#1

Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 16.05.2011 13:50
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

In unserer Apotheke haben wir 4 verschiedene Arnicapotenzen in der Schublade: D4,D6,D12 und C30
Der Kunde will meistens Arnica nach einer OP oder Arnica für die Hausapotheke bei Kindern.
Ich empfehle zu und nach einer OP gerne die C30.
Bei stumpfen Verletzungen und Hämatomen schwanke ich zwischen D12 undD6.
Die D4 wird meist von homöopathischen Kinderärzten aufgeschrieben.
Mich interessiert vor allem der Unterschied zwischen D4 und D6.....und ist es überhaupt sinnvoll eine D4 zu geben(Blutungen?)
Liege ich etwa richtig mit meinen Empfehlungen ,oder habt ihr andere Erfahrungen?

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#2

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 16.05.2011 21:03
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hallo, Eva,
bei D4/D6 wäre ich bei Allergikern vorsichtig (Korbblütler).

Bei stumpfen Traumata und Hämatomen - das ist der Hauptanwendungsbereich von Arnica - wäre C30 oder höher am besten, je nach Ausmaß der Läsionen. Bei kleinen Wunden, einem normalen blauen Fleck ist es an sich nicht nötig, überhaupt was zu geben. Ist ja heute so eine Unsitte, die Kinder kriegen schon in den Kindergarten Arnica mit und nehmen es wegen jedem Pipifax ein. Wenn dann mal ein Milchzahn gezogen werden muss, kommt der Zahnarzt in Schwulitäten, weil es so stark blutet. Manche Ärzte fragen deshalb vor der Behandlung, ob das Kind Arnica eingenommen hat und legen dann schon mal die blutstillende Spritze bereit ... Da hättest du als Apothekerin ja beste Möglichkeiten, die Eltern aufzuklären.

Denn Arnica ist kein blutstillendes Mittel, ganz im Gegenteil: es ist angezeigt bei bestehenden Blutgerinnseln (Infarkt, Apoplex, Hämatom) weil es Gerinnsel auflöst, es macht das Blut dünnflüssig.
Zur Gabe vor OP hatten wir schon mal einen längeren Thread, der müsste unter Prophylaxe oder Arnica oder Vithoulkas über die Suchfunktion zu finden sein.
LG ilse

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#3

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 17.05.2011 07:32
von Ulsch (gelöscht)
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Hallo Eva,

ich empfehle Laien eher eine C12 oder D6/12 als eine C30. Diese tendieren nämlich dazu, die Globuli bei jedem Pipifax und v.a. auch häufiger zu geben.

Wenn ich Patienten von mir eine C30 empfehle, dann erkläre ich Ihnen genau, dass Sie diese nicht stündlich /viertelstündlich/halbstündlich einnehmen können, wie sie das von den D-Potenzen aus den Ratgebern kennen, sondern dass eine C30 - so sie denn häufiger gegeben werden muss - nur verkleppert genommen werden sollte.

Gruss
Ulli


zuletzt bearbeitet 17.05.2011 07:32 | nach oben springen

#4

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 17.05.2011 15:37
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Also ich nehme, nach der Empfehlung von Jus, ausschließlich C200. Das ist der Erfahrung nach am besten, da nahezu immer, wenn Arnica von Nöten ist auch ein Schock, eine Narkose, ein kleiner Schreck oder etwas anderes auf den Geist eingewirkt hat. Hier reicht dann schon EINE Gabe völlig aus. was ich auch jedem sehr deutlich da zu sage. Auch Hilft die Empfehlung, dass die Eltern ihrem Kind das Arnica erst geben sollen, wenn es sich nach ca 5 Minuten nicht beruhigt hat, oder die Verletzung schwerwiegender ist. Also nicht bei einem kleinen Sturz aufs Knie oder einem winzigen Schnitt am Papier oder einem blauen Fleck, da sie dem Körper auch die Chance geben müssen das selber zu regeln. Das verstehen sie in der Regel gut. Ich betone auch, dass es sich um ein Medikament handelt, dass man nicht frei her raus einwerfen sollte.

Allerdings sehe ich nicht ein eine C30 zu vergeben, wenn ich weiß das diese nicht so gut helfen wird.

