#1

Zuviele hom. Mittel = Fall untherapierbar ?

in Allgemeines zur Homöopathie 28.11.2008 13:07
von Medusa (gelöscht)
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frisbee
Moderator Geschrieben am 14.01.2008 13:16


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Hallo,

da ich z.Zt. ein wenig "Urlaub" habe und ich wieder etwas mehr lesen konnte was nichts mit HP-Prüfung zu tun hat, kommen mir da so die einen oder anderen Gedanken.

Allgemein heisst es ja, dass man einen Fall untherapierbar machen kann, wenn man zuviele Mittel falsch verabreicht.
Nun habe ich diverse Lebensläufe grosser Hom. gelesen in denen bemerkt wurde, dass diese manchmal 30 oder mehr Mittel geprüft haben. Da stellt sich mir die (provokante) Frage: sind diese Menschen dann hom. nicht mehr therapierbar? Kann man diese Prüfungen nicht gleichsetzen mit "falschen" Einnahmen?

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo Marion

Wenn ich mir überlege, wieviele Mittel die grossen Meister teilweise eingesetzt haben, ist es doch eh zu überlegen, ob ein Fall wirklich homöopathisch nicht mehr heilbar sein kann (in der Regel meine ich damit, einzelne Fälle sind sicherlich nicht mehr therapierbar).

Von dem abgesehen, so denke ich, kann man diese AMP sicherlich auch als falsche Einnahmen betrachten. Man könnte natürlich sagen, dass AMP nur an gesunden Menschen gemacht werden, doch wer weiss schon ob nicht gerade unterschwellig während einer AMP ein krankhaftes Geschehen vorlag, dessen sich derjenige gar nicht bewusst war.
Und wer ist schon 100% gesund?

Ich denke auch, dass man viele sogenannten nicht mehr therapierbare Fälle, so wie Thomas einmal gesagt hat, von hinten aufdröseln kann und somit wieder therapierbar sind.

LG Günther

In Antwort auf:
Hallo Marion,

auch ich denke das man "versaute" Fälle wieder behandeln kann. Es dauert halt so seine Zeit.

Wenn viele Mittel hintereinander gegeben wurden und diese Mittel nur so gerade eben gepasst haben werden alle diese Mittel den Fall irgendwie "bewegt" haben. Halt unkontrolliert. Die meisten Mittel werden relativ schnell "abgearbeitet" werden. Einige Mittel, die länger und tiefer wirken, benötigen länger.

Nach der jeweils individuellen Karenzzeit wird der Patient mit viel Glück wieder in einen ähnlichen Zustand vor der Ersteinnahme sein. Das kann dauern.

Erst dann macht eine Weiterbehandlung Sinn.

Auch hier gilt es Geduld zu üben.

LG
Frank

In Antwort auf:
Hallo zusammen!

Ich habe schon mindestens 20 Arzneimittelprüfungen hinter mir.
Nie Probleme gehabt wegen zu vieler Mittel, solange ich genügend Zeit verstreichen lies.

Nur bei Silicea und Thuja hätte ich das dreifache an Zeit verstreichen lassen müssen als sonst üblich. Diese beiden Mittel haben extrem tief gewirkt und ließen sich auch nicht so einfach antidotieren.

Ein Fall wird glaube ich erst untherapierbar, wenn die Lebenskraft des Patienten extrem geschwächt ist. Eine Hochpotenz kann da extrem lange wirken und gerne wird da das nächste Mittel verabreicht, ohne das das vorherige ausgewirkt hat. Da ist große Erfahrung notwendig und viel Geduld. Vithoulkas hatte in seinen Büchern (irgendwelche Seminar-Mitschriften) über solche Fälle berichtet. Auch er beging diesen Fehler. Dann hieß es immer wieder:"... Plazebo geben und lange, lange warten!!!".
Irgendwann klärt sich der Fall, manchmal nach 2 Jahren.

Es bringt auch nichts in der Zwischenzeit den Patienten zu einem TCM-Spezialisten zu schicken. Die können mit solchen "Untherapierbaren" genauso wenig was anfangen. Dieses Durcheinander sitzt so tief, dass man keine klare Diagnose stellen kann.

