#1

Bönninghausen - Methode

in Allgemeines zur Homöopathie 28.11.2008 18:19
von Ulla | 200 Beiträge | 208 Punkte

Geschrieben am 14.07.2008 16:11


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Wendet jemand von euch die Bönninghausen-Methode an und mit welcher Literatur könnte ich da am sinnvollsten befassen, um mir ein Bild machen zu können?

Über Tipps von euch würde ich mich freuen
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Lieber Gruß Brigitte

In Antwort auf:
Hallo Brigitte

Ich habe vor 10 Tagen Bönninghausen's "Therapeutisches Taschenbuch und das Repertorium" neuwertig für 60 Euro ersteigert und mittlerweile auch erhalten.
Ich möchte mich auch mit seiner Methode befassen.

Der Narayana-Verlag bietet jetzt das Buch von Raimund Kastner "Bönninghausen's Physiognomik der homöopathischen Arzneimittel und die Arzneiverwandschaften" statt vorher 299 Euro, dann 119,95 Euro, jetzt für 79,95 Euro an.
Das Buch wird als ideale Ergänzung zu seinem Repertorium bezeichnet und enthält auf 1416 Seiten für 135 Arzneimittel die wohl gesichertsten Arzneisymptome.

Da ich die o.a. Bücher eben ersteigert habe, hatte ich gestern Abend bei diesem Angebot zugeschlagen.

Zu seiner Methode selbst können die Profis hier wohl mehr sagen.

LG Günther



In Antwort auf:
Dann erst mal herzlichen Glückwunsch zu deinen "Schnäppchen"

Ich finde Bönninghausen auch sehr interessant, zumal man mit dieser Methode auch bei nicht sehr wertvollen Symptomen auf das richtige Arzneimittel kommen kann.

Ich habe mir heute das Therapeutische Taschenbuch, Nachdruck der Ausgabe vom 1846 1. Auflage 2007 gegönnt (danke noch mal an Christa für den Tipp).

Worum es mir aber im Moment am meisten geht ... wie hätte er die Symptome interpretiert, was hätte er für Rubriken genommen ... verstehst du? Ich habe mir schon einige Fallbeispiele aus dem Netz gesucht, aber ich suche schon seit längerer Zeit nach einem Buch für seine Ansätze, sein Vorgehen usw. Aber bisher bin ich noch nicht fündig geworden. Noch nicht mal auf der Bönninghausen-Seite direkt. Ich weiß gar nicht mal, ob es so etwas in der Richtung überhaupt gibt.

Nur, bevor ich an teuren Ausbildungen/Seminaren in dieser Richtung etwas mache, wollte ich mich etwas mehr informieren.

Na mal schauen, vielleicht können die anderen ja noch was dazu sagen.

Hab erst einmal vielen Dank
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Lieber Gruß Brigitte



In Antwort auf:
Ist in deiner Ausgabe keine Gebrauchsanleitung enthalten?
In meiner erläutert Gypser "Die Grundprinzipien de sogenannten Methodik Bönninghausens". 2 Beispielfälle zur praktischen Anwendung sind auch dabei. Mir hat das zum Üben eigentlich gereicht.

Wenn du richtig eintauchen willst, solltest du unbedingt mal ein Seminar von Bernhard Möller mitmachen. Der gilt als Bönninghausen-Guru.


In Antwort auf:
Nein Ilse, leider nicht. Kann sein, dass die Anleitung nur in der teuren, älteren Version des Buches ist.

Ich werde mal auf die Seite von Bernhard Möller gehen und sehen, wann und wo der Seminare abhält. Danke für den Tipp
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Lieber Gruß Brigitte



In Antwort auf:
Ich habe da gerade was gefunden, habe ich irgendwann mal abgetippt, weil's so schön ist. Sehr lang, Frank, kannst du mir die Dreiteiligkeit vezeihen?