In meiner Hausapotheke die sich die Patienten bestellen können ist auch eine C200 drin, das habe ich ebenfalls aus dem Hausapotheke der Homöosana abgeschaut.(Homöosana= Jus eigene Drogerie)
Bei Schweren Traumata die schon etwas vergangen sind, wie eine Schleudertrauma nach Autounfall, da kommen die Patienten eher 1-2 Wochen später gebe ich auch eine C1000. Das ist aber die absolute Ausnahme und nicht für den privaten Gebrauch geeignet.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#5

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 17.05.2011 22:01
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Ja, Anna, aber du gibst die Hochpotenz nach OP, Trauma, wenn auch Arnica-Symptome vorhanden sind (z. B. Hämatome, Furcht vor Berührung überall, weil die verschlimmert, das typische Zerschlagenheitsgefühl im ganzen Körper). Aber die Leute, die sich Arnica in der Apo holen, sehen es als Allheilmittel bei allen möglichen Zuständen an. Wenn die dann damit erste Hilfe leisten und es passt nicht, hat das Opfer zusätzlich noch mit dem Reiz der falschen Arznei zu kämpfen.

Und dann sollte man sich generell mal überlegen, dass die Entzündung, die Bildung von Exsudat und die Ausbreitung um die verletzte Stelle eine natürliche Heilreaktion des Körpers ist, ohne die kann sich das Gewebe gar nicht regenerieren.
LG ilse

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#6

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 17.05.2011 22:27
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

Danke füe eure Antworten

Ich denke dass ich mich in der Apo wirklich auf die D12 und C30 konzentrieren sollte.
Die C200 sollte in die Hand von Therapeuten, und die niedrigen Potenzen haben ja scheinbar doch ihre "Nebenwirkungen".
Gut finde ich, dass ihr nur bei richtigen Beschwerden etwas geben würdet.Wie Ilse sagt, ist eine normale,leichte,körperliche Reaktion immer ein Zeichen der Selbstheilungskräfte.
Seltsam für mich ist,dass Kinderärzte oft sehr niedrige Potenzen verschreiben...auch bei Belladonna und dergleichen.Da spielt wohl die schulmedizienische Seite eine grosse Rolle.
Homöopathische Mittel sind angesagt,aber ein paar Moleküle sollten schon noch vorhanden sein.Ab D12 fällt der Glaube an die Homöopathie bei vielen Ärzten rapide ab.
Für meinen Apoalltag habt ihr mir schon gut weiter geholfen
viele Grüsse Eva

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#7

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 18.05.2011 07:49
von Ulsch (gelöscht)
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Hallo Eva,

stimmt, bei Ärzten muss immer noch ein Rest des Mittels drin sein :)

Mich stört es auch oft, wenn Eltern ihren Eltern bei jedem kleinsten Stoß Arnica geben. Manchmal sogar ohne das das Kind überhaupt weint oder schreit.

Auch wenn die Homöopathie sanft wirkt, sollte man nicht vergessen, welches Signal man damit bei den Kindern setzt. "Bei jeder Kleinigkeit nehme ich was, dann geht es mir besser." Im schlimmsten Fall ist dann der Schritt zu Süßem als Trost, Alkohol oder Tabletten vorprogrammiert.

Freut mich, dass du jetzt für deinen Apothekenalltag klarer siehst. Das ist ja noch mal anders, als wenn man Patienten hat, die man über einen längeren Zeitraum sieht. In der Apotheke verkaufst du das Mittel und hast keinen Einfluss mehr auf den Alltagsgebrauch.

Liebe Grüße
Ulli


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#8

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 18.05.2011 09:45
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Der Apotheken Alltag ist schon was anderes als in meiner Praxis (mit was anderem kann ich es ja nicht vergleichen)
Man sollte aber bedenken, das es nicht drauf ankommt ob jemand eine C30 oder eine C200 falsch einnimmt. Die "Nebenwirkungen" können gleichermaßen auftreten. Schließlich werden/wurden die meisten Arzneimittelprüfungen mit einer C30 begonnen und erst später oder manchmal auch Zeitgleich mit einer C200 ergänzt.
Kaum was anderes tun die Eltern die ihren Kindern ständig Arnica geben. Es kommt letztlich in den schlimmsten Fällen zu einer Arzneimittelprüfung. Also sehe ich letztlich keinen Unterschied ob man an "Arnica-mit-der-Gießkanne-verteil" Eltern eine C30 oder C200 verkauft hat. Jedoch haben die verantwortungsvollen Menschen von einer C200 mehr.
Aber der Hinweis, das es ein Medi ist und der Umgang ebenso bedacht stattfinden sollte hilft schon bei vielen Eltern.

