#1

Homöopathische Prophylaxe

in Allgemeines zur Homöopathie 28.11.2008 08:38
von Medusa (gelöscht)
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kaya
Moderator Geschrieben am 02.08.2007 21:34


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Hallo an alle,
ich habe mal wieder eine Frage.

Immer häufiger höre ich von homöopathischer Prophylaxe.
- Was versteht man darunter?
- Was bedeutet das?
- Ist das seriös?

Wie kann ich ein hom. Mittel einsetzen, wenn ich noch garnicht krank bin bw. wenn ich noch gar keine Symptome entwickelt habe. Woher weiß ich dann welches Mittel passt?
Ich lese z.B. von hom. Impfprophylaxe oder Prophylaxen vor z. B. Gebirgswanderungen zur besseren Adaption an ungewohnte Höhen oder auch um der Höhenkrankheit vorzubeugen.
Geht das?

Danke schon mal für eure Meinungen bzw. Erfahrungen

LG
Christa

In Antwort auf:
Hallo, Christa,
homöopathische Prophylaxe ist a Schmarrn. Ohne Symptome läßt sich nunmal keine Arznei finden. Meist werden Nosoden zur Prophylaxe genannt.
Ravi Roy hat sich auf dem Gebiet besonders stark gemacht, aber ich habe mir sagen lassen, dass er inzwischen zurückrudert.

Hering nennt Coca und Arsen als Mittel für die bösen Folgen von Wanderungen in großer Höhe. Im Abschnitt Nerven steht dann auch noch: "Coca schiebt den Hunger hinaus und verleiht ungewöhnliche Heiterheit, ermöglicht in große Höhen zu steigen, Lasten zu tragen oder schnell zu laufen ohne ein Gefühl von Müdigkeit oder Atemlosigkeit."

Damit meint er natürlich die Ursubstanz. Aber mit einer Tiefstpotenz könntest du dich auch noch anturnen.

Auch der sonst eher brave G. Köhler spricht von Prophylaxe vor Hochgebirgstouren mit Coca und Arg-n. Er nennt dann gleich die entsprechenden Symptome, echt schwachsinnig: Kann nicht in Abgründe sehen, Impuls, sich in den Abgrund zu stürzen usw. Wer solche Ängste hat, wird ja wohl kaum eine Hochgebirgstour machen wollen.
LG ilse

In Antwort auf:
Hallo Christa,

kann mich Ilse nur anschliessen. Und eigentlich hast Du diese Frage schon selbst beantwortet. Die Hom. ist nunmal keine Medizin der Prophylaxe im eigentlichen Sinne. Es gibt zwar die eine oder andere Prophylaxe (z.B. vor/nach Operationen usw.) aber das sind Ausnahmen.
Das mit der Impfproph. halte ich für sehr gefährlich, denn die kann es gar nicht geben. Hier kann man mit hom. Unterstützung (immer ausgewählt nach den gegebenen Umständen) den Körper soweit stärken, dass er mit Infektionskrankheiten gut zurecht kommt, bzw. sie gar nicht erst bekommt. Eine meiner Hündinnen z.B. hat einen pos. Borreliosetiter als Zeichen dafür, dass sie den Kontakt mit einer infizierten Zecke hatte, ihr Körper aber in der Lage war, diese selbständig zu bekämpfen (dieser Titer ist übrigens auch nach eine Borrelioseimpfung gleichermassen erhöht, was einige TÄ leider nicht wissen/erkennen und eine AB-Behandlung starten...).

Seriös ist sowas also, vor allem im Impfbereich, keinesfalls. Ich weiss, dass es sog. "hom. Impfungen" gibt (bzw. geben soll), was in meinen Augen aber völliger Schwachsinn ist und gefährlich obendrauf.

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo Ilse und Marion,
danke für eure Bestätigungen meiner Gedanken dazu.

@Ilse


Zitat:

ilse schrieb am 02.08.2007 22:30 Uhr:
Auch der sonst eher brave G. Köhler spricht von Prophylaxe vor Hochgebirgstouren mit Coca und Arg-n.




