#1

"Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 16.03.2011 15:44
von Nisha (gelöscht)
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Hallo!

ich habe jetzt schon 3 Tiere in Behandlung gehabt, wo die Besitzer ihr Tier als "hyperaktiv" bezeichnet haben. Es geht nicht um ein fröhliches aufgeregtes Rumspringen, sondern - im aktuellen Fall z. B. – um einen Hund (kommt aus Griechenland | wurde dort als Jagdhund ausgemustert, da nicht abrufbar | hat Leishmaniose | massive Insektenphobie hat er auch | super geräuschempfindlich ist er auch). Solange er im Haus ist, kann er entspannen, aber sobald es zum Gassigehen raus geht, ist er wie umgedreht. Kaum zu bändigen, völlig gestresst, nimmt nichts mehr wahr von seiner Umgebung, völlig aufgedreht.

Ich habe im Synthesis und im Murphy geguckt unter:
- Stress
- Nervosität
- Ruhelosigkeit
- Ruhelosigkeit, ängstlich
- Bewegung, verlangen nach (das empfinde ich aber so unpassend, hört sich so nach "ich hab Lust drauf" an)
.
.
.

Ich finde nichts passendes. Das ist bei diesem Hund aber das aller CHARAKTERISTISCHSTE. Dieser Stress, diese Überforderung, die "Hyperaktivität", die ihn unansprechbar macht.

Habt Ihr einen Tipp?
Von Mensch auf Tier übersetzen ist manchmal ganz schön schwer.

Ich danke Euch
Reni


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 15:44 | nach oben springen

#2

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 16.03.2011 18:13
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Hallo Nisha,
meiner ganz persönlichen Meinung nach entsteht Hyperaktivität ganz allgemein aus der Angst, zu versagen. Und zwar wird es für den Betroffenen selbst existentiell erlebt (wenn auch vielleicht nicht mehr bewußt), also daß durch dieses Versagen schon fast sein Leben bedroht ist. Nicht im Sinne von Todesangst, sondern im Sinn von Bedrohung für die Lebensumstände, die sich verschlechtern durch das Versagen (so die Befürchtung). Also keine Liebe, keine Anerkennung mehr, keine Vorteile, kein Lob, sowas in der Art. Und vielleicht (vermutlich) sogar konkret weggeschoben, verlassen zu werden.
Hyperaktivität ist sowas ähnliches wie Panik, kopflos werden vor lauter Angst. Nur eben doch wieder ein wenig anders, vielleicht weil nicht akut`? Und vor allem nicht eine konkrete Bedrohung als Ursache, wie z.B. eine Attacke es wäre.

Es entsteht, natürlcih nur meiner Meinung nach, z.B. durch zu hohe/unerfüllbare Anforderungen, bzw. durch zu rigide eingeforderte Leistungen. Das löst dann die Angst zu versagen aus. (Und hierbei kommt es nur auf das Erleben desjenigen Betroffenen an, nicht darauf, ob das wirklich objektiv für jeden so gewesen wäre, und auch nicht, wie es wirklich gemeint war)
Wir haben ein zugelaufenes Kätzchen, die ist auch was man hyperaktiv nennen könnte. Wenn man ihre Lebensgeschichte kennt, (ich habe sie erzählt bekommen, zumindest in Teilen), sie hat mehrfach erfahren und (in ihrem Fall) deshalb davor Angst entwickelt, nicht gut genug zu sein, und deshalb immer wieder verlassen zu werden. So erkläre ich es mir jedenfalls, wobei ich die ganz genauen Umstände des Verhaltens derer, denen sie sich schon zugehörig fühlte, ihr gegenüber nicht kenne.

Ob's stimmt, weiß ich nicht, glaub ich aber schon. Vielleicht siehst Du es genauso (würde mich interessieren), und es hilft Dir bei der Suche nach der Symptombeschreibung und damit Mittelfindung.
LG, Wolfi


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

zuletzt bearbeitet 16.03.2011 18:24 | nach oben springen

#3

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 16.03.2011 18:41
von Nisha (gelöscht)
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Hallo Wolfi,
Deine Antwort hat mich echt umgehauen! Da ist SO viel drin, was im Fall dieses Hundes zutrifft.
Er ist ja ABGEGEBEN worden vom Erstbesitzer in Griechenland, weil er ZUR JAGD NICHT TAUGTE. Die Besitzerin sagt auch, dass er zu Hause entspannt ist, ausserhalb aber totale VERLASSENSÄNGSTE hat. Vorm Supermarkt anbinden - undenkbar, ohne dass Mords Theater ist. Auf dem Hundeplatz ist er super gerne und lernt auch ganz toll. Also LEISTUNG scheint ein echtes Thema für ihn zu sein. Im Gegensatz zu anderen Hunden guckt er sich aber dauernd nach ihr um (nur beim Gassigehen kann man ihn unmöglich von der Leine lassen, da flitzt er sofort los und ist dann auch nicht mehr ANSPRECHBAR. Er nimmt nichts mehr wahr. Will nur noch jagen ( nicht töten, das macht er nicht, nur scheuchen). Die Besitzerin hat auch gesagt, sie hat den Eindruck er würde dann "arbeiten", also nicht jagen zum Spaß sondern als Arbeit. Sie hat auch gesagt, dass er unbedingt GEFALLEN WILL. Wenn man ihm einmal was verbietet, macht er es nie wieder (ausser dem abhauen beim Gassigehen :) )

Er hat ja ausserdem Leishmaniose und ist dauerhaft unter Medikamenten. (= Allopurinol 2x tgl. Im Beipackzettel steht aber nichts von Hyperaktivität o.Ä. Nur depressiv könne man werden.

