#1

Wirkungsdauer von Sepia

in Allgemeines zur Homöopathie 28.11.2008 15:11
von Medusa (gelöscht)
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ilse
Moderator Geschrieben am 06.01.2008 01:06


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Hallo, zusammen,
ich habe gerade mit der Wiederholung von Sepia schlechte Erfahrung gemacht. Nach mehr als 7 Wochen Wirkdauer der ersten Gabe war ein Teil der Symptome wiedergekommen. Ich wartete knapp eine Woche und wiederholte dann (C30, Fläschchenauflösung, davon 1 Tr. aus dem ersten Glas):
Ich wusste zwar, dass Sepia sehr lange wirkt und hatte schon oft gelesen, dass es nur in großen Abständen wiederholt werden darf, aber welche Zeiträume darunter zu verstehen sind, war mir nicht klar - nämlich "viele Monate" bis "nie", wie mir jetzt von verschiedenen Homöopathen gesagt wurde.

Darunter auch 2 interessante Anmerkungen:

W. Köster:
"es gibt arzneien wie sepia, die periodisch wirken, was sich phänomenologisch als schub und leerlauf äußert. das muss man wissen, um nicht in ein wirkschubfreies intervall mit dem trugbild einer verzögerung der prozessfunktion hinein zu therapieren, was dann doch in die wirkung der vorherigen gabe eingriffe. dann ernteten sie allzu leicht unangenehme konsequenzen wie die einer massiven verschlimmerung über wochen".

und:

Auszug aus Krankenjournal D34 (Hahnemanns Köthener Zeit, denke also hauptsächlich seine C30-Zeit)

„Notiz zum Auswirken lassen der Mittel
Hahnemann verwendet das Krankenjournal D34 fast ausschließlich für die Registrierung der Anamnesen. Eine der wenigen Ausnahmen ist eine von seinem Kollegen Gerstorff mitgeteilte Erfahrung (S.420), die dieser mit Jahr und Wislicenus teilt:

Bei der Therapie chronischer Krankheiten treten gewöhnlich in der 7.,8. oder 9. Woche (selten auch in der 6. Woche, wenn die Besserung sehr früh eintrat) die bereits verschwundenen Krankheitssymptome oft sogar verstärkt für höchstens 10 bis 14 Tage noch einmal auf – hier zeigen sich stets gute Erfolge, wenn Patient und Arzt Geduld haben und abwarten, ohne ein neues Mittel zu geben."

Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder könnt sie euch bei der nächsten Sepiaverordnung ersparen.
LG ilse

In Antwort auf:
hm, war mir bisher nicht geläufig. ich nehme es zur kenntnis und werde es beobachten und bei ähnlichen berichten aufhorchen.

was ich selber lange zeit nicht verstehen wollte, war die erhöhung der potenz des selben mittels um i.d.r. mindestens 2 potenzstufen, wenn symptome sich verstärkten oder verstärkt wiederkamen, das mittel aber mit sicherheit das richtige ist.

so kommt es nicht selten vor, dass die wirkung einer niedrigeren potenz, die körperlichen oder auch seelischen symptome auf dieser ebene festhält oder sozusagen eingraviert. der prozess bleibt auf dieser ebene hängen und kann durch eine deutlich höhere potenz durch diese stagnation gebracht werden.

lg
paulo

In Antwort auf:
Na ja, mit der etwas höheren Potenz antidotierst du die überschießende Reaktion auf die vorherige Gabe. Gleichzeitig setzt sie einen neuen, anderen Reiz. Das ist auch das Prinzip der LM.

Deswegen verwende ich fast immer die Fläschchenauflösung bei C-Potenzen = modifizierte Gabe, weil dabei wie bei LM durch das Schütteln und Verdünnen die Arznei verändert/geringfügig höher potenziert wird.

Mir scheint, seit gestern hat sich mein Sepia-Fall wieder einigermaßen berappelt - hoffentlich hält es an. Aber an eine weitere Gabe werde ich mich so schnell nicht mehr rantrauen.
LG ilse

In Antwort auf:
Hallo Ilse,
Rehman gibt an: 40-50 Tage, nach Hahnemann 100 Tage.
Interessant ist noch: "Sepia sollte nicht nachts gegeben werden".
Mehr Info bei Bedarf.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Zitat:


Mehr Info bei Bedarf.
LG
Thomas




Ha, Witzbold....Bedarf besteht hier doch immer...

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo zusammen

Wie sieht es eigentlich bei Sepia aus, wenn man LM-Potenzen gibt?
Also ich meine jetzt z.B. LM30, 60, 90 etc.
Ich habe mal gelesen, dass allgemein die höheren LM-Potenzen ca. 1 mal wöchentlich gegeben werden. Natürlich immer Verlaufsabhängig, die Symptomatik stets beobachtend.
Aber eben wie sieht es bei Sepia aus oder bei anderen lang wirkenden Mittel wie z.B. Phosphorus, Silicea etc? Und ist Sepia im Vergleich zu anderen lang wirkenden Mittel noch einmal seperat zu sehen?