Genau das hatte ich gelesen und mich gewundert, dass das von dem Gerhard Köhler so beschrieben wird. Ich hatte mich schon gefreut, mit meinem Mann dann endlich mal mitgehen zu können, denn genau das sind meine Symptome, wenn ich höher komme und in einen tiefen Abrund schaue.
Also bleibe ich weiterhin in lieblicheren Höhen.

danke und genießt das schöne Wetter

LG Christa

In Antwort auf:
Hallo liebe Mithomöopathen,
ich sehe das, obwohl Ihr im Grundsatz sicher recht habt, etwas differenzierter und habe auch schon gute Erfahrungen mit "homöopathischer Prophylaxe" gemacht. Habe aber jetzt garade keine Zeit, meine Gedanken zu Papier zu bringen, das Posting wird etwas länger. Ich werde morgen mal was dazu schreiben.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Zitat:

Old bear schrieb am 04.08.2007 17:12 Uhr:
Hallo liebe Mithomöopathen,
ich sehe das, obwohl Ihr im Grundsatz sicher recht habt, etwas differenzierter und habe auch schon gute Erfahrungen mit "homöopathischer Prophylaxe" gemacht.
LG
Thomas




Hallo Thomas!
Das freut mich wenn ich das lese. Denn auch ich versuche das - mit wechselndem Erfolg allerdings.
Ich sehe es so, daß ein man im Laufe eines Lebens ja verschiedene Mittel brauchen kann, nicht nur das konstitutionelle Mittel. Aber auch die Prophylaxe kann dann eine Teil der konstitutionellen Behandlung sein. Mir ist ein Fall bekannt, wo eine Frau genau wie oben beschrieben über Höhenangst und Schwindel in großer Höhe klagte. Da sie aber mit auf Schiurlaub ins Hochgebirge fahren wollte, wollte sie prophylaktisch ein hom. Mittel nehmen. Sie bekam Argentum metall. da absolut kein Anhaltspunkt für Argentum nitr. zu finden war. Es war absolut richtig für sie und sie dürfte es auch in Zukunft konstitutionell brauchen.
Viele Menschen haben auch in ihrer "Tafelrunde" wie Krüger sagt, Arnika. Habe daher schon sehr oft erlebt daß sich Patienten Nach einer Operation viel schneller wieder erholen, wenn in durchaus niedrigen Potenzen vorher schon Arnika gegeben wurde. Aber nicht bei allen. Das herauszufinden wer es braucht ist halt die Kunst. Bei einer Phimoseoperation würde ich im Zweifelsfall auch eher Staph. geben, bei Hüftgelenk oft Arnika. Das heißt, auch die Prophylaxe muß sorgfältig aufgenommen werden und es muß nach vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit des Patienten geforscht werden. Dann kann mit recht niederen Potenzen und ganz wenigen Gaben ein glänzendes Resultat erziehlt werden.