Zu den Hochpotenzen: Für mich ist C200 keine Hochpotenz, eher eine Zwischenstufe, wobei das sicher nicht jeder so sieht. Ich würde auch außer Arnica keinem Patienten für den Heimgebrauch mehr als eine C 30 empfehlen.
Eine Arnica c1000 gibts wirklich nur in Ausnahmen und wenn das Bild super gut passt und die Indikation gegeben ist.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#9

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 18.05.2011 14:02
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

Es ist wirklich toll wie ihr mir weiterhelft.
Dies ist eigentlich mein dritter Anlauf mich intensiv mit Homöopathie zu beschäftigen-habe aber immer nur über Büchern gehockt.
Seit ich mich hier angemeldet habe,habe ich mir schon 3 neue Bücher gekauft und ne Menge dazu gelernt.
Ich hoffe nur, dass ich irgendwann nicht nur noch Fragen habe,sondern auch etwas mehr mitreden kann.Aber die richtige klassische Homöopathie kann ich halt nur bei Familie und Freunden ausprobieren.
Danke Eva

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#10

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 18.05.2011 15:05
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Dafür ist so ein Forum ja da. Und oft sind die einfachen Fragen solche die auch den Fortgeschrittenen noch was nützliches lehren können. Also lernen wir alle schon von dir, einfach weil du Fragen stellst :)
Und meist unterschätzt man das eigene Wissen ein bisschen.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#11

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 19.05.2011 15:17
von Günther (gelöscht)
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Zitat von AnnaZenz
Also sehe ich letztlich keinen Unterschied ob man an "Arnica-mit-der-Gießkanne-verteil" Eltern eine C30 oder C200 verkauft hat. Jedoch haben die verantwortungsvollen Menschen von einer C200 mehr.

Zu den Hochpotenzen: Für mich ist C200 keine Hochpotenz, eher eine Zwischenstufe, wobei das sicher nicht jeder so sieht. Ich würde auch außer Arnica keinem Patienten für den Heimgebrauch mehr als eine C 30 empfehlen.
Eine Arnica c1000 gibts wirklich nur in Ausnahmen und wenn das Bild super gut passt und die Indikation gegeben ist.



In nicht so wenigen Fällen halte ich von der C200 mittlerweile nicht mehr so viel.
Bei einer Konst.-behandlung, wenn der/die Behandler/in sich absolut sicher ist, ist es bestimmt eine gute Potenz.
Für Laien oder Behandler die sich überschätzen (und davon gibt es genug) ist mir diese Potenz zu schwammig.
1. Habe ich das Mittel doch nicht ganz getroffen verweilt eine 200 länger im Organismus und wirkt für Folgeverschreibungen oftmals störend.
2. Gerade bei Akuterkrankungen, mit denen sich Nicht-Profis meistens beschäftigen, möchte ich gleich mal ein Ergebnis sehen. Sprich, Erstverschlimmerung, Heilung erfolgt.....eine 200-Potenz (und das wird mir auch ständig von Anderen bestätigt) wirkt sanfter und daher kommt es oftmals auch nicht zu einer Erstverschlimmerung, und, m.E. schleicht sie sich so langsam ein. Also es können evtl. Tage vergehen, bis ich bemerke, dass das Mittel wirkt. In diesen Tagen weiss ich aber nicht, ob ich evtl. nur ein ähnliches Mittel gewählt habe und somit vergeht unnötig viel Zeit.
Gerade bei Verstauchungen, Verrenkungen, wo ich evtl. gar nicht weiss, was für Körperteile alles betroffen sind, ist es manchmal gar nicht so leicht zwischen diversen Mittel zu wählen. Z.B.: Arnika, Rhus.t., Ruta, Belle p. etc.
Ich selber habe für mich bemerkt, dass ich mit der 30-Potenz am Besten fahre (und da sehe ich (streitbar) sogar noch einen Unterschied zwischen D+C-Potenz).
Wenn das Mittel dann durchzieht, die Potenz aber nicht ausreicht, das Opfer die Potenz verträgt, nehme ich jetzt gerne und mit besseren Erfolg die C1000.

Mich würde interessieren, was ihr für Erfahrungen mit der C200 so gemacht habt. Habt ihr auch ähnliches erlebt?