Vorwort zum Supplementband zu Bönninghausens kleinen medizinischen Schriften
von Dr. med. Klaus-Henning Gypser


Die Rückbesinnung auf die maßgeblichen Homöopathen der Anfangszeit dünkt manchem anachronistisch. Dieser Einschätzung folgend, wird eine "moderne" Homöopathie postuliert, die sich den heutigen Erfordernissen anzupassen habe. Als solche hat sich beispielsweise die Typenlehre der Gegenwart installiert. Bestimmte Symptomenreihen werden willkürlich unter einem Typus zusammengefaßt, der dann Grundlage einer Therapie sein soll, z. B. die Festlegung einer Sulphur-Symptomatologie auf den zerlumpten Philosophen oder, modern, den Manager. In dieser erstaunlichen Setzung offenbaren sich die Konsequenzen der Geschichts- und Traditionsferne von Praktikern, die sich selbstverständlich zu den Homöopathen rechnen, obwohl sie mit der Annahme von Typologien, was den Alten angesichts ihres unmittelbaren Verständnisses des Wesens der Homöopathie fremd sein mußte, außerhalb derselben stehen. So gerät mit der Akzeptanz von Typologien aus dem Blick, womit sich die Homöopathie ausschließlich befaßt, nämlich mit der Heilung von Krankhaftem. Worin aber die Heilung des in keiner Arzneiprüfung erzeugten zerlumpten Philosophen- oder Managertyps bestehen soll, müßte einmal gezeigt werden. Übrigens ruht auch die Berufung auf Kent für die Rechtfertigung der Typenlehre auf schwankendem Boden, denn dieser fordert keineswegs eine Fundierung der Similewahl in einem Typus, wie sich am Beispiel seiner Vorlesung über Sulphur zeigen ließe. So haben die Typologieexperten denn auch mit der genuinen Homöopathie im wesentlichen nur die Verwendung potenzierter Arzneien gemeinsam, die jedoch für die Konstituierung der Homöopathie nicht ausschlaggebend ist. Vgl. Hahnemann, S. Reine Arzneimittellehre, 2. Teil. 3. Aufl. Dresden und Leipzig 1833 (1816), S. 33.

Üblicherweise beruft sich dieser Kollegenkreis auf seine Behandlungserfolge. Dem ist entgegenzuhalten, daß jede etablierte Therapieform ihre Erfolge aufzuweisen hat, so daß die Rechtfertigung des Behandlungsansatzes aus dem Erfolg allein nicht ausreicht. Es müßte z. B. nachgewiesen werden, daß sich diese Erfolge mit deutlicher Regelmäßigkeit und gewisser Vorhersehbarkeit einstellen, und darüber hinaus untersucht werden, welche Kriterien der Rede vom Erfolg zugrundegelegt werden. Ob unter diesen Gesichtspunkten die therapeutischen Resultate der Mittelbestimmung über Typologien noch mit denjenigen der genuinen Homöopathie Schritt zu halten vermögen, bleibt abzuwarten.

Um ferner zu verdeutlichen, wie folgenschwer die unterlassene Rückbesinnung für die tägliche Praxis sein kann, sei das ergiebigere Beispiel des "Begriffs der Totalität der Symptome (nach Bönninghausen)" gewählt.

Das im jeweiligen Krankheitsfall zu Heilende ist die Totalität der Symptome (vgl. Org VI, §§7, 17, 18). Allerdings ist das Wissen um dasjenige, was die Symptomentotalität eigentlich ausmacht, verlorengegangen. Im Zuge des noch herrschenden Kentianismus und seiner von Swedenborg mitbestimmten Anthropologie ... besteht die Meinung, daß darunter alle Symptome, d. h. alle Abweichungen von der gesunden Verfassung im Sinne einer Privation zu verstehen seien, und zwar des Kranken und nicht der Krankheit. So ist selbst Braun, dem sich ein mangelndes Verständnis für die Notwendigkeit der Rückbesinnung kaum nachsagen läßt, dem Weltanschauungsdenken Kents mit folgender Äußerung erlegen (Braun, A. Methodik der Homöopathie. 2. Aufl. Regensburg 1982, S. 69):

"Wer den § 153 verstanden hat, wird die Homöopathie meistern können, und wer den § 7 befolgt, ist Homöopath im Sinne Hahnemanns. Wenn § 153 der schwierigste Paragraph des Organons ist, dann kann man den § 7 als den beschwerlichsten bezeichnen.
Beschwerlich, weil die Gesamtheit der Symptome des KRANKEN gemeint ist, nicht etwa einer Krankheit oder eines Syndroms."