Thema Angst: die Insektenphobie muss abartig sein. Wenn irgendwas fliegt, klemmt er den Schwanz ganz fest ein und schnappt gleichzeitig zitternd nach dem Übeltäter. Oder er flüchtet (nicht rennen, sondern nur zügiges Entfernen) in seine Hundehütte. Und: Er spielt nicht (Gleichgültigkeit gg Vergnügungen)

Und: Er leidet unter häufigen grundlosen und anscheinend schmerzhaften Erektionen. Seinen Penis knurrt er dann oft an und "guckt dumm aus der Wäsche, kann damit nichts anfangen" = Zitat Besitzerin - also SPAß scheint da nicht im Spiel zu sein.

Ich repertorisiere zum zweiten Mal. Komme jetzt auf Aconitum*:
- Nervosität
- Ruhelosigkeit, ängstlich
- grundlose, häufige, schmerzhafte Erektionen)
- Phobien

Werde mir nachher gleich mein Synthesis holen und unter VERSAGENSANGST gucken. Und den Sankaran zur Rate ziehen.

VIELEN DANK FÜR DEINE ANTWORT!

LG Reni


*Arsenicum kam auch gut weg beim reppen, aber das erscheint mir zu misstrauisch für ihn. Er freut sich über jeden, Mensch und Tier.
Angefangen hatte ich mit Bachblüten - ohne Erfolg, dann Pulsatilla Q3 >> Verschlimmerung ohne Verbesserung.
Ich behandle ihn auch jetzt kostenlos. Der Kerl geht mir echt ans Herz.


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 19:01 | nach oben springen

#4

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 16.03.2011 20:19
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Hallo Nisha,
was Du beschreibst, ich würde auch an Lycopodium denken. Bin nicht so mittelfest, aber Lyc. kenne ich ein wenig. Natürlcih gut möglich, daß was anderes viel besser paßt.
LG, Wolfi


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#5

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 08:03
von Naturheilhunde (gelöscht)
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Hallo,
das Problem bei Tieren ist ja, dass wir nicht wissen, was sie fühlen. Ob er sich nun als Versager fühlt, weil er abgegeben wurde, ist Interpretation - sollte man nicht machen.
Rubriken wie Nervosität oder Ruhelosigkeit helfen auch nicht viel, da sie zu groß sind.
Hast du keine spezifischeren Symptome, die den Hund ausmachen?
Gruß,
Linda

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#6

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 10:31
von Nisha (gelöscht)
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Zitat von Wolfi
Hallo Nisha,
was Du beschreibst, ich würde auch an Lycopodium denken. Bin nicht so mittelfest, aber Lyc. kenne ich ein wenig. Natürlcih gut möglich, daß was anderes viel besser paßt.
LG, Wolfi



Hallo Wolfi,

Ich bin ja noch Anfänger, Lyc hatte ich aber schon oft. Christiane P. Krüger beschreibt das Mittel sehr eingängig.
Lycopodium ist eher der "Radfahrer", also nach oben buckeln, nach unten treten. Der Blender. Dieser Hund ist der absolute underdog. Er wird von anderen Hunden noch nicht einmal wahrgenommen, geschweige denn mal angepflaumt. wenn ein fremder Hund ihm nahe kommt (überhaupt, wenn etwas unangenehm für ihn ist), dann guckt er in die Luft "bin nicht da". Ein Blender ist er gar nicht. Und die sexuelle Komponente ist auch nicht wie bei Lyc das protzen und prahlen. Die Erektion kommt sehr häufig und er kann damit gar nicht umgehen. Knurrt ja sogar den Penis an.


Zitat von Naturheilhunde
Hallo,
das Problem bei Tieren ist ja, dass wir nicht wissen, was sie fühlen. Ob er sich nun als Versager fühlt, weil er abgegeben wurde, ist Interpretation - sollte man nicht machen.
Rubriken wie Nervosität oder Ruhelosigkeit helfen auch nicht viel, da sie zu groß sind.
Hast du keine spezifischeren Symptome, die den Hund ausmachen?
Gruß,
Linda



Hallo Linda,

Mit der Interpretation von Gefühlen hast Du natürlich recht, aber, wenn man sein Tier kennt, kann man doch Einiges an Emotionen beurteilen, oder?
Ich habe selbst drei Katzen und kann an Körperhaltung, Lauten und Mimik gut erkennen, ob das Tier gerade misstrauisch, verängstigt, wütend oder fröhlich ist. Wenn er sich auf dem Hundeplatz dauernd umguckt, ob Frauchen auch kommt und gegebenfalls zu ihr hingeht und wenn er zu Hause wunderbar allein sein kann, aber in fremder Umgebung (Supermarkt) Riesentheater macht: ist dann die Verlassensangst SO arg reininterpretiert?

Was meinst Du mit spezifische Symptome? Bin - wie gesagt - noch Anfängerin. ich fand diese Symptome auffallend, eigenheitlich und charakteristisch, wie Hahnemann es wünscht. Denkfehler?

Die (für mich) auffallendsten Symptome an dem Hund sind
- die massive Schreckhaftigkeit, Dauerstress
- die wirklich EXTREME Ruhelosigkeit (beim Gassigehen vor 2 Tagen ist er SO in der Leine rumgsprungen, dass er sich dabei die Schulter verrenkt hat, ist kaum zu bändigen)
- die zeitweise mehrmals täglichen plötzlichen Erektionen mit anknurren (hatte auch Hyoscyamus gelesen, aber das entblößen ist bei ihm keine erotische Manie, sondern, weil bei ihm alles ausser Maß ist)
- die Phobie vor Bienen, Mücken (eingeklemmter Schwanz und zittern, aber schnappt danach oder flüchtet in die Hundehütte
- die Phobie Küchenfußboden (Es ist ein heller Boden. Wenn Licht oder Sonne drauffällt, hat er Angst davor - hab ich mich gefreut - glitzernde Gegenstände, Reflektion >> Stramonium lesen. Wasser LIEBT er aber, da springt er rein und scheucht Enten >> also nix Stramonium und gewalttätige ausbrüche hat er weiss Gott nicht)
- er spielt überhaupt nicht (6 Jahre alt), seit 4 Jahren bei den Besitzern, wollte nie spielen
- alles bei ihm ist maßlos: Er inhaliert sein Fressen, man muss nebendran stehen, damit er das Katzenfutter in Ruhe lässt
- Durst genauso: wenn er mal dran ist, dann kann er den ganzen Eimer leersaufen (Rep: Durst auf große Mengen), trinkt aber nicht auffallend oft. Am liebsten Regenwasser
- schmusen ist auch sehr ausgeprägt: Jeder Mensch, jedes Tier wird auch hocherfreut begrüßt zu Hause. Pfötchengeben ist bei ihm schon fast "boxen" so heftig macht er das
- anfangs hatte er überhaupt keinen Eigengeruch. Erst nach einer Akupunkturbehandlung kam dann der Hundegeruch.
- wo es geht, vermeidet er, in der Sonne zu liegen, was für einen Hund aus Griechenland auch ungewöhnlich ist.
- Liebevolles Umfeld: Sympathische Familie mit 4 Katzen, zwei Kindern, Haus mit Garten. Besitzerin geht mit ihm auf den Hundeplatz und bemüht sich seit 4 Jahren.


