#1

Repertorien u. a.

in Allgemeines zur Homöopathie 28.11.2008 16:39
von Ulla | 200 Beiträge | 208 Punkte

Geschrieben am 08.05.2008 01:22


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Hallo, Günther,
bin mal umgezogen.

Zitat:

Leider fehlen halt viele Mittel im Kent und ich frage mich, ob man gerade als Behandler nicht zu sehr beschnitten ist, genauer gesagt, dadurch hier und da gar nicht die Möglichkeit hat, das Simillimum zu finden.
Beispiel: Homarus gammerus oder evtl. auch bei diesem Musterfall.






Erstens erzählen erfahrende Praktiker immer, dass man mindestens 90 % der Fälle mit den hundertundsoviel bekanntesten Mitteln lösen kann.
Und als es noch gar kein Complete oder Synthesis gab haben die Hom. nur mit dem Kent gearbeitet und trotzdem ihre Patienten geheilt.

Von den Homarus-Rubriken im Complete ließ sich keine einzige auf den Musterfall anwenden.

Und: Normalerweise reicht schon das Simile für die Heilung. "Suchen Sie gar nicht erst nach dem Simillimum - das Simile ist schon schwer genug zu finden!", hat mal ein renommierter Homöopath seinen Schülern gesagt.


Zweitens ist es sowieso nützlich, mit mehreren Repertorien zu arbeiten. Manche Fälle lassen sich z. B. leichter mit dem Therapeutischen Taschenbuch oder Boger oder Phatak oder Knerr bearbeiten als mit Kent, Synthesis oder Complete, das hängt von den Symptomen ab, die der Patient bietet.


Zitat:

Lese gerade das Buch von Kroschewski-König, "Homöopathie 360 - kristallklar, Der sichere Weg zum Similimum."
Er erwähnt, dass er das Complete Rep am besten findet.






Über das Buch kann ich nichts sagen, aber der Titel gefällt mir überhaupt nicht. Das sind falsche Versprechungen.

Die alte Version 4.5 vom Complete war tatsächlich gut, die neue ist genauso aufgeblasen wie das Synthesis. Ich habe mich trotzdem wieder dafür entschieden, weil ich damit seit Jahren vertraut bin und auch Aufbau und Bedienung unkomplizierter finde.
LG ilse

In Antwort auf:
Naja, ich kann Günthers Einwand durchaus verstehen. Sieht man sich mal die "spezielle" hom. Krebsbehandlung an, dann würde man über den Kent nicht unbedingt auf die einzelnen Mittel kommen.
Ich habe mehrer Reps. bei mir uns sehe mir gerne die Rubriken in den verschiedenen Reps zum Vergleich an, das hilft dann schon.
Ich habe auch schon öfters Mittel genommen, die in der Rep. ziemlich weit hinten lagen. Immerhin kommt es ja auch darauf an, welche Rubriken ich nehme. Bin ich auf der falschen Fährte und verwende "falsche" oder nicht so ganz passende Rubriken, dann kommt vielleicht ein Mittel in die vorderste Reihe, das gar nicht so richtig passt.

LG Marion


In Antwort auf:
Hallo Ilse
Hallo Marion

Danke für eure Antworten.
Fazit: Weiter Bücher anschaffen.
Es ist halt wie bei den AMB, eine MM reicht einfach nicht aus.
Du hast schon Recht Ilse, es muss nicht immer das Similimum sein. Es führen meist viele Wege nach Rom und somit kann man auch mit den Kent'schen Mittel heilen.
Irgendwie ist es auch in Mode gekommen, neue unbekannte Mittel zu finden und sie evtl. etwas zu sehr in den Vordergrund zu stellen.
Eine Heilung wird meist erst nach Verabreichung verschiedener Mittel erreicht, nicht selten sogar 10 oder mehr AM.
Das heisst natürlich auch, dass z.B. bei dem Bambusa oder dem Homarus-Fall auch auf anderem Wege Heilung erziehlt hätte werden können.

Nun ja, wie schrieb Birgit ungefähr bei ihrer Vorstellung:
Um so mehr ich weiss, um so mehr weiss ich, dass ich nichts weiss.

