#1

Verhältnis zum Behandler

in Allgemeines zur Homöopathie 21.12.2008 00:27
von Momo (gelöscht)
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Diesen Satz habe ich aus dem Hyosciamus-Thread aufgefangen. Leider konnte ich dort nicht antworten und da das Thema auch nicht unbedingt zu Hyos gehört, sondern allgemein wichtig ist, poste ich das mal hier.

In Antwort auf:
... Genau diese Patienten beginnen sich dann für die Homöopathie zu interessieren und kaufen sich als erstes die üblichen Ratgeber von diversen Verlagen. Dann fangen sie an das für sie passendere Mittel herauszusuchen. natürlich nach Anleitung der Ratgeber. Spätestens jetzt arbeitet der Patient theoretisch aktiv gegen seine eigene Genesung. Danach kann es dann passieren, das Behandler und Patient nicht mehr zusammenarbeiten können. Vielleicht probiert der Patient dann auf eigene Faust das Mittel aus, welches er sich selbst "erarbeitet" hat und legt das des Behandlers weg.



Mich hat's berührt, weil ich genau solch eine Erfahrung gemacht habe.
Nun meine Frage: Wie verhält sich ein Homöopath, der sich von einem befreundeten Kollegen behandeln lässt und merkt, dass der Erfolg auf sich warten lässt. Neigt er nicht zwangsläufig dazu, auch andere Mittel in Betracht zu ziehen? Wie kann er denn verhindern, dass er 1. wie du schreibst gegen seine eigene Genesung arbeitet und 2. dass er die Zusammenarbeit bzw. das Verhältnis zu seinem Behandler stört? Mir ist nämlich in meiner "Unwissenheit" genau das widerfahren und ich wusste bis heute noch nicht, was da eigentlich passiert ist. Sollte man sich grundsätzlich lieber von Fremden behandeln lassen oder aber gleich selbst behandeln?

Liebe Grüße
Momo

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#2

RE: Verhältnis zum Behandler

in Allgemeines zur Homöopathie 21.12.2008 01:30
von Frank • Administrator | 1.759 Beiträge | 2023 Punkte

Liebe/er Momo,

diese Frage ist, so fürchte ich, nicht einfach zu beantworten.

Natürlich wird ein Homöopath, der bei einem anderen in Behandlung ist und auf ein "Zeichen" der Genesung wartet nach geraumer Zeit genau das Mittel anzuzweifeln, welches er verschrieben bekommen hat. Das ist wie in der Schulmedizin. (Ärzte sind übrigens die schlimmsten Patienten in einem Krankenhaus)

Er kann es nur verhindern wenn er dem Behandler vertraut. Vertrauen ist der Schlüssel. Wenn er das Vertrauen verloren hat muss er jemanden finden wem er vertraut oder er muss sein Vertrauen zurückgewinnen.

Die Eigenbehandlung ist bei leichten Erkrankungen bestimmt möglich, bei schwerwiegenden chronischen Erkrankungen ist eine Eigenbehandlung nur schwer durchzuführen. Es fehlt an der nötigen Objektivität. Die hat man bei der Eigenbehandlung selten. Leider.

Herzliche Grüße für Heute

Frank









"Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was viel schlimmer ist, zu Gewohnheiten." www.homöopathiezirkel.de
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#3

RE: Verhältnis zum Behandler

in Allgemeines zur Homöopathie 21.12.2008 11:26
von Cara (gelöscht)
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Zitat von Frank
Die Eigenbehandlung ist bei leichten Erkrankungen bestimmt möglich, bei schwerwiegenden chronischen Erkrankungen ist eine Eigenbehandlung nur schwer durchzuführen. Es fehlt an der nötigen Objektivität. Die hat man bei der Eigenbehandlung selten.

Nicht nur bei der Eigenbehandlung, sondern wohl auch bei Familienmitgliedern?
zuletzt bearbeitet 21.12.2008 11:26 | nach oben springen

#4

RE: Verhältnis zum Behandler

in Allgemeines zur Homöopathie 21.12.2008 14:35
von Momo (gelöscht)
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Zitat von Frank
Vertrauen ist der Schlüssel. Wenn er das Vertrauen verloren hat muss er jemanden finden wem er vertraut oder er muss sein Vertrauen zurückgewinnen.

