#1

Mittelverordnung ohne Namen

in Allgemeines zur Homöopathie 27.11.2008 08:51
von Medusa (gelöscht)
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Ulla
Moderator Geschrieben am 28.10.2006 02:49


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Hallo,

wenn euch das verordnete Mittel nicht genannt werden würde, wie würdet ihr darüber denken? Ist das evt. sogar eine gängige Vorgehensweise, oder welche Gründe mögen dahinter stehen?

Wenn jemand dazu was schreiben mag, freue ich mich sehr.

LG
Ulla

In Antwort auf:
Hallo Ulla,

da kann man zweigeteilter Meinung sein. Ich denke, das viele Patienten homöopathisch vorbelastet sind. Sie lesen Bücher, oft Ratgeber, oder wie in Deinem Fall Fachliteratur und haben somit schon eine Meinung und, was denke ich kritischer ist, eine Erwartungshaltung an das Mittel. Hierdurch wird es für den Homöopathen schwer die Wirkung des Mittels zu beurteilen. Wenn das Mittel nicht genannt wird, hat das, so denke ich, in den meisten Fällen bestimmt seinen Sinn.

LG
Frank

In Antwort auf:
Hallo Ulla,
ich sehe das genauso wie Frank. Es gibt für einen Homöopathen keine schwierigeren Patienten als andere Homöopathen oder - noch schlimmer - Hobbyhomöopathen. Vor allem wegen der ersten Einschätzung der Wirkung des Mittels und der zweiten Verschreibung. Wenn der Patient bestimmte Erwartungshaltungen an das verordnete Mittel hat, wird er (ähnlich wie der Hypochonder) wahrscheinlich Symptome an sich entdecken, die gar nicht da sind oder sie über- oder untertreiben. Dann ist er kein "vorurteilsloser Betrachter" seines eigenen Zustandes mehr, und darauf ist der Homöopath für die zweite Konsultation angewiesen. Und die Gefahr ist gegeben, daß der Patient alles besser weiß - wenn dem so wäre, könnte er sich ja gleich selbst behandeln. Das wird aber überwiegend abgelehnt, weil man in eigener Sache betriebsblind ist. Es nützt dem Behandler aber nicht, wenn diese Betriebsblindheit via Symtomenbeschreibung oder sinnlose Diskussionen quasi exportiert wird. Ich glaube, daß es wichtig ist, wenn man sich in die Therapie eines Kollegen begibt, daß man sich selbst innerlich fallen läßt und erst mal Vertrauen hat, statt alles nachzulesen und nachzukontrollieren und darüber zu räsonieren ("Spinnt der denn? Ich bin doch nicht Lycopodium!" oder: "Wenn wirklich x das richtige Mittel für mich ist, dann müßte/würde/werde ich doch bestimmt das Symptom y haben!" ... und er/sie wird nach diesem Symptom an sich fahnden).
Ich finde aber, daß der Homöopath das Mittel "verraten" sollte, wenn die Folgekonsultation vorbei ist und das Mittel möglicherweise schon gewirkt hat. Dann sind die vorgenannten Gefahren bereits deutlich herabgesetzt.
Liebe Grüße,
Thomas

In Antwort auf:
Hallo,

Es ist für manche Homöopathen durchaus üblich, das Mittel nicht (oder erst nach einem Mittelwechsel) zu nennen.

Ich finde, der Behandler sollte es gleich nennen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

1) der Patient möchte es gerne wissen
2) der Patienten verspricht glaubhaft dem Behandler, das Mittelbild nicht nachzulesen und nichts zu seinen Symptomen hinzuzuinterpretieren oder reinzulesen
3) es besteht ein Vertrauensverhältnis zwischen beiden.

In Vithoulkas hervorragender "Praxis des hom. Heilens" steht auf S. 158f (2.4.4) eine sehr gelungene Charakterisierung des "intellektuellen" Patienten (mit Erklärungszwang) und insbes. des Hobbyhomöopathen.