LG Günther

PS: Der Kroschewski-König ist also kein Ratgeber-Buch.
Auf 215 Seiten erklärt er anhand von Musterfällen die Vorgehensweise bei der Repertorisierung und Hierarchisierung der Symptome.

Teil 1: Prämisse Ganzheit
Teil 2: Das vollständige Symptom
Teil 3: Die Differentialdiagnose
Teil 4: Das Zwangsmuster
Teil 5: Folge und Ergänzung
Teil 6: Der krankmachende Reiz und die Empfänglichkeit
Teil 7: Die Erst- und Zweitwirkung
Teil 8: Die Chronologie
Teil 9: Aspekt des Rhytmus
Teil10: Die Analogie
Teil11: Konditionierung

Also was ich bisher gelesen habe, war schon interessant. Ich sehe es mehr als Arbeitsbuch mit Fallbeilspielen, wo man zu jedem einzelnen Kapitel lernt, die Symptome richtig zu bewerten und hierarchisieren.
NP: 60 Euro, ich habe es für 20 Euro neuwertig ersteigert.

Vielleicht kennt es sonst jemand hier. Würde mich schon interessieren, was ihr von diesem Buch hält.

LG Günther



In Antwort auf:
Hallo Günther,

ich kenne das von Dir angesprochene Buch nicht und habe auch noch nie etwas darüber gehört.
Meine Literaturempfehlungen (Vithoulkas, Luc de Schepper) habe ich ja schon genannt; das heißt natürlich nicht, daß das von Dir genannte Buch nichts taugt - wie gesagt, ich kann mir darüber kein Urteil erlauben, weil ich es nicht kenne.
LG
Thomas



In Antwort auf:
Hallo Thomas,

schade, habe gedacht, Du kennst es vielleicht.

Es ist im Prinzip ein Arbeitsbuch und wollte wissen, ob ich den Kroschewski-König 1 zu 1 umsetzen kann, oder eher nicht.

Danke trotzdem und liebe Grüsse

Günther



In Antwort auf:
Hallo, Günther,
ich habe die Leseprobe mal überflogen, ich gehe davon aus, dass er die Grundlagen schon ganz gut erläutert, aber den allein seligmachenden Weg - wie es der Titel verspricht - gibt es nicht.

Arbeite doch die Fälle mal nach, vergleiche Aussagen, die dir neu sind, mit denen anderer Autoren, dann hast du in jedem Fall einen Nutzen von dem Buch.
LG ilse



In Antwort auf:
Hallo Ilse

Ja, das werde ich so machen. Danke für Deinen Hinweis und Deine Bemühungen.


Zitat:

aber den allein seligmachenden Weg - wie es der Titel verspricht - gibt es nicht.





Das ist mir klar, das sind halt auch Zusätze um ein Buch besser verkaufen zu können.
Doch was die Bewertung und Hierarchisierung von Symptomen betrifft, gibt er schon was her und genau da habe ich auch Probleme.

Danke nochmal und liebe Grüsse

Günther



In Antwort auf:
Hallo Günther,
ich schließe mich nach Lektüre der Leseprobe Ilses Einschätzung an. Das Buch macht, soweit man das von 8 Seiten beurteilen kann, einen ganz soliden Eindruck - jedenfalls scheint es kein totaler Fehlgriff zu sein.


P.S.: Man braucht als praktizierender Homöopath - genau wie mehrere MMs - auch immer mehrere Repertorien, aber verachte mir den guten alten Kent nicht. In Musterfällen ist auch schon mal was Ausgefalleneres dabei, das man mit ihm nicht lösen kann - aber bei >95% der alltäglichen Erkrankungen wirst Du mit ihm erfolgreich sein. Ich selbst habe in meiner Praxis bisher Mittel wie Bambusa oder Homarus auch noch nicht gebraucht - die meisten Fälle lassen sich mit den Arzneimitteln lösen, die der olle Kent auch schon gekannt hat. Und er ist halt viel übersichtlicher und nicht so überfrachtet wie Synthesis, Complete & Co. und deshalb viel besser zum Lernen. Der Anfänger, dem oft noch der rote Faden fehlt, wird von den vielen Rubriken mit z. T. auch spekulativen und nicht immer hinreichend sicher bestätigten Einträgen nur verunsichert und verwirrt.