LG Sula

In Antwort auf:
Hallo,
da das Thema bisher nur sehr schlagwortartig abgehandelt wurde, will ich mich mal bemühen, ansatzweise in die Vielschichtigkeit der Problematik einzuführen und zugleich durch Bildung von Fallgruppen etwas Odnung in die Diskussion zu bringen:
Zuerst einmal eine Feststellung, bei der wir noch alle konform gehen dürften: Die höchste Form der homöopathischen Prophylaxe ist die individuelle unspezifische Propphylaxe durch das richtige Konstitutionsmittel, welches die Lebenskraft so weit stärkt, daß diese mit jedem "Krankheitserreger" von selbst fertig wird. Das war aber wohl nicht die Frage.
Es gibt dann noch drei weitere Formen der homöopathischen spezifischen Prophylaxe, deren sich schon die alten Meister bedient haben und die keinesfalls eine nur Modeerscheinung in den wohlfeilen Ratgebern der Eheleute Roy ist (was ich darüber denke, wißt ihr ja; ich erspare mir deshalb, es zu wiederholen).
a) Prophylaxe dutrch ein Arzneimittel, das den "genus epidemicus" abdeckt:
Hahnemann und nach ihm viele andere haben die Feststellung gemacht, daß bei speziellen Epidemien oft für ein Vielzahl von Menschen, die dann mehr oder weniger auch das gleiche Symptomenbild zeigen, auch das gleiche Arzneimittel geboten war, solange die Epidemie andauerte. Hahnemann und seine Schüler haben damit sehr erfolgreich Cholera- und andere Epidemien behandlt und das Mittel - ebenfalls erfolgreich - auch noch nicht erkrankten Menschen prophylaktisch gegeben. Auch bei der "Spanischen Grippe" wurden ähnliche Beobachtungen gemacht.
b) Prophylaxe durch ein oder mehrere Arzneimittel, das/die der Mensch - und viele Mitmenschen in ähnlicher Lage oder Situation - konstitionell brauchen, wobei es keine Zufall ist, daß das oder die Mittel angesagt sind, weil der Zustand, gegen den prophylaktisch homöopathisch eingegriffen werden soll, sich bereits im Ansatz manifestiert. Beispiel Lampenfieber: Hier wird vor einem Auftritt Gelsemium (die alten Meister nannten als ein Leitsymptom "Feigheit vor der Schlacht") oder Argentum nitricum, in vielen Fällen auch Silicea, wahre Wunder wirken. Das ist aber so, weil die Schwäche (Gesemium), Unsicherheit (Arg. nitr.) oder der übertriebene Perfektionismus (bei Silicea), die das normale, produktive Lampenfieber im Einzelfall unerträglich machen und zu Blockaden und Versagen führen können, im Menschen schon angelegt sind. Ein andere, selbstsicherer, würde die homöopathische Unterstützung nicht brauchen. Anderes Beispiel: Die Eltern zweier halbwüchsiger Jungen wollen eine Woche alleine verreisen. Während der eine, selbständige, gerne eine Woche alleine ist und die "sturmfreie Bude" genießt, hat der andere, der ein ungewöhnliches "Muttersöhnchen" und für sein Alter unselbständig ist, Verlust- und Verlassensängste. Letzterem wird eine Gabe Ignatia vor Abreise der Eltern gut tun, weil die Sehnsucht nach seiner Mutter zwar vor Abreise noch nicht virulent, aber charakterlich schon angelegt ist.
In die gleiche Richtung gehen auch die Beispiele mit den Hochgebirgstouren. Die Angst ist schon angelegt, aber noch nicht akut. Hier kann man mit der richtigen Arznei hervorragend vorbeugen.
c) Prophylaxe mit ähnlichen Nosoden oder isopathischen Präparaten, sog. "homöopathische Impfung":
Diese Art homöopathischer Immunisierung hat sich in klinischen Studien als wirksam erwiesen. Clemens Maria Franz von Bönninghauen war der erste der alten Meister, der den Einsatz von Nosoden und anderen homöopathischen Mitteln zu Vorbeugung gegen Epidemien angeregt hat. Zu seiner Zeit kam gerade die schulmedizinbische Pockenimpfung in Mode. Er regte an, zuerst Thuja, später Variolinum zur Vorbeugung, also als "homöopathische Impfung" zu geben und hielt diese Form der speziellen Immunisierung für wirksamer und sicherer als den schulmedizinischen Impfstoff (v. Bönninghausen, Kleine medizinische Schiften, Neuauflage 1984, S. 393)
