#1

Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 21.05.2018 09:44
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Hallo

so liebe Leute - jetzt mal Butter zu die Fische:

was konkret unterstütz Eure Behauptung Kent wäre keine klassischer Homöopath im Hahnemannschen
Sinne gewesen.

Wer so eine Behauptung aufstellt sollte sie schon fachlich unterfüttern


LG
Bernd

ps.

Lasst doch gleich Kent selbst zu Worte kommen.
ein paar Sätze gleich zu § 1 Organon:

Es wird niemals möglich sein rationelle Heilsysteme zu errichten , solange wir Tatsachen nach dem, wie
sie dem einen oder anderen erscheinen , diskutieren, statt nach dem, was sie in Tat und Wahrheit sind.

Die Tatsachen, so wie sie sich darstellen, werden vom Prisma menschlicher Meinungen verzerrt und ausgelegt.
aber die nackten Tatsachen, so wie sie sind, das sind positive Gegebenheiten und Wahrheiten, auf welche
eine Lehre festen Fuß fassen und sich entwickeln kann


tjaa der alte Kent - hat gleich einen passenden Einstieg zum Thema bereit?


Sickness is like a Sitar, whose correct tuning has been disturbed.Naturally, all the notes from the Sitar will be far from melodious. There is no use trying to correct the individual notes. It is the disturbance in tuning itself which has to be corrected (Rajan Sankaran)

zuletzt bearbeitet 21.05.2018 10:38 | nach oben springen
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#2

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 12:06
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Zitat von homöoslave im Beitrag #1
Wer so eine Behauptung aufstellt sollte sie schon fachlich unterfüttern


Das hat Dr. Hans Zwemke doch bereits vor über 20 Jahren getan, die Begründung liegt auch in Form eines ausführlichen Aufsatzes vor: http://www.zwemke.com/media/427623e2b36c...0bcffffffef.pdf
Da anzunehmen ist, daß der Dir noch unbekannt ist, hier das Wichtigste in Kürze:

"Der Verfasser zeigt die fundamentalen Abweichungen Kents in seinen “Lectures” vom Entwurf der Homöopathie durch Hahnemann. Diese bestehen darin, der Homöopathie ein idealistisches, religiös-metaphysisches Zwangskorsett zu verordnen, nach dem die Ursache der Krankheit im Menschen selber, in seiner gestörten Vernunft liegt, die deshalb vorrangig zu behandeln sei. Der Patient wird damit zum Schuldigen an seiner eigenen Krankheit. Ursache dieses Denkens ist die religiöse Weltanschauung Kents, nach der der menschliche Organismus nicht von einer bewußtlosen Lebenskraft, sondern von einer unsterblichen Seele beherrscht wird, die aber nicht von Arzneien, sondern nur vom eigenen Willen beeinflußt werden kann.

Die Kardinalfehler Kents:
- Vermischung der Begriffe Geist (Wille und Vernunft) / Lebenskraft / Seele.
- Trennung von Körper und Lebenskraft/Geist/Seele.
- Reduzierung des Menschen auf den Willen und die Vernunft
- Negierung der Autokratie der Lebenskraft.
- Trennung von innerer und äußerer Ursache der Krankheit.
- Verabsolutierung der inneren Ursachen der Krankheit.
- Negierung der autonomen, verstand- und bewusstlosen Lebensenergie als Erzeugerin der Krankheitssymptome.
- Reduzierung des Wesens der Krankheit auf einen kranken Willen und eine kranke Vernunft.
- moralisierende Bewertung der inneren Krankheitsursachen
- maßloser Subjektivismus und Leugnung wissenschaftlicher Tatsachen. "

Kent mag ja große Verdienste haben, aber er propagierte eben nicht DIE Homöopathie, sondern seine ganz eigene, religiös völlig verzerrte Version davon. Da diese verzerrte Version großen Anklang fand wird sie heute als die "klassische" bezeichnet, während DIE Homöopathie, also die eigentliche, die Hahnemanns, mit dem Attribut "genuine" abgespeist wurde. Obwohl: ist sogar die inzwischen gekapert worden?

"Genuine Homöopathie sollte eine Rückbesinnung auf die Erkenntnisse und Lehren des Begründers der Homöopathie sein, sie ist aber Homöopathie nach Bönninghausen, Lippe, GHG Jahr, Hering etc., die mit Hahnemanns Lehre nicht übereinstimmen. An dem Zerfall der Homöopathie in viele widersprüchliche Richtungen hat sich nichts geändert. Es gibt immer noch die unterschiedlichsten Methoden, jetzt unter dem neuen Namen "Genuine Homöopathie", die aber mit der unrsprünglichen (genuinen) Homöopathie Hahnemanns nichts zu tun haben."
http://www.xn--genuinehomopathie-8zb.de/

Wenn ich von Homöopathie spreche, dann meine ich das, was Hahnemann dazu schrieb, bevor er im Greisenalter den ihm selbst widersprechenden Einflüsterungen seiner Erbschleicher erlag (ab ca. 1827, also mit 72)

LG Rainer


zuletzt bearbeitet 22.05.2018 12:13 | nach oben springen
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#3

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 12:45
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Apropos "Butter zu die Fische": Hast Du inzwischen herausgefunden, warum in einer modernen wissenschaftlichen Studie die Wirkung homöopathischer Arzneien nicht ebenso untersuchbar sein soll wie die beliebiger anderer Medikamente? Bisher kann ich darin lediglich eine Schutzbehauptung angesichts diverser Fehlschläge erkennen. Wenn Prüfer eine Belladonna C30 nicht von Placebo unterscheiden können ist das zwar bedenklich, es ist aber auch ein deutlicher Fingerzeig dafür, daß die Prüfung an der Ursubstanz zu erfolgen hat, wie von Hahnemann erprobt und gefordert.