Im genannten 7. Organonparagraphen ist jedoch keine Rede von dem "Kranken", sondern in 4facher Wiederholung und damit überdeutlich von der "Krankheit"! Deutet man mithin den Hahnemannschen Ansatz, der das gegenwärtige Kranksein, die "Krankheit" im Auge hat, auf den "Kranken" um, weitet sich der Betrachtungsrahmen von einer engeren zeitlichen Begrenzung auf das ganze bisherige Leben aus, was sich in der Praxis der Arzneiwahl als Verfehlung des Similes niedereschlagen kann.



In Antwort auf:
Hahnemann hatte ein klares Wissen in Bezug auf die Symptomentotalität, die aus Haupt- und Nebensymptomen gebildet wird:

"Die beständigsten, auffallendsten, die dem Kranken beschwerlichsten Symptome sind die Hauptzeichen. Der Arzt zeichnet sie aus als die stärksten, als die Hauptzüge des Bildes. Die singulärsten, ungewöhnlichsten Zeichen geben das Charakteristische, das Unterscheidende, das Individuelle an."
"(...)es ihnen auch kaum einfällt, zu glauben, daß diese Nebensymptome, diese übrigen, kleinern oder größern Abweichungen vom gesunden Zustande, mit ihrem Hauptübel im Zusammenhang stehen könnten."

Die Hauptsymptomatologie ist das Leiden oder Anliegen des Patienten, das ihn zum Arzt führt. Nebensymptome sind solche, die das Hauptsymptom begleiten. Was Bönninghausen über die "homöopathische Heilung der Zahnschmerzen" sagt, gilt allgemein. Dort heißt es:

"Den Lehren der Homöopathie zufolge ist der Zahnschmerz nur EIN Symptom (...), welches nie ganz allein da ist, sondern in seinem Geleite stets mehrere Krankheitserscheinungen mit sich führt, wenn letztere auch so geringe und dunkel sind, daß sie einer minder aufmerksamen Beobachtung entgehen. Die Gesammtheit aller dieser Krankheits-Symptome vollendet erst das Bild der Krankheit und giebt eben durch diese Symptome die Indikation auf das passende Heilmittel (...)"

In dieser Passage ist nicht nur die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebensymptomen sowie der daraus resultierende Begriff der Symptomentotalität von Wichtigkeit, sondern auch die Andeutung des Einheitstiftenden zwischen beiden Symptomenklassen. Bönninghausen spricht nämlich davon, daß das Hauptsymptom "in seinem Geleite stets mehrere Krankheitserscheinungen", die Nebensymptome, "mit sich führt." Folglich wird die Zusammengehörigkeit beider Symptomenklassen und damit das Ganze des Krankheitsgeschehens durch die Gleichzeitigkeit konstituiert.

An dieser Stelle sei hinzugefügt, daß Bönninghausen bereits im Stadium der Symptomenerhebung die Trennung in Haupt- und Nebensymptome vornahm.

Nach den bisherigen grundlegenden Ausführungen soll nun anhand von Kasuistiken überprüft werden, wie nahe den Praktikern der ersten Stunde die heute vergessene Symptomentotalität in ihrer Aufteilung in Haupt- und Nebensymptome war. Hierzu bietet sich als erstes eine von Hahnemann selbst veröffentlichte Krankengeschichte an. Es handelt sich dabei um eine 40jährige Lohnwäscherin (seufz), die, seit 3 Wochen erkrankt, über folgene zuoberst aufgeführten Hauptsymptome klagt:

"1. Bei jeder Bewegung, vorzüglich bei jedem Auftreten, und am schlimmsten bei jedem Fehltritte, sticht es sie in der Herzgrube, wohin es jedes Mal aus der linken Seite kömmt, wie sie sagt.
2. Im Liegen ist es ihr ganz wohl, dann hat sie gar keinen Schmerz irgendwo, auch weder in der Seite, noch in der Herzgrube."

Damit ist ihr Anliegen umrissen, aber sie beobachtete weitere, im Geleit des Hauptsymptoms aufgetretene Nebensymptome:

"3. Sie kann nicht länger als bis um 3 Uhr früh schlafen.
4. Die Speisen schmecken ihr, aber wenn sie etwas gegessen hat, so wird es ihr brecherlich.
5. Das Wasser läuft ihr dann im Munde zusammen und aus dem Munde, wie Würmerbeseigen.
6. Es stößt ihr nach jedem Essen vielmal leer auf.
7. Sie ist von heftigem, zu Zorn geneigtem Gemüthe. Bei starkem Schmerze überläuft sie Schweiß."

