#1

Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 31.08.2012 21:53
von baccara (gelöscht)
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Ok, ich beginne mal mit der 1.-brennenden- Frage:

Ich habe eine Patientin, Mittfünfzigerin, Raucherin, schlank, immer in Bewegung, läuft gern auch weite strecken, verträgt gut hitze, aber hat auch mit kälte kein problem. Schwitzt stark(achseln). Sie hat seit 2002 nach einem Armbruch rechts einen Morbus Sudeck, der sich in ständigen Schmerzen, nachts schlimmer, äußert-deshalb ist sie depressiv.
Habe ihr zu Beginn der Behandlung aufgrund der Symptome (Kummer, Depressionen, Nierenbeschwerden, Vorliebe für Lachs) erstmal NAT Mur gegeben, später syphilinum. Es ging ihr ein wenig besser, akutmittel (kali bi) wegen nasennebenhoehlenentzündung folgte.
Vor ca 2monaten hatte sie nierenbeschwerden (symptomfrei bis auf Blut im Urin) zum Arzt- Antibiotika- anaphylaktischer Schock, hat nur knapp überlebt.
Heute rief sie mich an, sie war im Urlaub und hatte während des Fluges wahnsinnige Stichschmerzen wie kalte Nadeln im Sudek-Arm.
Ruhe Tat ihr gut. Ich dachte an das Akutmittel agar.

Anamnese: ungewolltes Kind, Schläge. Hat 2 Töchter,ist pedantisch. Sie ist nun das 3.mal verheiratet. Herzerkrankungen, Gicht, suizid, Depressionen in der Familie. Mandel- und Blinddarm-op in der Kindheit. Achso, und mit ca 20 j.ist ein Blitz genau vor ihr (1m) eingeschlagen, ohne Schäden.(phos?)
Ich denke immer wieder an die sepia, bin mir aber unsicher, ob es ihr sudeck-Problem löst. Was sagt euer (objektiverer) Expertenblck?


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#2

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 01.09.2012 09:15
von Frank • Administrator | 1.759 Beiträge | 2023 Punkte

Nun da hast Du ja gut gezündelt... Mein "Expertenblick" (betrachte mich nicht als Experten!) sagt mir das Du noch in der Ausbildung zum HP bist und schon behandelst !?
Mit der Vorstellung eines Falles und der damit verbundenen Fragestellung nach einem Mittel zeigst Du das Du die Forenregeln nicht wirklich gelesen hast, denn so kompromittierst Du denjenigen der Dir antwortet.

Lass Dich bitte nicht durch meine Meinung abschrecken. Ich verstehe ja das Du Dir Hilfe erwartest, aber was verlangst Du von dem Antwortenden?

Ich überlasse es dem Forum Dir frei zu Antworten und gebe hiermit die Diskussion frei und verweise gleichzeitig auf einen Diskussionsthread zum Thema Forenregeln den ich gleich eröffnen werde.

Herzliche Grüße
Frank


Wer der Herde folgt, läuft immer den Ärschen hinterher...

zuletzt bearbeitet 01.09.2012 11:02 | nach oben springen

#3

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 01.09.2012 14:23
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hallo, Baccara,
mal ungeachtet des Diskussionsaufrufs von Frank (find ich übrigens gerechtfertigt, darüber sollten wir reden):

Zitat
Heute rief sie mich an, sie war im Urlaub und hatte während des Fluges wahnsinnige Stichschmerzen wie kalte Nadeln im Sudek-Arm.
Ruhe Tat ihr gut. Ich dachte an das Akutmittel agar.




Wieso Akutmittel? Du hast hier doch eine chronische Erkrankung und die Stichschmerzen im Arm waren nur wieder eine Äußerung der Krankheit. Warum eigentlich grade im Flugzeug - hat sie Angst vorm Fliegen? Diese stichelnde Empfindung kommt bei Sudeck sehr häufig vor, genau wie Brennen, wie Knochen abgeschabt, da würde ich mich nicht an einer 1-Mittel-Rubrik aufhängen.