LG Rainer


zuletzt bearbeitet 22.05.2018 12:58 | nach oben springen
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#4

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 13:01
von ilse • Administratorin | 2.692 Beiträge | 11337 Punkte

Rainer:
Ich hab mit Kent angefangen - und war begeistert.
Ich hab mit Bönninghausen weitergemacht - und war begeistert.
Ich hab mit Hering weitergemacht - und war begeistert.
Ich hab mir das Symptomenlexikon angeschafft - und war begeistert.
Du ahnst, wie es weiterging.

Inzwischen mache ich es mir leichter - ich hab so meine Standardwerke, die greife ich mir, suche die Symptome. Das Mittel, das bei allen auftaucht, wird eingenommen. Beobachten, abwarten und fertig. Falls noch nicht optimal: ein zweiter Durchgang oder sogar ein dritter. Der Organismus arbeitet ja mit, er reagiert und zeigt, was er will.
(Und wenn alle Stricke reißen: Keine Panik - es gibt ja auch noch Ärzte, die Licht ins Dunkel bringen können.)
LG ilse

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#5

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 15:32
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Hi

ich möchte jetzt nicht im Einzelnen auf jeden Punkt der Kritik und auch den sehr ausführlichen
Beitrag von Dr. Zemke eingehen.
Fehlt mir im Moment einfach die Zeit und ich habe ein sehr anstrengendes Dienst - WE hinter mir.

Ganz kurz: man kann sich über Kents religöse und weltanschaulichen Ansichten trefflich streiten, - ich
teile sie sicher nicht.

Mir ist wichtig wie er praktisch gearbeitet hat und sich hier im Gegensatz zu Hahnemann recht schön auf
die Finger schauen lässt. -
Ja auch seine Vorlesungen zur Theorie der Homöopathie, die ich persönlich klasse finde - und seine Arzneimittellehre, die einen ganz eigenen Blich auf die Mittel bietet.
Dann natürlich sein geniales Repertorium, das trotz aller Schwächen die es haben mag Generationen von Homöopathen
ein wichtiges Arbeitsmittel wurde.

James Tyler Kent hatte die Homöopathie weiter gebracht, und ich behaupte sehr im Sinne Hahnemanns.

Religöse Ansichten mögen vielleicht teilweise sein Denken beeinflusst haben, aber moderne indische Homöopathen
haben auch den Hinduismus im Hintergrund, und das schadet ihrem Tun absolut nicht.

Zitat
Wenn ich von Homöopathie spreche, dann meine ich das, was Hahnemann dazu schrieb, bevor er im Greisenalter den ihm selbst widersprechenden Einflüsterungen seiner Erbschleicher erlag (ab ca. 1827, also mit 72)



was meinst du damit?
Meines Wissens war Hahnemann bis ans Ende seiner Tage bei hellem Verstand und bestrebt sein Werk zu vervollkommnen.


LG
Bernd


Sickness is like a Sitar, whose correct tuning has been disturbed.Naturally, all the notes from the Sitar will be far from melodious. There is no use trying to correct the individual notes. It is the disturbance in tuning itself which has to be corrected (Rajan Sankaran)
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#6

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 16:19
von raterz | 210 Beiträge | 1170 Punkte

das ist alles eine frage der definition, was "klassisch" ist. laut wikipedia ist klassisch auch schon die nachfolge schulen von hahnemann, die kurz nach ihm kamen.

seine abweichungen von hahnemann sind:

-keine beachtung der miasmen
-überbetonung der psychischen symptome
-entwicklung von der homöopathischen typenlehre, deren weiterentwicklung über vithoulkas bis in die prozessorienter homöopathie sehr populär ist. damit einhegehend die idee eines konstitutionsmittels.

kent hat die homöopahie in den usa, vor allem bei den protestanten eben sehr salonfähig gemacht. die welle der homöopathen ist dann wieder auch nach europa geschwappt.

seine abänderung der homöopathie, die ich persönlich eher als eine simplifizierung und adaption an dortige religöse vorstellung empfinde hat die homöopathie vielleicht populärer gemacht - aber wirklich weiter im sinne von technisch weiter? das kann ich nicht erkennen.

auch das repertorium ist segen und fluch zugleich.. wie viele schlechte homöopathen gibt es deswegen, weil sie sich auf diese technischen hilfsmittel verlassen - die sie oft auch nicht zu gebrauchen wissen?

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#7

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 16:56
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Zitat
-keine beachtung der miasmen
-überbetonung der psychischen symptome
-entwicklung von der homöopathischen typenlehre, deren weiterentwicklung über vithoulkas bis in die prozessorienter homöopathie sehr populär ist. damit einhegehend die idee eines konstitutionsmittels.




das stimmt einfach alles nicht so und man kann es vor allem auch nicht so schwarz weiß sehen.

