#1

Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 04.03.2012 12:45
von Ulla | 200 Beiträge | 208 Punkte

Hallo Forum,
vor Jahren hörte/las ich von einem Homöopathen der sich ein Lachesis (?) - Symptom aufgesetzt hat. Ob das nun im Rahmen einer AMP oder "ausversehen" passiert ist kann ich nicht mehr erinnern. Er soll wohl bis an sein Lebensende nichts mehr am Hals vertragen haben? War es Hering?

Ihr seht: viele Fragezeichen. Kann mir evt. jemand von der Leitung, auf der ich gerade stehe, helfen?

LG
Ulla


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#2

RE: Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 04.03.2012 13:20
von Günther (gelöscht)
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Hallo Ulla,

es war wohl Constantin Hering der 1828 oder 23 von einer halb verendeten Buschmeister Gift entnommen hat und es mit riesigen Erfolg in Amerika eingeführt hat.
So weit ich weiss, hat er gerne Experimente gemacht und so seine Frau mit Lachesis imprägniert und sie musste lebenslang immer wieder antidotiert werden.

LG Günther


"Wer dem Anderen sein Anderssein nicht verzeihen kann, ist weit ab vom Wege der Weisheit." (chin. Gelehrter)

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#3

RE: Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 04.03.2012 13:39
von seserass | 233 Beiträge | 241 Punkte

Lustig, man liest immer wieder von verschiedenen Symptomen die Hering nach seiner Lachesis-Prüfung blieben: mal Halssymtome, mal Lähmung des linken Arms, manchmal sogar Asthma....

Lachesis hat er aber selbst genommen und nur von seiner Frau protokollieren lassen, weil er während der Prüfung dazu nicht in der Lage war.



LG annett


zuletzt bearbeitet 04.03.2012 13:51 | nach oben springen

#4

RE: Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 05.03.2012 09:08
von Ulla | 200 Beiträge | 208 Punkte

Vielen Dank Günther und annett

LG
Ulla


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#5

RE: Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 05.03.2012 11:24
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Nur mal so dazwischengefragt: Die Gabe des richtigen Mittels hebt Prüfsymptome eines falschen Mittels wieder auf. Richtig?


Nihil fit sine causa - Nichts geschieht ohne Grund

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#6

RE: Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 05.03.2012 17:57
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Geh mal Stück zur Seite, ich muss nämlich weiter ausholen ...
Die nach Gabe eines Mittels neu auftretenden Symptome sind
- entweder eine Bestätigung der Richtigkeit des Mittels (wenn sie zum Mittelbild gehören), weil sie das beim Kranken (noch) nicht voll entwickelte Krankheitsbild ergänzen. Diese neuen Symptome verschwinden im Verlauf der Heilung .

- oder (wenn die neuen Symptome nicht zum Mittelbild gehören) ein Hinweis auf das richtige Mittel.
Hahnemann schreibt dazu in etwa: Wenn nach Mittelgabe neue, bisher ungekannte Symptome beim Kranken auftreten, glaube man nicht, dass diese vom Mittel kommen. Sie sind Symptome der Krankheit des Patienten. Der Organismus kann nur die Symptome hervorbringen, zu denen er fähig ist.

Was Anderes ist es, wenn du jemandem immer und immer wieder ein Mittel gibst - entweder lange über die Heilung hinaus oder ohne dass es passt bzw. gar keine Krankheit vorliegt. Wie es Hering mit Lachesis gemacht hat. Auch manche von Hahnemanns Prüfern hatten lange an Prüfsymptomen zu kauen. Dann schwächst du den Organismus dermaßen, dass er irgendwann nicht mehr die Kraft hat, sich gegen diesen ständigen Reiz zu wehren.

Ich habe vor Jahren mal viel zu lange Nat-m genommen. Lange hat es sich selbst immer wieder antidotiert, d. h. es traten Nat-m-Symptome auf, durch eine höhere Potenz verschwanden sie jeweils wieder. Dann hat irgendwann eine Freundin bei mir eine neue Anamnese gemacht und dabei nur die Symptome berücksichtigt, die nicht zu Nat-m gehörten. Das Mittel hat geholfen.
LG ilse

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#7

RE: Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 08.03.2012 00:09
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat
Geh mal Stück zur Seite, ich muss nämlich weiter ausholen



*lach*, habe ich erst gar nicht verstanden gehabt. :-))

Danke für die ausführliche Schilderung! Was Du mit Nat mur beschreibst, hatten wir ja auch genau so in der Familie. Nat mur Symptome, Nat mur Gabe, Symtpome weg, Symptome nach kurzer Zeit wieder da, Nat mur Gabe... usw. So im Wochenrhythmus. Vorher hatte es aber ebenso mal gepaßt, mit Rückspulung usw. Ist das jetzt typisch für Nat mur oder kann es mit jedem Mittel so passieren?
In unserem Fall waren bzw. sind diese Nat mur Symptome übrigens u.a. immer noch die behandelten Symptome. Und sie wurden auch mit dem dann folgenden passenden Mittel zurückgespult. Schon faszinierend und komplex das Ganze.