Noch deutlicher als diese Kasuistik demonstriert eine Krankengeschichte aus der Praxis von Stapf das damals offensichtlich gängige Verständnis für die aus Haupt- und Nebensymptomen gebildete Totalität, wie unzählige Fallberichte in dem von ihm geleiteten "Archiv für die homöopathische Heilkunst" zeigen. Es handelt sich um eine Patientin, die neben anderen Beschwerden in erster Linie unter einem gelbgrünen, eiterähnlich stinkenden Nasenkatarrh leidet, wozu Stapf bemerkt:
"Die unverkennbar große Ähnlichkeit, welche zwischen dieser Symptomengruppe, sowohl in Hinsicht auf das hervorstechende Hauptsymptom – die Ozaena – als auf die dasselbe begleitenden anderweitigen Symptome (...) statt findet (...)."

Nur der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß die publizierten Krankengeschichten aus der Praxis Bönninghausens regelmäßig die Unterteiltheit in Haupt- und Nebensymptome aufweisen.




In Antwort auf:
Aus dem Gesagten läßt sich folgendes ableiten bzw. näher bestimmen:

1. Nur diejenigen Nebensymptome gehören zu der zu behandelnden Totalität der Symptome, die immer gleichzeitig mit dem Hauptsymptom auftreten. Diese Gleichzeitigkeit muß rein phänomenal, d. h. im Sinne eines einfachen Zusammenvorkommens, nicht aber als Wechselwirkung im Sinne einer Kausalbeziehung verstanden werden.

2. Um den durch Gleichzeitigkeit gebildeten Zusammenhang von Haupt- und Nebensymptomen, d. h. um die Totalität der Symptome fixieren zu können, ist daher eine Datierung unerläßlich. Diese braucht jedoch keine zahlenmäßige zu sein, sondern kann auch im Sinne eines Lebensabschnitts erfolgen. Immer ist also festzustellen, seit wann das Hauptleiden und die in Begleitung des Hauptleidens mitauftretenden Nebenbeschwerden entstanden sind.

3. Symptome, die vor dem Entstehen des Hauptsymptoms schon ausgebildet waren, gehören, auch wenn sie noch gegenwärtig sind, nicht zu der im Augenblick zu behandelnden Totalität der Symptome. Das bezieht sich jedoch nicht auf Zeichen, die vor der Entstehung des Hauptsymptoms unausgebildet gegeben waren und die dann zum Hauptsymptom oder auch zu einem Nebensymptom geworden sind.

4. Akute Krankheiten nach dem Entstehen des chronischen Hauptsymptoms gehören ebensowenig zu der zu behandelnden Symptomentotalität. Anders verhält es sich hier mit Rezidiven. Diese müssen als Rezidivneigung unter die Nebensymptome aufgenommen werden, es sei denn, daß sie selbst Hauptsymptome sind.

5. Wenn Nebensymptome, die häufig das Hauptleiden begleitet haben, zeitweilig schweigen, so gehören sie dennoch zur Totalität der zu behandelnden Symptome.

6. Sofern das Hauptsymptom in einem Leibesbereich lokalisiert ist, sind die Nebensymptome in der Regel in einem anderen Leibesbereich anzutreffen. Ist das Hauptsymptom im Gemütsbereich angesiedelt, finden sich im allgemeinen die Nebensymptome im Leibesbereich.

7. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das aufgrund der gegenwärtigen Totalität indizierte chronische Mittel auch auf schon vorher bestehende chronische, jetzt noch anhaltende Symptome paßt. Dieser Sachverhalt bildet allerdings eher die Ausnahme.

8. Dieser, den Anfängen der Homöopathie selbstverständliche Entwurf der Totalität ermöglicht auch eine konkretere Einschätzung des Therapieverlaufs. Ist nämlich das passendste Mittel einmal verabreicht, so hat sich in der Folgezeit das Hauptsymptom zu bessern und nicht nur die den Patienten im großen und ganzen weniger belästigende Nebensymptomatologie. Anderen Ansätzen, die zwischen Haupt- und Nebensymptomen nicht zu unterscheiden wissen, verschwimmt hier zuweilen die korrekte Beurteilung, so daß Änderungen in der Nebensymptomatologie bereits als Behandlungserfolg gewertet werden.