Dr. Swan, neben Konstantin Hering einer der Pioniere bei der Anwendung von Nosoden, war ärtzlicher Direktor eoiner Klinik mit über 200 Patienten. Die Behörden wollten schulmediziniswch gegen Pocken impfen lassen, aber er gab 2 Gaben Variolinum C 200 (abends und am darauffolgenden Morgen), worauf 80% (also 160) der Patienten innerhalb von 5 Tagen vorübergehend relativ schwere Pockensymptome zeigen (die anderen blieben klinisch unauffällig), die aber nach wenigen Tagen abklangen. Bei allen Patienten stellte sich lebenslange Immunität ein (Foubister, The Carcinosinum Drug Picture, British Homoeopathic Journal 1939, März: 281).
Andere homöopathische Altmeister haben ähnliche Erfahrungen gemacht:
J. H. Clarke schrieb in einer Bemerkung über Malandrinum: "Homöopathen ... haben in Malandrinum einen sehr wirksamen Schutz gegen die Infektionen mit Pocken und gegen die Impfung gefunden" (Clarke, Dictionary of Practical Materia Medica, Neuaufl. 1999, S. 390).
Burnett, ein anderer Wegbereiter der Nosoden, setzte 9 Jahre lang die C 30 des Pockenimpfstoffes (Vaccinium) ein, und keiner seiner Patienten erkrankte an Pocken (Chitakra, Best of Burnett, 1992, S. 70).
Diphterinum C 200 als einmalige gabe wurde in zahlreichen Kinderkrankenhäusern und Kinderheimen als Vorbeugung gegen die Diphterie eingeseetzt, und keines der Kinder erkrankte (de Schepper, Der Weg zum Simillimum, 2006, S. 170)
T. F. Allen verwendete ebenso Diphterinum C 200 25 Jahre lang zur Prophylaxe der Diphterie und erlebte keinen einzigen Fall, in dem ein so behandelter an dieser Krankheit erkrankt wäre.
Pertussinum wurde ebenso wiederholt und sehr erfolgreich zu Behandlung als auch zur Prophylaxe von Keuchhusten eingesetzt (ebd.)
Luc de Schepper, im übrigen ein äußerst orthodoxer Homöopath, der an Sankaran, Scholten, Mangialavori u.a. modernen Homöopathen kein gutes Haar läßt und fast Kent schon zum Renegaten erklärt, schreibt weiter, daß die C 30 der passenden Nosode etwa 14 Tage lang Schutz bieten wird (de Schepper, a.a.O., S. 167). Carcinosinum C 30 sei fast als ein Spezifikum zur Prophylaxe beim Ausbruch von Pfeifferschem Drüsenfieber (Mononukleose) anzusehen. (ebd.)
1974 wurde in Brasilien während einer Meningitisepidemie mit gutem Erfolg Meningococcinum zur Vorbeugung gegeben (de Schepper, a.a.O., S. 260)
Ihr seht also, daß "homöopathische Impfungen", die sich ja schon urch die Art der Zubereitung der Arzneimittel fundamental von schulmedizinischen Impfungen unterscheiden, durchaus möglich sind und erfolgreich von zahlreichen Altmeistern der Homöopathie (Bönninghausen, Clarke, Allen, Burnett, Swan) angewendet wurden.
Eine ganz andere Frage ist, das solche Dinge auf lebensgefährliche Epidemien beschränkt werden sollten. Selbst wenn es funktioniert - wir sollten nicht versuchn, jedes Kind homöopathisch mit Morbillinum gegen Masern zu impfen, da Kinderkrankheiten snnvoll und notwendig zur Entwicklung und Stärkung der Lebenskraft sind und bekanntlich meistens mit einem Entwicklungssprung einhergehen. Da aber Masern für alte Menschen alles andere als harmlos sind, würde ich nicht zögern, bei der Oma, die Kontakt mit dem Kind hat und in ihrer Kindheit von den Masern verschont blieb und deshalb keine Immunität entwickeln konnte, mit Morbillinum einer Ansteckung vorzubeugen.
Also: Nicht den schulmedizinischen Quatsch mitmachen und gegen alles und jedes "impfen" wollen, schon gar nicht mit den offiziellen Impfstoffen und im Übermaß. Abgesehen davon ist "Homöoprophylaxe" legitim und wirkungsvoll. Gegen eine gezielte homöopathische Prophylaxe mit Nosoden oder anderen homöopathischen Arzneimitteln bei gefährlichen Epidemien ist daher nichts einzuwenden. Die alten Meister haben das auch mit gutem Erfolg getan.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Hallo Thomas