Pedantisch passt zu Agar nicht so recht und Depression seit/wegen Sudeck (= Verzweiflung um die Genesung) eigentlich auch nicht.
LG ilse

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#4

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 02.09.2012 11:36
von baccara (gelöscht)
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Hallo ihr beiden und vielen dank für eure Antworten.
Als erstes ein großes Sorry, ich bin ja wie eingangs beschrieben doch ein wenig quirlig, und ich hatte den Beitrag bereits abgesandt-vielleicht etwas in Eile, dazu mein kleiner Sohn...entschuldigt bitte mein Fehlverhalten, ich wollte hier kein Feuer entfachen.

Ich frage mal anders herum und ganz allgemein: welche Mittel passen auf den Sudeck? Den Agar hatte ich in Betracht gezogen aufgrund der stechenden Schmerzen, sie kamen wiederholt auch bei anderen Organen vor.Flugangst hat sie keine, ich dachte der Auslöser könnte evtl der Druck gewesen sein (?) ihre Beschreibung war: plötzlich fühlte sich der Arm an wie ein HANDSCHUH, mit tausend kalten Nadelstichen.
@frank
Richtig, ich habe einen Fulltimejob und befinde mich mitten in der nebenberuflichen HP-ausbildung, habe eine Dozentin, die mir schon ziemlich viel zutraut und Feiraum lässt, mit der ich jedoch immer wieder Absprachen treffe.
Meine Erwartungen bei der Anmeldung hier waren, jede Menge Denkanstöße (schon allein durch das Lesen anderer Beiträge) und gelegentlich einen Stups in die richtige Richtung zu bekommen, also als reine Empfehlungen. Manchmal ist man einfach "blind", und ein anderer, objektiver Fachkundiger sieht evtl auf den ersten Blick, auf welchem "Holzweg" ich, die noch jede Menge Input benötigt, mich befinde.
Lg baccara


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#5

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 02.09.2012 12:03
von Frank • Administrator | 1.759 Beiträge | 2023 Punkte

Liebe baccara Du brauchst Dich nicht zu entschuldigen, es ist ja nichts schlimmes passiert. Schön das Du weiterhin schreibst.

Ich schließe mich ilses Meinung an. Ursächlich ist der Morbus Sudeck wohl durch die Fraktur entstanden.

Es gibt sicherlich die Möglichkeit ein oder mehrere Mittel für den Sudeck zu finden indem man die Syptome des Sudeck reppt, jedoch denke ich das es nicht wirklich so erfolgreich sein wird, da Du ja dann nur auf die Symptome verschreiben würdest und nicht auf die Gesamtheit Deines Patienten.

Wenn ich so wie Du Nat mur. gesehen hätte, dann wäre ich erst einmal dabei geblieben, da ja schon eine leichte Besserung eingetreten war. Höhere Potenzen und größere Abstände helfen oft bei der Beurteilung eines Falles. Zu rasche Wechsel der Mittel und die Zwischengabe von Akutmitteln bei Nebenerkrankungen maskieren meist den Fall und bringen nicht weiter.

Herzliche Grüße
Frank


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#6

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 02.09.2012 21:53
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hallo, Baccara,
das Handschuhgefühl kannst du über die Taubheitsrubriken abbilden. Ist ja ziemlich häufig bei Sudeck. Wurde denn ausführliche Diagnostik gemacht, ob die Beschwerden tatsächlich noch mit dem Sudeck zusammenhängen? Seit 2002!

Wenn das schon so lange her ist, müsstest du dich m. E. auf die Gesamtheit konzentrieren, wie Frank schon sagte. Insbesondere auf die Veränderungen/Verstärkungen seit dem Unfall. Da muss doch eine Heilungsstörung vorliegen, auch die heftige Reaktion auf die Antibiotika-Gabe ist z. B. auffällig (wenn das erstmals nach dem Bruch aufgetreten ist).

Welche Mittel für Sudeck in Frage kommen: Ich habe gelernt, das man für das Anfangsstadium die Rubrik Schmerzen Knochen wie abgeschabt nehmen kann, um den Sudeck abzubilden. Diese Empfindung tritt zu Anfang bei den meisten auf. Im jetzigen Stadium könnte ich mir die Rubrik "Knochenschmerzen nachts" vorstellen. Das Syphilinum ging ja auch schon in die Richtung.