Aufgrund seiner Maßlosigkeit und Grenzenlosigkeit hab ich auch intensiv über Phosphorus nachgedacht, aber schnell erschöpft ist er nicht.
Ich arbeite fast nur im Verhaltensbereich mit Homöopathie und hauptsächlich mit Tieren aus dem Tierschutz (Tierheime, Tötungsstationen, Fabrikkatzen...). Daher habe ich häufig körperlich gesunde Tiere in Behandlung (Wobei er ja Leishmaniose hat und aus Griechenland kam er mit Filaria Repens nach Deutschland).


Bin am Ende mit meinem Latein: Puls | Hyos | Stram | Nat-m | Acon | Phos | Ars ... SO lernt man die MM kennen :)
Im Moment sieht mein Plan so aus:
- Aconitum C200 (Boericke: Unruhe, Phobien, häufige schmerzhafte Erektionen) als Einzelgabe und gucken, was passiert.
- dann hoffentlich deutlicher entscheiden können, ob evtl: Phos (Grenzenlosigkeit), Nat-m (Verlust, Trauer, Kummer, Abneigung spielen, Insektenangst) oder Arsenicum (hat in der Rep gut abgeschnitten, empfinde ich aber vom Bauchgefühl als unpassend, da er ja GAR nicht misstrauisch und penibel ist) oder sogar Sulph (jahrelange Medikamentenunterdrückung mit vielen Hautsymptomen) als chron. Mittel zu Aconitum sich abzeichnet.

Frage:
Meint Ihr, ich kann den Fall im Expertenforum reinstellen? HIER bin ich ja eigentlich verkehrt. Meine kleine Repertoriumsfrage hat sich ja ein bissel verselbstständigt

Liebe Grüße und
DANKE SCHON MAL für Tipps und Anregungen
Reni


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 10:35 | nach oben springen

#7

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 11:22
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat
- die massive Schreckhaftigkeit, Dauerstress

- die Phobie vor Bienen, Mücken (eingeklemmter Schwanz und zittern, aber schnappt danach oder flüchtet in die Hundehütte
- die Phobie Küchenfußboden (Es ist ein heller Boden. Wenn Licht oder Sonne drauffällt, hat er Angst davor - hab ich mich gefreut - glitzernde Gegenstände, Reflektion >> Stramonium lesen. Wasser LIEBT er aber, da springt er rein und scheucht Enten >> also nix Stramonium und gewalttätige ausbrüche hat er weiss Gott nicht)
- er spielt überhaupt nicht (6 Jahre alt), seit 4 Jahren bei den Besitzern, wollte nie spielen
- alles bei ihm ist maßlos: Er inhaliert sein Fressen, man muss nebendran stehen, damit er das Katzenfutter in Ruhe lässt
- Durst genauso: wenn er mal dran ist, dann kann er den ganzen Eimer leersaufen (Rep: Durst auf große Mengen), trinkt aber nicht auffallend oft. Am liebsten Regenwasser

- wo es geht, vermeidet er, in der Sonne zu liegen, was für einen Hund aus Griechenland auch ungewöhnlich ist.



Das läßt mich an Medhorrhinum denken. Nur so als weitere Idee.


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#8

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 11:31
von Naturheilhunde (gelöscht)
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Zitat von Nisha

und wenn er zu Hause wunderbar allein sein kann, aber in fremder Umgebung (Supermarkt) Riesentheater macht: ist dann die Verlassensangst SO arg reininterpretiert?


Wenn er zuhause wunderbar allein sein kann, würde ich nicht sagen, dass der Hund unter Verlassensangst leidet...
Das Hineininterpretieren bezog sich auch mehr auf das Gefühl, ein Versager zu sein.

Zitieren klappt nicht gut! Also normal weiter...

- die Phobie vor Bienen, Mücken (eingeklemmter Schwanz und zittern, aber schnappt danach oder flüchtet in die Hundehütte
Vielleicht ist er mal von Bienen angefallen worden? Dann wäre die Angst normal. Da er aus dem Tierschutz ist, kannst du aber wahrscheinlich keine Angaben zu machen

- alles bei ihm ist maßlos: Er inhaliert sein Fressen, man muss nebendran stehen, damit er das Katzenfutter in Ruhe lässt
Gerade beim Fressen wäre ich da vorsichtig, vor allem wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Er ist aus Griechenland und dort müssen sich viele Hunde ihr Futter erkämpfen bzw schnell fressen, da meist mehrere Hunde vor Ort sind

Das Schmusebedürfnis und die Abneigung gegen Sonne/Wärme finde ich gut.
Man muss nicht alle Symptome eines Mittels zeigen; das geht auch gar nicht.