In Antwort auf:
9. Wer im chronischen Fall die Trennung der Haupt- und Nebensymptome von den alten, nicht zur gegenwärtigen Totalität gehörenden Symptomen unterläßt, d. h. alle je gewesenen chronischen Symptome bei der Fallanalyse zusammenzieht, wird nicht nur häufig das Simile verpassen, sondern auch immer wieder ein Mitglied desselben kleinen Kreises großer chronischer Mittel herausbekommen. Er wird sich dann über vepaßte oder nur außerordentlich langsam gelingende Heilungen wundern. Daß bei solchem Vorgehen die mit den Grundlagen der Homöopathie unvereinbare Konstitutionsmittelidee Pate steht, soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Die Rückbesinnung auf den ursprünglichen Ansatz läßt denn auch andere, z. B. sogenannte kleinere Mittel notwendig werden, so daß man nachvollziehen kann, weshalb die Praktiker des vergangenen Jahrhunderts auf Prüfungen weiterer Mittel und den damit verbundenen Ausbau der Materia medica homoeopathica drängten.

10. Auf Sonderfälle, z. B. Vorliegen eines uncharakteristischen Hauptsymptoms bei gleichzeitigem Fehlen von Nebensymptomen, was auf das Thema einseitige Krankheiten verweist, soll hier nicht eingegangen werden.

Nach Bönninghausen muß "der Genius des Heilmittels in allen Beziehungen dem Genius der Gesammtkrankheit, wie er sich durch seine charakteristischen Symptome zu erkennen giebt, genau entsprechen".
Dies sei exemplarisch für das Hauptsymptom der oben angeführten Hahnemann-Kasuistik mit Hilfe des Bönninghausenschen "Therapeutischen Taschenbuchs" dahingehend überprüft, ob die verordnete Arznei, Bryonia, in den beiden obersten Gradstufen, die den Genius repräsentieren, vorkommt.

Bewegung < (307) BRY
Auftreten < (305) BRY
Stechen (184) BRY
Herzgrube (66) BRY
Liegen > (366) BRY
Bryonia ist in allen Rubriken im höchsten Grad vertreten.

Die gesamte hier dargelegte Methodik läßt sich mit einer Zielscheibe vergleichen, wobei das schwarze Zentrum dem Hauptsymptom, die umgebenden Ringe den Nebensymptomen entsprechen. Ob sich das Hauptsymptom tatsächlich immer in den rangmäßig höchsten Graden widerzuspiegeln hat, muß allerdings offen bleiben.

Durch die Untergliederung der Symptomentotalität in Haupt- und Nebensymptome wird auch Hahnemanns Anweisung, manche Mittel nur einmal während der chronischen Behandlung zu verordnen, verständlich. Gemeint ist nämlich, während der jeweiligen Krankheit und nicht im Verlaufe des gesamten Lebens.

Wie reiht sich in das Schema von Haupt- und Nebensymptomen die Heringsche Anweisung, die zuletzt entstandenen Beschwerden zuerst zu behandeln ein? Darunter ist nichts anderes zu verstehen, als die gegenwärtige Totalität von Haupt- und Nebensymptomen, derentwegen der Patient den Arzt aufsucht, hinsichtlich der Mittelwahl einzig ins Auge zu fassen.



In Antwort auf:
Wow .... da hab ich im Bett gleich ordentlich was zu lesen.

Danke Ilse ... *freu*
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Lieber Gruß Brigitte



In Antwort auf:
Hallo Ilse

Vielen Dank für Deine Mühe.

Diesen Text habe ich mir ganz genüsslich reingezogen, während im Hintergrund eine Hommage auf Leonard Cohen (auf Arte) lief.

Der Text würde auch gut in die Rubrik "Grundlagen der Homöopathie" passen.