im grossen und Ganzen sind auch mir diese Tatsachen wohl bekannt und in einigen Fällen wende ich diese Art der hom. Prophylaxen ja auch mit Erfolg an.

Ich finde aber dennoch diese Impfgeschichte hoch brisant. Denn weder mit dieser Art der "Impfung" noch mit der schulmedizinischen Impfung ist ein genereller Schutz gewährleistet. Letztendlich lässt sich eine hom. Impfung auch kaum "beweisen", denn ein hom. behandelter Mensch oder auch Tier ist i.d.R. von seiner Konstitution her meistens so weit gestärkt, dass eine Infektion sofort bekämpft wird oder gar nicht erst an geht. Ich weiss, dass es in Afrika einen Hom. gibt, der gegen Malaria hom. "impft" und er damit sehr gute Ergebnisse erzielt. Aber wie gesagt, woran liesse sich dieser Erfolg festmachen: ist es wirklich die "Impfung" oder die hom. (konstitut.) Vorbehandlung.

Abgesehen davon finde ich es rechtlich gar nicht mal so unrelevant. Selbst wenn man einem Menschen oder einem Tierhalter noch so oft erklärst, dass eine hom. Impfung keinen 100%igen Schutz bietet, im Falle einer Infektion wird der Betroffene mit Sicherheit aufgebracht sein und evtl. entsprechende Massnahmen ergreifen.

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo zusammen!

Arzneimittelprüfungen sehe ich als beste Prophylaxe an. Die stärken das Immunsystem, wenn richtig ausgeführt.

LG
Pedro

In Antwort auf:
Hallo Sula und Thomas,

recht interessant was ihr da schreibt.
Unterschieden werden muss also, die Prohpylaxe bei Beschwerden, die immer wieder in der gleichen Form auftreten und die Impfprophylaxe.

Um bei der Höhenangst zu bleiben. Der betroffene Mensch weiss, dass diese Symptome in der bestimmten Situation immer wieder auftreten. Wenn er sie mit seinem Homöopathen bespricht, kann der entsprechend der Symptome ein Mittel finden, dass passt. So auch bei Lampenfieber, da sind die Symptome auch immer wieder gleich.
Dies erübrigte sich, wenn das Similimum gefunden wäre, denn das würde alle Beschwerden abdecken. Richtig?
Und da das in der heutigen Zeit, bei den vielen Menschen mit ihren künstlichen (Arznei-) Krankheiten schwer ist, kann eine solche Prophylaxe nützen.

Hm, nachdenkenswert. Gut zu wissen, dass es geht. Aber ohne Homöopath würde ich da eh nicht vorgehen.


Hallo Pedro

Zitat:


Zitat:

Arzneimittelprüfungen sehe ich als beste Prophylaxe an. Die stärken das Immunsystem, wenn richtig ausgeführt.


Das musst Du genauer erklären. Diese Prüfungen sollten doch aber nur von ganz gesunden Menschen vorgenommen werden, ist somit nicht für die Allgenmeinheit. Oder?

LG
Christa

In Antwort auf:
Hallo Marion,

Zitat:

frisbee schrieb am 06.08.2007 07:54 Uhr:
Letztendlich lässt sich eine hom. Impfung auch kaum "beweisen", denn ein hom. behandelter Mensch oder auch Tier ist i.d.R. von seiner Konstitution her meistens so weit gestärkt, dass eine Infektion sofort bekämpft wird oder gar nicht erst an geht. Ich weiss, dass es in Afrika einen Hom. gibt, der gegen Malaria hom. "impft" und er damit sehr gute Ergebnisse erzielt. Aber wie gesagt, woran liesse sich dieser Erfolg festmachen: ist es wirklich die "Impfung" oder die hom. (konstitut.) Vorbehandlung.