Mein vorheriges Posting klang vielleicht bisschen kurz und barsch, war aber nicht so gemeint. Mir ist jetzt nicht ganz klar, liegt die Suizidalität in der Familie oder hat sie selbst schon ...
LG ilse

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#7

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 03.09.2012 20:32
von baccara (gelöscht)
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Hallo Ilse,
kein Problem, ich freue mich über deine Antwort.
Ich habe deinen Beitrag bei "Modifizierung der Forenregeln" gelesen und versuche, dir die Antworten möglichst genau wiederzugeben.

Sie spricht heute noch kaum über ihre schlechte, stiefmütterliche Kindheit (halb erfroren, war "Sklavin der Familie") mit Heimaufenthalt, hat mittlerweile mit der Mutter gebrochen.(seit ca 1995)- Vater ist verstorben.
Selbstmordneigung liegt in der Familie, ihr Halbbruder beging mit 17 Selbstmord durch Gas. Sie hat 2 Versuche (ca 2006 und 2007) hinter sich, beide Male nach Streit mit dem (herrschsüchtigen) jetzigen Ehemann, einmal durch Tabletten. Sie fühlt sich überfordert,ungeliebt, ist Fruhrentnerin. Pedanterie zeigt sich durch ständiges putzen.(ein leben lang)
Außerdem schläft sie kaum, meist nur 4h, der sudeck meldet sich jede Nacht, manchmal heiß, mal Schmerzen, mal ist die Hand eiskalt und glasig. dadurch ebenfalls depressiv.

Bei der Antibiotikagabe war folgendes: sie nimmt die Tablette in den Mund, schluckt sie mit Wasser, ca 30 Sek (!) später wird ihr warm, Haut ist rot, Gesicht geschwollen, sie kippt um, erbricht. Kreislaufkollaps. Notarzt, 12h Intensivstation.

Der Partnerwechsel ist wohl aufgrund ihres Gefühles, ungeliebt zu sein. Die Erziehung ihrer Kinder war auch streng.
Das NAT Mur stagnierte irgendwann, syph brachte ebenfalls nur wenig Besserung.Die Behandlung erfolgt seit Anfang 2010. Die Tochter ist 100% NAT Mur plus sepia, wobei deren Nierenprobleme dadurch noch nicht behoben sind.

Ich danke die recht herzlich für deine Mühe!

Lg baccara

Ps: meine Dozentin brachte uns im Unterricht bei, dass man Akutmittel im Bedarfsfall "ruhig geben kann", man kann das Mittel später wieder aufbauen, so ihre Aussage. Daran habe ich mich bisher orientiert (wenn das konstitutionelle Mittel nicht oder nur ansatzweise weiterhalf).
Wie ist eure Meinung hierzu? Sollte ich mehr auf das Konstitutionsmittel vertrauen?


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#8

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 03.09.2012 22:31
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Zitat
meine Dozentin brachte uns im Unterricht bei, dass man Akutmittel im Bedarfsfall "ruhig geben kann", man kann das Mittel später wieder aufbauen, so ihre Aussage.



Klar kannst du ein Akutmittel geben, wenn es eine andere Krankheit ist als die chronische. Oder zur Not zur Linderung akut wie z. B. während des Flugs. So habe ich das gelernt.

Eigentlich hast du in dem Fall doch beachtliche Symptome, die du nur noch im Detail ausarbeiten müsstest. Ich zähl mal auf, was mir so einfällt:

Pedantisch
Fleißig, Arbeitswut
Verzweiflung Genesung/bei Schmerzen
Suizidalität bei Schmerzen
Bedürfnis nach Bewegung
Tadelsüchtig, kritisch, streng (zu den Kindern/so wie sie als Kind behandelt wurde?) auch zu sich selbst?
Beschwerden durch Verachtung, Geringschätzung, Demütigung
Gicht, wo, Schmerzen?
Herzbeschwerden, was genau, wie/wobei zeigen die sich
Harn blutig, Nierensymptomatik
Schlaflosigkeit/durch Schmerzen, Zeit?, was tut/denkt sie dann?
Knochenschmerzen nachts

LG ilse

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#9

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 03.09.2012 22:44
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat
Richtig, ich habe einen Fulltimejob und befinde mich mitten in der nebenberuflichen HP-ausbildung, habe eine Dozentin, die mir schon ziemlich viel zutraut und Feiraum lässt, mit der ich jedoch immer wieder Absprachen treffe.