Und was in Wikipedia steht ist nicht immer die absolute Wahrheit


bei Gelegenheit werde ich auf jeden der einzelnen Punkte eingehen

Bernd


Sickness is like a Sitar, whose correct tuning has been disturbed.Naturally, all the notes from the Sitar will be far from melodious. There is no use trying to correct the individual notes. It is the disturbance in tuning itself which has to be corrected (Rajan Sankaran)

zuletzt bearbeitet 22.05.2018 17:02 | nach oben springen
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#8

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 17:03
von raterz | 210 Beiträge | 1170 Punkte

und was stimmt daran nicht?

die psyche spielt bei kent eine übergeordnete rolle. bei hahnemann spielte diese nur bei pathologischen veränderungen eine rolle. man repertorisiert bei hahnemann eine eher vorübergehende gemütserscheinung - wohingegen man bei kent/vithoulkas & co. man eher geneigt ist eine charaktereigenschaft zu repertorisieren. (zumind. interpretieren das heutzutage viele leute so.. wie gesagt basieren ganze schulen darauf mittlerweile.)

aber gut ich bin geneigt auf deine antwort zu warten ^^


zuletzt bearbeitet 22.05.2018 17:05 | nach oben springen
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#9

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 18:34
von ilse • Administratorin | 2.692 Beiträge | 11337 Punkte

Ach, Leute, legt euch doch nicht auf die verschiedenen Techniken fest. Bleibt locker, offen bei der Anamnese. Lasst den Patienten auf euch wirken. Nicht bei jedem Symptom, das er nennt, gleich im Hirn die möglicherweise passenden Mittel rotieren lassen. Das ist meines Erachtens ein häufiger Fehler, man kann nicht mehr entspannt beobachten und zuhören. Man ist voreingenommen.
LG ilse

Deshalb wurden bei Supervisionen früher gern extra lange Pausen gemacht ;) - Zigarettenpausen. Gibt's die heute eigentlich noch?


zuletzt bearbeitet 22.05.2018 18:39 | nach oben springen
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#10

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 18:57
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Hi

also werde ich alle Deine einzeln Punkte widerlegen müssen

Zitat
-keine beachtung der miasmen



in den Vorlesungen ZUR THEORIE DER HOMÖOPATHIE
Kapitel 20 - 21 widmet sich Kent ausführlich den 3 Miasmen.
gut - hier moralisiert er meiner Ansicht nach ziemlich heftig
so was ist z.B. schon krass:
Hingegen die Syphillis ist Resultat seiner eigenen Tat, von Hurerei und Ehebruch, wo er absolut im Klaren
ist, dass er so etwas nicht tun sollte....


aber wie ich schon schrieb:man kann uns sollte Kent in manchen Punkten schon kritisch sehen.
Es ist aber unwahr dass er die Miasmen nicht beachtete.

Zitat
-überbetonung der psychischen symptome



ein alter Vorwurf, der so auch nicht stimmt. Oft wurde er hier falsch interpretiert.
Wenn man sich allerdings seine Fälle anguckt, hat er auf psychische Symptome oft erschreckend
wenig Wert gelegt.
Ich empfehle wiederum bei Kent im obigen Buch die Kapitel 31 Charakteristika und 32 Der Wert
der Symptome nachzulesen.
Gut lt. Kent werden die Symptome schon nach folgender Reihenfolge gewichtet:
1.
Auslöser
2.
psychische Allgemeinsymptome
3.
physische Allgemeinsymptome
4.
Lokalsymptome (mit denen Du Raterz wohl alleine Menschen gesund machen willst?
5.
Auffälligkeiten und Eigentümlichkeiten
6
Pathognomische Symptome (Okay die nimmst Du ja auch noch dazu)

also in keinem Fall werden die psychischen Symptome überbewertet - das ist einfach eine unwahre
Behauptung.

Ich weiß dass "moderne Homöopathen" , die so verfahren, sich zum Teil auf Kent berufen(aber genauso
auf Hahnemanns § 211 Organon)

Zitat
entwicklung von der homöopathischen typenlehre, deren weiterentwicklung über vithoulkas bis in die prozessorienter homöopathie sehr populär ist. damit einhegehend die idee eines konstitutionsmittels.



das stimmt auch nicht aber da könntest Du Dir mal die Arbeit machen und die Quellen nennen (aber bitte nicht nur
Wikipedia)

LG
Bernd


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#11

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2018 20:03
von raterz | 210 Beiträge | 1170 Punkte

also erstmal bestätigst du mich, wenn du kent die psychischen merkmale über die physischen stellt. das ist absolut NICHT hahnemann. man muss ja auch verstehen, was hahnemann im §211 überhaupt meint: damit sind die gemütsveränderungen DURCH die krankheit gemeint. bspw. ärgerlichkeit bei einem akuten infekt. bei einem chronischen leiden wird das dann umso schwieriger festzustellen. da müssten offensichtliche zeitliche korrelationen bestehen: also seit die migräne anfälle angefangen haben, ist die person sehr weinerlich geworden.

und wenn man den paragraphen richtig liest, so dient die psyche als ausschlag eines mittels - also quasi das letzte zünglein auf der waage, nachdem alle haupt und nebensymptome korrekt erfasst wurden.


und er hat ganz offensichtlich eine art typenlehre entwickelt - d.h. es gibt nicht mehr mittelbilder, die aus symptomen bestehen - sondern die mittelbilder werden zu persönlichkeiten, schon mit starker betonung auf psychische merkmale, die andere nach ihm weiter trieben.

wobei ich dies immer nur als stilistisches mittel aufgefasst habe, die arzneimittelbilder zu lernen - so denken ja anscheinend wirklich nicht wenige leute, dass man diese leute, die in arzneimittelbüchern beschrieben sind, tatsächlich draußen so rum laufen, halt quasi als grund-konstitution. und wenn man diesen personen dann dieses konstitutionsmittel gäbe, sie sehr sehr gesund würden. deshalb "sind" manche ja pulsatilla oder so scherze.