Gruß,
Linda

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#9

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 11:47
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Der Unterschied zwischen der "Panik" von Hyperaktiven und der sonstigen Panik ist:
Eine sonstige Panik wird durch ein direkt bedrohendes Ereignis ausgelöst. (Bienenschwarm greift an). Bei den Hyperaktiven wird die Bedrohung erstmal gar nicht selbst empfunden, sondern es wird dann z.B. die Angst von einem anderen empfangen (ich sage mal, die Mutter z.B. hat Angst, das Kind könnte von der Biene gestochen werden). Und daher ist das auch so schlecht zu fassen für den Betroffenen. Das ergibt sich für mich aus meinen Beobachtungen mit hyperaktiven Kindern (oder was sich so nannte), wobei es da natürlich meist um Hausaufgaben, Lernen und sowas geht, bei dem diejenigen fahrig, und ziellos wie panisch werden.

Jemand, der nicht allgemein verunsichert wurde (Mensch oder Tier), durch diejenigen, von denen derjenige nämlich existentiell abhängig ist (Kind oder Hund z.B.), sondern in einer bestimmten Sache eine sozusgaen eigene Angst erlebte (wie z.B. mit Bienen), den beeinträchtigt dann auch nur diese eine Sache, der verhält sich dann "normal" und fühlt sich gut, wenn diese Sache nicht anwesend ist. Im Grunde ist das auch bei Hyperaktiven so. Nur kommen die Sachen, die sie verunsichern, eben recht allgmein vor, es ist kein konkretes Ding, sondern ein empfundener an sie gestellter Anspruch, im Leben zu bestehen, und ansonsten eben "zu versagen", oft natürlich auch etwas Konkretes zu leisten (bei Kindern meist mit Schulleistung einhergehend).
Ich habe es einige Male erlebt, wenn man den Kindern das Gefühl vermitteln kann, daß keinerlei Druck besteht, daß alles gut genug ist, was auch immer sie leisten, dann verschwindet (oder reduziert sich) die Hyperaktivität, und es kann zu normaler Eigenanstrengung kommen (und zwar schon, um zu gefallen, bis zu einem gewissen Alter lernen (leisten etwas) Kinder für ihre Lehrerin, für die Mutter usw.. Und gerade bei Hunden ist das bestimmt sehr ähnlich, würde ich sagen).
Ganz allgemein, ob gezielt herbeigeführt oder nicht, gibt es bei Hyperaktiven meiner Beobachtung nach und zum Glück immer mal Räume (Umstände usw.), in denen sie sich entspannt fühlen und sich dementsprechend "normal" verhalten. Wobei eine Grundverunsicherung aber eben irgendwie, finde ich, doch bleibt.

Nur mal so als meine Ergänzung, ohne Anspruch, daß ich damit Recht haben muß. Wobei ich allerdings schon der Meinung bin, daß es so ist, so wie ich es immer beobachtet habe.


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

zuletzt bearbeitet 17.03.2011 11:49 | nach oben springen

#10

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 11:50
von Nisha (gelöscht)
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Hallo Wolfi,
werde mir Med durchlesen. Danke für den Tipp!

Hallo Linda,
Du hast mit Deinen Kommentaren völlig recht, hab ich auch immer bedacht.
NUR: Mir bleibt doch nichts anderes, als mit DEM zu arbeiten, was ich habe. Ich hab ja fast nie konkrete Angaben bei meinen Viechern - und DAVON ist noch das meiste gelogen, denn Leute, die Tiere abgeben, lügen den Tierschützern meist die Hucke voll, um gut dazustehen.

Ich versuche also, das zu tun, was im Organon §6/§7 steht, ich nehme mit meinen Sinnen wahr, wobei ich BefindensÄNDERUNGEN ja meist nicht beurteilen kann. Wenn eine Katze mit einem Strick am Friedhofsbaum angebunden gefunden wird und die Nacht damit verbracht hat, sich vor den Angriffen von Ratten zu schützen... WAS kann ich anderes beurteilen, als ihren MOMENTANEN Zustand. Eine verbindliche Causa hab ich oft nicht. Ganz schön schwer! Aber da sehe ich mein Hauptarbeitsgebiet und da will ich gut werden.

Was haltet Ihr von meiner geplanten Vorgehensweise (Aconit)?
UND: Durch Lindas Erinnerung, dass man ja nicht alle Symptome zeigt, rückt Phos wieder in den Vordergrund.

LG Reni

PS:
Linda, wenn Du auf das ROTE "Antworten" gehst, dann erscheinen unter Deinem schreibfeld die vorherigen Antworten. Wenn Du dann bei der Antwort, aus der Du zitieren willst, rechts auf den roten "zitieren"-Buttton klickst, erscheint der komplette Antworttext in DEINEM Schreibfeld. Alles, was zwischen den [ ] Klammern steht (Anfang und Ende des Beitrags), erscheint als Zitat. Du musst nur noch das rauslöschen, was Du NICHT willst, so dass nur das zu zitierende übrigbleibt. NACH der End-Eckklammer kannst Du dann Deinen eigenen Kommentar dazuschreiben.

So:
[ quote="Nisha"] alles was hier steht, ist sichtbar [ /quote]


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 11:58 | nach oben springen

#11

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 12:05
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat
- alles bei ihm ist maßlos: Er inhaliert sein Fressen, man muss nebendran stehen, damit er das Katzenfutter in Ruhe lässt

Gerade beim Fressen wäre ich da vorsichtig, vor allem wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Er ist aus Griechenland und dort müssen sich viele Hunde ihr Futter erkämpfen bzw schnell fressen, da meist mehrere Hunde vor Ort sind



Ich möchte zu dem Punkt noch von der Mieze erzählen, die nun neu bei uns ist (seit einigen Monaten). Auch sie hatte den Futterkampf zuvor. Anfangs verhielt sie sich bei uns dann auch so wie oben beschrieben, sie fraß alles, was sie kriegen konnte, völlig übermäßig und schnell. Das hat sich aber mehr und mehr abgeschwächt, je länger sie hier ist und ja regelmäßig erfährt, daß sie immer was bekommt und keine Gefahr besteht, daß sie leer ausgehen wird. Jetzt ist es oft so, sie fängt ein wenig zu schnell und zu gierig zu fressen an, hört dann aber gleich wieder auf, weil ja satt.
Ich finde, wenn jemand ohne die real bestehenden Umstände, daß er davon ausgehen muß, morgen nichts mehr zu bekommen, nachhaltig völlig maßlos ist und es bleibt, dann steckt irgendwie noch was anderes dahinter. Das müßte dann etwas sein, was die eigenen "normalen" Sinne nicht beurteilen konnten (also Freßnapf regelmäßig voll oder Freßnapf regelmäßig nichts drin, das wären die normalen Sinneseindrücke, die normal beurteilt werden können). Nicht beurteilt werden können, dazu zählen wieder einmal die Handlungen anderer. Und besonders beeindruckend sind die Handlungen derer, von denen der Betreffende abhängig ist. (beispielsweise, wenn der Halter dem Hund das Fressen zur Strafe oder so wegnimmt).