@ Ilse
Als ich damals zu dieser Staphisagria-Geschichte Sepia nahm, hat es mir gut geholfen, nach der zweiten Gabe (30) setzte es sofort Symptome auf.

LG Günther

In Antwort auf:
Hallo Ihr Lieben,

die Ungeduld ist der größte Feind des Homöopathen.

Auch ich habe schon mal Erfahrungen mit Sepia und zu früher Wiederholung gemacht. Der Fall ist wie ein Kartenhaus zusammengefallen und hat sich nur langsam wieder erholt.

Diese Sepia Erfahrung kann uns leider auch mit anderen Mitteln passieren.

LG
Frank

P.S. Bei LM Potenzen schätze ich die Gefahr nicht so hoch ein, jedoch würde ich bei einigen Mitteln auch hier nicht die Hand ins Feuer legen wollen.

In Antwort auf:
Hallo, Frank,

Zitat:

P.S. Bei LM Potenzen schätze ich die Gefahr nicht so hoch ein, jedoch würde ich bei einigen Mitteln auch hier nicht die Hand ins Feuer legen wollen.




Würde ich nach dieser Erfahrung auch sagen, denn die modifizierte Gabe, wie ich sie verabreicht habe, ist der LM ja sehr ähnlich.
LG ilse

In Antwort auf:
Ich häng mich jetzt mal hier an, da es ja um die Wiederholung von Sepia geht.
Als ich euren Austausch über Sepia gelesen habe, ist mir was wie Schuppen von den Augen gefallen. Und zwar ist mir die Behandlung an einem Pferd bekannt, ich kenn es nicht persönlich, aber die Besitzerin Das Pferd bekam im letzten Jahr etwa um die gleiche Zeit wie jetzt Sepia C1000. Das lief prächtig, sowohl auf psychischer wie körperlicher Ebene gings bergauf, das Pferd war annähernd symptomfrei. Nach drei bis vier Monaten kam wieder eine Verschlechterung. Sepia C1000 wurde wiederholt. Und dann ist genau das passiert, was ihr auch berichtet habt. Der Fall klappte zusammen. Es kam nie mehr zu einer Verbesserung, es gab richtige Schübe, entweder im Verhalten oder auf körperlicher Ebene. Ich weiß jetzt nicht genau, aber ich glaube es wurde dann mit Phos. weiterbehandelt. Das brachte aber auch nicht den gewünschten Erfolg. Natürlich nicht.
Rehman spricht ja sogar davon, dass Sepia ein Mittel ist, das in chron. Fällen eine Wiederholung nicht verträgt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, mein ich, dass Sepia in diesem Fall sehr gut gewählt war, aber die Wiederholung alles kaputt gemacht hat.
Ich weiß jetzt nicht, wie ich mir das vorstellen kann. Kann man diesem Pferd, jetzt nach fast einem Jahr nochmal Sepia geben, oder würde das für noch mehr Durcheinander sorgen?
Phos. Ist bei Rehman als Antidot wie auch als Komplementärmittel und als Folgemittel angegeben.
Wie würde man denn, rein theorethisch, jetzt da vorgehen? Der Fall ist sozusagen ja versaut, erst durch die Wiederholung von Sepia und dann durch das Hinterherschieben von Phos..
Und wie hätte es laufen können, wenn Sepia nicht wiederholt worden wäre. Ich denk mal, dass eine einzelne Gabe von Sepia den Fall ja nie zum Abschluss gebracht hätte, oder?
Mir geht’s jetzt nicht um den Fall an sich, sondern eben um die Wiederholung von Sepia generell.

Neugierige Grüße
Micha

In Antwort auf:
hallo wuschelhund,

ich habe diese spezialität von sepia hier kürzlich auch zum ersten mal gelesen und finde es erstmal interessant. bisher hatte ich noch nicht ausreichend gelegenheit, um in der praxis diese theorie zu bestätigen oder zu widerlegen.

man muß aufpassen, inwieweit die eigene erwartungshaltung bei der klinischen überprüfung solcher thesen mit rein spielt.
es ist mir etwas zu einfach zu sagen, "na klar, die wiederholung von sepia ist an allem schuld". wie in jedem fall sollte man die reaktionen genau beobachten und bewerten. es können verschiedenste faktoren mit rein gespielt haben.

auch finde ich die sichtweise, "den fall versaut zu haben" bedenklich. ist das glas nun halb voll oder halb leer? meiner meinung nach passieren solche "fehler" nicht umsonst, sondern liegen in der dynamik und reaktionsweise des patienten mit begründet. ein anderes pferd hätte wohlmöglich positiv auf die 2. gabe reagiert. bestimmt gibt es auch dafür fallbeispiele.