LG
Thomas



In Antwort auf:
Danke Thomas für Deine Einschätzung.
Mit knapp 20 Euro all inclusive habe ich ihn eh nicht zu teuer bezahlt und werde ihn für dieses Geld auch wieder los bekommen.

Mit dem Kent hast Du wohl Recht. Ich kann überhaupt keinen Vergleich ziehen, da ich ja weder das Synthesis noch den Complete jemals in den Händen gehabt habe.
Zudem habe ich eine Neigung, etwas überschnell zu urteilen.
Siehe Krutzl, auf den 2. Blick ist er doch ganz in Ordnung.

Heute Mittag habe ich ein paar Seiten gelesen, wo er darüber schreibt, wie man Rubriken zusammen legt, um ein vollständiges Symptom, also Ort- Empfindung- Modalität zu haben.
Darüber habe ich mir vorher noch gar keine Gedanken gemacht.

LG Günther



In Antwort auf:
Zitat:

Günther schrieb am 09.05.2008 19:01 Uhr:
Mit knapp 20 Euro all inclusive habe ich ihn eh nicht zu teuer bezahlt und werde ihn für dieses Geld auch wieder los bekommen.




20 €, Günther ?

Und du willst den Kent wieder los bekommen ???
Na, das würde ich mir aber wirklich noch mal überlegen...

LG
Ulla



In Antwort auf:
Liebe Ulla,

vorher würde ich mich erschiessen .
Ich habe 229 Euro dafür bezahlt.

Na. da bin ich mit der Thematik wohl etwas gesprungen. Ich meinte den Kroschewski-König.
Der kostet normal 60 Euro und der Narayana-Verlag bietet in jetzt für 45 Euro an. Ich habe ihn incl. Versand für knapp 20 Euro neuwertig ersteigert.

LG Günther


In Antwort auf:
Zitat:

ilse schrieb am 09.05.2008 10:45 Uhr:
.... aber den allein seligmachenden Weg - wie es der Titel verspricht - gibt es nicht.





Deshalb ist ja Roger Morrisons Buch "Methoden (man beachte den Plural!) der homöopathischen Fallanalyse" so ein Hit, weil er verschiedene Herangehensweisen zeigt, die nicht beliebig austauschbar, sondern fallabhängig sind: Z.B. Verschreibung nach der Totalität der Symptome, Verschreibung nach einigen gut gewählten Symptomen aus unterschiedlichen Bereichen ("3 Stuhlbeine"), Verschreibung nach einem § 153er Symptom, Verschreibung nach Keynotes, Verschreibung nach der Essenz des Falles, Kombinationen aus alledem u.s.w. u.s.f..
Anspruchsvolle, nicht einfache Lektüre, weil sehr komprimierte Darstellung, aber m. E. das Beste, was es gibt, um gerade nicht den einen Königsweg (den es nicht immer gibt!), sondern die verschiedenartigen, unterschiedlichen Wege klar zu machen, die zu Simillimum führen können.
http://narayana-verlag.de/book_info.php/books_id/704
M. E. nix für Anfänger, die dadurch nur verwirrt werden und oft besser mit Darstellungen, die "den einen" Weg (der nicht immer, aber meistens zum Ziel führt) propagieren, zurechtkommen. Morrison meint: Es gibt ebenso viele Methoden der Fallanalyse, wie es erfahrene Homöopathen gibt. Damit ist ein Anfänger aber total überfordert - ein erfahrener Homöopath sollte aber auf dieses glänzende Buch nicht verzichten.

LG
Thomas



In Antwort auf:
Ohja, danke für den Hinweis. Das ist genau das, was ich versuche zu erklären, wenn mich jemand fragt, wie ich an die Fälle herangehe, welche Potenz usw. Es gibt einfach kein Schema F in der Homöopathie.

LG Marion


In Antwort auf:
Zitat:

Ich meinte den Kroschewski-König.




Ach sooo...
Na dann ist ja gut, Günther. Ich hatte gestern wohl doch etwas viel Sonne.


Zitat:

vorher würde ich mich erschiessen



Mach das lieber nicht, tut doch weh.

Tüddelige Grüsse
Ulla

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