#1

polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 07.06.2010 15:35
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Nochmal was zum richtigen Verständnis, es ist aus diesem Thread: Vergiftungserscheinungen

Ist mit einem polaren Symptom ein Symptom gemeint, a) das das genaue Gegenteil eines typischen Symptoms eines Mittels ist? Oder b) ist generell ein Symptom gemeint, welches völlig aus dem Rahmen des Mittelbildes fällt?
Ich frage deshalb, weil, wir hatten hier ja mal die Diskussion über Mittlesymptome und ihre Gegensätze, und daß es oft (immer?) so ist, daß auch der Gegensatz eines Symptoms vom Mittelbild dann abgedeckt ist (z.B. Abneigung gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel, Verlangen nach ebendiesem Nahrungsmittel, das wäre ein Beispiel zu a). ). Wäre es trotzdem eine Gegenanzeige in einem solchen Fall wie im Thread oben?
Zu b) fällt mir jetzt leider gerade kein prägnantes Beispiel ein, aber vielleicht kann man trotzdem ahnen, wo mein Verständnisproblem ist.


Memento te hominem esse.
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zuletzt bearbeitet 07.06.2010 15:36 | nach oben springen

#2

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 07.06.2010 16:06
von Beate_P (gelöscht)
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Polare Zeichen beziehen sich eher auf die Modalitäten, als auf Nahrungsmittelverlangen. Sagen wir mal, eine Beschwerde bessert sich durch Bewegung, dann würde ein Mittel, was charakteristisch ist für Verschlechterung durch Bewegung kontraindiziert sein oder z.B. eine krankes Tier ist schwach und hat eine kalte Hautoberfläche legt sich aber lieber in den kalten Flur, als an den warmen Ofen, dann ist Arsen schon durch das Rost gefallen. Es dürfen also keine gravierenden Modalitäten dagegen sprechen. So habe ich es auf jeden Fall gelernt bzw. verstanden. Je mehr polare Zeichen man also in dem Fall hat, die eindeutig charakteristisch für das Mittel sind, desto sicherer die Verschreibung ( z.B. Kälte, Wärme, Bewegung, Liegen, Laufen usw. agg. Polarität amel.)


zuletzt bearbeitet 07.06.2010 16:25 | nach oben springen

#3

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 12:12
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Ich habe ein wenig Mühe, es zu verstehen. Hier ist noch eine ganz gute Erklärung dazu, wie ich finde:
http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschn...fassung_neu.pdf

Ich fasse mal zusammen, wie ich es jetzt verstanden habe:
Ein Mittel deckt oftmals polare Symptome ab, also sowohl z.B. Besserung bei Kälte als auch Verschlechterung bei Kälte. JEdoch zieht sich die eine Polarität, z.B. Besserung durch Kälte, dennoch wie ein roter Faden durch das Mittelbild und wird damit höherwertiger als der Gegenpol, Verschlechterung durch Kälte. Wenn ein Patient dann in wichtigen Symptomen nicht den "roten Faden" des Mittels aufweist, sondern die Modalität den geringerwertigen Gegenpol, also hier Verschlechterung durch Kälte, aufweist, so ist es das falsche Mittel, weil es nicht dem Genius des Mittels entspricht. Der Genius des Mittels wieder, das sind die charakteristischen, die häufigen Symptome, plus die typischen Modalitäten, die polar sein können (oder meist sind?).

