#1

Illusion und Krankheit

in Allgemeines zur Homöopathie 28.11.2008 08:42
von Medusa (gelöscht)
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Pedro
Neuer User Geschrieben am 08.08.2007 14:42


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Hallo zusammen!

Ich wollte einige Gedanken zum Thema "Illusion und Krankheit" in der Naturheilkunde los werden.

Natürlich vertrauen wir der Homöopathie und viele von uns die sich seit Jahren arbeiten, denken nicht mehr so intensiv darüber nach, wie die Homöopathie funktioniert. Aber im Forum befinden sich einige Neulinge, die sich den Kopf zerbrechen, wie solche Mittel überhaupt funktionieren können.

Ich habe mich im Laufe von 11 Jahren sowohl mit der Homöopathie als auch mit der Akupunktur beschäftigt. Beide sind sogenannte "energetische" Heilmethoden. Die Homöopathie ist natürlich die mächtigere der beiden (kann man sich drüber streiten).

Wenn es eine Erklärung gibt die einigermaßen plausibel klingt, dann müsste diese beide Heilmethoden erklären können. Auch die Bachblütentherapie müsste man damit erklären können. Also eine Theorie für alle drei großen energetischen Therapien.

Die Schulmedizin versucht die Wirkweise der Akupunktur ziemlich unbeholfen zu erklären, mit Einwirkungen auf Nervenenden und indirekte Stimulation des Nervensystems. Das mag für die Schulmediziner ausreichend sein, aber wenn man sich näher mit dem menschlichen Körper beschäftigt und den wundersamen Heilungen die mit der Akupunktur möglich sind, kann diese Erklärung nicht befriedigen.

Ebenfalls werden seltsame Erklärungen für die Homöopathie herangezogen, von Plazebo Wirkung, Einbildung bis hin zu der Quantenphysik, es gibt eine riesige Bandbreite an Erklärungsansätze.

Neuerdings ist das Wort Supercluster in den verschiedensten Newsblogs zu lesen. Wasser soll aufgrund seiner bipolaren Struktur in der Lage sein, das energetische Muster des Ursprungsstoffes das mit dem Wasser in Berührung kam zu kopieren. Durch die weitere Verschüttelung und Verdünnung verstärkt sich das Muster immer mehr.
Das z.B. sehe ich als eine gute Erklärung, zumindest besser als die vorherigen.

Zurück zur Akupunktur: Die TCM erklärt die Wirkung mit einen Einfluß auf das QI, der Lebenskraft. Das Qi verläuft in bestimmten Bahnen und die Nadel kann eine Kurskorrektur der Lebenskraft bewirken. Bei Krankheit fließt das Qi nicht so wie es eigentlich soll und daher wird Krankheit als ein "falscher Kurs" angesehen. Mal ist zuviel Qi da, mal zuwenig oder manchmal fließt es auch in die falsche Bahn oder es staut sich, dann entstehen Schmerzen (Blockaden).

Nun wird in der TCM wie auch in vielen anderen Ostasiatischen Heilmethoden gesagt, dass dieser Qi-Fluß auch von unseren Gedanken und Vorstellungen abhängt.
Sowas ähnliches kennen wir aber auch in der Schulmedizin. Postraumatischer Stress z.B. kann als Spätfolge schwere Krankheiten hervorbringen, die sehr wohl messbare Symptome verursachen.

Oder ein Gedanke an ein leckeres Essen regt unsere Bauchspeicheldrüse an und führt dazu das der Magen sich auf die Aufnahme von Nahrung vorbereitet.

Was aber wenn unsere Gedanken durch viel Stress und Traumas sich zu einem Teufelskreislauf immer und immer wiederholen? Und was wenn diese Gedanken ein falsches Gebilde aufbauen, eine Illusion, die nicht der Wahrheit entspricht, sondern einfach nur eine falsche Information?

Der unerträgliche Gedanke immer und immer wieder im Leben verletzt zu werden, kann zu Abwehrhaltungen führen. Diese unbewussten Gedanken und Abwehrhaltung beeinflusst unser Immunsystem, Hormonsystem, Stoffwechsel und das alles wiederum unsere Gedanken und unsere Einstellung gegenüber allem was uns umgibt. Ein Teufelskreislauf oder wie Hahnemann es nannte, eine chronische Krankheit.

Da ja die Gedanken die Lebenskraft beeinflussen und der Fluss des Qi durch die Symptome nachvollziehbar ist, kann man in der Akupunktur diesen Fluss wieder korrigieren. Dann hören auch die lästigen Gedanken auf, man kann endlich wieder tiefer einatmen und es wird auch einem bewusst, welche tiefen Verletzungen man hat, die verhindern, dass man die Wahrheit sieht. Heilung entsteht indem man die Illusion auflöst.