LG Günther


In Antwort auf:
Sehr zu empfehlen ist auch das Sonderheft 02/2002 der Homöopathie-Zeitschrift. Das war meine theoretische Grundlage, dann noch ein 2-tägiges Seminar (bei mir war es an der Hom.-Akademie in Gauting) und die angegebene Literatur. Damit lässt sich gut arbeiten.
(Hatte mich vor langer Zeit mal vorgestellt - ich arbeite als Tierhomöopathin und finde die Methode gerade in diesem Bereich sehr brauchbar)
VG,
Susanne


In Antwort auf:
Hallo Susanne

Das therapeutische Taschenbuch und das Repertorium habe ich auch von einem Tierhomöopathen ersteigert.
Er meinte, "tolle Bücher, aber er arbeitet lieber mit dem Kent".

Da mich die Tierhomöopathie sehr interessiert:

Könntest Du mir sagen, wo Du die Vorzüge bei Bönninghausen in der Tierhomöopathie siehst?

Danke im vorraus und liebe Grüsse

Günther


In Antwort auf:
Guten Morgen Günther,
die Vorteile liegen zum einen darin, dass der anamnestische Schwerpunkt auf den lokalen, akuten Symptomen liegt. Bei Tieren haben wir es oft mit einer leeren Familien-Anamnese und einseitigen KH des zu behandelnden Tieres zu tun. Es gibt mehr klinische Symptome, die nach der B.-Methode sehr detailliert erfasst und differenziert werden, und obwohl "nur" lokal sehr exakt differenziert werden können und müssen. Wir haben weder Schmerz-Qualiäten, noch Traum-Sy noch die Menge an Gemüts-Symptomen die die Kent-Methode auszeichnet. Es ist eher selten der Fall dass man ein Gemütssymptom eindeutig in den Vordergrund stellen kann, meistens sind es sehr allgemeine Gemütssymptome. Da haben wir bei B. die Möglichkeit (und Bedingung), die Sys, v.a. die Modalitäten, sehr exakt zu beschreiben (Erbrechen, grün, 1 Std. nach Essen, Kälte bessert, Durchfall wie Wasser, agg. nachmittags, Haut schuppig, trocken, Kopf, agg. im Haus, agg. Aufregung, etc.; so zusammengesetzte sy gibt es sonst kaum, bei B. zerlegst du aber in diese Einzelteile und hast zu jedem Bestandteil eine Mittelauswahl, wo du sonst oft dastehst weil du das derart zusammengesezte, vollständige Sy nicht findest. Der Focus liegt hier auf dem charakteristischen weil vollständigen Sy.; Abgesehen davon hat man bei der B. eine Vorgehensweise, bei der die Mittel durch seine Graduierung und strenge Validierung sehr zuverlässig und zweifelsfrei sind.
Ich habe beste Erfolge sowohl bei chronischen als auch bei akuten Zuständen und komme schnell und sicherer zum Mittel. Allerdings war Boenninghausen für mich der Übergang zu Boger, der seine Methode nochmal konzentrierter und generalisierter abgewandelt hat. Aber das ist ein anderes Thema ;-)
VG,
Susanne



In Antwort auf:
Hallo Susanne

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.

Na, da bin ich mal gespannt, wenn ich mich über den Bönninghausen hermache.
Hört sich auf jeden Fall vielversprechend an.

LG Günther


In Antwort auf:
Zitat:

Susi schrieb am 15.07.2008 22:20 Uhr:
Sehr zu empfehlen ist auch das Sonderheft 02/2002 der Homöopathie-Zeitschrift. Das war meine theoretische Grundlage, dann noch ein 2-tägiges Seminar (bei mir war es an der Hom.-Akademie in Gauting) und die angegebene Literatur. Damit lässt sich gut arbeiten.
(Hatte mich vor langer Zeit mal vorgestellt - ich arbeite als Tierhomöopathin und finde die Methode gerade in diesem Bereich sehr brauchbar)
VG,
Susanne




Vielen Dank für den Tipp . Ich hab es mir bestellt und es ist gestern angekommen. Es scheint ja wirklich sehr ausführlich zu sein und ich werde es mir gleich heute abend zu Gemüte führen
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Lieber Gruß Brigitte



In Antwort auf:
In diesem Falle sollte ich wohl das Sonderheft auch noch dazu nehmen.

Habe gerade beim Narayana-Verlag angerufen und dazu legen lassen.
Morgen habe ich es dann auch und bin sehr gespannt.
Da habe ich doch für die Bücher eine gute Grundlage (incl. Ilse's Posting).