Dies gilt natürlich nur für den "overconfidenten" Hobbyhomöopathen, der dem Behandler reinreden will, obwohl er nicht genügend Ahnung hat. Im übrigen benutze ich sonst das Wort "Hobbyhomöopath" wertfrei, wie man in meinem Profil nachlesen kann...

Grüße, Stefan

In Antwort auf:
Hallo, Ulla,
meine Homöopathin hat mir sogar 1 Monat lang Kügelchen mit "nix drin" untergejubelt. Als sie es mir schließlich verriet, kam ich mir zunächst ganz schön vergackeiert vor.
Ich hatte nämlich penibel über jedes Symptömchen Buch geführt und mich tatsächlich speziell zu Anfang viel besser gefühlt. Auch die Leute, denen ich von meiner neuen Behandlung was vorgeschwärmt hatte, fanden tatsächlich, daß ich mich verändert hätte, "siehst viel frischer aus" usw. Dann kam die Ernüchterung: Sind ja dieselben Symptome wie vorher, das Mittel taugt nichts ... (vorwurfsvolle Rückmeldung an die Homöopathin).
Aber im nachhinein finde ich schon, daß dieser Trick Sinn macht, denn dann kann der Behandler abschätzen, inwieweit der Patient sich selbst beeinflußt.
Also nimm's leicht, Ulla! Laß dich überraschen!

Trotzdem: Egal ob Laie oder Profi, den möchte ich sehen, der nicht doch klammheimlich neu aufgetretene Symptome nachschlägt!
Grüße, ilse

In Antwort auf:
Hallo Stefan,

Zitat:

Stefan schrieb am 28.10.2006 11:02 Uhr:
2) der Patienten verspricht glaubhaft dem Behandler, das Mittelbild nicht nachzulesen und nichts zu seinen Symptomen hinzuzuinterpretieren oder reinzulesen




Welcher Homöopath oder auch nur Homöopathieinteressierte könnte das wohl glaubhaft versprechen? Das Nachlesen wird in den allermeisten Fällen aus reiner Neugier oder - wertfrei - Informationsbedürfnis geschehen. Und das Hineininterpetieren kann man noch so sehr ablehnen und die Unterlassung auch versprechen - es wird kaum etwas nützen, weil es unterbewußt geschieht. Und wenn man darüber die Kontrolle hätte, hieße es nicht das Unterbewußtsein.
LG
Thomas

In Antwort auf:
Hey, woher wollt ihr eigentlich wissen, daß es um mich geht, hä???
Aber es stimmt natürlich. So schwer zu durchschauen war es nun auch wieder nicht.

Stefan, dein Punkt 1 ist Spitzenklasse! Bei meiner Behandlerin könnte man auf Knien rutschend daherkommen, sie würde ums Verrecken das Mittel nicht nennen...Na ja und versprechen kann man viel. Kaum zu Hause angekommen, würde ich mir schon mindestens drei Bücher unter die Nase klemmen.

Ilse, aber ja doch, ich nehme es ja leicht. Fühle mich wie ein Artist ohne Netz und doppelten Boden...

Frank und Thomas, ja ja, grau ist alle Theorie. Wenn man mittendrin in der Praxis hängt, sieht die Welt wieder anders aus. Ich meine jetzt fallen lassen, Vertrauen haben usw.

So, und wenn mir jetzt noch jemand ne Runde Mitleid und Trost rüberschicken mag...Nun macht "sie" nächste Woche auch noch Urlaub. Immerhin habe ich ihr die Potenz rauskitzeln können.

Danke für eure Einschätzungen!