Wenn das so ist, dann muss ein homöopathisches Heilmittel dasselbe im Menschen bewirken. Tatsächlich ist das Simile auch ein Spiegel dessen was gerade schief läuft. Ein Spiegel, oder ein Bild dessen was der Illusion ähnelt. Diese Information korrigiert den Lebensfluss letztendlich genauso wie die Akupunktur, indem die Illusion aufgelöst wird. Das geschieht natürlich nicht durch das Mittel alleine, sondern als eine Reaktion auf den Impuls, welches vom Mittel kommt.

Genauso könnte man die Illusion auch auflösen durch Nachsinnen (Meditation), nur leider fehlt einem chronisch Kranken die Kraft dazu, um diese Mauer der Illusion zu durchbrechen, da diese Mauer aber auch ein vermeintlicher Schutz gegenüber weiteren Verletzungen darstellt. Somit ist die Illusion meistens dem Kranken gegenüber unsichtbar. Hier kommt der Heiler ins Spiel. Ein guter Psychotherapeut übergibt an seinem Patienten auch nichts anderes als "Informationen" und durch diese geschieht letztendlich die Heilung.

LG
Pedro

In Antwort auf:
Hallo Pedro,

mhhh...

irgendwie erklärt es für mich nicht den Begriff der Illusion im Zusammenhang mit der Krankheit.

Das liegt vieleicht daran, das ich den Begriff von Sankaran sehr wörtlich ableite. Wenn etwas eine Illusion ist, dann ist es nicht da. Die meisten Krankheiten sind aber da. Messbar und sichtbar. Eine Illusion ist etwas was scheinbar, für den Betrachter existiert, aber in Wirklichkeit gar nicht da ist. Und wenn die Krankheit eine Illusion ist, dann ist es die Gesundheit doch auch, oder?

Das unsere Psyche unseren gesamten Organsimus beinflusst ist uns allen klar. Selbst die Schulmedizin hat ja mittlerweile den Begriff der Psychosomatik akzeptiert und ersetzt damit immer öfter den Begriff der idiopathischen Erkrankungen.

Nun sind wir als Homöopathen ja auch ein Stück weit Illusionisten. Wir setzen eine "Kunstkrankheit, die der eigentlichen Erkrankung am nächsten kommt, jedoch in einem höheren Impuls. So lagert sich unsere künstliche Kranheit über die eigentliche, ursprüngliche Erkrankung. Jedoch ist unsere Kunstkrankheit flüchtig. So flüchtig, das sie spurlos verschwindet und dem Organismus einen Sieg vorgaukelt. Eine Illusion der Stärke, des Sieges über das Agens. Dies kräftigt den Organismus in Seiner Abwehr und ermöglicht ein vollständiges Abheilen. Es entsteht hier also Heilung durch Illusion. Wenn man das so darstellen möchte.Jedoch finde ich den Begriff der Kunstkrankheit passender.


LG
Frank

In Antwort auf:
Hallo Frank,

wie schön Du das schreibst. Genau so habe ich es auch gedacht und es so empfunden, aber nicht die richtigen Worte dafür gefunden um Pedro zu antworten.
Hänge mich nun einfach dran.
Danke
und Gruß
Christa

In Antwort auf:
Hallo Christa, Hallo Frank,

mit Illusion habe ich nicht gemeint, dass keine Krankheit da ist, oder die Krankheit nur eingebildet wäre!

Mit Illusion meine ich einen Fehler im "Wahrheitskonstrukt", z.B. bei Lachesis die Illusion der Mann würde ihr fremdgehen, obwohl er ihr der treueste Hund ist.

Nennen wir es Wahnidee, dann versteht man es wohl eher.

LG
Pedro

In Antwort auf:
Hallo,
Pedro gibt m. E. die Position von Sankaran nicht in ihrer vollen Absurdität wieder. Es geht Sankaran beileibe nicht nur um Wahnvorstellungen (wie z. B. Luc de Schepper, für den "die zentrale Wahnvorstellung des Patienten" zentrale Bedeutung hat). Sankaran erklärt vielmehr - im Unterschied zu klassischen Homöopathie, die davon ausgeht, daß die Zeichen und Symptome, die jemand entwickelt, jeweils die bestmögliche Antwort der Lebenskraft auf eine Verstimmung, ein krankmachendes Agens, sei - jede Krankheit für Illusion, und das geht ungefähr und vereinfacht ausgedrückt so:
Die Lebenskraft entwickle die Illusion oder Wahnvorstellung, daß ihre Verstimmung bzw. jede Krankheit, die den Körper befallen hat, viel schlimmer sei als in Wirklichkeit und (über)reagiere deshalb darauf mit überschießenden Reaktionen. Anders ausgedrückt, Krankheiten entstehen dadurch, daß die Lebenskraft mit Kanonen auf Spatzen schießt, weil sie der Illusion unterliegt, der Spatz sei ein Jagdbomber. Das richtige homöopathische Mittel erinnere die Lebenskraft nun daran, daß in Wirklichkeit alles halb so schlimm sei, wodurch sie ihre illusionsbedingten Überreaktionen zurücknehme und wieder normal funktioniere. Ich halte dieses Denkmodell, bei allen Verdiensten, die Sankaran ansonsten haben mag (z. B. die Systematisierung der pflanzllichen homöopathischen Arzneimittel analog Scholtens Systematisierung der Minerale), mit Verlaub für gequirlten Blödsinn. Die klassisch-homöopathische Gegenposition hat Frank korrekt dargestellt.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Hallo Thomas,