LG Günther


In Antwort auf:
Ich gestehe, ich konnte nicht mehr bis heute abend abwarten

Genau nach so etwas hatte ich gesucht Susanne

Günther ich glaube, das bringt uns weiter
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Lieber Gruß Brigitte



In Antwort auf:
Liebe Brigitte,
lieber Günther,

Eure Euphorie gefällt mir! Hoffentlich bleibt ihr dabei und ich habe zukünftig Spezialisten zum Austausch hier. Noch eine Bezugsquelle: beim Von-der-Lieth-Verlag gibt es die komplette Literatur, der ist auf Boger und Bönninghausen spezialisiert, sowie sehr empfehlenswerte Computer-Programme.



In Antwort auf:
Na, bis zum "Spezialisten" wird es noch ein weiter Weg sein . Aber nachdem ich das von dir genannte Sonderheft in den letzten Nächten nicht vor 1 Uhr aus der Hand legen konnte, muss ich sagen, dass mich die Bönninghausen-Methode sehr interessiert.

Ich bin ja durch die bisherige Ausbildung eine reine "Kent-ianerin" gewesen, habe innerhalb meiner Familie auch schon bei einigen Fällen Erfolg gehabt, aber es blieb immer die Frage "Mache ich es auch wirklich richtig?"

Das was ich bisher über die Arbeitsweise von Bönninghausen gelesen habe, macht mir sehr vieles deutlich und es klingt für mich logisch und richtig.

Dieses Wochenende werde ich nutzen, um mich noch einmal der Migräne meiner Tochter anzunehmen, die sich zwar schon um einiges gebessert hat (längere Abstände zwischen den Migräne-Anfällen, Symptome nicht mehr so intensiv), aber eben doch noch nicht vollständig verschwunden ist.

Vielleicht und hoffentlich bringt mich die Bönninghausen-Methode nun weiter.

Jedem der sich dafür interessiert, kann ich wirklich dieses Sonderheft empfehlen. Es stellt für mich den idealen Einstieg für weitergehende Literatur dar.


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Lieber Gruß Brigitte



In Antwort auf:
Hallo,

danke für diesen Thread, besonders auch an Ilse für den Gypser-Text.
Obwohl ich mich ja schon lange mit Homöopathie beschäftige, hatte ich Bönninghausen bisher wirklich ausgespart, leider.
Ich habe mir auch gleich das Sonderheft der HZ bestellt u. lese das jetzt mal.
Ilse, hast du Erfahrung, nach Bönninghausen zu arbeiten? Oder ihr alle anderen natürlich auch?
Ich hatte in meinem Eifer gleich mal versucht einen Fall so anzugehen, also Hauptsymptom, Neben-, begleitende etc. u. wirklich alles rausgelassen, was nicht eindeutig erst seit dieser Krankheit besteht.
Kann man das auch mit Radar reppen oder ist das ausschließlich mit den original "Werkzeugen" möglich.

Die Methode hat mich zunächst mal fasziniert, obwohl hier ja quasi umgekehrt vorgegangen wird wie bei Carrara/Candegabe, die ja die historischen "Symptome" (was manchmal eigentlich keine Krankheitssymptome sind, wie Träume u. Speisenvorlieben) ganz hoch gewichten u. aktuelle körperl. Symptome in ihre Rep. meist gar nicht reinnehmen. Ich hatte mich mal mit dieser Methode beschäftigt, nachdem ein paar Damen hier in meiner damaligen Arbeitsgruppe nur noch so gearbeitet haben, u. auch von einem hiesigen "Guru" sehr beeinflusst waren, der anscheinend nichts anderes daneben gelten lässt. Naja, wie überall u. so oft... Kennt jemand von euch diese Methode von Carrara/Candegabe u. hat Erfahrungen damit.

Liebe Grüße u. einen schönen Sonntag wünscht Euch, Birgit


In Antwort auf:
Hallo Birgit,


Zitat:

Birgit schrieb am 03.08.2008 08:39 Uhr:
Ilse, hast du Erfahrung, nach Bönninghausen zu arbeiten? Oder ihr alle anderen natürlich auch?
...
Kann man das auch mit Radar reppen oder ist das ausschließlich mit den original "Werkzeugen" möglich.
...
Kennt jemand von euch diese Methode von Carrara/Candegabe u. hat Erfahrungen damit?