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#12

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 08:35
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Zitat von homöoslave im Beitrag #10

Zitat
- überbetonung der psychischen symptome

ein alter Vorwurf, der so auch nicht stimmt.


So ein "stimmt nicht!" ist immer schnell geschrieben, eine stichhaltige Begründung hingegen läßt oft lange auf sich warten. Die Überbetonung des Psychischen ist bei Kent eigentlich nur dann zu übersehen, wenn man sie partout nicht sehen will; oder "Dies läßt sich nur durch eine völlig unkritische Überhöhung von Kent erklären, eine selektive Wahrnehmung, die blind gemacht hat für wesentliche Teile seines Werkes", wie Zwemke schreibt. Sein Aufsatz behandelt fast durchgängig Kents Priorisierung des Psychischen, denn sie bildet die Grundlage seiner "10 Kardinalfehler", die zur gravierenden Verfälschung der Lehre Hahnemanns führten. Kent hat ihr die Wissenschaft entzogen und durch Religion ersetzt und damit den Grundstein dafür gelegt, "dass man heutzutage in der Homöopathie fast alles behaupten darf, solange man es für Erfahrung hält und als solche ausgibt."

Zitat von homöoslave im Beitrag #10
Oft wurde er hier falsch interpretiert.

Von raterz oder nicht doch eher von Dir selbst? ;-)

LG Rainer

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#13

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 09:14
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Zitat
und er hat ganz offensichtlich eine art typenlehre entwickelt - d.h. es gibt nicht mehr mittelbilder, die aus symptomen bestehen - sondern die mittelbilder werden zu persönlichkeiten, schon mit starker betonung auf psychische merkmale, die andere nach ihm weiter trieben.



das stimmt so nicht -( basta.)
Wo steht das, wo hat er so gearbeitet?

Zitat
Die Überbetonung des Psychischen ist bei Kent eigentlich nur dann zu übersehen, wenn man sie partout nicht sehen will;




da siehst Du das anders als ich (und viele andere), - es ist einfach nicht so!


Zitat
so dient die psyche als ausschlag eines mittels - also quasi das letzte zünglein auf der waage,



ja - sooo ist es - Kent sieht das übrigens auch so (nicht anders als Hahnemann)

Zitat
tatsächlich draußen so rum laufen, halt quasi als grund-konstitution. und wenn man diesen personen dann dieses konstitutionsmittel gäbe, sie sehr sehr gesund würden. deshalb "sind" manche ja pulsatilla oder so scherze.




genau - viele, vor allem Homöopathieanfänger denken so.
Das mit den Konstituionsmitteln ist für mich mehr eine Lernhilfe, - es gibt zwar manchmal diese Typen, siehe z.B.
in der AML von Hahnemann die Vorrede von Pulsatilla.
Meiner Ansicht nach sollte man damit aber kritisch umgehen, - es führt zu Vorurteilen, Verwirrung und ggf. zur falschen
Wahl des Arzneimittels, (Blonde, liebe, sanfte, weinerliche, Frau braucht eben nicht unbedingt das Mittel)
Übrigens hat Kent hat dies auch nie so behauptet.

Zitat
damit sind die gemütsveränderungen DURCH die krankheit gemeint.



genau so ist es, - und dann sind die Gemütssymptome richtig wichtig.
Gerade der §211 wird von Vielen allerdings gerade so interpretiert wie sie es gerne haben -
meiner Ansicht nach NICHT VON KENT.

LG
Bernd


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#14

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 09:25
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Hi Bernd,

wie ich schon sagte: so ein "stimmt nicht!" ist immer schnell geschrieben, eine stichhaltige Begründung hingegen läßt oft lange auf sich warten. Glaubst Du wirklich, Du könntest die handfesten Argumente von Zwemke entkräften? Dann frisch ans Werk, den bis dahin verdeutlicht Dein "Basta!" lediglich die bereits angesprochene "selektive Wahrnehmung, die blind gemacht hat für wesentliche Teile seines Werkes" Warum sonst fällt es Dir SO schwer, die Kentschen Verfälschungen von Hahnemanns Lehre wenigstens zur Kenntnis zu nehmen?