LG
Ulla

In Antwort auf:
Hallo,

ich behandle zwar (bis jetzt) "nur" Tiere, aber ich teile das Mittel den Besitzern mit, egal, ob sie "vorbelastet" sind, oder reine Laien sind. Ich erkläre ihnen genau, aus welchen Gründen ich dieses Mittel gewählt habe und auch, ob ich das eine oder andere Symptom als beachtenswert empfunden habe oder nicht und erkläre auch da weshalb. Ich habe einige Besitzer, die sich hom. sehr gut auskennen und die dann, weil sie das Mittel vielleicht kennen, nachfragen, bzw. sich wundern, weil es vielleicht nicht unbedingt DAS Mittel bei diesen und jenen Beschwerden ist.
Wenn ich von meiner Hom. ein Mittel bekomme, dann will ich wissen, welches das ist und aus welchen Gründen ich genau dieses Mittel bekomme. Denn ich finde es immer wieder spannend...;-) Entweder ich vertraue ihr, oder nicht und dann kann ich es auch lassen.
Ich finde, es ist auch eine Vertrauenssache, auf beiden Seiten.

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo, liebe Ulla,
ich fühle mit dir - diese widerliche, unbezähmbare Neugierde! Ist fast so schlimm wie Juckreiz am Rücken, gell?
Welche Potenz hast du denn gekriegt?
Grüße, ilse

In Antwort auf:
Zitat:

Ulla schrieb am 28.10.2006 02:49 Uhr:
Hallo,

wenn euch das verordnete Mittel nicht genannt werden würde, wie würdet ihr darüber denken?




Hallo Ulla!
Nach meiner Erfahrung ist es eine gängige Vorgehensweise die sicherlich verhindern soll,voreingenommen die Globuli zu nehmen.Leider bremste es aber nie meinen Ehrgeiz,durch eigenes Nachlesen der vorhandenen Symtome sowie der Reaktionen auf die Mittelgabe nach dem verordneten Mittel zu suchen und bei der Folgekonsultation den etwas verblüfften Arzt mein meist korrektes Ergebnis mit zu teilen.
Fazit:Es erfüllt nicht immer den gewünschten Effekt.
Es ist wohl auch ratsam,nicht gleich jedem Homöopathen blindlings zu vertrauen,viele Berichte auch hier in Forum spechen ihre eigene Sprache.
Statt dessen sollte der geübte Homöopath doch auch dieses aufschlussreiche Symtom(Misstrauen bzw.grenzenlose Vertrauen) bei seiner Mittelwahl berücksichtigen.So erfüllt die Weigerung,dem Patienten das Mittel zu nennen,auch einen Zweck bei der Anamnese.
L.G.Chris

In Antwort auf:
Hallo,

ihr habt die meisten wichtigen Argumente für Pro und Contra natürlich schon genannt. Es gilt abzuwägen, was für den Patienten günstiger ist.

Mich persönlich macht die Einnahme eines unbekannten Mittels sehr unruhig, da Vertrauen in andere Homöopathen nicht gerade meine Stärke ist.
Ich fühle mich unwohl und bin nur noch auf mögliche Symptome fixiert. Jedes Zwicken im großen Zeh erhält eine übergroße Bedeutung und wahrscheinlich produziere ich auch Symptome, die gar keine sind.
Die ständige Selbstbeobachtung nervt mich.

Bei meinen Patienten (auch bei Kollegen) nenne ich das Mittel fast immer. Bisher habe ich nur selten angelesene Symptome erlebt. Außerdem erkennt man die auch sehr schnell an den typischen Formulierungen aus der homöopathischen Fachliteratur.

Als Homöopath ist es wichtig, die Mittel sehr intensiv zu durchleben und sich auf allen Ebenen mit ihnen zu beschäftigen. Ich finde es überhaupt nicht schlecht, wenn man dabei auch angelesene Symptome produziert. Damit kann man in ein Mittel eintauchen. Und unabhängig davon wird das Mittel heilen, was zu heilen ist (falls es das richtige Mittel ist).
Voraussetzung: Man muss das Mittel lange genug wirken lassen.

Noch ein neues Argument:
Ich habe einer Patientin Medorrhinum verordnet und sie hat sich im Nachhinein sehr davor geekelt. Hätte sie es gewusst, so hätte sie es nicht eingenommen. Seitdem vertraut sie mir nicht mehr.

