#1

Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 19.09.2011 12:12
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

In der Zeitschrift"Geo" bin ich auf einen Leserbrief von Dr.Heirich Hümmer,Facharzt fürAllgemeinmeizin und Homöopathie gestossen.
Er schreibt von der erstaunlichen Wirkung von Mercurius vivus C30 auf Zähne und Zahnfleisch.
In meiner bescheidenen Literatur finde ich von der Wirkung her keinen Unterschied zu Mercurius solubilis.
Ist euch bekannt ob eines der beiden "besser"auf Zähne und Kiefer wirkt oder habt ihr Literaturtipps zum Thema??
LG Eva

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#2

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 19.09.2011 19:54
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hihi, den Leserbrief habe ich auch gelesen und mich gewundert. Mezger schreibt, dass zwischen vivus und solubilis kein Unterschied gemacht wird. Beide sind mehrfach geprüft worden.

Wobei ich die Aussage von Dr. Hümmer sowieso kritisch sehe. Das ist wieder eine von den Pauschalempfehlungen, die die Homöopathie in Verruf bringen.
LG ilse

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#3

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 20.09.2011 13:33
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

Ist ja lustig.....
er preist es sozusagen als Allheilmittel an,das alle Zahnärzte abeitslos macht.
Aber er wird mit seiner symptomatischen Therapie ja auch Erfolge haben.Er behandelt ja auch ein Symptom.
Aber im Ernst:kennt doch jemand einen Unterschied zwischen den beiden????
Grüsse Eva

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#4

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 20.09.2011 15:53
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Du bist hartnäckig, hm?
Im Hering ist angegeben, welche Symptome von solubilis (schwarzes Oxyd) und welche von vivus (Element) sind. Alle rauszuschreiben wär mir denn doch zu viel, also nur die von den Zähnen.
Vorab schreibt Hering:
Die Symptome des Merc. sol, aus normaler Prüfung gewonnen, sowie die Wirkungen des Merc. viv, gesammelt aus toxikologischen Berichten, die sorgfältig gesichtet und klinisch bestätigt wurden, sind genügend ähnlich, um beide zusammen einzuordnen. Im Prinzip scheinen die Wirkungen beider Mittel dieselben zu sein und sie sind in klinischen Berichten auch nicht immer unterschieden worden.

vivus
Die Zähne sind locker, fallen schließlich aus.
Zähne locker bes. Backenzähne, sie werden vom Zahnfleisch entblößt und werden schwarz, mit nächtlichen Schmerzen in den Zähnen, Kiefer und Kopf.
Alle Zähne außer den Schneidezähnen verloren, zumindest die Zahnkronen, nur Wurzeln zurückgeblieben mit sehr rotem und sehr weichem Zahnfleisch.
Stark pochender Schmerz im li. Oberkiefer, schlechter nachts. Gesicht geschwollen. Zunge weißlich, feucht und schlaff. Zähne werden als zu lang gespürt.
Zahnfleisch rot, geschwollen und bedeckt mit dünnen, weißen Membranfetzen, die von einer nicht geschwürigen Oberfläche leicht entfernt werden können.
Das Zahnfleisch hat einen hellroten Rand.
Zahnfleisch geschwollen und von blassroter Farbe.
Zahnfleisch schwammig und blutend, teilweise zerstört.
Zahnfleisch atrophiert, besonders an den Wurzeln der unteren Zähne, hinterlässt die Zahnhälse entblößt.
LG ilse

Nachsatz: Das hört sich happiger an als bei solubilis - aber: das ist die Wirkung bei Vergiftung! Die Prüfung wurde natürlich nicht bis zum Äußersten getrieben. Beispiel: Prüfung solubilis - Gefühl als ob alle Zähne locker seien. Vergiftung vivus: Die Zähne sind locker und fallen schließlich aus.


zuletzt bearbeitet 20.09.2011 15:59 | nach oben springen

#5

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 20.09.2011 17:22
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Sehr schön verständlich erklärt, Ilse, warum da Unterschiede sind, die dann aller Wahrscheinlichkeit nach eben doch keine sind.