LG Rainer


ps: "Ich frage abschließend: sollen wir homöopathische Ärzte es zulassen, dass derlei religiös-metaphysisches Gedankengut, wie es uns von Kent angeboten wurde, die auf Erfahrung gegründete homöopathische Lehre deformiert, und uns ins vorwissenschaftliche Zeitalter zurückwirft? Sollen wir zulassen, dass wir immer noch Theorien anhängen, die vollkommen obsolet sind, anstatt deutlich zu machen, wie sehr Kent Hahnemann nach Belieben umformuliert und verfälscht hat? Müssen wir nicht aber auch Hahnemanns Irrtümer erkennen und uns von ihnen verabschieden?"


zuletzt bearbeitet 23.05.2018 09:28 | nach oben springen
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#15

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 09:56
von raterz | 210 Beiträge | 1170 Punkte

hab nochmal ein bisschen kent gelesen - er arbeitete doch klar miasmatisch anscheinend, wie hahnemann es schrieb.
interessant dann, dass seine jünger das anscheinend immer weniger dann mehr machten.

und was die bewertung der psyche angeht, so ist mir noch nicht klar, wieso er die psychischen symptome in den vordergrund stellte, sofern hahnemann sie mehr hinten dran stellte.

das DARAUS zumind eine ganze vielzahl von homöopathisch "verirrten" schulen und leute entstand, ist also ebenso verdienst von Kent, wie die verbreitung der homöopathie ;)


zuletzt bearbeitet 23.05.2018 09:57 | nach oben springen
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#16

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 11:08
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Zitat
ps: "Ich frage abschließend: sollen wir homöopathische Ärzte es zulassen, dass derlei religiös-metaphysisches Gedankengut, wie es uns von Kent angeboten wurde, die auf Erfahrung gegründete homöopathische Lehre deformiert, und uns ins vorwissenschaftliche Zeitalter zurückwirft? Sollen wir zulassen, dass wir immer noch Theorien anhängen, die vollkommen obsolet sind, anstatt deutlich zu machen, wie sehr Kent Hahnemann nach Belieben umformuliert und verfälscht hat? Müssen wir nicht aber auch Hahnemanns Irrtümer erkennen und uns von ihnen verabschieden?"



nein sollen wir nicht - wir sollen uns so gut als möglich an die Tatsachen halten!

wie schon mehrmals geschrieben soll man auch an Kent kritisch herangehen.
Vor allem dürfen wir auch sehen welche Irrwege die homöopathische Heilkunst in den vergangenen 2 Jahrhunderten
gegangen ist.

Wir müssen betrachten zu welcher Blüte gerade Kent die Homöopathie in Amerika gebracht hat.
Und kritisch müssen wir uns auch ansehen warum es danach zu einem phänomenalen Absturz kam?

Und nochmals zu den oft moralisierenden Ansichten die Kent äußert:
Sie sind sicher nicht mehr zeitgemäß, - aber wir müssen sehen welches Zeitalters Kind Kent war.
Wir dürfen da natürlich nicht alles wortwörtlich übernehmen.
Aber Kent hat auf keinen Fall die Ansichten Hahnemanns umformuliert.
Das kann man so einfach nicht stehen lassen.
Das möge Deine persönliche Ansicht sein, mit der Du vielleicht auch nicht alleine stehts.
Aber das stimmt einfach nicht! Kent hat sich immer streng an das Organon gehalten -, wie wir wissen kannte er
leider nur die 5 Auflage.

Aber ist es auch nicht so, dass gerade Hahnemann und auch Kent, zum Teil sehr moderne Ansichten
hatten, die damals wahrscheinlich auch sehr revolutionär anmuteten, heute aber selbstverständlich sind.

Ich denke da nur zum Beispiel vor allem auch weil ich in diesem Bereich arbeite, den Umgang mit
psychischen Erkrankten.

LG
Bernd

übrigens bin ich Kein "Homöopathischer Arzt", - deshalb kann ich mich hier von dem "Wir" ausschließen,
sondern nur ein recht erfolgloser Heilpraktiker, dem die Thematik sehr am Herzen liegt


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#17

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 11:30
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Hi Bernd,

Zitat von homöoslave im Beitrag #5
ich möchte jetzt nicht im Einzelnen auf jeden Punkt der Kritik und auch den sehr ausführlichen Beitrag von Dr. Zemke eingehen.

Das ist gewiß auch nicht notwendig, solange Du ihm nicht in wesentlichen Aspekten widersprichst. Dann allerdings stehst Du schon in der Pflicht, die dort detailliert ausgearbeiteten Argumente zu widerlegen.

Zitat von homöoslave im Beitrag #5
James Tyler Kent hatte die Homöopathie weiter gebracht, und ich behaupte sehr im Sinne Hahnemanns.

Kent hat seine eigene, verfälschte Version der Homöopathie verbreitet. Die Behauptung, dies sei sehr im Interesse Hahnemanns gewesen, bedarf daher einer näheren Begründung. Möglicherweise hätten sich seine Ideen ohne Kent langsamer verbreitet, aber immerhin wären es dann seine unverfälschten Ideen geblieben und kein religiös-spekulatives Gemenge, das zur schamlosen Plünderung durch esoterische Möchtegern-Heiler geradezu einlädt, um absolut unhomöopathischen Unfug unter dem Label "homöopathisch" zu verkaufen.

Zitat von homöoslave im Beitrag #5

Zitat
Wenn ich von Homöopathie spreche, dann meine ich das, was Hahnemann dazu schrieb, bevor er im Greisenalter den ihm selbst widersprechenden Einflüsterungen seiner Erbschleicher erlag (ab ca. 1827, also mit 72)
was meinst du damit?