Lieber Frank
Danke für deine Antwort.
Ja das war's wahrscheinlich - der Knackpunkt - das irgendwo verlorengegangene Vertrauen.

Objektivität ist die eine Seite. Auf der anderen Seite ist man oft sich selbst gegenüber ehrlicher und kennt seine Schwächen. Das gilt auch gegenüber einem Freund/Freundin oder auch einem Familienmitglied. Das ist dann auch wieder eine Sache des Vertrauens, das man zu einem Fremden ja erst aufbauen muss. Ich bin damals zu dieser Freundin gegangen, weil ich dachte, sie kennt mich besser und kann sich besser in mich hineinversetzen als ein Fremder und daher auch besser behandeln. Es ging aber leider schief und die Freundschaft hat dadurch auch sehr gelitten.

Viele Grüße von der Momo

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#5

RE: Verhältnis zum Behandler

in Allgemeines zur Homöopathie 22.12.2008 00:26
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte
Hallo Momo,
ich sehe das wie Cara und Frank. Ich glaube nicht, daß man sich selbst gegenüber so unbefangen und objektiv sein kann wie ein Dritter (Hahnemann fordert den "vorurtheilslosen Betrachter"!). Es gibt auch Arzneimittel, die, natürlich zu Unrecht (denn jeder und jede hat seine/ihre Stärken und Schwächen, angenehme und unangenehme Charaktereigenschaften) "einen schlechten Ruf" haben und durch die sich der "wissende" (oder halbwissende) Patient garadezu diskriminiert fühlt. Wenn man zu den Leuten gehört, die alles besser wissen (ich zähle mich in gewisser Weise auch dazu), kann es sinnvoll sein, mit dem Behandler zu vereinbaren, daß man nicht gleich, sondern erst später erfährt, welches Mittel er verordnet. Dann kommt man gar nicht erst in Versuchung. Das setzt aber wiederum ein außerordentlich hohes Maß an Vertrauen voraus, weil man ja dann W.I. Lenins bewährte Maxime "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" in den Wind schlagen müßte - und das kann nicht jeder. Hier schießt sich der Kreis wieder. Natürlich gilt das nur für chronische Krankheiten, Akutfälle behandeln wir Homöopathen i.d.R. bei uns und unseren Familienangehörigen selbst. Homöopathen sind die unangenehmste Klientel für Homöopathen, gleich neben Rechtsanwälten und Lehrern.
Liebe Grüße,
Thomas

Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)
zuletzt bearbeitet 22.12.2008 00:34 | nach oben springen

#6

RE: Verhältnis zum Behandler

in Allgemeines zur Homöopathie 22.12.2008 12:31
von Momo (gelöscht)
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Zitat von Old bear
Homöopathen sind die unangenehmste Klientel für Homöopathen, gleich neben Rechtsanwälten und Lehrern.


Na ich will niemandem zu nahetreten, aber ich glaube (aufgrund eigener Erfahrungen) in Punkto "Besserwisserisch" übertreffen uns die Lehrer noch.

Ich bin zwar kein Lehrer...
aber mich macht es kribbelig, wenn ich ein Mittel bekomme und nicht weiß, welches es ist. Dagegen hätte ich jetzt kein Problem damit, auch ein "unpopuläres" Mittel zu bekommen, wenn's angezeigt ist.

Was vielleicht auch noch ein Grund ist, sich von jemand anderem behandeln zu lassen, ist, dass ein Anderer den Heilungsverlauf von Außen objektiv betrachten kann und vielleicht auch eingreift, falls irgendwas entgleisen sollte. Wenn man sich selber behandelt - und vielleicht dazu noch in Hochpotenzen, und vielleicht in eine AMP gerät, hat man's vielleicht irgendwann gar nicht mehr unter Kontrolle.
zuletzt bearbeitet 22.12.2008 12:47 | nach oben springen



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