LG
Pedro

In Antwort auf:
Hallo,
das Problem sind nicht Arzneimittelprüfungen, die in angemessenen Abständen nacheinander durchgeführt werden. Das verkraftet die Lebenskraft gut. Ähnliches gilt, wenn im Laufe einer jahrelangen homöopathischen Behandlung chronischer Krankheiten hintereinander verschiedene homöopathische Mittel zum Einsatz kommen.
Die völlige Verwirrung der Lebenskraft kann einsetzen, wenn zu häufig und zu viele Komplexmittel oder, was auf das Gleiche hinausläuft, wirre Verschreibungen irgendwelcher Chaos-"Homöopathen", bei denen binnen 6 Wochen 8-10 Mittel, teils gleichzeitig, teils kurz nacheinander und im Wechsel, und dann noch alle in Hochpotenzen, gegeben werden. Hab' ich alles schon (bei vorbehandelten Patienten) gesehen. Dann hilft nur - wenn überhaupt: 1. Abwarten. 2. Sulphur. 3. Abwarten. 4. Fall ganz neu aufnehmen. 5. Hoffen, daß es nochmal gutgeht.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Thomas, ich spreche eigentlich von der Hom. nach Hahnemann und wer da Komplexmittel einsetzt.....ich glaube darüber bedarf es keiner Diskussion...

Nur, was ist in Deinen Augen eine angemessene Zeit des Abwartens, wenn ein gut gewähltes Mittel, sagen wir mal im Akutzustand, nichts bringt? Gesetzt den Fall, Dir wird ein Tier vorgestellt, welches schulmedizinisch austherapiert ist und eingeschläfert werden soll und die letzte Rettung die Hom. ist, das erste gut gewählte Mittel aber keine Veränderung bringt? Kann man es dann wirklich verantworten, abzuwarten wenn schnelles Handeln notwendig ist? Wie lange würdest Du in einem solchen Fall warten, bis Du das nächste, in Deinen Augen gut gewählte Mittel verordnest?

LG Marion

In Antwort auf:
Liebe Marion,
wenn das Tier schulmedizinisch austherapiert ist und Euthanasieempfehlung vorliegt, würde ich das weitere Vorgehen davon abhängig machen, ob akute Lebensgefahr besteht oder nicht. Liegt unmittelbare Lebensgefahr vor, gebe ich zuerst das m. E. angezeigte Mittel in nicht zu hoher Potenz. Wirkt es nicht, gebe ich Sulphur und, wenn die Zeit dafür da ist, einen Tag später das Mittel noch einmal. Wenn keine Zeit mehr ist, notfalls eine Stunde später das Mittel wiederholen. Das kann man doch nicht schematisch entscheiden - ist immer eine Einzelfallfrage. Bei akutem Schock oder Koma, wenn der Tod unmittelbar bevorzustehen scheint, habe ich mit Carbo vegetabilis als "Lazarus-Mittel" gute Erfahrungen gemacht, um Zeit zu gewinnen. Liegt keine akute Lebensgefahr vor, gebe ich Sulphur und warte etwas länger. Tut mir leid, wenn ich nicht konkreter werden kann - aber jeder Fall ist anders. Doch das weißt Du ja selbst.
P.S.: Mit den Komplexmitteln und der "Chaoshomöopathie" meinte ich natürlich Vorbehandler - nicht, daß ich Dir sowas zugetraut hätte.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Klar kann man keine "Standartempfehlung" für solche Fälle aussprechen. Das war auch nicht das, was ich meinte oder erwartet habe. Vielmehr war meine Frage, ob man in einem solchen Fall wirklich darauf verzichten kann mehrere (verschiedene) Mittel hintereinander zu geben, wenn deutlich wird, dass das vorherige Mittel nichts gebracht hat. Was hat man da zu verlieren?
Und nein, ich hatte mich nicht angesprochen gefühlt...

LG Marion

In Antwort auf:
ich denke, man kann nicht festlegen, wie viele mittel man hintereinander geben darf oder nicht.

viel mehr sollte jede einzelne mittelgabe wohlüberlegt und sinnvoll sein.
in dem fall ist es schon viel seltener so, dass ein mittel "gar nix" macht.
auch wenn die gewünschte wikung viele verschiedene mittelgaben ausblieb, kann sich doch ein weg abzeichnen, der in kleinen schritten weiter führt.

wenn das ganze allerdings in zusammenhangsloses mittelroulette ausartet,
kämen mir drei fragen:

*ist der behandeler kompetent?
*braucht der patient (noch) was anderes außer homöopathie?
*will der patient überhaupt?

lg
reinhard

In Antwort auf:
Man kann den Patienten auch nicht genug darauf hinweisen, dass er nicht einfach zu verschiedenen Behandlern gehen kann und alle Mittel die man ihm dann verschreibt einnehmen kann, nach dem Prinzip "Viel hilft viel!" und "Viele Ärzte sind besser als nur einer!".