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#12

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 16:34
von ilse • Administratorin | 2.712 Beiträge | 11512 Punkte

Hallo, Reni,
nur aufs Gemüt aufbauen ... da kommt Spekulation bei raus, grade beim Tier.

Bau doch erst mal auf den körperlichen Symptomen auf, genannt hast du bisher:

Maskulin; EREKTIONEN, schmerzhafte oder lästige (342)
Allgemeines; SONNE; Einwirkung; agg. oder Beschwerden durch (90)
Magen; DURST; große Mengen, auf (50)
Allgemeines; BADEN, waschen; amel.; kalt (47) Bin kein Hundeexperte, aber ich glaube die meisten lieben Wasser. Das würde ich mir lieber mal für den Schluss zum Differenzieren aufheben.

Dann würde ich mal klären, ob sich mit der verrenkten Schulter was anfangen lässt: Ist das eine Schwäche (Extr. Dislokation Verstauchung, leicht) oder Ungeschicklichkeit (Extr., Unbeholfenheit, linkische Bewegungen, Ungeschicklichkeit) oder tatsächlich nur durch die Wildheit.

Dann experimentieren bei der Rep. in separaten Fenstern mit verschiedenen Rubriken, ruhig erst mal mit den größeren, bevor du ins Detail gehst
Furcht vor Kleinigkeiten/Auffahren schreckhaft/durch ...
Eile, Hast allg./ beim Essen,Trinken
Ungestüm, heftig usw.
LG ilse

Zitat
Solange er im Haus ist, kann er entspannen, aber sobald es zum Gassigehen raus geht, ist er wie umgedreht. Kaum zu bändigen, völlig gestresst, nimmt nichts mehr wahr von seiner Umgebung, völlig aufgedreht.



Kann ich verstehen, wenn er zum Jagdhund ausgebildet wurde. Da begann der Stress, sobald er aus dem Zwinger rauskam.


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 16:35 | nach oben springen

#13

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 16:49
von Maja | 238 Beiträge | 250 Punkte

Als Zwischenlösung würde ich die Bachblütenmischung Nr. 2 geben.
http://www.zoobi.de/product_info.php/pro...28angst%29.html
Die wirkt gut.

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#14

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 17:01
von Nisha (gelöscht)
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Hallo Ilse,
danke für die vielen Tipps,
muss ich mir alles noch mal in aller Ruhe und Step by step zu Gemüte führen.

Zur Repertorisation:
Als artiger Anfänger mache ich das noch handish. Wird ja von Luc de Schepper und Kollegen immer empfohlen, weil man ja beim Blättern im Rep immer auf neue Rubriken stößt, die man irgendwann mal gesucht hat und so seinen Umgang mit dem Repertorium verbessert. Kann ich auch bestätigen. Daher ist "mit den verschiedenen Fenstern experimentieren" nüscht, aber ich werde 2-3 Varianten als Repertoriumsbogen auswerten.
Aschenputtelarbeit, aber bestimmt großer Lerneffekt (Tröst)

"nur aufs Gemüt aufbauen ... da kommt Spekulation bei raus, grade beim Tier."
Ich glaube, DA liegt mein Haupt-Problem im Moment: Ich hab lauter verhaltensauffällige Patienten und soll möglichst die Verhaltensauffälligkeiten rauslassen. Ist wahnsinnig schwer! Da muss ich noch heftig dran arbeiten...

Danke!!!


Hallo Maja,
vielen Dank für die Anregung, aber von den Fertigmischungen halte ich nichts. Ich mache seit 5 Jahren Bachblütentherapie bei Tieren und kann nur jedem empfehlen, INDIVIDUELLE Blütenmischungen mit den Original Blüte nach Dr Bach zu verabreichen. Die Erfolge sind um Lichtjahre besser. Bei der Angstmischung werden einfach alle Angstmittel zusammengemischt, bei Aggressionsmischung alle, die irgendwas mit Dominanz und Aggression zu tun haben... Ist das gleiche Prinzip wie die Komplexmittel in der Homöopathie. Bachblüten war bei dem Hund mein erster Versuch, aber leider hat er darauf nicht angesprochen. Manchmal - wenn auch selten - sprechen die Tiere leider nicht auf Bachblüten an.

LG
Reni


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 17:13 | nach oben springen

#15

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 17:45
von Nisha (gelöscht)
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Hallo Wolfi,

hab gerade gesehen, dass Du ja noch einen ausführlichen Beitrag "Der Unterschied zwischen der "Panik" von Hyperaktiven und der sonstigen Panik ist:" geschrieben hattest. Hatte grade nur Zeit, drüberzufliegen, aber das klingt sehr spannend. Ich schmökere heute abend nochmal alles Eure Antworten in Ruhe durch und sinniere :))

Mannomann, soviel Input!!!!
Danke an Euch, Ihr habt mir ja jetzt sogar zwei neue Richtungen aufgezeigt.
Reni


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 17:46 | nach oben springen

#16

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 23:23
von Günther (gelöscht)
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Hallo Reni,
mit der Handhabung der Bachblüten kann ich Deine Ausführungen nur unterstützen.
Ich habe es auch so gelernt, dass man in der Regel z.B. Mimulus und Aspen (Angst) nicht zusammen geben soll. Wie in der Homöopathie muss man auch spezifizieren.
Es meinen auch einige Behandler, dass man Bachblüten und Homöopathie nicht zusammen geben soll. Persönlich habe ich da keine Erfahrungswerte.

