#1

Alles Sulphur, oder was ...

in Allgemeines zur Homöopathie 27.11.2008 11:10
von Medusa (gelöscht)
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Frank
Administrator Geschrieben am 07.12.2006 13:10


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Kann es wirklich funktionieren, nach Bönninghausen, mit nur so wenig Symtomen zu arbeiten? Ja besser gesagt auszukommen???

Also ich habe ja lange gezögert, mir das Therapeutische Taschenbuch zuzulegen. Jetzt, da eine Neuauflage erschienen ist, habe ich für 45 Euro bei der vorherigen Ausgabe zugeschlagen. Das neue Werk kostet wieder 109 Euro. Die Lieferung erfolgt erst in einigen Tagen.

Ich bin ziemlich gespannt, aber auch ziemlich skeptisch. Ich habe mir das Progamm zum Bönninghausen angeschaut. Superwenig Symptome und als Ergebnis kommen fast immer nur die Ploychreste raus.

Es heißt in der Presse stets, das es ein Standardwerk sei, mit dem die erfolgreichsten Homöopathen arbeiten. Also wenn ich die Werke dieser Herren lese, kommt es mir nicht gerade so vor, als ob Herr Bönninghausen in der heutigen Zeit noch eine größere Rolle spielen würde.

Bin gespannt auf Eure Meinungen zu dem Thema.

LG
Frank

In Antwort auf:
Hallo Frank!
Eigentlich kann ich auch mit Bönninghausen nicht so viel anfangen, aber ich habe mit einem homöopathisch arbeitenden Tierarzt gesprochen, der diese Art der Arzneimittelfindung bevorzugt. Er ist speziell in dieser Methode ausgebildet und sagt, es sei eine andere Art der Repertorisation. Er habe auch bei einer Viehherde nicht so viele Geistessymtome. Der Besitzer wisse im Gegensatz zur Kleintierpraxis über seine Tiere zuwenig. Außerdem müsse man bedenken, bei Kühen sei das Euter überproportional wichtig, bei Pferden eher Beine und Lunge usw.. Man könne sogar bei den verschiedenen Tierarten sagen, sie würden häufiger als Menschen ein bestimmtes konst. Mittel brauchen.Er kommt also mit den Polycresten zu sehr schönen Heilungen, selbst wenn sie nicht das Simillimum sind.
Wäre er Menschenarzt, würde er eher nicht nach Bönninghausen arbeiten, da man Menschen differenzierter betrachten müsse als einheitlich gezüchtete Stalltiere.
LG
Sula

In Antwort auf:
Also ist Deiner Meinung nach der Bönni nur noch für Tierheilpraktiker oder Tierärzte ausreichend. Zumindest hast Du das mal so gesagt bekommen. Gibt es noch andere Meinungen? Ilse, ich habe im Forum unter der Suche Dein Posting gelesen, das Du Dich mal etwas intensiver mit dem Bönni auseinander setzten wolltest. Wie sind denn Deine Erfahrungen?

Brauchen wir alle demnächst nur noch sechs Röhrchen mit den führenden Polychresten?

LG
Frank

In Antwort auf:
Hallo, Frank,
ja, ich bin am Üben mit Bönne. Ist schon eine Umstellung.

Der Vorteil ist, daß du auch in Fällen ohne aufregende Symptome, aber mit deutlichen Modalitäten das Mittel finden kannst - oder zumindest den Kreis der in Frage kommenden Mittel einengen kannst.

Na ja, das wirst du alles nachlesen können, wenn du das Buch hast.
Ich tippe mal ein Beispiel aus dem Buch ein, damit die Bönninghausen-Nichtkenner eine Vorstellung bekommen.

Die 43j. Patientin litt infolge langen Sichbückens seit 2 Wochen an ziehenden Schmerzen im linken Schulterblatt, die sich immer wieder als eine Art Verkrampfung zur Herzgegend erstreckten. Deutliche Verschlimmerung im Sitzen, besonders beim Krummsitzen, sowie bei Tiefatmen. Besserung sich strecken, Stehen und Liegen. Keine Nebenbeschwerden in anderen Leibesbereichen. Da es sich hier um eine eng begrenzte Akutsymptomatik handelte, wurde praktisch alles Verwertbare herangezogen:
Rubriken:
Schulterblatt Chin (4), Dulc(3), Rhus (4), Scill (2), Sulph (3)
Rücken links Chin (3), Dulc (2), Rhus (2), Scill (3), Sulph (3)
Krummsitzen aggr. Chin (2), Dulc )2), Rhus (3), Scill (3), Sulph (3)
Tiefatmen aggr. Dulc (2), Rhus (4), Scill (3)
Stehen amel Rhus (1), Scill (3)
Liegen amel. Rhus (1), Scill (3)
Die Zahlen sind die Grade, 4 ist höchster Grad.

Gemäß der Bönninghausenschen Einsicht, daß die Arznei mehr dem Effectus als der Causa entsprechen müsse, wurde die sogenannte Gelegenheitsursache (infolge Sichbückens) nicht beachtet. Natürlich gibt es zahlreiche Fälle, bei denen das passende Mittel Causa und Effectus hochgradig umfaßt. Ist dies nicht der Fall, genießt der Effectus den Vorrang. Auch blieben hier, wie häufig bei der Anwendung des Therapeutischen Taschenbuchs, die Schmerzqualitäten unberücksichtigt, da genügend gesicherte Modalitäten vorlagen.