Und was bedeutet das genau? In USA z.B. behandeln zumindest die Tiermedizinstudenten "vor", das heißt, sie machen die Untersuchung, geben eine Beurteilung ab und geben auch eine Verordnung. Der gesamte Prozeß wird allerdings gleich anschließend von einem Tierarzt nochmal geleistet. Die Studenten üben also konkret Praxis. Macht Ihr das auch so? Oder triffst Du Absprachen eher nach Bedarf?


Nihil fit sine causa - Nichts geschieht ohne Grund

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#10

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 04.09.2012 17:17
von baccara (gelöscht)
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Ich bin in einer nebenberuflichen Heilpraktikerausbildung, sie findet in den Räumen der HP am Wochenende statt. Zusätzlich bietet sie Homöopathie-Kurse (Fortgeschrittene) an, wo ich natürlich teilnehme. Um das Lernpensum zu schaffen, gehe ich im Moment nur 35 h arbeiten und lerne am Abend. Alle Themen überschneiden sich, man kann sie zusätzlich auch noch täglich anrufen (2 Stunden), oder eben Email.
Sie gibt Praxisfälle vor oder bespricht aktuelle Fälle mit uns, woraus wir unser Wissen erweitern.
Zusätzlich können wir unsere "Fälle" aufnehmen, repertorisieren und vorstellen und ebenfalls "zur Diskussion freigeben", am Anfang, als ich mir noch sehr unsicher war, habe ich den Patienten zu ihr geschickt und parallel noch einmal selbst eine Fallaufnahme durchgeführt. Danach haben wir verglichen und ich habe das hom.Mittel benannt.
Alle hohen Potenzen bespreche ich ausführlich mit ihr.
Lg baccara


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#11

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 04.09.2012 20:44
von baccara (gelöscht)
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Ich habe gerade meine beiden Murphys gewälzt und habe 3 Mittel in der engeren Auswahl, wobei ich eines favoritisiere.
Ich nenne es mal ganz vorsichtig Aur.
Lg


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#12

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 05.09.2012 01:18
von Wolfi | 754 Beiträge | 1230 Punkte

Zitat
Habe ihr zu Beginn der Behandlung aufgrund der Symptome (Kummer, Depressionen, Nierenbeschwerden, Vorliebe für Lachs) erstmal NAT Mur gegeben, später syphilinum. Es ging ihr ein wenig besser, akutmittel (kali bi) wegen nasennebenhoehlenentzündung folgte.
Vor ca 2monaten hatte sie nierenbeschwerden (symptomfrei bis auf Blut im Urin) zum Arzt- Antibiotika- anaphylaktischer Schock, hat nur knapp überlebt.



Erfolgte die homöopathische Behandlung denn vor oder nach dem Blut im Urin? Ich vermute, erst danach, oder warum hat sie sich denn nicht gemeldet, wenn sie Blut im Urin hat? Da würde ich jedenfalls sofort und vor allen anderen Schritten meine H. anrufen.

Ich steige noch nicht ganz durch bei dem Fall, bin allerdings totaler Laie und habe auch kaum mediznische Kenntnisse. So als Laie frage ich mich aber, ob dieser Morbus Sudeck überhaupt so gewichtig ist (auch wenn's weh tut). Ist diese akute Nierensache und die Depression nicht viel gewichtiger?

Was Akut- oder Konstitutionsmittel angeht, versuche ich immer, das so auseinanderzuhalten: Akut - aktuelle Ursache, also verkühlt, verletzt, Schock erlitten usw., konstitutionell - manchmal auch akuter Zustand, Ursache aber in der Konstitution bedingt, nicht in den aktuellen Umständen. Wobei aktuelle Ursachen oft auf die "Achillesferse" der Konstitution auftreffen, sonst würden sie gar nichts auslösen.


Nihil fit sine causa - Nichts geschieht ohne Grund

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#13

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 05.09.2012 22:20
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Zitat
Ich habe gerade meine beiden Murphys gewälzt und habe 3 Mittel in der engeren Auswahl, wobei ich eines favoritisiere.
Ich nenne es mal ganz vorsichtig Aur.