Viele Grüße
Medi

In Antwort auf:
Ui, welch große Resonanz. Danke ihr Lieben!


Zitat:

Mich persönlich macht die Einnahme eines unbekannten Mittels sehr unruhig, da Vertrauen in andere Homöopathen nicht gerade meine Stärke ist.
Ich fühle mich unwohl und bin nur noch auf mögliche Symptome fixiert. Jedes Zwicken im großen Zeh erhält eine übergroße Bedeutung und wahrscheinlich produziere ich auch Symptome, die gar keine sind.
Die ständige Selbstbeobachtung nervt mich.




So geht es mir auch, Medi. Das hast du mal wieder wunderbar treffend formuliert!


Zitat:

...bei der Folgekonsultation den etwas verblüfften Arzt mein meist korrektes Ergebnis mit zu teilen.





Respekt Chris! Dann hast du es also eher als "sportliche" Herausforderung angesehen?


Zitat:

ich fühle mit dir




Zitat:

Welche Potenz hast du denn gekriegt?




Danke Ilse! Das tut gut.
C30


Zitat:

...und dann kann ich es auch lassen.




Marion, welche Alternative bleibt denn? Alles noch mal von vorn? Mal abgesehen vom Geld, so eine Anamnese ist für den Patienten anstrengend genug. Und dann die elende Suche nach einem neuen Behandler...

LG
Ulla

In Antwort auf:
Hallo Ilse, (ups, war ja Ulla....)

damit meinte ich eigentlich die eigene Einstellung. Wenn ich mich, auch wenn ich selbst Hom. bin, in die Behandlung eines Kollegin begebe, dann tue ich dies aus gutem Grund, nämlich, weil ich selbst aus diversen Gründen nicht in der Lage bin, das für mich passende Mittel zu finden. Deshalb fände ich es sehr unpassend, wenn ich die Mittelwahl des Hom. in Frage stellen würde (damit meine ich natürlich nicht, dass ich frage, weshalb dieses und nicht jenes...). Es gibt immer Aspekte, die der Hom. nun mal anders sieht als ich selbst oder er dieses oder jenes Symptome anders gewichtet. Und genau deshalb gehe ich ja zu jemanden anderes. Wenn ich dieses Vertrauen nicht habe, dann brauche ich mich erst gar nicht in andere Hände zu begeben. Da wird es mir auch wenig nützen, wenn ich den Hom. wechsele...
Das meinte ich damit.

LG Marion

In Antwort auf:
Hallo, Ulla,
C 30 finde ich schon mal gut - zum Testen, wie sensibel der Patient reagiert. Besser als gleich eine M reinzuhauen, und dann fliegt er auseinander. Grüße, ilse

In Antwort auf:
Hallo,

Medi und Marion haben das Schlüsselwort wieder gebracht, das ich in meinem ersten Posting zu diesem Thema auch schon erwähnt hatte:

Vertrauen

Der Patient muss dem Behandler vertrauen. Er darf nicht dessen Beurteilung seines Falls in frage stellen. Auf der anderen Seite muss aber auch der Behandler dem Patienten vertrauen. Er sollte dem Patienten zutrauen, wenn der das Mittel nachgelesen hat (obwohl ihm davon abgeraten wurde), keine hinzugedichteten Symptome zu erzählen. "Angelesene" Symptome müssen nicht unbedingt hinzugedichtet sein; wenn man ein Symptom liest, denkt man machmal: "stimmt, das habe ich ja auch" - genau so, wie wenn der Behandler genauer nachfragt hätte. Nur in wohl begründeten Einzelfällen würde ich als Behandler dem Patienten auf dessen Nachfrage das Mittel nicht nennen.
______________________________________
Grüße, Stefan

In Antwort auf:
Hallo, Stefan,
es gibt Leute (auch Homöopathen), die kriegen ein Symptom schon vom Lesen des AMB. Das hat nichts mit Hinzudichten zu tun.
Grüße, ilse