Neben dem kleinen Mittel Scila fällt das große Rhus-t nicht nur zahlenmäßig zurück, sondern hier liegen auch sog. Geniuswidersprüche bezüglich seiner Modalitäten Stehen und Liegen amel. Schlägt man nämlich die gegenteiligen Polaritäten nach, also Stehen und Liegen aggr., so findet sich hier Rhus im 3. und 4. Grad verzeichnet, so daß diese Arznei nicht in Betracht kommen konnte. Bryonia, das ebenfalls in allen 6 Rubriken enthalten ist, wurde von vornherein nicht mitgeführt, da es in der ersten wie auch in zwei wichtigen Modalitätenrubriken als großes Mittel nur im zweiten Grad verzeichnet ist.
Nach einer Einzeldosis Scilla C 200 waren die Beschwerden von nächsten Morgen an dauerhaft verschwunden.
Grüße, ilse

In Antwort auf:
Hallo,

ich habe mich mit Bönninghausen noch nicht so auseinandergesetzt, aber das, was ich gelesen habe und weiss, wäre für mein Empfinden jetzt nicht unbedingt die Methode, mit der ich arbeiten möchte. Zumal ich der Meinung bin, dass die Causa sehrwohl hoch zu bewerten ist. Ausserdem halte ich das für, sagen wir mal überspitzt, gefährlich, ein Mittel nach seiner Wertigkeit zu wählen. Ich hatte schon Fälle, bei denen Mittel in die Hochwertigkeit kamen und ich kein gutes Gefühl dabei hatte und ich schliesslich ein Mittel gab, welches eigentlich so gar nicht mitlief und trotzdem das Simile war. Aber, jedem das Seine, wenn Hom. damit ihre Erfolge haben und damit umgehen können, habe ich kein Problem damit. Ich denke, es kommt auch darauf an, welche Art der Rep. man eben gelernt hat. Ein eingefleischter Bönninghausener wird wahrscheinlich mit der guten alten Hahnemannrep. nicht zurecht kommen.

Übrigens, auch einheitlich gezüchtete Stalltiere sind Individuen mit ihren individuellen Symptomen. Nicht alle Grosstierhomöopathen arbeiten nach Bönninghausen und sie haben trotzdem ihre Heilungen.

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo, Marion,
Hauptsache, die Wege führen nach Rom ;-), aber es ist immer gut, auch mal neue Wege zu gehen und nicht eingefleischt zu sein. Bönninghausens Methode ist hilfreich in Fällen, in denen du keine 153er hast, keine Schmerzqualitäten usw. (deswegen auch bei Tieren). Wenn du natürlich einen Fall mit kompletten Symptomen hast, brauchst du dich nicht auf die ziemlich allgemeinen im Bönne zu stützen.

Abgesehen davon steht B Hahnemann ganz nahe (H hat ihn ja auch tüchtig gelobt für sein Werk). Denn auch H hat der Charakteristik des Mittels den Vorrang gegeben. Und diese Charakteristik hat B herausgearbeitet und durch die Gradeinteilung kenntlich gemacht. Die ist wesentlich zuverlässiger als in anderen Repertorien, wo schnell mal obskure Hochwertigkeit eingetragen wird und die Rubriken immer aufgeblasener werden. (Kürzlich gelesen: Irgendwann wird in jeder Rubrik jedes Mittel drin sein ...)

Re Causa: Weder H noch B lassen die Causa außer acht, wenn sie sicher ist, also der direkte Zusammenhang mit der gegenwärtigen Beschwerde zu erkennen ist. Aber das Beharren darauf kann auch in die Irre führen. Siehe den Beispielfall. Denn: muß dieses Sichbücken tatsächlich die Causa sein? Es kann auch eine Verspannung sein, eine übermäßige Belastung vorher schon, Kaltwerden usw., was durch das Bücken akut wurde.
Grüße, ilse

In Antwort auf:
Hallo Ilse,

nee, klar, dieses "sichbücken" war mit Sicherheit nicht die Causa. Aber irgendwie kam es so rüber, dass die Causa bei Bönninghausen eher weiter hinten in der Wertigkeit rangiert. Unter einer Causa verstehe ich schon korrekte Fakten und keine Interpretationsgeschichten, sonst kann man mit Sicherheit ganz leicht auf eine falsche Fährte kommen.

Bisher bin ich mit Hahnemanns Methode bei den Tieren ganz gut zurecht gekommen und ich lerne täglich dazu, denn in meinen Augen lernt man in der Hom. niemals aus. Insofern kann man da gar nicht eingefleischt werden... .
Ich lese gerne über "neue" Methoden und bin aufgeschlossen. Letztendlich sucht und findet jeder "seine" Methode. Und: wer heilt hat Recht. Da ist es mir völlig wurscht, nach welcher Methode dies geschieht, solange die hom. Regeln beachtet werden, was die Bönninghausen-Methode ja schliesslich auch tut.

Was die Repertorien betrifft, die Entwicklung finde ich auch mehr als bedenklich und hege und pflege die alten Auflagen, in denen die Rubriken noch übersichtlich sind und der Kent wird ja gottlob nicht allzusehr verändert werden.

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo Ihr Lieben,

also der Bönni war genau zwei Tage bei mir. Hätte ich gewusst, das in dem Buch bis auf die paar Seiten Beschreibung, so ziemlich exakt das gleiche steht wie in meinem Bönniprogramm, was ich mal supergünstig erworben habe, hätte ich es nie bestellt. Nichts gegen die Methode. Nichts gegen gesicherte Symptome und deren zugehörige Mittel, ok?!

Ich habe es gegen den Phatak "Homöopathisches Repertorium eingetauscht" Ist gerade angekommmen. Vom Weihnachtsmann sozusagen...

Sieht spannend und verkürzend aus.

LG
Frank


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