LG Günther


"Wer dem Anderen sein Anderssein nicht verzeihen kann, ist weit ab vom Wege der Weisheit." (chin. Gelehrter)

zuletzt bearbeitet 19.05.2011 15:19 | nach oben springen

#12

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 20.05.2011 11:11
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Günther, ich sag mir soviel: Hauptsache das Mittel passt. Ich habe noch nicht erlebt, dass das richtige Mittel keine Wirkung hat und höher gehen kann man anschließend immer noch. Bei unserer alten Katze hat vor 2 Monaten Arsen C6 chronische Verdauungsprobleme beseitigt und sie gemütsmäßig so aufgebaut, dass sie der jungen frechen zeigen kann, wo der Hammer hängt, wenn's nötig ist. Sollte jetzt wieder ein Rückfall kommen, werde ich auf C30 gehen (wie meistens als split dose oder Fläschchenauflösung).

Da muss jeder selbst experimentieren, kein Kranker und keine Krankheit ist wie die andere.
LG ilse

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#13

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 20.05.2011 13:08
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Also wie erwähnt empfehle ich Laien für die üblichen "Hausmittelchen" nur eine C30 oder weniger und mache nur bei Arnica die Ausnahme, da die Erfahrung mir dort gezeigt hat, dass die Wirkung besser ist und ich es auch so gelernt habe.

Ich persönlich nutze für Konsti Behandlungen, also nicht Akut nicht Miasmatisch nicht die Zwischenmittel oder sonst irgendwas, meistens M oder XM Potenzen, wobei das auch keine "Gesetz" ist.

Ansonsten stimme ich Ilse zu, es ist sehr individuell und wenn das Mittel stimmt gibt es immer eine Reaktion.
Vorsichtig sollte man bei den Potenzen sein, in denen noch Wirkstoff vorhanden ist.
Nux-v hat in einer D3 z.B. noch ausreichen Strichnin, um damit auch eine Alopathische Wirkung zu erzielen, weswegen ich solche Mittel (auch Bell oder Acon oder Ig, etc...) nicht gerne in so niedrigen Potenzen in Laienhänden sehe.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#14

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 20.05.2011 15:13
von Günther (gelöscht)
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Danke euch Beiden!!

Ich habe bei Menschen selbstverständlich nur ganz wenige Erfahrungen gemacht.
Bei meinem Hund hatten die Tiefpotenzen fast nie was gebracht, erst von der 30er aufwärts. Die schöneren Erfolge sah ich bei der C1000.
Höher bin ich noch nie gegangen, die Krüger und Borschel berichten jedoch von den besseren Erfolgen mit der 10M.
Borschel schreibt z.B., dass viele Mittel erst ab der 10M sich voll entfaltet haben. Auch die Krüger erwähnt bei Bryonia oder Ruta, dass erst bei der 10M Heilung erfolgt wäre.

Darum ging es mir aber nicht, sondern, ob ihr auch bei der 200-Potenz die Erfahrung gemacht habt, dass sie langsamer in der Anfangswirkung ist und man sie weniger gut wie eine 30-Potenz beurteilen kann, die m.E. eine direkte Ansage macht.
Vielleicht spricht mein Hund einfach auf Tiefpotenzen oder (für mich) auf eine Zwischenpotenz wie die 200er schlechter an.
Das ist sicherlich individuell. Mein letzter Hund (Border Collie) sprach super gut auf Bachblüten an, mein "Charly" lacht darüber nur.

LG Günther


"Wer dem Anderen sein Anderssein nicht verzeihen kann, ist weit ab vom Wege der Weisheit." (chin. Gelehrter)

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#15

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 21.05.2011 07:46
von Ulsch (gelöscht)
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Hallo Eva,

das ist doch toll, dass du jetzt wieder neue Motivation bekommen hast. Das Gefühl des Auf- und - ab -kenne ich auch gut genug.

Liebe Grüße
Ulli


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#16

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 21.05.2011 07:51
von Ulsch (gelöscht)
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Hallo Günther,

ich arbeite in Akutfällen meist mit der C30. In meiner Anfangszeit habe ich auch öfter mit C200 begonnen, inzwischen aber die Erfahrung gemacht, dass ich mit C30 für den Anfang besser klar komme. Ich kann das gar nicht so genau in Worte fassen, warum das so ist.

In chronischen Fällen starte ich inzwischen auch eher mit der C30 als mit der C200. (Häufiger jedoch verwende ich LM/Q-Potenzen). Hier habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass die C30 schneller ein Resultat zeigt und schneller ein anderes Mittel gegeben werden kann, als wenn ich ein falsches Mittel in der C200 gegeben habe. Das sind die Erfahrungen, die ich persönlich gemacht habe.