Zitat
Er schreibt von der erstaunlichen Wirkung von Mercurius vivus C30 auf Zähne und Zahnfleisch



Das hat mir auch gleich nicht gefallen, klingt sehr pauschal. Und er scheint es auch so zu meinen:

Zitat
er preist es sozusagen als Allheilmittel an,das alle Zahnärzte abeitslos macht



Zitat
Aber er wird mit seiner symptomatischen Therapie ja auch Erfolge haben.



Erfolge kann man auch symptomatisch haben. Das widerspricht sich nicht damit, daß es aus homöopathischer Sicht vielleicht trotzdem nicht wirklich sinnvoll ist. Bei mir verschwand mal ein Symptom auf ein Mittel hin fast vollständig, aber ansonsten ging es mir damit gar nicht gut. Wenn es so läuft, ist das dann nicht so wünschenswert.


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#6

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 21.09.2011 13:21
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Die merc. Gruppe an sich besteht aus Mitteln die sich alle sehr ähnlich sind. Alle haben starke Symptome an Schleimhäuten und Haut. Jedoch scheint jedes Merc sich noch auf einen Bereich davon "spezialisieren zu lassen". Merc-jod-rub, ist bei extremen Halsentzündungen noch ein hauch besser als Merc-sol. Wenn man dann genau hinschaut entdeckt man auch kleine Unterschiede, wie Seitenbezug oder Auslöser. Ich kenne Merc-vivus nicht wirklich, aber es wird sicher auch sein "Spezialgebiet" haben.

Jedoch sind alle Merc. Mittel bei Zuständen indiziert die ins Extreme tendieren oder schon da sind, syphilitisch eben. Deswegen halte ich das für ein insgesamt sehr ungeeignetes Mittel um es pauschal zu verabreichen, so wie z.B. Calendula bei Risswunden oder Bry bei akuter Bilddarmentzündung.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#7

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 21.09.2011 13:30
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

Ilse,erstmal danke fürs rausschreiben!
Ja ich bin da etwas vorbelastet,aber nach 2 Parodontosebehandlungen habe ich die Sache seit mehreren Jahren stabilisieren können.
Das Problem war meine verstorbene Mutter.Sie liess sich mit Ende 40 alle!Zähne des Oberkiefers ziehen(Ein Verbrechen!!!!!!)und hatte seitdem enorme Probleme.Sie konnte selbst nach einer Kiefer OP die Prothese nie länger als einige Minute tragen.
Das ging soweit ,dass sie kaum noch aus dem Haus ging und zum Schluss in psych.Behandlug war.Ich seh sie nur noch vor mir ohne Prothese und in Panik es könnte jemand kommen.
Daher bin ich alle 6 Monate beim Zahnarzt und lasse halt auch sonst nix unversucht.
Wolfi,
ich sehe das mit der symptomatischen Behandlung auch kritisch aber ich arbeite halt in der Apotheke .
Da kommen natürlich viele Leute mit akuten Beschwerden,bes.Schwangere oder Mütter mit Kleinkindern.Da bleibt mir nur die Wahl nach bewährten Indikationen vorzugehen.
Ich denke bei Beschwerden wie Schwangerschaftserbrechen etc spielt die Psyche eine geringere Rolle und die Causa ist eh gegeben.
Mann kann natürlich sagen entweder "richtige"Homöopathie oder gar nix,aber dann könnte ich ja nichts mehr empfehlen.
LG Eva

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#8

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 21.09.2011 14:55
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Zitat
Daher bin ich alle 6 Monate beim Zahnarzt und lasse halt auch sonst nix unversucht.



Eva! Du willst aber jetzt nicht Mercurius vivus testen!

Also ich kriege ja auch die Panik, wenn ich zum Zahnarzt gehe, aber da hätte ich dann doch Angst, dass mir die Zähne ausfallen, falls es nicht passt.

