Uwe Plate, Autor des Symptomenlexikons sagt zu dem Thema Folgendes (in "Hahnemanns Arbeitsweise"):
Wenn für die wichtigsten Symptome eines Krankheits-Zustands ein Mittel passend erscheint, der Kranke aber auch Zeichen hat, die zum Genius (der Charakteristik) des Mittels im Widerspruch stehen, ist das ein Grund, an der Richtigkeit des Mittels zu zweifeln.
Wenn z. B. ein Kranker mit Magenbeschwerden kommt und fette Speisen einwandfrei verträgt, kann Pulsatilla eigentlich nicht in Frage kommen, denn für dieses Mittel ist die Unverträglichkeit von Fett charakteristisch.
Wenn aber ein Kranker, der wegen Kniearthrose kommt, gern Fettes isst und auch gut verträgt, kann das nicht zum Ausschluss von Pulsatilla führen. Die Fettunverträglichkeit von Pulsatilla bezieht sich auf bestimmte Krankheiten, das ist also eine spezifische Charakteristik.
Was ein Kranker NICHT hat, kann man nicht vergleichen. Genausowenig kann man sagen, dass Pulsatilla nicht das Simile sein kann, wenn der Kranke nicht weinerlich ist.
Man muss also vergleichen, ob es einen Widerspruch zur speziellen Mittelcharakteristik in dem Bereich gibt, in dem der Patient krank ist.