Eine liebe Kollegin von mir, startet auch mit D12 oder D30 und wechselt dann ggf. auf die C-Potenz und das sehr erfolgreich.

Berichte doch bitte mal, welche Unterschiede zu zwischen D und C bemerkt hast. Das interessiert mich.

Liebe Grüße
Ulli


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#17

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 21.05.2011 10:05
von Günther (gelöscht)
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Zitat von Ulsch
Hallo Günther,

Eine liebe Kollegin von mir, startet auch mit D12 oder D30 und wechselt dann ggf. auf die C-Potenz und das sehr erfolgreich.

Berichte doch bitte mal, welche Unterschiede zu zwischen D und C bemerkt hast. Das interessiert mich.

Liebe Grüße
Ulli



Hi Ulli,
von so vielen Fällen kann ich als Nicht-Behandler natürlich nicht berichten.
Ein wenig, wenn ich mir 100% sicher war, in der Familie, ansonsten bei meinem Hund oder auch in wenigen Fällen bei mir.

Ich habe noch von der Anfangszeit her vieles in der D30, da mein Apotheker damals nur D-Potenzen hatte.
Mittlerweile habe ich mir (teilweise leider) ca. 150 Mittel in der C200 angelegt.
Q-Potenzen hatte ich bei meinem Hund wenige male ausprobiert und null Wirkung bemerkt. Ob das Mittel falsch war oder er einfach besser auf ne direktere Ansprache anspricht, kann ich nicht 100-prozentig beurteilen.

Mit den 200er-Potenzen deckt sich meine mit Deiner Erfahrung.
Bei den 30er habe ich -evtl. die subjektive- Erfahrung gemacht, dass die D30 noch direkter (halt auch mal mit Erstverschlimmerung/bei Verstauchungen etc. gar nicht so unerwünscht) anschlägt. Schlussendlich ist sie auch in der Verdünnung eine C15 mit 30-maliger Dynamisierung (bei der D200 denke ich ist es dann eher egal ob D-oder C-Potenz).
Wenn eine D30 keine Wirkung zeigte, konnte ich mir sicher sein, dass das Mittel höchstens ähnlich war. In normalen Fällen gehe ich dann -wenn ich das Gefühl habe sie wirkt nicht mehr- zur 200er. Bei Krankheiten wo höhere Potenzen eh angezeigt sind (wie z.B. die Prtobleme meines Hundes mit den Zervikalwirbel) direkt zur C1000, wobei ich notfalls auch nicht mehr ewig warten werde und evtl.die 10M einsetze.

Im Moment bin ich auch dabei einiges in der D-aber meist eher in der C12 anzuschaffen. Ich kann dann einfach schneller das Mittel wechseln, als wenn ich vorher die 200er gegeben habe. Nachher weiss man sonst nicht mehr mob da diverse Mittel noch wirken und das gegebene Mittel deshalb nicht anschlägt, bzw., man macht den Fall immer Symptomärmer und hat schlussendlich ein "wischiwaschi".
Bei meinem Hund -und ich habe es schon häufig ausprobiert- wirken die tieferen Potenzen fast nie. Ansonsten hat ilse schon Recht....man kann immer noch höher gehen.
Also ich bin nicht der Meinung, dass wenn das Mittel stimmt, alle Potenzen genommen werden können, bzw., man zögert die Heilung dann nur unnötig herraus.
Beispiel: Mit den Splittern bei der Sesambeinen hatte ich auch mit der D12, später die C200 und erst einige Zeit später die C1000 genommen. Als das Mittel durchzog, hätte ich lieber gleich die 10M gegeben, ich hätte die Heilzeit um einiges verkürzt. Von diesen Dingen schreiben eben auch die Krüger und der Borschel.

So jetzt muss ich aber mit meinem Hund weg.....

LG Günther


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#18

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 21.05.2011 10:59
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Also ich kann keinen Unterschied in der Wirkungsweise von C30 zu C200 erklären oder habe da auch noch nichts gut vergleichbares festgestellt. Ich nutze sie einfach unterschiedlich, entscheide von Fall zu Fall und da kommen eine Menge Aspekte zusammen, weshalb ich mich für eine Potenz entscheide.

Es ist auch nicht egal, welche Potenz an gibt. Sonst gäbe es auch nicht so viel Auswahl. Aber wenn das Mittel richtig ist, wird in egal welcher Potenz etwas passieren, mal mehr und mal weniger oder auch zu viel, je nach dem eben.