Egal welches Mittel - denk dran, dass es unter dem richtigen Mittel zu einer Erstreaktion kommen kann. Bei Suizidalität kann die auch mal dramatisch sein. Wir hatten in der SV mal einen Fall, ein junges Mädchen: Die Mutter durfte sie 2 Wochen lang nicht aus den Augen lassen und konnte sie einmal grade noch vom Fensterbrett runterzerren.
LG ilse

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#14

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 06.09.2012 09:46
von baccara (gelöscht)
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Ich weiß, und ich bin mir bezüglich der Potenz des Mittels noch unsicher. Ich habe es mit meiner Dozentin besprochen, ihre knappe Aussage:
"Ich habe auch Aurum gesehen, aber ich gebe es sehr, sehr ungern." Ende.


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#15

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 02.10.2012 19:46
von Dominik (gelöscht)
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Hallo!

Sorry, daß ich diesen Thread nochmal hervorhole.

Ein Sudeck stellt die Schulmedizin vor ein absolutes Rätsel. Zumal sich in aller Regel Chirurgen damit konfrontiert sehen, die ja bekanntlich "alles können, aber nichts wissen", ganz im Gegensatz zu den Internisten. ;-)

Aber es ist in der Tat so. Bisher hat niemand die blasseste Idee, wo das herkommt! Viel wurde geschrieben, nichts erreicht.

Ich habe in 16 Jahren persönlich zwei (!) Fälle kennengelernt. Ich bin aber auch kein Chirurg.

Beide waren Frauen, mitte 40, und beide sehr tough (taff). An die erste erinnere ich mich nicht mehr, hatte aber sicher die beschriebene Qualität.

Von der zweiten kann ich berichten. Ortsbürgermeisterin. Groß (170), kräftig, dunkle, mittellange Haare. Sudeck im rechten Unterarm nach Ellenbruch infolge Fahrradsturz. An weitere Details oder Modalitäten erinnere ich mich nicht mehr bzw. habe sie nicht wahrgenommen. Sehr geschäftsmäßiger Umgang mit der Erkrankung. Keine Spur von Wehleidigkeit. Behandelte den kranken Arm wie ein Teil, das nicht funktionierte,

Wäre sicher ein interessanter homöopathischer Fall gewesen, nicht zuletzt wegen der patenten und aufgeklärten Patientin.

Ich bin ja der Meinung:

Der Sudeck ist ein Psychotrauma!

Und somit auch in der konventionellen Medizin als psychosomatische Erkrankung einzustufen. Ich bin mir sicher, daß in einer Studie herauskommen würde, daß insbesondere der Umstand des Unfalls ein für das Individuum ganz spezieller war.

Somit plädiere ich dafür, bei Fällen von Sudeck ganzganzganz auf die Causa zu gehen, auf Gemütssymptome, sogar Träume (wie die Inder). In zweiter Reihe as-if und never-well-since. Körpersymptome nur, wenn sie hahnemannsch absonderlich sind.

Aber vielleicht würde ich erstmal Arnica geben. Gar nicht so eine hohe Potenz.

Sulfur als Fallklärer?


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#16

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 02.10.2012 22:28
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hallo, Dominik (Wir sollten mal drüber abstimmen, ob wir nicht doch wieder mit Anrede schreiben, weniger aus Höflichkeit, sondern weil man bei einem längeren Thread nicht mehr durchblickt, wer nun wem geantwortet hat.)

Zitat
Sehr geschäftsmäßiger Umgang mit der Erkrankung. Keine Spur von Wehleidigkeit. Behandelte den kranken Arm wie ein Teil, das nicht funktionierte,



Klasse-Symptom! Störung der Selbstwahrnehmung. Da hättest du dir mal die Rubrik Gemüt; VERWIRRUNG, geistige; Identität, bezüglich der eigenen (50) angucken können. Das klingt zwar überspitzt, trifft aber - als objektive Beobachtung - des Pudels Kern. Eins der Hauptmittel Alumina. Ich erinnere mich an einen extremen SV-Fall: Die Störung zeigte sich da auf vielen Ebenen, das fing schon bei der Sprache an. Der Patient sagte nie "ich", sondern nur "man". Er schilderte Erlebnisse ohne Emotionen, als hätten sie einen anderen betroffen, nicht ihn.

