen, bei lange bestehenden Krankheiten kann auch die Heilung lange dauern, da kann wie gesagt immer mal eine vorübergehende Verschlechterung eines Symptoms/einer Symptomengruppe vorkommen oder es tauchen neue Symptome aus dem AMB auf. Außerdem können Hochpotenzen abhängig von der Art der KH und vom Arzneimittel sehr lange wirken, bei mir hat eine C30 schon mal monatelang vorgehalten. Man muss auch nicht minutiös jede Kleinigkeit notieren, wie ich das früher gemacht habe. Besser man denkt gar nicht groß nach, sondern guckt rückblickend, was sich längerfristig geändert hat.
lg ilse


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#5

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 29.09.2013 19:11
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat von ilse im Beitrag #4
Man muss auch nicht minutiös jede Kleinigkeit notieren, wie ich das früher gemacht habe. Besser man denkt gar nicht groß nach, sondern guckt rückblickend, was sich längerfristig geändert hat.
lg ilse


Echt? Das finde ich ehrlich gesagt nicht. Jede Veränderung aufschreiben und so besondere Beobachtungen, das hat mir auch schon sehr geholfen. Gerade rückblickend. Z.B. auch, als es mal um das falsche Mittel ging, das ich mal bekommen hatte.

Man kann ja dann trotzdem generell betrachten, was sich so getan hat, und muß nicht die ganzen Aufzeichnungen durchforsten. Aber man könnte, wenn es zum Verständnis des Verlaufs nötig wäre.


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#6

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 30.09.2013 10:47
von ilse • Administratorin | 2.703 Beiträge | 11422 Punkte

Na ja, ich meine bei drastischen Veränderungen oder starken Beschwerden wirst du dich ja sicher an deine Therapeutin wenden. Es kann ja sein, dass das Mittel tatsächlich nicht passt oder dass bei Q die Dosis verändert werden muss. Aber es bringt m. E. nix, wenn man sich ständig selbst beobachtet und förmlich drauf wartet, dass dieses oder jenes Symptom auftritt. Bisschen was Hypochondrisches hat ja fast jeder an sich, mich eingeschlossen.


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#7

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 30.09.2013 12:03
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Ich bin sicher eher vorsichtig und hasenfüßig, und meinetwegen auch hypochondrisch. Ich finde es dennoch nicht so gut, Verläufe nicht genau zu verfolgen. Und auch Vieles aufzuschreiben, festzuhalten an auch kleinen Veränderungen, die kommen und vielleicht auch wieder gehen. Mir fällt sogar bei über Jahre angehalten habenden Beschwerden manchmal schwer, sie korrekt zu beschreiben, - wenn sie dann einmal weg sind. Es ist einfach so, was vorüber ist, ist vorüber, das vergißt man dann häufig, wie das genau war, wie und sogar manchmal ob es überhaupt war.

Also hier bin ich echt mal ganz anderer Meinung. Man hat auch nicht immer "drastische Veränderungen oder starke Beschwerden", und trotzdem kann was nicht richtig laufen. Oder es kann dann gerade richtig laufen. Auch wer sich mit der Materie bestens auskennt, kann es aber nur beurteilen, wenn er diese Veränderungen und Beschwerden, und oft auch ihre Abfolge, auch kennt.

Also kurz und gut, ich mag meinetwegen hypochondrisch sein. Aber das Beobachten von Reaktionen usw. unter Mittelwirkung ist es nicht. Und das finde ich nicht gut, es mit einem Hypochondriestempel zu versehen, und damit als nicht normales und richtiges Vorgehen zu bezeichnen. Es ist im Gegenteil sogar wichtig. Wer es nicht von allein tut, sollte dazu angehalten werden.

Das Beobachten ist die Arbeit des Patienten, das Auswerten die des Therapeuten. Was soll er auswerten, wenn es keine Beobachtungen gibt? Wenn mal eine Beurteilung unsicher ist, wie soll er sich Klarheit verschaffen?


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zuletzt bearbeitet 30.09.2013 12:16 | nach oben springen

#8

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 30.09.2013 13:37
von ilse • Administratorin | 2.703 Beiträge | 11422 Punkte

"es mit einem Hypochondriestempel zu versehen, und damit als nicht normales und richtiges Vorgehen zu bezeichnen"
Och Wolfi, nu buddel mal nicht gleich die Oma mit dem Bagger aus, ich habe von meinen Erfahrungen erzählt. Ich betrachte es auch als eine Art Heilerfolg, wenn ich nicht ständig an meine Beschwerden denke. Beim Folgegespräch fragt die Therapeutin doch sowieso nach, wie sich dies und jenes entwickelt hat.


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#9

RE: Mittel, die "zu früh" genommen werden

in Allgemeines zur Homöopathie 30.09.2013 21:06
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat von ilse im Beitrag #8
Ich betrachte es auch als eine Art Heilerfolg, wenn ich nicht ständig an meine Beschwerden denke.


Auf jeden Fall ist es nicht gut, sich ständig mit Krankheit zu befassen, jedenfalls nicht mit der eigenen. Man sollte 'gesund' denken, um gesund zu sein, und wer gesund ist, denkt auch 'gesund', das sehe ich auch so.


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