Das Argument sticht nicht. Du kannst bei jeder erfolgreichen homöopathischen Heilung sagen (wie es die Schumediziner auch tun), das sei alles Spontanheilung, Placeboeffekt oder was weiß ich was. So gesehen kannst Du bei keinem Fallbericht "beweisen", daß es an der homöopathischen Behandlung lag, wenn der Patient geheilt wurde. Und genauso ist es bei der Homöoprophylaxe. Ich finde es schon sehr bemerkenswert, wenn die alten Meister während Cholera- oder Diphterieepidemien homöopathische Prophylaxe betrieben haben (und zwar massenweise, auch und gerade bei nicht homöopathisch vorbehandelten Menschen!), und keiner oder kaum einer der prophylaktisch Behandelten erkrankte, während in der nicht behandelten Bevölkerung die Seuche grassierte. Ich weiß nicht, warum die Fallberichte über solche grandiosen Erfolge in unserer Literatur weniger Beweiskraft haben sollten als Fallberichte über Heilungen, nachdem eine Krankheit bei dem Patienten bereits ausgebrochen war.

Zitat:

frisbee schrieb am 06.08.2007 07:54 Uhr:
Abgesehen davon finde ich es rechtlich gar nicht mal so unrelevant. Selbst wenn man einem Menschen oder einem Tierhalter noch so oft erklärst, dass eine hom. Impfung keinen 100%igen Schutz bietet, im Falle einer Infektion wird der Betroffene mit Sicherheit aufgebracht sein und evtl. entsprechende Massnahmen ergreift.




Und das ist noch viel weniger überzeugend. Wenn Du vernünftig aufgeklärt hast (natürlich auch über die schulmedizinischen Alternativen)und darüber eine Dokumentation führst, bist Du rechtlich auf der absolut sicheren Seite. Der Betroffene kann ja dann gerne "Maßnahmen ergreifen" - er wird aber keinen Erfolg haben.
LG
Thomas


In Antwort auf:
Hallo Thomas,

ich bezog mich da auf die hom. Impfung, nicht auf die Prophylaxe direkt. Wenn ich eine Epidemie habe, ist das in meinen Augen etwas anderes, als wenn ich prophylaktisch gegen etwas impfe. Bei einer Epidemie habe ich den genus epidemicus und kann eine Prophylaxe betreiben, die in meinen Augen auch "beweisbar" ist, eben anhand der alten Meister und ihrer Erfolge (heute wird man kaum noch solche Epidemien behandeln...sagen wir mal...dürfen). Zu mir kommen vielmehr Tierhalter, und fragen an, ob ich ihre Tiere hom. impfen würde (eben gegen Staupe, Parvo usw.) und da sehe ich eben die Gefahr, ganz abgesehen davon, dass wir gegen Tollwut nicht impfen dürfen. Meine Tiere z.B. werden nicht geimpft. Ich bin mir sicher, dass sie durch die entsprechende hom. Behandlung so gute Abwehrstoffe entwickelt haben, dass sie in gewisser Weise immun sind. Meine eine Hündin z.B. hat einen pos. Borreliose-Titer als Ausdruck dafür, dass sie mal mit dem Erreger in Kontakt kam und selbst dagegen angegangen ist.
Impfe ich einen Menschen/Tier gegen etwas und dieser erkrankt nie daran, ist es für mich trotzdem zweifelhaft, ob es wirklich an dieser Impfung gelegen hat oder aber an der hom. Vorbehandlung (die man letztendlich ja auch nicht beweisen kann), wenn Du verstehst, was ich meine.

LG Marion

In Antwort auf:
Zitat:


Hallo Pedro

Zitat:


Zitat:

Arzneimittelprüfungen sehe ich als beste Prophylaxe an. Die stärken das Immunsystem, wenn richtig ausgeführt.






Das musst Du genauer erklären. Diese Prüfungen sollten doch aber nur von ganz gesunden Menschen vorgenommen werden, ist somit nicht für die Allgenmeinheit. Oder?