Ein Mittel dass mir bei diesem Hund so ins Gesicht springt wäre evtl. Aurum-arsenicosum.
Ausser Arsen hat er doch einige Aurum-Symptome.
Vielleicht nicht unbedingt der Underdogger-Hund, doch die arsenische Kompenente hat doch viele Ängste, grossen Hunger und Durst, fühlt sich zu Hause am wohlsten und ist draussen unsicher, Angst vor Menschen/Menschenmengen (auf Tiere umlegen), Unruhe und Stress und auch sonst teilweise stimmig.
Gerade auch der arsenische Anteil, so finde ich, passt auch gut zu Tierheimhunde bzw. Abgabehunde.....VERLUST.
Die psychogene Seite kann da schon sehr ausgeprägt sein, bishin zu Psychosen etc.

Vielleicht ein Mittel für Deine Favoritenliste.

Wenn kein Datenschutz im Raum steht, wäre es schon nett, wenn der Thread nicht verschoben wird, da es ausser mir auch Andere (z.B. Wolfi) gibt, die dann wieder nicht mitlesen/lernen können.

@ Frank: Vielleicht könntest Du dies netterweise konkretisieren.
Ich bekomme wirklich das Gefühl, dass irgendwann das Forum zweigeteilt ist.
Keine Kritik, nur eine Anregung.

LG Günther


"Wer dem Anderen sein Anderssein nicht verzeihen kann, ist weit ab vom Wege der Weisheit." (chin. Gelehrter)

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#17

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 17.03.2011 23:50
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Jou, wenn dieser Thread auf einmal weg wäre, fände ich das auch irgendwie schade, unbefriedigend, durchaus auch ein wenig frustrierend. (Auch das keine Negativkritik, nur eine Meinungsäußerung).
LG, Wolfi


Memento te hominem esse.
Bedenke, daß Du ein Mensch bist.

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#18

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 00:29
von Nisha (gelöscht)
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Zitat von Günther
Hallo Reni,
mit der Handhabung der Bachblüten kann ich Deine Ausführungen nur unterstützen.


Trotzdem fand ich es supernett von Maja, auch mal einen ganz anderen Vorschlag - nämlich Bachblüten – zu bringen. Bachblüten sind wenns um die Psyche geht IMMER meine erste Wahl, hab ich aber auch schon jahrelange Erfahrung mit. Danke Maja!

Zitat von Günther

Es meinen auch einige Behandler, dass man Bachblüten und Homöopathie nicht zusammen geben soll. Persönlich habe ich da keine Erfahrungswerte.


wenn die Themen des hom. Mittels und der BB passen, hab ich das schon gemacht, aber NIE zusammen angefangen, sonst kann man ja gar nicht beurteilen, ob das hom Mittel korrekt gewählt ist.

Zitat von Günther

Ein Mittel dass mir bei diesem Hund so ins Gesicht springt wäre evtl. Aurum-arsenicosum.


Aurum hatte ich genau wegen dem Verlust-Thema auch schon im Kopf, Aur-ars kenne ich noch nicht. Lese ich morgen ausführlich das AMB. Danke für den Hinweis!

Zitat von Günther

Wenn kein Datenschutz im Raum steht, wäre es schon nett, wenn der Thread nicht verschoben wird, da es ausser mir auch Andere (z.B. Wolfi) gibt, die dann wieder nicht mitlesen/lernen können.

@ Frank: Vielleicht könntest Du dies netterweise konkretisieren.
Ich bekomme wirklich das Gefühl, dass irgendwann das Forum zweigeteilt ist.


Mein Vorschlag wäre: Ein eigener Platz für Anfänger, um sich bei konkreten Fällen gegenseitig zu helfen. Natürlich unter den Argusaugen eines GAAANZ besonders geduldigen Moderators, der beizeiten einschreiten kann und Tipps gibt (so wie Ilse hier bei mir). Denn, dass Homöopathen mit 10 Jahren Erfahrung ihre Fälle "unter sich" besprechen wollen, kann ich verstehen. Fänd ich grandios so ne "Homöopathen-KITA" :)

Hallo Ilse,
ich habe nicht warten können und bis eben repertorisiert (Seitenzahlen Synthesis 2009):
• MÄ - Erektionen schmerzhaft/ lästig , S.1263
• AL - Sonne Aufenthalt agg, S. 2349
• MA - Durst - große Mengen auf, S. 939
dazu
• GM - Auffahren - leicht/Schreck durch, S. 21 und 22
• GM - Hast Essen/ Hast Trinken, S. 131 und 132
• GM - ungestüm, s. 238

Und Sieger war: nat-m, dass ich ja auch schon in Betracht gezogen hatte und das bei meinen vorigen Reps auch gut abgeschnitten hat. (Ich hab nur die 2- und 3-wertigen Mittel rausgeschrieben).
Unter
• MA - Appetit Heisshunger, S.917
hab ich dann noch zur Absicherung geguckt, da bei Hast - Essen kein Nat-m war, ich aber wusste, dass nat-m auch Heisshunger hat.

Ich denke, nat-m in einer Q3 ist ein guter neuer Weg.

Jetzt muss ich aber schlummern, mir schwirrt der Kopf.
Danke an Euch alle nochmal für den Input!