Das würde in Ilses Beispiel aus dem Thread "Vergiftungserscheinungen" (Zitat: "Die Frage lautet also: Hat das Mittel die Magenschmerzen des Patienten? Und nicht: Hat der Patient auch das Salzverlangen des Mittels. Um daraus zu folgern, aha, der Patient hat zwar genau die Magenschmerzen, die im AMB beschrieben sind, aber weil er kein Salzverlangen hat, kann es nicht dieses Mittel sein.")
dann bedeuten:
Wenn das Salzverlangen ein Geniussymptom eines best. Mittels ist, sollte keine Abneigung gegen Salz bestehen, selbst wenn das Mittelbild durchaus beides hergibt. "Kein Bedürfnis aber auch keine Abneigung" gegen Salz, das entspricht dann ja keinem Pol, wie ich das verstehe. In dem oben zitierten Beispiel wäre "kein Salzverlangen" also kein Ausschlußgrund. Der wäre es, wenn Salzverlangen also ein Geniussymptom wäre, und kein Salzverlangen geringerwertig, und kein Salzverlangen aber ein deutliches Patientensymptom wäre. Im obigen Link wird das Beispiel von Nux vomica gebracht: Geniussymptom Abneigung gegen Bewegung. Der Patient sollte also nicht das Bedürfnis haben, sich zu bewegen, obwohl das durchaus von Nux im Mittelbild abgedeckt ist. Generell sollte der Patient das polare Geniussymptom aufweisen.

Ich finde es gerade echt schwierig, das alles auseinanderzuhalten. (Polare) Geniussymptome müssen also immer abgedeckt sein, auch wenn bei der Mittelprüfung der Gegenpol im Mittelbild erscheinen kann, beim Patienten dürfen sie aber nicht auftreten, sonst paßt das Mittel nicht, - das wäre nun mein Schluß daraus. Stimmt das so?


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zuletzt bearbeitet 08.06.2010 12:19 | nach oben springen

#4

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 12:21
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

So in der Art hab ich es auch verstanden. Nur kommen, so weit ich es kenne auch noch so grundsätzliche Sachen die z.b. fröstelig/hitzig oder ärgerlich dazu. Als Beispiel, ein dickliches Kind das immer ernst und missmutig drein schaut ist nicht calc.. Ich hab unter polaren Symptomen so etwas wie absolute Ausschluss- Symptome verstanden. Ein Symptom an dem man schon klar erkennen kann das dieses Mittel nicht passt. Man könnte es auch Anti-Keynotes nennen. Meistens sind das wirklich die Modalitäten, da es hier am klarsten zu unterscheiden ist.


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#5

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 12:32
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat
wäre es, wenn Salzverlangen also ein Geniussymptom wäre, und kein Salzverlangen geringerwertig, und kein Salzverlangen aber ein deutliches Patientensymptom wäre.



Ich kann nicht mehr ändern, daher zitiere ich mich mal selbst, weil ganz richtig müßte es meinem Verständnis nach heißen:

Ein Ausschlußgrund für ein Mittel wäre es, wenn Salzverlangen also ein Geniussymptom wäre, und Abneigung gegen Salz geringerwertig, und Abneigung gegen Salz aber ein deutliches Patientensymptom wäre. Also eben nicht "kein Verlangen", sondern der Gegenpol vom Verlangen nach etwas, die Abneigung dagegen.


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zuletzt bearbeitet 08.06.2010 12:33 | nach oben springen

#6

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 12:41
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

In dem Link oben ist auch eine sog. Polaritätsanalyse vorgestellt. Also ich finde das total klasse, das sogar berechnen zu können! Letztlich ist hier in gewisser Weise ja mathematisch umgesetzt, was ich jedenfalls immer mit Mühe versuche, nämlich "den Geist, die Idee des Mittels" zu erfassen, um das richtige Mittel dann zu finden. Aber ich konnte diese "Idee des Mittels" eben oft nur so schwer fassen. Diese Polaritätsanalyse wäre doch eine sehr große Hilfe, zumindest, wenn man sich unsicher ist und wenn man es erstmal verstanden hat, womit ich allerdings noch etwas Mühe habe wie gesagt. :-)))


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zuletzt bearbeitet 08.06.2010 12:42 | nach oben springen