Ein konkretes Beispiel hatte ich bereits genannt: Die Fußnote zum $121 in der 4. Auflage des Organon, die im direkten Widerspruch zum $120 steht: "In neuern Zeiten fand ich es zweckmäſsiger, der Versuchs- Person nur jeden Morgen nüchtern, wenn die Gabe des vorigen Tages nicht schon viele Symptome erregt hatte, eine, wo nöthig, stärkere Gabe des zu prüfenden Arzneimittels einnehmen zu lassen und in den neuesten Zeiten nur kleine, aber hoch verdünnte und hoch potenzirte, weil deren Kräfte am vielfachsten entwickelt sind." Er hat ja nicht mehr selbst geprüft, sondern prüfen lassen, und war von der Ehrlichkeit der Prüfer abhängig, die ihm durchaus was vom Pferd erzählen konnten. Daß die Prüfungsergebnisse einer C30 hochspekulativ (um nicht zu sagen: wertlos) sind sollte durch aktuelle Studien zur Genüge gezeigt worden sein.

Zitat von homöoslave im Beitrag #5
Meines Wissens war Hahnemann bis ans Ende seiner Tage bei hellem Verstand und bestrebt sein Werk zu vervollkommnen.

Er wurde im Alter aber auch immer leichtgläubiger und konnte falsche Freunde nicht mehr von echten unterscheiden. Das weiter auszuführen würde allerdings den Rahmen des Topics sprengen, das sollten wir also auslagern.

LG Rainer

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#18

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 12:48
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Zitat
kein religiös-spekulatives Gemenge, das zur schamlosen Plünderung durch esoterische Möchtegern-Heiler geradezu einlädt, um absolut unhomöopathischen Unfug unter dem Label "homöopathisch" zu verkaufen.



Hi Rainer

das zu behaupten finde ich spekulativ und ohne jede Grundlage.

sicher ist auch Kent missverstanden und vielfach falsch ausgelegt worden (als Ergebniss der Niedergang
der Homöopathie in den USA nach seinen Ableben)
Aber ihm und seiner Arbeit die Schuld daran zu geben ist einfach nicht richtig.

Ich habe schon mehrmals hier Nachfolger aufgeführt die sein Werk weitergeführt und weitergebracht haben.

oder behauptest Du hier auch dass z.B. v.Keller, Pierre Schmidt, Kuenzli, Eichelberger und viele andere
KEINE klassischen Homöopathen sind?

Da lehnst Du Dich aber ziemlich weit aus dem Fenster




Lg
Bernd


Sickness is like a Sitar, whose correct tuning has been disturbed.Naturally, all the notes from the Sitar will be far from melodious. There is no use trying to correct the individual notes. It is the disturbance in tuning itself which has to be corrected (Rajan Sankaran)
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#19

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 13:45
von ilse • Administratorin | 2.692 Beiträge | 11337 Punkte

Hallo, Rainer,
"Daß die Prüfungsergebnisse einer C30 hochspekulativ (um nicht zu sagen: wertlos) sind sollte durch aktuelle Studien zur Genüge gezeigt worden sein."

Durch welche aktuellen Studien wurde das gezeigt? Und: heißt das gleichzeitig, dass andere Potenzen sich als wirksam erwiesen?
LG ilse

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#20

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 14:01
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Hi Bernd,

Zitat von homöoslave im Beitrag #18

Zitat
immerhin wären es dann seine unverfälschten Ideen geblieben und kein religiös-spekulatives Gemenge, das zur schamlosen Plünderung durch esoterische Möchtegern-Heiler geradezu einlädt, um absolut unhomöopathischen Unfug unter dem Label "homöopathisch" zu verkaufen.

das zu behaupten finde ich spekulativ und ohne jede Grundlage.


Dass Du dafür keine Grundlage findest läßt befürchten, dass Du Zwemkes Aufsatz höchstens überflogen hast. Schon in der Einleitung schreibt er:

"Die Religion, wie Kent sie verstand, mit ihrem strikten Moralismus, ist etwas aus der Mode gekommen; man gibt sich heutzutage lieber „spirituell“ im ganz weitläufigen Sinne, worunter alles verstanden wird, was in irgendeiner Weise „transzendental“ daherkommt.
Dabei ist vielen eigentlich klar, dass sich Wissenschaft und Religion nicht gut vertragen, aber in der Ablehnung der materialistischen Naturwissenschaft wird gleich alles mit über Bord geworfen, was Wissenschaft ausmacht und der Begriff der Erfahrung und der Wissenschaft, wie Hahnemann sie vertrat, wird auf eine derart subjektivistische Weise willkürlich interpretiert und damit verfälscht, dass man heutzutage in der Homöopathie fast alles behaupten darf, solange man es für Erfahrung hält und als solche ausgibt. Dabei haben sich die Grundlagen der homöopathischen Verschreibung immer weiter ins „klinische“ verschoben, unter starker Vernachlässigung bis hin zur Ignoranz der eigentlichen Basis des Ähnlichkeitsgesetzes: den Prüfsymptomen der Arznei am gesunden Menschen und ihrer klinischen Bestätigung!
Die Grundlagen dafür hat Kent gelegt- was ich Ihnen heute darlegen möchte.
"

Zitat von homöoslave im Beitrag #18
sicher ist auch Kent missverstanden und vielfach falsch ausgelegt worden (als Ergebniss der Niedergang der Homöopathie in den USA nach seinen Ableben)

Warum versuchst Du ständig es als "Mißverständnis" hinzustellen, daß Kent den wissenschaftlichen Ansatz Hahnemanns durch einen religiösen ersetzt hat? Zwemke dazu weiter: "Es ist mein erklärtes Ziel [...] dazu beizutragen, dass sich die Homöopathie stärker von Kent distanziert, als dies bisher der Fall ist, um zur wissenschaftlich entworfenen Homöopathie Hahnemanns zurückzukehren, denn Hahnemann hat sicher religiös empfunden, aber der Religion nicht gestattet, wesentlichen Einfluss auf seine Lehren zu nehmen – genau das aber tut Kent in geradezu schamloser Weise."