Re: Körperliches: musst du schon mit reinnehmen - du sagst ja selbst "psychosomatisch". Zum Beispiel die nächtlichen ("syphilitischen") Knochenschmerzen, die die meisten in irgendeiner Phase der KH haben, in der dann oft Syphilinum hilft. Syphilinum hat Verbohrtheit, Einseitigkeit, Verzweiflung, Depressionen ähnlich Aurum.
LG ilse

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#17

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 02.10.2012 22:42
von Dominik (gelöscht)
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Danke, Ilse, für die Antwort.

Ich hatte jetzt bewusst niemanden angesprochen, da der Thread ja doch doch schon etwas älter ist.

Danke auch für den Tip mit Alumina. Jetzt wo du es sagst, passt das Mittel auch durchaus. Und an die Miasmen denken! Damit fange ich eigentlich erst an...


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#18

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 02.10.2012 23:16
von seserass | 233 Beiträge | 241 Punkte

Das als Psychotrauma zu behandeln macht endlich Sinn!

Eine Frage habe ich noch: rein körperlich, müßte nicht Hypericum lindern können -> Nerven, Schmerz steht in keiner Relation zur erfolgten Verletzung?

Also konkret zur Frage hier: eine akute Verschreibung für den Rückflug steht an. Wäre Hyp. einen Versuch wert, mit dem Hinweis, daß man dann nach dem Urlaub in die Tiefe gehen müßte?

Nur so als Überlegung, ich habe als Tierhomöopathin mit Sudeck eigentlich nichts zu tun.


zuletzt bearbeitet 02.10.2012 23:18 | nach oben springen

#19

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 03.10.2012 12:33
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hallo, Annett,
ich musste erstmal überlegen, worauf sich das jetzt bezog: die P. hatte ein Handschuhgefühl mit nadelartigem Sticheln. Ich meine, das passt nicht zu Hypericum, dafür sind doch heftig durchzuckende, weit ausstrahlende Stiche typischer - oder?

Mit dem Begriff Sudeck sind wir sowieso hinterm Mond, das heißt jetzt Komplexes regionales Schmerzsyndrom - grade gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Komplexes_r..._St.C3.B6rungen
LG ilse

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#20

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 03.10.2012 21:54
von Dominik (gelöscht)
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Wie auch immer man es nennen will.

Merkt ihr was? Wie in dem Wiki-Artikel das Wort "Psycho" geradezu peinlich vermieden wird? Auch zur Therapie nicht im geringsten der Ansatz einer ganzheitlichen Betrachtungsweise?

Ich könnte kotzen!


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#21

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 04.10.2012 15:38
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Das ein Sudek eine Psychokomponente hat ist klar, da JEDE Krankheit die nicht direkt von Außen zugefügt wurde, im psychischen/seelischen Bereich angefangen hat. Also nutzt diese Erkenntnis aus homöopathischer Sicht nicht viel.

Was tun akut bei dem Flug?
Agar hat Nadelschmerzen und seltsame Missempfindungen, Hyp hat das auch, es muss nicht immer das typische schießen sein.
Arg-n und Nit-ac haben ähnliche Schmerzempfindungen, wobei Ac-nit echt heftige Schmerzen hat.

Das Problem ganz in den Griff bekommen geht nur, wenn man sich für Homöopathie entscheidet, mit dem üblichen Prozedere der Konstitutionsterapie.


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#22

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 07.10.2012 23:54
von seserass | 233 Beiträge | 241 Punkte

Zitat von AnnaZenz im Beitrag #21
Das ein Sudek eine Psychokomponente hat ist klar, da JEDE Krankheit die nicht direkt von Außen zugefügt wurde, im psychischen/seelischen Bereich angefangen hat. Also nutzt diese Erkenntnis aus homöopathischer Sicht nicht viel.

Hallo Anna,
vielleicht verstehe ich dich jetzt falsch, aber gerade beim Sudek ist der "Auslöser" doch ein äußerlicher Vorfall, ein körperliches Trauma hat vorher stattgefunden.


Zitat von AnnaZenz im Beitrag #21
Das Problem ganz in den Griff bekommen geht nur, wenn man sich für Homöopathie entscheidet, mit dem üblichen Prozedere der Konstitutionsterapie.