#7

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 12:46
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Sorry Wolfi, wir haben wohl beide gleichzeitig geschrieben und ich hab deinen Text noch nicht gelesen gehabt. Es ist sehr verwirrend. Erstmal ganz grundsätzlich: Jedes Symptom bei jedem MIttel kann auch gegenteilig auftretten in absolut seltenen Fällen. Sprich es gibt auch vielleicht 5 Sepia Fälle auf dieser Welt die schlimmer anstrengende Bewegung sind. In diesem Fall sind dann aber alle anderen Symptome, auch die in der Vorgeschichte zu beleuchten und es muss alles andere passen bevor man das Mittel trotzdem gibt.
Dann gibt die berühmten Keynotes, also die Visitenkarta eines AMB, mit den Symptomen die da sein müssen um das Mittel sicher Verschreiben zu können. Nun sind aber auch nicht alle diese Keynotes gleichwertig. Haben wir einen Fall von Nux-v., das normalerweise ein rechtsseitiges Mittel ist, abber bei dem Fall alles passt außer die Seite, weil alles links ist, dann gibt man das Mittel trotzdem, da die anderem Symptome wichtiger sind. Da macht dann das polare Symptom nichts. Ist es aber z.B. wie in dem oben beschriebenen Arsen Fall, muss ein anderes Mittel her. Es kommt also auch noch auf die Wichtigkeit des Symptoms an, ob man es außer acht lassen kann, ob es polar sein kann oder ob es ein "Anti-keynote" ist.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

zuletzt bearbeitet 08.06.2010 12:46 | nach oben springen

#8

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 12:59
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Ach du Schreck. Ich hab deinen Link gelesen, Wolfi. Da müsste man stets 2 mal repertorisieren und die Werte von einender Abziehen. wer am wenigsten Abzug hat, hat gewonnen, so ungefähr wenigstens. Hml, für den absoluten Notfall, wenn ich gar nicht mehr weiter wüsste, würde ich es wohl mal probieren. Aber letztlich lässt sich, wenn man schon eine Gruppe von Mitteln zusammen gestellt hat, das richtige sicher schneller durch nachlesen finden. Jedes Mittel hat ein Kernthema, ein Zentrum um das sich alle Probleme drehen. Wenn das nicht stimmig mit dem Patienten ist, dann nutzen alle Rechnungen nichts ist meine Erfahrung. Dann lieber nochmal den Patienten Anrufen und gezielt die Keynotes der zur Wahl stehenden Mittel abfragen. Manchmal hat man einfach die ausschlaggebende Frage nicht gestellt, weil man es vorher noch nicht so erkannt hat.


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#9

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 13:03
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Sehr aufschlußreich, was Du noch dazu schreibst, AnnaZenz, und daß Du die Gewichtung hervorhebst! Also nicht einfach wegen einer entgegenstehenden Polarität grundsätzlich ausschließen, *merk*. Aber als Hilfe zur evt. Bestätigung eines ermittelten Mittels finde ich es dennoch gut, ich bleibe z.B. immer ein wenig unsicher, selbst wenn ich mir bei einem Mittel sicher bin, jede weitere Bestätigungsmöglichkeit kommt mir da gelegen. :-)))
Es ist eine weitere Möglichkeit, ein Mittel zu bestätigen, oder die Mahnung, es nochmal zu überdenken, trotzdem kann es dann das richtige sein, aber man müßte dann eben nochmal gründlich auch z.B. rückblickend nach Bestätigungen suchen, hast Du finde ich gut verständlich geschildert.


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#10

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 13:03
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Dein Problem ein Mittel zu erfassen ist wohl jedem bekannt. Da hilft oft der Verglich mit mehreren Büchern, das was überall steht ist schon mal wichtig. dann einfach mal austauschen, was jm. anderes über das Mittel denkt. Der Weg ist im einzelnen länger, aber dafür hat man dauerhaft was gelernt. Solchen Rechnungen kann ich dann immer noch nicht das wirkliche Thema des Mittels abringen, es kann ja sein, dass ich gar nicht das richtige reperorisiert habe. Wie schon in dem Link geschrieben... 1000ende Symptome bei einem Mittel, viel Spass beim gegen rechnen...
Das Rechensystem vom Link halte ich bei Akuten Fällen mit wenig Symptomen für eine gute Idee, die Arbeit ist überschaubar und man kann kleine Symptome, die kaum jm. kennt schnell vergleichen.