Zitat von homöoslave im Beitrag #18
Aber ihm und seiner Arbeit die Schuld daran zu geben ist einfach nicht richtig.

Es ist überaus richtig, auch wenn Dir dieses Eingeständnis offenbar sehr schwer fällt. Ist das möglicherweise der eigentliche Grund dafür, daß Du Zwemkes Argumentationen nicht zur Kenntnis nehmen willst?

Zitat von homöoslave im Beitrag #18
Ich habe schon mehrmals hier Nachfolger aufgeführt die sein Werk weitergeführt und weitergebracht haben.

Zu diesen Nachfolgern zähle ich z.B. auch die Pflanzen-, Bilder- oder Quantenhomöopathen, die Hahnemanns Idee vergewaltigen, was ihnen ohne Kents religiös-esoterische Vorarbeit wesentlich schwerer fallen würde.

LG Rainer

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#21

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 14:07
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Hi Ilse,

Zitat von ilse im Beitrag #19
Hallo, Rainer,
"Daß die Prüfungsergebnisse einer C30 hochspekulativ (um nicht zu sagen: wertlos) sind sollte durch aktuelle Studien zur Genüge gezeigt worden sein."

Durch welche aktuellen Studien wurde das gezeigt?

Einige davon hast Du in Diese „Wissenschaft" (4) selbst zitiert.

Zitat von ilse im Beitrag #19
Und: heißt das gleichzeitig, dass andere Potenzen sich als wirksam erwiesen?

Die AMP erfolgt gemäß $120 üblicherweise an der Ursubstanz. Also so wie Hahnemann es theoretisch hergeleitet und vielfach praktisch mit Erfolg durchgeführt hat.

LG Rainer

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#22

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 15:24
von raterz | 210 Beiträge | 1170 Punkte

bernd wieso sagst du denn immer, dass kent sich strikt an hahnemann hielt, wenn er doch offensichtlich(!) bspw. veränderungen in der reihenfolge der symptombewertung einführte.
das heißt er weicht doch offensichtlich von hahnemann ab - und dafür hatte er warscheinlich bestimmte gründe, die sich vermutlich im religösen charakter finden lassen.

es gibt also durchaus berechtigte kritik an kent, die man nicht sofort als völligen unsinn hinstellen muss.

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#23

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 15:59
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Hi

ich tue Kritik an Kent nicht als Unsinn ab, sie ist in einigen Punkten die ich auch zu Genüge aufgeführt habe
berechtigt.



aber ich bleibe dabei das Kent ein klassischer Homöopath im Sinne Hahnemanns ist, und
dass er für die Homöopathie ganz große wichtige Beiträge geleistet hat.

Zitat
Zu diesen Nachfolgern zähle ich z.B. auch die Pflanzen-, Bilder- oder Quantenhomöopathen, die Hahnemanns Idee vergewaltigen, was ihnen ohne Kents religiös-esoterische Vorarbeit wesentlich schwerer fallen würde.



das ist einfach nicht wahr - es kann zwar sein dass einige die diesen Unsinn betreiben sich auf Kent berufen, -
genau so wie sie sich auf Hahnemann berufen - aber dafür kann schließlich Kent selber nichts.
Ich kann auch nichts esoterisches in seinem Werk finden, wenn auch manche religiös moralische Ansichten
nicht mehr zeitgemäß sind.
LG
Bernd


Sickness is like a Sitar, whose correct tuning has been disturbed.Naturally, all the notes from the Sitar will be far from melodious. There is no use trying to correct the individual notes. It is the disturbance in tuning itself which has to be corrected (Rajan Sankaran)

zuletzt bearbeitet 23.05.2018 16:03 | nach oben springen
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#24

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2018 17:30
von Miraculix | 152 Beiträge | 880 Punkte

Hi Bernd,

Zitat von homöoslave im Beitrag #23
ich tue Kritik an Kent nicht als Unsinn ab, sie ist in einigen Punkten die ich auch zu Genüge aufgeführt habe berechtigt.

In den Punkten, die Du nach wie vor abstreitest, ist sie ebenso berechtigt, aber irgendetwas hindert Dich daran, es Dir einzugestehen.

"Wer sich selbst und seine eigenen Ansichten in so apodiktischer Weise zum Maßstab des wahren Verständnisses der Auffassungen Hahnemanns stilisiert hat wie er, der hat ein entsprechendes Ziel. Und dieses Ziel lässt sich am besten mit der Metapher einer Ikonisierung der eigenen Person beschreiben. Dies umso mehr, als demjenigen, der seine theoretischen Texte genau studiert, unmittelbar ins Auge fällt, dass hier ein religiöser Eiferer zu uns spricht.
Dass dies bis heute so wenig kritisch hinterfragt wurde, ist mehr als erschreckend, zumal – und das ist der eigentliche Sinn und Inhalt meines heutigen Vortrags – seine Ansichten in vielen wesentlichen Punkten, ja man kann sogar sagen, in der grundsätzlichen Auffassung dessen, was Homöopathie ausmacht, sich von derjenigen Hahnemanns gravierend unterscheidet."