Ein solches Vorgehen sah ich in meinem italienischen Bekanntenkreis. Wenn ich fragte, welche Mittel sie einnehmen, holten sie eine ganze Taschenapotheke heraus und zeigten mir 10 bis 30 Mittel, die sie auch fast alle in Hochpotenzen innerhalb weniger Tage zusammen einnahmen.
Wohl gemerkt: In Italien gibt es kein Heilpraktiker Gesetz, dass einem Laien das Praktizieren von Homöopathie verbietet.

Einmal nahm eine Frau mehrere Mittel gleichzeitig ein, was dazu führte, dass sie Atemschwierigkeiten bekam. Die einzige Lösung war, Kaffee und Camphora einige Tage lang und dann eine laaaaange Pause. Ihre Lektion hat sie gelernt.
Aber warum passiert sowas? Weil sie nicht aufgeklärt wurde und weil der Behandler ein Idiot war!

LG
Pedro

In Antwort auf:
diese italiener. tststse. *kopfschüttel* ;o)

auf so eine idee muss man erst mal kommen..

In Antwort auf:
Hallo Pedro,
eine Geschichte, bei der man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Zitat:

Pedro schrieb am 15.01.2008 17:03 Uhr:
Wohl gemerkt: In Italien gibt es kein Heilpraktiker Gesetz, dass einem Laien das Praktizieren von Homöopathie verbietet.




Bei uns in der BRD gibt es zwar ein HP-Gesetz (das übrigens die Nazis im Februar 1939 eingeführt haben, um jüdischen Ärzten, denen aus "rassischen" Gründen die Approbation entzogen worden war, das Weiterpraktizieren unmöglich zu machen und das unverändert bis heute in Kraft ist!), aber auch das schützt - ebensowenig wie ein medizinisches Staatsexamen - natürlich nicht vor völlig unsachgemäßen homöopathischen Behandlungen (Homöopathie wird ja weder hier noch dort geprüft!)- und auch nicht vor durchgeknallten Patienten, die nebenbei mehrere Ärzte und HP "beschäftigen", ohne sie jeweils umfassend zu informieren.
LG
Thomas

In Antwort auf:
...oder aus Ungeduld noch nebenher ein paar harmlose weisse Zuckerkügelchen nehmen, weil der HP zu wenig gegeben hat...

Ich glaube bei solchen Aktionen spielt eine grosse Rolle, dass die Hom. allgemein als harmlos und nebenwirkungsfrei deklariert wird. Wenns nicht passt, dann passiert nix...Da habe ich auch schon ellenlange Diskussionen geführt und oft wird man dann als jemanden dargestellt, der "Angst machen will" oder nur solche Äusserungen von sich gibt, damit die Leute ihr Geld lieber zum THP/HP bringen...

LG Marion

In Antwort auf:
ich erlebe das im Moment gerade.
Eine Bekannte die daran denkt eine HP Ausbildung zu machen, "bildet sich ein", was von Homöopathie zu verstehen. Sie nimmt laut "Kochrezeptbuch" (wie Ihr das so schön nennt) andauernd für irgendwelche Zipperlein verschiedene Mittel in C200 Potenzen. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich da zuhöre. Vorsichtige Versuche meinerseits etwas dazu zu sagen, wischt sie vom Tisch. Das mache sie schon seit Jahren mit Mensch und Tier in der ganzen Familie.
Nebenbei bemerkt, wirkt sie keineswegs gesund, sondern liegt dauernd mit sehr hohem Fieber darnieder. hat wohl wieder irgend eine Virus aufgeschnappt, wie ihr Ehemann mir berichtet.
Sinnlos dazu was zu sagen. ich hoffe nur, dass sie das mit der HP Ausbildung sein lässt. (naja, oder sie wird überzeugt - bestenfalls)

LG Christa


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