Zitat
Was Anderes ist es, wenn du jemandem immer und immer wieder ein Mittel gibst - entweder lange über die Heilung hinaus oder ohne dass es passt bzw. gar keine Krankheit vorliegt. Wie es Hering mit Lachesis gemacht hat. Auch manche von Hahnemanns Prüfern hatten lange an Prüfsymptomen zu kauen. Dann schwächst du den Organismus dermaßen, dass er irgendwann nicht mehr die Kraft hat, sich gegen diesen ständigen Reiz zu wehren.



Meine massive Schlaflosigkeit unter der Wirkung eines unpassenden Mittels, das war ja vermutlich ein aufgesetztes Symptom, oder? (Staphisagria). Oder hatte ich das wegen der "verschobenen Mitte"? Auf jeden Fall hielt das die ganzen neun Monate der Wirkung des Mittels an, und war in dem Moment weg, als ich dann das passende Mittel eingenommen hatte. Ich müßte mal in meinen Aufzeichnungen nachsehen, ob da noch andere aufgesetzte Symptome waren, die dadurch dann wieder weg waren. Ich habe das auch schon anderswo gelesen, daß das passende Mittel die durch ein falsches Mittel aufgesetzten Symptome wieder aufhebt. Und mich wundert deshalb auch, daß ein "großer Homöopath" (Hering? Hahnemann?) zeitlebens immer wieder seine Frau wegen eines eingenommenen falschen Mittels antidotieren mußte. Das kann ich mir eigentlich nur so erklären, daß es das passende Mittel derzeit noch nicht gab, es noch nicht geprüft und bekannt war.


Nihil fit sine causa - Nichts geschieht ohne Grund

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#8

RE: Aufgesetztes Symptom

in Allgemeines zur Homöopathie 14.03.2012 11:24
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Normal kann man diese Aufgesetzten Symptome wieder wegbekommen.
Aber bei einer massiven Vergiftung mit einem Mittel, wie bei Hering, kann es zu dauerhaften Schäden kommen. Es kommt dabei vielleicht auch auf das Mittel an. Lach ist eben keine nette Lycopodium Spore mehr, die an sich ungiftig ist. Und die Potenz spielt auch eine wichtige rolle.
Heutzutage findet man so was kaum noch, es sei den ein Mittel wurde einfach viel zu oft gegeben, was z.B. bei verängstigten Müttern vorkommen kann, die einfach ständig was geben möchten. Also das es zu längeren und schwer zu behebenden Schäden kommt.

Meist sind die aufgesetzten Symptome eher Zeichen der Empfindlichkeit eines Patienten oder Zeichen des Verlaufes--> Neue störende Symptome als Wegweiser zum nächsten Mittel.
Nur weil ein Symptom auftaucht und es ein Symptom von dem erhaltenen Mittel ist, muss es nicht eine Arzneimittelprüfung sein, sondern kann auf ein Komplementmittel hindeuten. Oder es war nicht das richtige Mittel, was wohl der häufigste Grund ist.
Schlaflosigkeit z.B. sollte bei einer Behandlung nicht monatelang bestehen bleiben, da ist irgendwas nicht richtig, meiner Meinung nach. Schlaf ist etwas so essentielles für die ganze Gesundheit, da kann man nicht mal nen halbes Jahr abwarten. Es sei den es hat einen Grund wie schreiende Kinder oder so was :)

Bei all meinen Patienten habe ich noch nie aufgesetztes Symptom gefunden, wobei ich auch sehr zurückhalten bin mit Mittelgaben. Mit einer normalen Gabe oder eine Doppelgabe kann man nur sehr selten ein Symptom aufsetzten, da ist der Patient schon sehr sensibel, was man bei der Anamnese mitbekommen sollte, oder er hat zu viel von dem Mittel gelesen und reagiert wegen seines Wissens über, so ein bisschen selbst erfüllende Prophezeiung artig.
Bei einem sehr sensiblen Patient das falsche Mittel kann am ehesten Symptome hervorrufen die einer Arzneimittelprüfung gleich kommen, aber auch diese sollten wieder weg gehen, wenn das Mittel nicht massiv über dosiert wurde.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

zuletzt bearbeitet 14.03.2012 11:35 | nach oben springen


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