Ich merke, das hier viele Leute verschiedene Potenzen besprechen und damit auch verschiedenste Wesen behandeln (Menschen, Katzen, Hunde, Vögel...). Man kann, meiner Meinung nach Potenzen nur vergleichen, wenn man sie nur einem Wesen gibt. Katzen sind viel viel sensibler als Kühe und da ergeben sich andere Potenzen als nützlich.
Beispiel: Ich habe schon Katzen behandelt, mehr als eine, da gebe ich das Mittel einmal und meist auch nur eine C30 oder was anderes niedriges, das hat bis her immer prima gewirkt, sehr selten habe ich da zu was höherem gegriffen.
Ich habe einen ganzen Milchkuhbestand in Betreuung und musste lernen, dass ich da die angezeigten Mittel locker 3 Mal in wenigen Minuten wiederholen muss manchmal auch Tagelang immer wieder und eine C30 nutze ich da praktisch kaum noch da es einfach nicht so richtig wirkt.

Es führen verschiedenste Faktoren zu diesen unterschiedlichen Wirkungsweisen, weshalb es dann noch schwerer ist Aussagen über Potenzwirkungen zu machen, wenn es Gattungsübergreifend wird.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#19

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 21.05.2011 14:41
von Günther (gelöscht)
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Ja Anna,
....und nicht nur zwischen Kuh und Katze, sondern auch innerhalb einer Spezie je nach Habitus.
mein letzter Hund, ein Border-Collie, sprach super gut auf Bachblüten an und mein jetziger fast gar nicht. Manche Menschen vertragen nur Tiefpotenzen, manche brauchen die Hochpotenzen.
Ich hörte halt in den letzten Jahren von anderen Behandler immer wieder, dass die C200 viel, viel weicher ist wie die 30er Potenz und die C1000 auch wieder eine harte Potenz ist, die 10M wiederum sehr tief im Organismus beginnt und ihre Zeit braucht, bis sich was verändert hat.
Was die 30er und die 200er angeht, kann ich das nur bestätigen. Die 1M habe ich zu wenig angewendet um irgendwas behaupten zu können.
Mich hat sie bis jetzt erfreut.

LG Günther


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#20

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 22.05.2011 09:57
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Klar gibts auch unter einer Gattung schon reichlich Unterschide und bei Tieren sicherlich noch Rassen abhängig, das ist mir bei Pferden schon aufgefallen. Dann kommt noch ein bisschen das ganze Lebensumfeld dazu. Die Menschen in Indien haben meist ein viel einfacheres Leben und da wirken die Mittel oft schon in wenigen Tagen wo wir hier locker mal 2 Wochen auf das selbe Ergebnis warten.

Deswegen wollte ich nur darauf hinweisen, dass es bei alles den Faktoren sinnig ist einen riesen Faktor, die Gattung, nicht zu vermischen.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#21

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2011 11:39
von Fa | 52 Beiträge | 99 Punkte

Mein Credo zur Frage Hochpotenz - Niederpotenz ist: wenns Mittel passt, dann ist die Potenzhöhe eher zweitrangig. Hätte auch Mühe, den Unterschied zwischen einer C30 und einer C200 in der Wirkung zu erkennen. Manche Kollegen wählen die Potenzhöhe intuitiv, wenn sie den Pat. vor sich haben und sie haben Erfolge. Ich wähle in akuten Situationen eher D12, D30 oder C6 Potenzen und bei chronischen Geschichten höhere Potenzen. Vor chirurgischen Eingriffen empfehle ich Arnica C200 und nach z.B. zahnärztlichen Eingriffen Hypericum M.
Habs auch schon an mir angewendet und das Resultat war Klasse: nach einer Kieferop. (Wurzelextraktion) nahm ich Hyper. M ein und benötigte null Schmerzmittel. Bei Zahn -oderKieferschmerzen sonst eher ein Weichei, aber mit Hypericum war ich glücklich.
Ein anderer Kollege empfiehlt Arnica D6 und hat auch gute Rückmeldungen,deshalb - siehe oben. ;)
LG
Fa


zuletzt bearbeitet 23.05.2011 11:40 | nach oben springen

#22

RE: Potenzwahl bei Arnica

in Allgemeines zur Homöopathie 23.05.2011 15:09
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Bei Hypericum bitte aufpassen: NIE vor einer Narkose/ Lokalanästhesie geben, da es die Wirkung der selbigen abschwächen kann und dann mehr gegeben werden muss, was nicht zum Wohle des Patienten ist.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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