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zuletzt bearbeitet 08.06.2010 13:06 | nach oben springen

#11

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 13:18
von Beate_P (gelöscht)
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Hallo Wolfi,
Du hast es glaube ich ganz gut verstanden. Mit polaren Zeichen sind nur diejenigen Symptome gemeint, zudem es auch einen Gegenpol gibt. Also verbessert und verschlechtert. Beispiel Entblößung agg. HEP (4wertig) Entblößung amel. (kein Eintrag). Das Chakteristikum von HEP ist also, dass Entblößung <. Wenn ich also einen Patienten hätte, der ganz viele HEP-Symptome hat, aber sich ständig die Klamotten vom Leib reißt, weil es ihm dadurch besser geht, dann kann es nicht HEP. sein und ich muss weiter nach dem richtigen Mittel suchen.


zuletzt bearbeitet 08.06.2010 13:19 | nach oben springen

#12

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 13:29
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Ja, es ist schon wie zweimal reppen. :-))) Aber ich z.B. habe bislang mehr so "gefühlsmäßig" gereppt, also mir die auftauchenden Mittel möglichst gemerkt, auch mal ein paar wilde Notizen gemacht, Mittelbilder quergelesen, mir möglichst gemerkt etc., versucht, so mehr gefühlsmäßig eine Übereinstimmung eines Mittels mit dem Fall zu entdecken. Dann hat mir, Kräuterhexe war es glaube ich, ja mal so einen Link gegeben für eine Repertorisierungsübersicht, danach habe ich dann neulich mal ein Mittel überprüft, das ich zuvor "auf meine Weise" erreppt hatte, und das fand sich auch in allen Rubriken und stand ganz oben. Das gibt dann schon noch mehr Sicherheit in der Mittelfindung. Ich denke mal, mit Erfahrung und Mittelkenntnis werden viele Therapeuten ganz "automatisch" diese Ausschlußkriterien berücksichtigen. Aber mit weniger Erfahrung, weniger Mittelkenntnis, da ist die konkrete Rechnerei einfach eine sehr willkommene Stütze. Oder wenn man aus anderen Gründen einfach nicht sicher ist, ob das Mittel auch paßt. Wenn man sich schon mal bei der mehr handwerklichen Seite behelfen kann, dann finde ich das doch gut.


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#13

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 13:32
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Ja, wenn du es so erklärst ist es eine gute Sache. wenn du ein paar Erfahrungen gemacht hast könntest du die hier vorstellen? Mich würde es interessieren ob diese Methode die selben Ergebnisse bring wie andere auch.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#14

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 13:47
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Ich werde es beim nächsten Reppen sicher mal nutzen, oder auch mein letzthin gerepptes Mittel mal dahingehend zu überprüfen versuchen. Schon weil ich immer auch dann unsicher bin über ein Mittel, wenn ich eigentlich sicher bin, daß es paßt. :-)))) Mir kommt da jede Möglichkeit der Bestätigung entgegen. :-)

Das Beispiel von Hep mit dem Entblößen finde ich ja sehr einprägsam, Beate! Das ist übrigens meine weitere Schwierigkeit, ich weiß ja gar nicht, was die wichtigen Modalitäten eines Mittels überhaupt sind. *gg* Mal sehen, ob ich das auseinandergefriemelt bekomme, welche diese sind, am besten versuche ich tatsächlich mal mein letzthin gerepptes Mittel sozusagen zu verifizieren mit der Methode, denn das hat gepaßt, sollte also dieses Ergebnis dann auch rauskommen.