LG Reni


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#19

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 02:05
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Hallo,
1.
Niemand redet davon, daß dieser Thread "ganz plötzlich weg sein könnte". Soweit mir bekannt ist, haben weder Frank noch ich eine Verschiebung in den Bereich für Fachkreise angekündigt. Oder ist mir da irgendetwas entgangen?
2.
Einen eigenen Bereich für Anfänger halte ich eigentlich für überflüssig. Die meisten Fragen, die Anfänger mit ihren Fällen haben, sind auch für die anderen interessant, und wer nicht interessiert ist, muß sich ja nicht beteiligen. Ich würde einen solchen Bereich nur dann einrichten, wenn das Interesse daran überwältigend groß ist und nachvollziehbare Gründe dafür genannt werden, warum das nicht in allgemeinen Rahmen geschehen kann.
3.
Es ist nochmals darauf hinzuweisen, daß dieses Forum (außerhalb des Bereichs für Fachkreise) kein Behandlungs- oder Beratungsforum ist, in dem Behandlungsempfehlungen für reale Fälle gegeben werden. Ganz abgesehen von Haftungsfragen - dann würde sich hier bald jeder zweite Haustierbesitzer oder Omapfleger registrieren, um Behandlungstips für seine Schützlinge zu erhalten. Das gilt es zu verhindern. Das schließt natürlich nicht aus, daß wir uns hier als Homöopathen auch im ganz normalen Bereich über Aspekte wie Repertorisation etc. auch anhand von Beispielsfällen austauschen können. Am Thread "Hyperaktivität beim Tier" finde ich bisher nichts zu beanstanden.
4.
Bei allem, was Behandlung von Menschen betrifft, werde ich schon aus Gründen der therapeutischen Schweigepflicht, des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und des Schutzes der Intimsphäre alles in den Bereich für Fachkreise verschieben, was nicht ganz allgemeine Fragestellungen sind, sondern einen bestimmten Fall erkennbar und individualisierbar macht. Am Bereich für Fachkreise (Zulassungsvoraussetzungen) wird schon im Interesse einer klaren Grenzziehung nichts geändert werden,so sehr die "Neugier" der anderen, was dort "hinter verschlossener Tür" so alles diskutiert werden könnte, verständlich ist. Es muß aber einen geschützten Bereich für Therapeuten geben, in dem sie sich austauschen und auch so etwas wie gegenseitige Supervision betreiben können, ohne daß dazu jeder Zugang hat, nur weil er/sie evtl. auch schon länger dabei ist. Alles andere würde auch das besondere Vertrauen innerhalb dieses Bereichs beeinträchtigen und eine Unterscheidung vom übrigen Forum, das Laien mehr als genug Austauschmöglichkeiten bietet, gänzlich verwässern.
Liebe Grüße,
Thomas


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)

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#20

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 03:15
von Günther (gelöscht)
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Es ging mir darum, dass es offensichtlich nicht jedem klar ist, was in den öffentlichen und was in den Fachkreisebereich gehört und ich die Befürchtung habe, dass durch diese Unsicherheit vieles im geschlossenen Bereich landet und Leute wie ich, Wolfi, Kaja und Andere dann plötzlich noch mehr beschnitten werden.
Den Rest interpretierst Du rein und dass man nicht einmal darüber reden/diskuttieren darf und der Thread gesperrt wird.......dass ist wohl Deine Art von Sozialismus.
Ich komme aber aus dem Westen und bin gewohnt meine Meinung äussern zu dürfen, insbesondere, wenn sie überhaupt nicht böse gemeint war, lediglich zur Klärung dienen sollte, da ich wie o.a. meine Bedenken habe.
Deshalb habe ich um Klärung gebeten.
Deine Gesetze wer rein darf und wer nicht sind nach dem BGB nicht haltbar.
Dann dürfte ilse nicht rein (obwohl sie für mich die Beste hier im Forum ist/also kein anti-ilse oder Neidvortrag), ja, genaugenommen dürfte nicht einmal Frank als Forenbetreiber rein, da er ja keinen B ehandlernachweis hat. Sicherlich gibt es da aber Schlupflöcher, die man so handhaben kann, wie es einem gerade passt.

Wie gesagt, eigentlich nur eine Anfrage zur Klärung gewesen.

LG Günther


"Wer dem Anderen sein Anderssein nicht verzeihen kann, ist weit ab vom Wege der Weisheit." (chin. Gelehrter)

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#21

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 09:14
von Maja | 238 Beiträge | 250 Punkte

Hallo Reni,
mit Bachblüten kenne ich mich nicht aus. Deshalb greife ich in der Not auf diese Fertigmischungen
zurück. Mit der Nr. 2 habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Bei mir lag gestern beim Repertorisieren auch Argentum nitricum weit vorne. Vielleicht kannst Du dieses Mittel in Deine Überlegungen mit einbeziehen.
Marie

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#22

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 10:41
von Nisha (gelöscht)
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Hallo Thomas, hallo Günther,

kann es sein, dass Ihr Euch grade gegenseitig ziemlich falsch verstanden habt?

Ich hab Euch so verstanden:
• Günther findet den Lerneffekt bei dieser - eigentlich auch für mein Empfinden unter der falschen Rubrik befindlichen - Diskussion gut und weist darauf hin, dass es schön wäre, wenn dieser Beitrag nicht verschoben würde in den Fachkreisebereich.
• Darauf mein Vorschlag von einem Anfängerbereich für solche laufenden Fallbeispiele, bei denen man sich Anregung von aussen holt, weil man sich gerade als Anfänger gerne verrent und ein "Schubser in die richtige Richtung" einem enorm weiterhilft. Fände ich nach wie vor gut, denn hinter "Hyperaktivität beim Tier" vermutet niemand die Inhalte, die sich daraus entwickelt haben. Und die schnelle und gezielte Auffindbarkeit ist doch in Foren so wichtig.
• Thomas hat dazu gesagt, dass er nichts zu bemängeln hat, was unter diesm Beitrag an Austausch stattfindet. Da bin ich froh, ich hatte ehrlich gesagt auch schon die Befürchtung, dass ein Hinweis käme, so in Richtung "Leute, das gehört aber jetzt wirklich nicht mehr hierher"
•Günther, in Deinem letzten Beitrag bist Du sehr persönlich geworden und hast konkrete Namen von Forumsmitgliedern genannt, was mit wem ist und überhaupt. Sowas finde ich ehrlich gesagt ein "no go". Das sind Informationen, die niemanden etwas angehen. Entweder Du hast Thomas Antwort völlig in den falschen Hals gekriegt, oder es gab frühere Vorfälle, auf die Du Dich beziehst. Ein Forumsbetreiber hat sozusagen Hausrecht und kann sein Forum nach seinen persönlichen Vorstellungen strukturieren. Ich denke, man kann missverstandene Punkte auch anders klären.