In Antwort auf:
Zitat:

ilse schrieb am 30.10.2006 19:58 Uhr:
es gibt Leute (auch Homöopathen), die kriegen ein Symptom schon vom Lesen des AMB. Das hat nichts mit Hinzudichten zu tun.
Grüße, ilse




Hallo Ilse,

Also, quasi eine Art Placebo-Effekt? Nach dem Motto: "Ich habe jetzt X bekommen, also müsste ich doch alle X-Symptome haben!", und dann kriegt die Person wirklich ein vorher fehlendes X-Symptom? Ohne Einbildung? Kennst Du solche Fälle aus eigener Erfahrung?
______________________________________
Grüße, Stefan

In Antwort auf:
Zitat:


Respekt Chris! Dann hast du es also eher als "sportliche" Herausforderung angesehen?




Hallo Ulla!
Ich denk,das war bei mir damals auch ein gut verwertbares Symtom.Diesen Ehrgeiz und die Skepsis hab´ich immer an den Tag gelegt,als es mir schrecklich schlecht ging.Als es mir besser ging hatte ich ein bisserl mehr Vertrauen.Hatte aber zur Folge,das der Homöopath mir nach geraumer Zeit die Mittelwahl mit einem Grinsen stets verraten hat.Das stellte eine gute Basis ihm zu vertrauen.
Ich bin der Meinung,das es sinnvoll ist,das ein Homöopath sich von seinem Gefühl leiten lässt welchen Patienten er die Verordnung verrät und wem nicht.Stricktes ja oder nein halte ich nicht für angebracht.
L.G.Chris

In Antwort auf:
Zitat:

ilse schrieb am 30.10.2006 19:58 Uhr:
es gibt Leute (auch Homöopathen), die kriegen ein Symptom schon vom Lesen des AMB. Das hat nichts mit Hinzudichten zu tun.




Das meine ich auch. Und es hat auch wirklich nichts mit "Vertrauen" oder "dem Patienten zutrauen" zu tun, weil es, wie ich schon schrieb, ja nicht willentlich, sondern unbewußt geschieht.
Wesentlich bedenkenswerter finde ich den Hinweis von Medi, daß ein Patient, der einerseits sehr neugiereig/wißbegierig ist und dessen Stärke andererseits nicht gerade das Vertrauen in andere Leute ist, erst recht Symptome hinzuphantasiert, weil er sich aus mangelndem Vertrauen in das Mittel bzw. den verordnenden Homöopathen erst recht ganz genau beobachtet und in jedem "Pups" bzw. "Zwicken im Zeh" gleich ein homöopathisches Symptom sieht. Das wäre eine Art placeboinduzierter Hypochondrie.
Es ist also - wie immer - eine Frage des Einzelfalls. Wahrscheinlich lassen sich keine Pauschalantworten finden, wie es richtig ist. Die "Chemie" zwischen Patient und Homöopath muß stimmen. Allzu unterschiedliche Vorstellungen über das Vorgehen können auch das Vertrauen untergraben und den Behandlungserfolg gefährden.
Ich persönlich wäre auch sehr unruhig, wenn ich nicht wüßte, was ich da einnehme. Andererseits bin ich auch mit meiner Neigung, alles besser zu wissen und eigentlich nur mir selbst zu vertrauen (da verstehe ich Dich sehr gut Medi!), eine Strafe für den behandelnden Homöopathen. Denn wie Marion schon sagte - wenn man es wirklich alles allein und besser wüßte, dann brauchte man ja keine fremde Hilfe, aber gerade die braucht man, weil man in eigener Sache manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Da beißt sich der Fuchs in den eigenen Schwanz. Natürlich sind "vertraut sich selbst mehr als anderen" und "meint, alles besser zu wissen" auch schon wieder brauchbare Gemütssymptome.
Mein Homöopath hat mir bisher ohne Probleme gesagt, was er verordnet. Aber ich verstehe auch die Gegenposition. Wie gesagt, Patentrezepte gibt es wahrscheinlich nicht. Es hängt alles von den (be)handelnden und behandelten Personen ab.
Liebe Grüße, Thomas

In Antwort auf:
Moment mal...