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#15

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 13:58
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Frag doch hier nach, wenn es um ein bestimmtes Mittel geht. Dann hast du es für das eine Mittel wieder sicher gelernt. dann das nächste usw. Wir alle lernen sicher was da bei mit. Alleine ist es sehr schwer diese Dinge zu lernen.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#16

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 14:03
von ilse • Administratorin | 2.712 Beiträge | 11512 Punkte

Ich verstehe die Diskussion ehrlich gesagt nicht. Ein Mittel wird nicht ausgeschlossen, nur weil der Patient ein oder mehrere Leitsymptome des Mittels nicht hat. Ein Mittel passt, wenn es die wesentlichen Symptome des Patienten abdeckt, Punkt. Da wühle ich nicht im Mittelbild, ob und wie viele Symptome es hat, die der Patient nicht hat.

Wir hatten kürzlich in der SV einen Fall, für den Nat-m verschrieben wurde. Wir kamen auf Nat-m durch 2 oder 3 "Leitsymptome" des Patienten (nicht des Mittels!), dann wurde nachgeschlagen, ob das Mittel auch die anderen zur Krankheit gehörenden Symptome des Patienten abdeckt und Bingo. Mehr nicht. Keine Rede von irgendwelchen Ausschlusskriterien.
LG ilse

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#17

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 14:15
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Hallo Ilse,
also ich habe das ja so verstanden, daß es nicht darum geht, daß alle Symptome da sein müssen. Sondern daß ein Geniussymptom, das gleichzeitig ein polares Symptom ist, nicht in der geringwertigen Polarität gegeben sein darf. Ich fand da das Hep-Beispiel ganz prägnant, Hep verschlechtert durch Entblößung. Hat ein Patient nun zu Hep passende Symptome, alles bessert sich aber durch Entblößung, dann paßt Hep trotzdem nicht.
Ich vermute ja, denn ich "kenne" Dich ja schon ein wenig aus dem Forum, daß Du diese Kriterien eben ganz automatisch miteinbeziehst, und wenn Du Entblößung bessert bei einem Patienten hast, Hep dann gar nicht nach vorne käme bei Dir (mal so als Beispiel). Deshalb findest Du diese hier diskutierte Herangehensweise unnötig (vielleicht auch unsinnig). Sie ist ja auch quasi das Pferd von hinten aufgezäumt, also eine Möglichkeit, einen Holzweg aufzudecken, auf dem man sich möglicherweise befindet.

Ich werde wie gesagt mal bei meinen gesuchten Mitteln mit der Methode überprüfen, ob da auch das Gleiche rauskommt. Bin gespannt, also für mich hört sie sich schon schlüssig an.
LG
Wolfi


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#18

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 14:20
von Beate_P (gelöscht)
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Es geht nicht darum, ob der Patient mehrere Leitsymptome des Mittels nicht hat. Das ist kein Ausschlusskriterium. Das ist wohl allen klar. Es geht lediglich darum, dass bei der Differenzierung der Mittel eine wichtige Modalität in der Polarität des Zeichens nicht widersprechen sollte.


zuletzt bearbeitet 08.06.2010 14:21 | nach oben springen

#19

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 14:36
von Beate_P (gelöscht)
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Hallo Thomas,
kann man den Namen der Rubrik noch ändern, denn polares Symptom ist ein falsch gewählter Begriff, den ich hier ins Spiel gebracht habe. Es gibt ja kein polares Symptom, sondern nur polare Zeichen, denn das Symptom des Patienten ist ja nicht polar.
Danke
LG
Beate


zuletzt bearbeitet 08.06.2010 14:37 | nach oben springen

#20

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 15:17
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Narf, ich bin schon zwischen allen Polen hin und her gerissen und versteh nur noch Bahnhof.
In dem Link geht es doch darum, zu schauen ob das "gegenteilige Symptom" auch möglich ist oder nicht, dann die Rechnerei..... Das ist eben eine Methode von vielen zur Lösung zu kommen. Aber ich mag Ilse´s Denkweise sehr :) das kommt mir auch am nächsten.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#21

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 15:50
von Beate_P (gelöscht)
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Das ist eine andere andere Arbeitsweise, aber das führt wahrscheinlich zu weit und ich möchte Euch auch nicht weiter verwirren . Natürlich ersetzt diese Methode das Nachlesen nicht, aber sie verhindert doch ein wenig die Stolpersteine, über die man fallen kann - finde ich zumindest.