Du kannst auch mit Radar nach Bönninghausen arbeiten, wenn Du nachrüstest und das Bönninghausen-Modul dazukaufst. Dann funktioniert das wunderbar. Siehe hier: http://www.radar-csp.de/?id=84
Wenn Du aber noch nicht Radar 10 hast, sondern eine ältere Version, funktionieren die Zusatzmodule nur mit einem Upgrade auf Radar 10 oder, anders ausgedrückt, man kann sie nur für die jeweils aktuelle Radar-Version nachbestellen. Das Upgrade ist aber sowieso sinnvoll, weil Radar 10 eine ganze Menge neuer, zusätzlicher Methoden und Arbeitstechniken hat, die die Arbeit erleichtern.

Die Candegabe-Methode habe ich probiert, aber sie schien mir viel zu umständlich und wenig praxistauglich. Wahrscheinlich muß man Candegabe heißen, um das richtig zu verstehen und zu praktizieren.
Mir macht's einen Knoten im Hirn, obwohl ich normalerweise nicht überdurchschnittlich begriffstutzig bin.
Ich komme mit "normaler" Repertorisierung oder mit dem Vithoulkas-Expertensysten (auch ein Zusatzmodul bei Radar) zu besseren Ergebnissen.

Liebe Grüße,
Thomas



In Antwort auf:
Hallo, Birgit,
Erfahrung mit Bönninghausen habe ich nicht. Ich habe erst einen Tierfall damit gelöst. Aber ich übe. Viele Hom. verwenden das TTB auch zur Vorauswahl und arbeiten dann mit dem Symptomenlexikon weiter. Damit will ich mich auch mal wieder beschäftigen.
LG ilse


In Antwort auf:
Hallo Thomas,

danke für die Infos.
Ich habe tatsächlich noch eine 9er Version von Radar u. werde jetzt ganz sicher upgraden.
Habe mir gleich gestern noch eine Demo bestellt, da sollte das Bönninghausen-Modul dabei sein. Bin sehr gespannt.
Ich bin mit Candegabe auch nicht zurecht gekommen. Das war, glaube ich, vor 3 Jahren, als ich mich mal intensiv damit beschäftigt habe.
Aber ich erinnere mich noch an die Gespräche damals mit den 2 Damen im Arbeitskreis. Jetzt nachdem ich mir Bönninghausen angeguckt habe, kommt das mir ja vor wie völlig entgegengesetzt, zumindest was die Aktualität, bzw. auch die Betonung der Hauptbeschwerde angeht. Ich fand das bei Candegabe auch nie nachvollziehbar, dass ich da 5 Etagen unter den aktuellen Symptomen suchen soll, so hat das jedenfalls damals auf mich gewirkt.

Liebe Grüße, Birgit



In Antwort auf:
Hallo Ilse,

hast du das Symptomenlexikon?
Habe ich mir gestern auch mal angesehen, das ist ja ein Monumentalwerk
Irgendwie bin ich zur zeit doch wieder sehr auf der Suche, "meine" Vorgehensweise in der Homöopathie zu finden. Ich habe mir schon so einiges angesehen u. auch probiert, zuletzt Sankaran, aber ich kann derzeit nicht sagen, dass ich mich wirklich "glücklich" fühle.
Mir geht es auch nicht darum, zu sagen, eine Vorgehensweise ist besser als die andere. Ich hab auch nichts dagegen, wenn jemand mit Seghal super zurecht kommt. Im Gegenteil. Wichtig finde ich, dass jeder ganz u. gar hinter dem steht, was er tut u. sich einfach in einer "Methode" so richtig daheim fühlt.
Wie gesagt, zur zeit suche ich

Liebe Grüße, Birgit


In Antwort auf:
Hallo, Birgit,
ja, als das SL rauskam habe ich mich zum Kauf drängen lassen, von wegen Sonderpreis und so. Zu Anfang habe ich mich sehr damit beschäftigt. Kaufen würde ich es mir nicht wieder, die Wälzer sind kaum zu handhaben. Jetzt gibt es eine Computerversion, vielleicht schaffe ich mir die an.

Re: verschiedene Methoden. Sehe ich auch so, soll doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Nur Homöopathie sollten sie dann nicht heißen.
LG ilse

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