Hier fiel so oft das Wort Vertrauen. Hatte ich erwähnt, daß es um die Erstkonsultation ging? Oh Sorry, ich Dummkopf!!!
Wie soll denn beiseitiges Vertrauen schon nach ~einer Stunde Gespräch entstehen?

Noch eine Frage dazu, dann höre ich endgültig auf zu nerven:
Würdet ihr schon bei der ersten Terminvereinbarung danach fragen, ob das Mittel genannt werden wird?

LG
Ulla

In Antwort auf:
Hallo Ulla,

Ich selbst würde das Mittel gar nicht wissen wollen. Erst später.

lg
Nux

In Antwort auf:
Jaa, DU bist ja auch Nux.

Hallo Nuxi, schön mal wieder von dir zu lesen. *freu*

LG
Ulla

In Antwort auf:
Hallo Ihr Lieben,

nun lese ich schon so fleißig mit, das ich auch mal meine Gedanke dazu geben möchte. Es ist zwar bei mir noch eine Jahre hin, bevor ich mich an das Praxisleben mache, aber Gedanken machts man sich ja schon wie man mit dem " Problem" umgeht.

Ich denke es ist wirklich von Fall zu Fall verschieden und auch die Reaktion des Patienten ( ob man das Mittel genannt bekommen möchte oder nicht) ist für die Beobachtung des Menschen nicht unerheblich, aber das wurde ja auch schon genannt.

Das Problem was ich sehe, wenn man es dem Patinetn mitteilt, ... man brauch doch nur mal Im Netz surfen in dieversen Foren wo dann steht: Ich habe von meinem Behandler das Mittel XY bekommen gegen Beschwerde ABC und dann die "Hobbyhomöopathen" schönes Wort :-), sich darauf stürzen und die Patienten doch total verunsichern, auf der anderen Weise zeigt es dass kaum Vertrauen zum Behander besteht, denn ich würde doch als erstes meinen Behander anrufen und mit Ihm über meine Gedanken bzw. Sorgen sprechen.

Auch bei den Verordnungen von carc. medor. tub. ec. weiß ich nicht ob man die Patineten nicht zu sehr damit verunsichert ???!!!

Ein Problem sehe ich auch aber vielleicht ist das auch zu übertrieben, mal angenommen der Patient weiß das Mittel und es geht Ihm nach der Gabe erheblich besser, gibt es da nicht auch Leute die dann in die Apotheke rennen es sich selber bestellen und nach eigenen Bedarf nehmen???


Soo ist doch etwas länger geworden :-))). Eins fällt mir aber noch von Hahnemann ein.
Ich weiß nicht mehr wo ich es gelesen habe aber er pflegte zu seinen Patienten zu sagen:

Mich geht der Name Ihrer Krankheit nichts an und sie geht der Name des Arzneimittels nichts an.

Viele liebe Grüsse
caligula

In Antwort auf:
Huhu Ulla


Zitat:

Ulla schrieb am 31.10.2006 10:16 Uhr:
Jaa, DU bist ja auch Nux.





Was soll DAS denn heissen?

Ich weiß, dass ich selbst sehr in Versuchung geraten würde und es dann letztendlich doch nachlesen würde. Allerdings würde ich es dann bei einem Folgetermin, wenn ein anderes Mittel nötig ist, wissen wollen, welches das vorherige war.

Mir geht es ja schon immer etwas besser, wenn ich nur über ein Mittel lese, welches irgendeinen Bezug zu mir hat - auch wenn ich es nur mal so oder für eine andere Person nachlese.

lg
Nux

In Antwort auf:
Zitat:

caligula schrieb am 31.10.2006 11:38 Uhr:

Auch bei den Verordnungen von carc. medor. tub. ec. weiß ich nicht ob man die Patineten nicht zu sehr damit verunsichert ???!!!