also ist laut Sankaran die Illusion oder Wahnvorstellung eine Überreaktion...
Ich glaube die Überreaktion ist angebracht, wenn man bedenkt was da auf dem Spiel steht.

Die Lebenskraft soll uns doch ermöglichen kreativ für uns und die Mitmenschen zu sein. Was wenn aber unsere Ansichten falsch sind und wir unsere Mitmenschen und uns selbst so schaden würden, weil wir dann die falschen Entscheidungen treffen würden. Ich stelle mir die gesamte Menschheit als einen Organismus vor, organisiert durch Milliarden von einzelnen Individuen. Keines der Individuen dürfte einen anderen schaden zufügen.

Daher denke ich, ist es gut wenn die Lebenskraft solch extreme Reaktionen beim auftauchen von einer ... Lüge ... aufbaut. Auf Basis dieser Lüge entsteht dann die Illusion, die eine Karikatur der falschen Interpretation der Wahrheit entspricht.

LG
Pedro

In Antwort auf:
Pedro,

solche Texte schreibst Du um 10:10Uhr. W O W

Auf dem Spiel steht doch nur was durch die Überreaktion (laut Sankaran) erst entsteht.

Irgendwie stellst Du Dir die Frage mit dem Huhn und dem Ei. Wer war zu erst da...

Wir Menschen treffen ständig falsche Entscheidungen, weil meist alleine schon die Zeit unsere damaligen Entscheidungen ad absurdum führt (es gibt ja z.B. auch 6 Auflagen des Organons!!!). Dazu kommt ein fast lebenslanger Lernprozess.

Könntest Du mir den Satz : "Auf Basis dieser Lüge entsteht dann die Illusion, die eine Karikatur der falschen Interpretation der Wahrheit entspricht."
etwas ausweinanderdröseln. Den verstehe ich überhaupt gar nicht.

LG
Frank

In Antwort auf:
Hallo Frank,

Zitat:

Frank schrieb am 15.08.2007 17:04 Uhr:
Pedro,
solche Texte schreibst Du um 10:10Uhr. W O W




Hüte Dich vor voreiligen Schlüssen. Wir wissen ja nichts über die näheren Umstände, etwa ob Pedro vor Verfassen des Textes überhaupt geschlafen oder die Nacht durchgemacht hatte. Und ein wahres Genie kann andererseits Texte, die in die Geschichte eingehen werden, zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit verfassen. Wir wissen auch nicht, wann Hahnemann, Bönninghausen, Kent und Vithoulkas einerseits und Sankaran andererseits ihre Texte zu verfassen pflegten.

Zitat:

Frank schrieb am 15.08.2007 17:04 Uhr:
Könntest Du mir den Satz : "Auf Basis dieser Lüge entsteht dann die Illusion, die eine Karikatur der falschen Interpretation der Wahrheit entspricht." etwas auseinanderdröseln. Den verstehe ich überhaupt gar nicht.




Ich habe Pedros Text auch nicht verstanden, aber ich dachte, ich muß ja auch nicht. Jeder stößt irgendwann mal an seine intellektuellen Grenzen oder findet seinen geistigen Meister, dem er nicht mehr folgen kann. Bei mir ist das zwar nicht Sankaran, aber Pedro. Also nimm's nicht tragisch, Frank. Du bist nicht der einzige, der dafür zu doof ist. Und ich dachte mir, dröseln hilft da auch nicht.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Lieber Pedro,
nimm das bitte nicht allzu persönlich. Manchmal muss man auch über sich selbst lachen können. Ich hab hier auch schon mal einen "Senf" geschrieben der auf keine Kuhaut ging und danach ganz herzlich gelacht. Bleib uns erhalten. Ich habe das wirklich nicht verstanden. Du hättest mal mein Gesicht sehen müssen. Ich habe diesen Satz auf der Arbeit mindestens 18 mal gelesen und bin bald verzweifelt. Also bleib uns erhalten. OK!?

LG
Frank

In Antwort auf:
Hi Frank,

weißt du, 10 Uhr morgens, noch kein Frühstück, aber flinke Finger... ich kann nichts dafür.

Was ich mit diesem Text gemeint habe, ... ich muss mir da überlegen wie man es einfacher erklären könnte.

LG
Pedro


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