Sehr schade, dass dieser Beitrag, der für MICH so viel gebracht hat, eine derartige Richtung zu unschöner Stimmung genommen hat. Ich fühl mich nämlich sehr wohl hier im Forum.

Liebe Grüße
Reni

Hallo Marie,
guck mal in den Bachblütenbereich. Da hat Thomas meine Buchtipps platziert. Wenn Du Dich ein bissel in die Thematik reingearbeitet hast, wirst Du NIE wieder Fertigmischungen anwenden, versprochen!!!
Und: Arg-nit werd ich durchschmökern.


zuletzt bearbeitet 18.03.2011 11:10 | nach oben springen

#23

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 14:01
von Günther (gelöscht)
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Hallo Reni,

was heisst "no go"?

Jeder der schon eine Zeit lang hier im Forum ist, weiss, dass ilse eine Top-Homöopathin ist, aber keine Behandlerin.
Ich denke nicht, dass ich hier Persönlichkeitsrechte missbraucht worden sind.
Und der Satz mit "Frank" war doch eindeutig ironisch zu deuteln.

Ich habe eben wegen Deiner Unsicherheit und auch der Unsicherheit einiger Mitglieder die in den letzten Monaten hier rein gekommen sind eine absolut korrekte Anfrage an Frank und Thomas gestellt. Doch darüber schweigt man sich wohl wieder zu Tode.
Ich hatte wegen Ärger gesucht, noch Kritik ausgeübt wie Frank das Forum als Forenbetreiber führt. Das sind Interpretationen!!

Lediglich hatte ich meine persönliche Meinung kundgetan und im Prinzip gleicht sie ja dem was Thomas gesagt hat. Was rechtlich geschützt werden muss, gehört ins Forum für Fachkreise, alles andere aber sollte man meiner Meinung nach ins öffentliche Forum stellen, da für diese Leute der Homöopathieanteil doch schon recht zu kurz kommt, wenn immer mehr nur im geschlossenen Bereich darüber geredet wird.
Darf man seine Meinung nicht mehr äussern?

Und wenn dann einfach Bäng Bäng gemacht wird und der Thread der absolut korrekt war, gesperrt wird und einem die Möglichkeit zu Antworten, wie ich eine Demokratie verstehe, genommen wird, nehme ich mir auch das Recht heraus dies auf die gleiche Art und Weise zu monieren.
Eigentlich sind wir doch nicht im Bundestag wo jeder tun und lassen kann was er/sie will, frei nach dem Motto, wir haben ja die Imunität.
Vielleicht hätte ich, wie ich es eigentlich auch wollte, Frank direkt ansprechen sollen, doch mein Anstand gebot es mir auch Thomas als Admin anzureden.-

LG Günther


"Wer dem Anderen sein Anderssein nicht verzeihen kann, ist weit ab vom Wege der Weisheit." (chin. Gelehrter)

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#24

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 14:09
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Hallo,

ich habe nichts dagegen, was hier fachlich diskutiert wurde. Ich werde jedoch keine weitere Verwässerung des Threads durch von Günther erzwungene "Meta-Diskussionen" dulden. Versuche, Frank und mich gegeneinander auszuspielen, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt, wir waren und sind uns immer sehr einig, was hier im Forum geschieht. Es ist jedenfalls kein persönlicher Frustschuttabladeplatz für Günther, wie es seit langem in periodischen "Schüben" immer mal wieder geschieht. Zur Erinnerung: Der Thread heißt "Hyperaktivität beim Tier". Weitere "off-topic"-Beiträge werden ohne weiteren Kommentar gelöscht, damit zur Sachdiskussion zurückgekehrt werden kann.

LG
Thomas


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)

zuletzt bearbeitet 18.03.2011 14:21 | nach oben springen

#25

RE: "Hyperaktivität" beim Tier

in Repertorium Sprache und Deutung 18.03.2011 14:37
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Liebe Ilse,
ich wil hier auch mal zur Sachdiskussion zurückkehren:

Zitat von ilse

nur aufs Gemüt aufbauen ... da kommt Spekulation bei raus, grade beim Tier.
Bau doch erst mal auf den körperlichen Symptomen auf, genannt hast du bisher:


Man sollte alle Symptome verwerten, das ist richtig. Daß beim Tier bei Gemütssymptomen generell nur Spekulation rauskommt, kann ich dagegen so nicht unterschreiben. Oft hat man ja beim Tier außer den pathognonomischen Symptomen (und, wenn man Glück hat, paar Modalitäten) nicht viel: Schmerzqualitäten, Wahnideen, Träume - all das kann man beim Tier nicht verwerten. Natürlich wird man sich bei Goldfischen, Krallenfröschen oder Geckos mit Gemütssymptomen schwer tun. Aber bei so mental und emotional hoch entwickelten Tieren wie Hunden oder Papageien haben mich oft gerade die Gemütsymptome entscheidend weitergebracht. Natürlich muß man konsequent das aussortieren, was zur Art gehört ("jagd gerne" beim Deutsch-Kurzhaar", "lauft gerne und viel" beim Husky, "quält gerne seine Beute" bei der Katze oder "kreischt gerne laut" beim Kakadu). Wer sich in Ethologie und Psychologie der entsprechenden Arten gut auskennt, wird derartige Fehler aber vermeiden. Und die übrig gebliebenen Gemütssymptome sind nicht weniger wertvoll als beim Menschen.
LG
Thomas


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)

zuletzt bearbeitet 18.03.2011 14:39 | nach oben springen


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