Ein Problem sehe ich auch aber vielleicht ist das auch zu übertrieben, mal angenommen der Patient weiß das Mittel und es geht Ihm nach der Gabe erheblich besser, gibt es da nicht auch Leute die dann in die Apotheke rennen es sich selber bestellen und nach eigenen Bedarf nehmen???
Viele liebe Grüsse
caligula




Hallo Caligula,

wenn Du ein allopathisches Medikament bekommst weißt du den Namen und "wogegen" es ist. Sogar ein Beipackzettel ist dabei. Die exakte Zusammensetzung steht auch noch drin. Den Zettel können 87,5% aller Bundesbürger nicht wirklich verstehen, aber es gibt Sicherheit. Das steht etwas geschrieben und das hört sich verdammt wissenschaftlich an. Das wird schon helfen. Zudem hat es mir ein Weißkittel gegeben.

Das alles fehlt bei einer homöopathischen Verschreibung und gerade die Individualität verunsichert Deine zukünftigen Patienten noch mehr. Es ist halt schwer zu verstehen, das die einzige große Regel in der Homöopathie lautet:" Es gibt keine!"

LG
Frank

In Antwort auf:
Zitat:

caligula schrieb am 31.10.2006 11:38 Uhr:
Ein Problem sehe ich auch aber vielleicht ist das auch zu übertrieben, mal angenommen der Patient weiß das Mittel und es geht Ihm nach der Gabe erheblich besser, gibt es da nicht auch Leute die dann in die Apotheke rennen es sich selber bestellen und nach eigenen Bedarf nehmen???





Dagegen hilft nur eine gute Aufklärung seitens des Homöopathen. Und selbst dann wird es immer wieder Menschen geben, die das nicht nachvollziehen können und trotzdem das Mittel XY bei der Krankheit YZ zu nehmen oder zu empfehlen. Aber durch diese ganzen Selfmadehomöopathiebücher ist das ja eh schon gegeben, mal ganz abgesehen davon, dass diese Bücher ja geradezu suggerieren, dass man dieses Mittel bei dieser Krankheit gibt. Da ist dann das Unverständnis noch grösser, wenn es bei einem Homöopathen eben nicht so läuft.

LG Marion

In Antwort auf:
Hi Nux,


Zitat:

Was soll DAS denn heissen?




das soll nichts weiter heissen, als das nun mal jeder anders "gestrickt" ist. Du bist eben nicht so neugierig, was die Mittelverordnung betrifft, ich schon.

LG
Ulla

In Antwort auf:
Hallo, Caligula,

Zitat:

Ein Problem sehe ich auch aber vielleicht ist das auch zu übertrieben, mal angenommen der Patient weiß das Mittel und es geht Ihm nach der Gabe erheblich besser, gibt es da nicht auch Leute die dann in die Apotheke rennen es sich selber bestellen und nach eigenen Bedarf nehmen???




Das könnte natürlich passieren - z. B. bei einem echten Arsenicum-Patienten, der sich dadurch das Geld für die nächste Konsultation sparen will ...

Der Umgang mit dem Patienten ist halt ein heikles Kapitel. Einerseits mußt du soviel Autorität haben, daß er deine Anweisungen befolgt, andererseits darf er sich nicht entmündigt vorkommen (sonst hast du einen Kunden verloren). Beim dem einen hilft es, ihm ein Buch über die Grundlagen der Homöopathie zu geben, der andere braucht nur einen Zettel mit genauen Richtlinien, was er zu tun und zu lassen hat. Das ist eine Frage des Fingerspitzengefühls.

Ich spreche hier nicht aus eigener Erfahrung, ich bin ja Laie, aber ich höre oft von frischgebackenen Homöopathen, wie schwierig der Umgang mit den Patienten zu Anfang ist.
Grüße, ilse



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