Ich hatte schon mal hier gepostet, glaube ich, wie es mir mal erging: Zahnarzt guckt in Mund - aha, Zahnfleischtaschen, Parodontose, blutet bei geringster Berührung, da machen wir gleich mal einen Termin für eine tiefe Sanierung. Oha, ich nach Hause, MM gewälzt, Sulphur (nach Gesamtheit) genommen. An dem bewussten Tiefbehandlungstag: Zahnarzt will gleich loslegen. Ich: Gucken Sie doch erst mal nach. Er: Tatsächlich, nix, kein Behandlungsbedarf mehr.

Also bloß keine übereilten Gewaltkuren! Wenn du nach deiner eigenen Symptomatik noch nicht das heilende Mittel finden konntest, geh doch mal eine Ebene tiefer, in die Genetik. Ob noch mehr deiner Vorfahren mit Parodontose zu tun hatten, welche anderen Krankheiten gehäuft in der Familie vorkamen, ob es besondere Charakterzüge gab, die du geerbt hast. Solche tief verankerten Symptome können ganz andere Mittel in den Vordergrund bringen.
LG ilse

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#9

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 21.09.2011 14:58
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat von evapierron

ich sehe das mit der symptomatischen Behandlung auch kritisch aber ich arbeite halt in der Apotheke .
Da kommen natürlich viele Leute mit akuten Beschwerden,bes.Schwangere oder Mütter mit Kleinkindern.Da bleibt mir nur die Wahl nach bewährten Indikationen vorzugehen.
Ich denke bei Beschwerden wie Schwangerschaftserbrechen etc spielt die Psyche eine geringere Rolle und die Causa ist eh gegeben.
Mann kann natürlich sagen entweder "richtige"Homöopathie oder gar nix,aber dann könnte ich ja nichts mehr empfehlen.
LG Eva



Das allerdings würde ich mir wünschen, eine Apotheke, wo mal jemand ist, der auch ein bißchen was zur Homöopathie weiß und Auskunft geben kann.
Ich verstehe schon auch das Dilemma in dem Fall. Und außerdem ist es oftmals vielleicht gar keines, weil es, sofern man das Wissen hat, ziemlich eindeutig ist.


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#10

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 22.09.2011 13:31
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

Hey Ilse,
du kannst einem ganz schön Panik machen;)
Im Ernst:es passen sehr viele Symptome auf Mercurius,aber nicht alle.Besonders bei der Psyche stimmts nicht überein(Gewaltbereitschaft ? Ich????)
Ich weiss es ist schwer sein eigenes Mittel zu finden ,aber ich tendiere eher zu Silicea.
Im Moment habe ich allerdings nichts akutes.Ich werde noch ein bisschen rumlesen.
An Mercurius trau ich mich jetzt nicht mehr..
Wie kriegt ihr eigentlich immer die Smilies hier rein???

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#11

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 22.09.2011 14:23
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat
Besonders bei der Psyche stimmts nicht überein(Gewaltbereitschaft ? Ich????)



Nur mal so als Anregung, und ohne daß das mit Dir zu tun haben muß!

Wenn man einen Gefühlsbereich ganz weit von sich weist, kann (!) es sein, daß er z.B. als verboten erlebt wird, als "darf man nicht, weil das ist schlecht". Bei Zähnen hätte man dann z.B. vielleicht eine Beißhemmung, selbst da, wo es vielleicht mal angebracht wäre, sich (auch mal bissig) zu wehren. Und in der Homöopathie ist es ja oft so, daß gerade die Gegensätze von einem Mittel beide abgedeckt werden.


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#12

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 22.09.2011 15:49
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Von mir auch noch bisserl Senf: Rezidivierende Zahnfleischentzündungen sind kein Akutproblem, deswegen würde ich auch chronisch behandeln, sprich nach der Gesamtheit. Das Mittel für die Akutphase kann, muss aber nicht das chronische Mittel sein.
LG ilse

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#13

RE: Mercurius vivus

in Allgemeines zur Homöopathie 23.09.2011 13:05
von evapierron | 131 Beiträge | 166 Punkte

Ja, der Gedanke von Wolfi ist nicht von der Hand zu weisen.
Daher ist es ja auch so schwer sein eigenes Konstitutionsmittel zu finden.
Schönes Wochenende an alle Eva

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