trotzdem nehme ich diesen hinweis der gefahr der sepia-wiederholung ernst und würde durchaus auch den fall von dieser warte aus betrachten.
aber wie gesagt, in jedem einzelnen fall hat es seine besonderen gründe.
ich würde mich von daher auf diese dynamik konzentrieren, versuchen sie zu verstehen und dann mit aller ruhe schauen, wie es weiter gehen soll.

lg
paulo

In Antwort auf:
Danke Paulo,

es mag von mir überzogen gewesen sein, den Fall als versaut zu bezeichnen. Auch gebe ich nicht Sepia die Schuld, sondern der Wiederholung. Aber Beurteilen kann ich den Fall ja nicht, da ich das Pferd nicht kenne.
Mir gings eher darum, gesetzt dem Fall, es ist wirklich so gewesen, dass die zweite Gabe verfrüht war, falsch war usw., was rein theoretisch dann passiert, wenn jetzt nach dieser langen Zeit, Sepia wiederholt wird. Natürlich vorausgesetzt, dass Sepia bei der Rep. wieder durchgeht.
Ich fand nämlich die Berichte hier zur Wiederholung von Sepia so interessant und konnte da Parallelen erkennen.
Deswegen auch meine Frage, die eigentlich rein theoretischer Natur war.

LG Micha

In Antwort auf:
Hallo, Micha,
ich weiß in meinem Fall (ist meine Mutter) auch noch nicht, wie ich weiter vorgehen werde. Erwartungshaltung hat bei mir bestimmt nicht mitgespielt, Paulo.

Meine Mu hat sich inzwischen wieder berappelt, es kommen aber immer mal Phasen, in denen alte Symptome hochkommen, und zwar ausgeprägter als bei anderen Mitteln, die ich bisher angewendet habe.

Inzwischen habe ich von anderen Hom. mehrfach gehört, dass Sepia nicht nur sehr lange wirkt, sondern auch "unverwüstlich" ist - also eine Zeit nach ungewollter Antidotierung plötzlich wieder Wirkung da ist.

Ich lasse mich einfach mal überraschen, vielleicht treten irgendwann neue Symptome auf, die auf ein Folgemittel hinweisen.
LG ilse

In Antwort auf:
Zitat:

ilse schrieb am 10.02.2008 20:03 Uhr:
Inzwischen habe ich von anderen Hom. mehrfach gehört, dass Sepia nicht nur sehr lange wirkt, sondern auch "unverwüstlich" ist - also eine Zeit nach ungewollter Antidotierung plötzlich wieder Wirkung da ist.
LG ilse




Hallo Ilse,

das ist ja interessant. D.h. dass jetzt in meinem berichteten Fall, wie in deinem plötzlich wieder ein Wirkung von Sepia zu erkennen sein kann.
Das kann dann aber auch positiver Natur sein, sprich die Heilung geht weiter? Habe ich das richtig verstanden?
Wenn das so ist, kann man ja nur abwarten, abwarten und nochmals abwarten.
Ich lerne das Pferd Anfang März persönlich kennen, es steht in Österreich.
Da werde ich dann weitersehen und mich wie du Ilse, überraschen lassen.

LG Micha

In Antwort auf:
Zitat:

ilse schrieb am 10.02.2008 20:03 Uhr:


Inzwischen habe ich von anderen Hom. mehrfach gehört, dass Sepia nicht nur sehr lange wirkt, sondern auch "unverwüstlich" ist - also eine Zeit nach ungewollter Antidotierung plötzlich wieder Wirkung da ist.

LG ilse




diesen aspekt kenne ich auch von anderen mitteln. dass die wirkung z.b. durch kaffee ausetzt oder gemildert wird, aber ohne nochmalige einnahme danach wieder rauskommt.

lg
paulo

In Antwort auf:
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Symptom mit der engen Beziehung Sepias zur Frau und ihrem Zyklus zusammenhängt. (Natürlich gibt es auch Sepiamänner, aber entweder viel weniger oder sie werden nicht erkannt.)
Bei den typischen Frauenmitteln, bzw. denen, die direkten und starken Einfluss auf den Zyklus zeigen, können auch die Symptome zyklisch schwanken.
Ich bin aber insgesamt immer sehr skeptisch bei solchen mittelspezifischen Aussagen. Ähnliches habe ich schon mal über die Gefährlichkeit der Mittelwiederholung von Calcium carbonicum und Lachesis gelesen. Beides hat sich in meiner Praxis bisher noch nicht bestätigt.
Ich halte mich lieber an Vithoulkas und Geukens, die mehrfach geschrieben haben, dass das richtige Mittel nicht schaden kann und das man es sehr wohl wiederholen darf. Wahrscheinlich bliegt es an deren meisterhaften Verschreibungen. Ich bin dagegen ein kleines Licht und beschränke mich auf seltene Gaben. Und vielleicht hat Hahnemann ja solch kleine Lichter wie mich vor Augen gehabt bei so manchen seiner Äußerungen.



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