zuletzt bearbeitet 08.06.2010 16:01 | nach oben springen

#22

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 23:22
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Zitat von ilse
Ich verstehe die Diskussion ehrlich gesagt nicht. Ein Mittel wird nicht ausgeschlossen, nur weil der Patient ein oder mehrere Leitsymptome des Mittels nicht hat. Ein Mittel passt, wenn es die wesentlichen Symptome des Patienten abdeckt, Punkt. Da wühle ich nicht im Mittelbild, ob und wie viele Symptome es hat, die der Patient nicht hat.
Wir hatten kürzlich in der SV einen Fall, für den Nat-m verschrieben wurde. Wir kamen auf Nat-m durch 2 oder 3 "Leitsymptome" des Patienten (nicht des Mittels!), dann wurde nachgeschlagen, ob das Mittel auch die anderen zur Krankheit gehörenden Symptome des Patienten abdeckt und Bingo. Mehr nicht. Keine Rede von irgendwelchen Ausschlusskriterien.
LG ilse



Ganz so einfach ist es m. E. nicht. Es gibt Symptome für ein Mittel, die sog. Keynotes, die so wichtig sind, daß das Gegenteil ein Ausschlußkriterium darstellt, auch wenn andere Symptome passen. Darauf haben Vithoulkas und auch Morrison immer wieder hingewiesen. Wenn einer pedantisch und autöritär/autoritätshörig veranlagt ist und sich den Magen verdorben hat, aber er hat ein dezidiertes Verlangen nach Kälte statt nach Wärme und er ist die Ruhe selbst, ist das z. B. m. E. eine klare Kontraindikation für Arsenicum album, trotz der eingangs erwähnten Gründe, die für das Mittel sprechen.

@Beate: Ich sehe keinen Anlaß, die Überschrift zu ändern, da Zeichen und Symptome im wesentlichen dasselbe sind, nämlich die Art, wie sich der Organismus ausdrückt.

LG
Thomas


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)

zuletzt bearbeitet 08.06.2010 23:24 | nach oben springen

#23

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 23:37
von seserass | 233 Beiträge | 241 Punkte

Hi Beate!

Bei den polaren Zeichen schaust du nur, was genau das Gegenteil deines "Patientenzeichens" ist:
er hat z.B. > gehen, dann darf dein Mittel nicht CHARAKTERISTISCH nur < gehen hervorbringen.
Wenn ein Mittel beides charakteristisch hervorbringt, dann ist es quasi eine Wechselwirkung und dann mußt du gucken, ob die in einen bestimmten Zusammenhang gebracht werden kann. Dazu kannst du eine Kollektanee mit dem SL versuchen indem du die Zeichenkombination nachschlägst, z.B. Stechen < gehen und dann noch einen engeren Mittelpool erhälst.

Oder du mußt das eben aus den MM erlesen mit größerem Anfangsmittelpool.

LG annett

P.S. Kannst du dich noch an Schulfall A -140 erinnern? Ich finde da kann man die Hilfe der Verwendung der Polarität von Zeichen ganz gut dran sehen. Der ist für mich ein klassischer Bönninghausen-Methodik-Fall.


zuletzt bearbeitet 08.06.2010 23:37 | nach oben springen

#24

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 08.06.2010 23:41
von seserass | 233 Beiträge | 241 Punkte

Also Zeichen und Symptome sind ja nun nicht so ganz dasselbe, weil: ein vollständiges Symptom setzt sich zusammen aus 4 Zeichen:
Empfindung
Modalität
Ort
begleitende Beschwerde

und Polaritäten für vollständige Beschwerden gibt es doch nicht.

LG annett

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#25

RE: polares Symptom

in Repertorium Sprache und Deutung 09.06.2010 00:31
von seserass | 233 Beiträge | 241 Punkte

1
 
indem du die Zeichenkombination nachschlägst, z.B. Stechen < gehen 
 



... > gehen ! soll es heißen... du suchst ja das, was du hast!
sorry

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