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Krankheit und Gesundheit

in Grundlagen der Homöopathie 21.11.2008 10:48
von Frank • Administrator | 1.759 Beiträge | 2023 Punkte

Was ist Krankheit, was ist Gesundheit?

Eigentlich ist der Mensch bereits krank, bevor eine organisch nachweisbare Erkrankung sichtbar wird. Wir gehen also davon aus, daß jegliche lokale Befunde nur den Status eines Endergebnisses haben. Die eigentliche Erkrankung findet bereits früher statt und äußert sich nur in den subjektiv fühlbaren Symptomen die der Patient ohne wirklichen Befund äußert.

Hahnemann nannte das die "Verstimmung der Lebenskraft".

Verschiedene gleichzeitig oder hintereinander auftretende Erkrankungen betrachtet die Homöopathie als Ausdruck ein und derselben Grunderkrankung die jedoch auf einer tieferen Ebene liegt. Es geht also um eine zugrundeliegende Störung der Lebenskraft. Würden auch wir mit der Homöopathie nur die oberflächlichen Symptome behandeln, so würde die Grunderkrankung ungehindert fortbestehen und sich immer tiefer in den Organismus manifestieren. Die Krankheit würde nicht geheilt werden, sondern nur ihrer eigenen Ausdrucksfläche beraubt werden. Die Krankheit wird unterdrückt.

Hier möchte ich Ausschnitte aus Hahnemann`s Organon §§ 10 bis 13 einfügen:

"Der materielle Organism, ohne Lebenskraft gedacht, ist keiner Empfindung, keiner Thätigkeit, keiner Selbsterhaltung fähig, nur das immaterielle, den materiellen Organism im gesunden und kranken Zustande belebende Wesen (das Lebensprincip, die Lebenskraft) verleiht ihm alle Empfindung und bewirkt seine Lebensverrichtungen."

"Wenn der Mensch erkrankt, so ist ursprünglich nur diese geistartige, in seinem Organism überall anwesende, selbstthätige Lebenskraft (Lebensprincip) durch den, dem Leben feindlichen, dynamischen Einfluß eines krankmachenden Agens verstimmt; nur das zu einer solchen Innormalität verstimmte Lebensprincip, kann dem Organism die widrigen Empfindungen verleihen und ihn so zu regelwidrigen Thätigkeiten bestimmen, die wir Krankheit nennen, denn dieses, an sich unsichtbare und bloß an seinen Wirkungen im Organism erkennbare Kraftwesen, giebt seine krankhafte Verstimmung nur durch Aeußerung von Krankheit in Gefühlen und Thätigkeiten, (die einzige, den Sinnen des Beobachters und Heilkünstlers zugekehrte Seite des Organisms), das ist, durch Krankheits-Symptomen zu erkennen und kann sie nicht anders zu erkennen geben."

"Einzig die krankhaft gestimmte Lebenskraft bringt die Krankheiten hervor, so daß die, unsern Sinnen wahrnehmbare Krankheits-Aeußerung zugleich alle innere Veränderung, das ist, die ganze krankhafte Verstimmung der innern Dynamis ausdrückt und die ganze Krankheit zu Tage legt. Hinwiederum bedingt aber auch das Verschwinden aller Krankheits-Aeußerungen, das ist, aller vom gesunden Lebens-Vorgange abweichenden, merkbaren Veränderungen mittels Heilung, eben so gewiß die Wiederherstellung der Integrität des Lebens-Princips und setzt folglich die Wiederkehr der Gesundheit des ganzen Organism nothwendig voraus."

"Daher ist Krankheit (die nicht der manuellen Chirurgie anheimfällt), keinesweges wie von den Allöopathen geschieht, als ein vom lebenden Ganzen, vom Organism und von der ihn belebenden Dynamis gesondertes, innerlich verborgnes, obgleich noch so fein gedachtes Wesen ein Unding, was bloß in materiellen Köpfen entstehen konnte und der bisherigen Medicin seit Jahrtausenden alle die verderblichen Richtungen gegeben hat die sie zu einer wahren Unheilkunst schufen) zu betrachten."

"Wie die Lebenskraft den Organism zu den krankhaften Aeußerungen bringt, d.i. wie sie Krankheit schafft; von diesem Wie und Warum kann der Heilkünstler keinen Nutzen ziehen und sie wird ihm ewig verborgen bleiben; nur was ihm von der Krankheit zu wissen nöthig und völlig hinreichend zum Heilbehufe war, legte der Herr des Lebens vor seine Sinne."

"Wenn ich Krankheit eine Stimmung oder Verstimmung des menschlichen Befindens nenne, so bin ich weit entfernt, dadurch einen hyperphysischen Aufschluß über die innere Natur der Krankheiten überhaupt, oder eines einzelnen Krankheitsfalles insbesondere geben zu wollen. Es soll mit diesem Ausdrucke nur angedeutet werden, was die Krankheiten erwiesenermaßen nicht sind, und nicht sein können, nicht mechanische oder chemische Veränderungen der materiellen Körpersubstanz und nicht von einem materiellen Krankheits-Stoffe abhängig - sondern bloß geistartige, dynamische Verstimmung des Lebens."

Was ist nun Gesundheit?

Hahnemann definierte im § 9 die Gesundheit wie folgt:

"Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autokratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten, so daß unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höhern Zwecke unsers Daseyns bedienen kann."

Fazit:

„Laut Hahnemann gibt es also eine nicht-materielle, die Lebensvorgänge steuernde Lebenskraft ohne die es keinen lebenden Organismus geben würde.“
Diese Kraft kann aus dem Gleichgewicht geraten aber genauso auch wieder ins Gleichgewicht gerückt werden.
Jede Krankheit betrifft also zuerst die Lebenskraft, wodurch sich erst dann Krankheitserscheinungen wie allgemeine Befindlichkeitsstörungen, körperliche Störungen oder auch geistige, psychische Störungen manifestieren.

Ohne eine Störung unserer Lebenskraft gibt es demnach keine Krankheit.
Ebenso bedeutet es, das jegliche Erkrankung immer den gesamten Organismus betrifft und nie, wie von der Schulmedizin praktiziert, nur ein einziges oder nur einige Organe oder anderen Gewebe.

Somit kann einzig eine homöopathische Behandlung zur wirklichen Heilung führen.

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