Ist es das, was Dich davon abhält, den Tatsachen ins Auge zu blicken: daß sich die von "klassischen" Homöopathen praktizierte Homöopathie von derjenigen Hahnemanns gravierend unterscheidet - und damit Deine bisherigen Ansichten dazu völlig über den Haufen wirft?

Zitat von homöoslave im Beitrag #23
aber ich bleibe dabei das Kent ein klassischer Homöopath im Sinne Hahnemanns ist

Es stimmt, dass Kent als Vertreter der "klassischen" Homöopathie zählt. Die "klassische" Homöopathie ist aber nicht die Homöopathie Hahnemanns, sonst bräuchte die nicht mit "genuine" ein eigenes Attribut. Kent hat in Hahnemanns Homöopathie die Wissenschaft durch Religion ersetzt, deshalb hat er auch nicht für DIE Homöopathie "ganz große wichtige Beiträge geleistet", sondern für seine eigene, religiös verfälschte Version von Hahnemanns Homöopathie.

Zitat von homöoslave im Beitrag #23

Zitat
Zu diesen Nachfolgern zähle ich z.B. auch die Pflanzen-, Bilder- oder Quantenhomöopathen, die Hahnemanns Idee vergewaltigen, was ihnen ohne Kents religiös-esoterische Vorarbeit wesentlich schwerer fallen würde.

das ist einfach nicht wahr


Leider doch; denn ohne die Extraktion des wissenschaftlichen Ansatzes und das Einfügen religiöser Dogmen durch Kent wäre die Homöopathie schon im Kern immun gegen Mißbrauch dieser Art.

Zitat von homöoslave im Beitrag #23
es kann zwar sein dass einige die diesen Unsinn betreiben sich auf Kent berufen, -
genau so wie sie sich auf Hahnemann berufen - aber dafür kann schließlich Kent selber nichts.

Im Gegenteil, ein Großteil des Unsinns, der von heutigen Möchtegern-Heilern verbreitet wird, könnte direkt von Kent stammen. Um so schlimmer, daß sich auch so viele Homöopathen davon haben infizieren lassen; oder würdest Du das Folgende nicht auch unterschreiben?

"Der Körper, so Kent, ist nicht der wahre Mensch. In seinem Inneren lebt die Seele ein Eigenleben. Der wahre Mensch besteht aus Willen und Vernunft. Wille und Vernunft regeln alles, und besitzen absolute Macht über den Körper. Von ihnen geht nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Krankheit aus."


Du wolltest "Butter zu die Fische"? Bitte sehr, sie liegt auf Deinem Teller. Mäkeln zählt nun nicht mehr.

Du wolltest "nicht im Einzelnen auf jeden Punkt der Kritik und auch den sehr ausführlichen Beitrag von Dr. Zemke eingehen"? Dann solltest Du endlich akzeptieren, daß Kents Ansichten zur Homöopathie sich in grundsätzlichen Punkten von denen Hahnemanns unterscheiden.

Ansonsten wirst Du Dir doch die Zeit nehmen müssen, Dich im Einzelnen mit Dr. Zemkes Kritik auseinanderzusetzen. Ich bin mir sicher: letztendlich wirst Du ihm dann aber auch (und erst recht!) zustimmen müssen. ;)


LG Rainer

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#25

RE: Kent vs. Hahnemann

in Allgemeines zur Homöopathie 24.05.2018 16:14
von homöoslave | 782 Beiträge | 4855 Punkte

Hallo

ich hab zwar keine große Lust mehr immer das gleiche zu schreiben aber dass kann ich
nun wieder nicht so stehen lassen

Zitat
Extraktion des wissenschaftlichen Ansatzes und das Einfügen religiöser Dogmen durch Kent wäre die Homöopathie schon im Kern immun gegen Mißbrauch dieser Art.



das entspricht ganz einfach nicht den Tatsachen.
Kent hat sehr wohl einen wissenschaftlichen Ansatz : Lies doch einfach mal ZUR THEORIE DER HOMÖOPATHIE,
lies seine im Grunde geniale Arzneimittellehre.
Auch sein Repertorium ist auch dass Ergebnis einer immensen wissenschaftlichen Arbeit= intensivtes Quellenstudium
und immenser klinischen Erfahrung.

Seine moralisch religiösen Ansichten muss man wie gesagt im Kontext seiner Zeit sehen, und kann man
beruhigt außen vor lassen.

Der Niedergang der Homöopathie danach in den USA war eben dass nicht Befolgen seinen wissenschaftlichen Vorgaben und
denen von Hahnemann
Und nochmals: ich bin gewiss kein Kentianer, aber ich muss sein großes Werk anerkennen.
Und ich finde es überheblich und die Missachtung aller Tatsachen dies nicht anzuerkennen.

Wer das tut hat keine Ahnung oder er findet die ganze Homöopathie Mist (und das ist
wahrscheinlich deine wahre Intention)

LG
Bernd


Sickness is like a Sitar, whose correct tuning has been disturbed.Naturally, all the notes from the Sitar will be far from melodious. There is no use trying to correct the individual notes. It is the disturbance in tuning itself which has to be corrected (Rajan Sankaran)

zuletzt bearbeitet 24.05.2018 16:21 | nach oben springen
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