LG
Christa





Hi Christa,

laut Sankaran liegt jeder Krankheit eine Illusion zugrunde.
Mit einer Arzneimittelprüfung konfrontiert man die Illusion bewusst, durchlebt diese und lernt mit dieser umzugehen oder diese aufzulösen.

Im Laufe unseres Lebens werden wir mit vielen Illusionen konfrontiert, um so mehr wenn unsere Lebenskraft schwindet. Sich bereits im Vorfeld intensiv mit den möglichen Illusionen zu beschäftigen und ihr Wesen kennen zu lernen gibt uns die Möglichkeit nicht unvorbereitet diese Illusionen entgegen zu treten.

Somit stellt die Arzneimittelprüfung eine gute Vorbereitung bzw Prophylaxe dar.

Prüfungen müssen nicht unbedingt von ganz gesunden Menschen durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass derjenige gut sich selbst kennt und seine bestehende "Krankheit". Er muss seinen "Ist-Zustand" kennen. Erst dann kann er abweichende Symptome erkennen und mit einer guten Selbstbeobachtungsgabe kann man auch das Wesen der Illusion begreifen. Aber das kann geschult werden.

LG
Pedro

In Antwort auf:
Hallo Pedro,
ich danke Dir für Deinen Versuch mir das zu erklären.

Aber mir hängt das etwas zu hoch. Du musst wissen, dass ich noch ein Anfänger in der Homöopathie bin.
Ich weiss schon wer Sankaran ist, habe mich aber mit seiner Version der Lehre noch nicht beschäftigt, da ich erst mal mit den "alten" Vertretern der Klassischen Homöopathie beginnen will, um ein Bild zu bekommen.
Ich denke alles andere verwirrt mich zur Zeit unnötig.

LG
Christa

In Antwort auf:
Als sehr spät zu dieser Diskussion hinzugestoßen finde ich es schwer jetzt noch etwas dazu zu sagen.

Ich finde das die Begriffe und Definitionen in der gesamten Homöopathie schwimmend sind. Somit erklären sich für mich in der jetzigen Diskussion auch die engen gedanklichen Kreise um Prophylaxe, Impfung, und Konstitutionsmittel.

"Ich gebe ein Konstitutionsmittel, weil es auf die Konstitution passt und es wirkt ja auch gleichermaßen als Prophylaxe, weil es ja auch diejenigen Symptome abdeckt die ohnehin schon noch herauskommen würden."

Also ich tue mich mich solchen Definitionen schwer, weil sie recht unkonkret sind.

Genauso tue ich mich bei dem Begriff der homöopathischen Impfung schwer, weil ich auf die Gesamtheit der tatsächlichen Symptome verschreibe. Ich versuche es zumindest.

Sankaran ist für mich eine einzige Illusion. , was aber sehr wahrscheinlich daran liegt, das ich damit nur wenig anfangen kann.

Liebe Grüße
Frank

In Antwort auf:

kaya schrieb am 07.08.2007 17:26 Uhr:
Hallo Pedro,
ich danke Dir für Deinen Versuch mir das zu erklären.

Aber mir hängt das etwas zu hoch. Du musst wissen, dass ich noch ein Anfänger in der Homöopathie bin.
Ich weiss schon wer Sankaran ist, habe mich aber mit seiner Version der Lehre noch nicht beschäftigt, da ich erst mal mit den "alten" Vertretern der Klassischen Homöopathie beginnen will, um ein Bild zu bekommen.
Ich denke alles andere verwirrt mich zur Zeit unnötig.

LG
Christa


Hi Christa!

Ich werde die Thematik der Illusion in einem neuem Thread näher erläutern, mit einigen Beispielen.

Bis dann

LG
Pedro

In Antwort auf:
Hallo Pedro,

danke für das Angebot.

Ich möchte mich ja Sankaran gegenüber auch nicht verschließen. Bis jetzt habe ich nur Auszugsweise etwas lesen können.

LG
Frank














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