Und wenn diese nicht weiterkommt? Ich habe persönlich schon von chronischen Fällen gehört, die erst liefen, nachdem man "Trauma-Mitel" (Arnica, Hypericum, Opium) verabreicht hatte. Teilweise geschah das aus der Not heraus, weil die Kontitutionstherapie bzw. die Therapie nach Symptomen nichts bewirkte.
Auch in der Literatur gibt es immer mal wieder solche Fallschilderungen. Und deshalb soll man doch auch in der Anamnese immer aufdröseln, was vor Auftreten der Beschwerden passiert ist, womit es begann.

Foubister berichtet von einem Fall einer Kolitis, die die Patientin auf einen Sturz vor neun Monaten zurückführte und behandelte sie erfolgreich mit Hypericum, nachdem weder ihr eigentliches "Konstitutionsmittel" Sepia noch das aufgrund der Familiengeschichte in Frage kommende Carcinosinum einen Erfolg brachten.
Ein Dozent berichtet über einen Fall, bei dem Arnica bei einer über 40jährigen chronisch kranken Frau überhaupt erst vorwärts brachte und sie danach behandelbar war , nachdem durch Zufall ermittelt werden konnte, daß ihre Geburt sehr traumatisch verlaufen war. Vorher war er wohl soweit diesen Fall verloren zu geben. Die Symptomenlage zeigte allerdings so gar nicht auf Arnica.
Eine Supervisionsgruppe kam mit einer Patientin mit chronischer Schmerzen im Bein nicht weiter, entstanden nach einem Unfall, andere Beschwerden besserten sich leicht, aber das Bein blieb erst unerreichbar, bis Hypericum verordnet wurde und nach Jahren diese Schmerzen endlich beseitigen konnte, obwohl auch hier die Symptome nicht eindeutig Hypericum indizierten.

Manchmal scheint man einen Knoten lösen zu müssen und das können wohl diese Traumamittel auch nach vielen Jahren.
Was nützt mir die Gesamtheit der Symptome, was nützt mir die Konstitution, wenn es weder den pathologischen Prozess noch das Trauma dahinter erreicht.
Insofern denke ich beim Sudek könnte die Art des Traumas wichtig sein und ebenso danach manchmal noch das Terrain (dann eben die Konstitution) auf dem es sich festsetzten konnte.

LG annett


zuletzt bearbeitet 07.10.2012 23:59 | nach oben springen

#23

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 10.10.2012 13:26
von AnnaZenz | 927 Beiträge | 927 Punkte

Habs nur überflogen.

Kostitutions-Anamnesen beinhalten auch die Ermittlung von Blockaden, wieso ein angezeigtes Mittel nicht wirkt und es kommt immer wieder vor, wie bei dem Ruta-Katzen-Fall, das Akutmittel ebenso gut auf allen Eben wie ein Konstimittel wirken. Deswegen ist es ja auch schwer, nicht immer sinnvoll, Akut und Konstimittel zu trennen.

Ein Sudek ist zwar an der Stelle, wo zuerst eine Verletzung ist, wenn aber die gesamte Konstitution in Ordnung wäre, würde es ja gut abheilen. Also ist das Problem tiefer zu suchen, wieso bekommt diese Person zu dem Zeitpunkt einen Sudek?


- Was ist darf sein, was sein darf wandelt sich -

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#24

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 10.10.2012 20:45
von Dominik (gelöscht)
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Zitat von seserass im Beitrag #22

vielleicht verstehe ich dich jetzt falsch, aber gerade beim Sudek ist der "Auslöser" doch ein äußerlicher Vorfall, ein körperliches Trauma hat vorher stattgefunden.

LG annett



Hallo Annett,

deswegen schrieb ich oben, daß ich der Meinung bin, daß der Sudeck ein Psychotrauma ist. Wieviele Leute brechen sich jeden Tag den Arm. Aber nur die allerwenigsten von ihnen entwickeln einen Sudeck, und kein Chirurg weiß, warum.

Somit ist die Verletzung nicht die Ursache, sondern nur der Anlaß der Erkrankung.

Im Akutfall hiflt sicher ein Akutmittel, Arnica fällt einem natürlich gleich ein. Nach einiger Zeit wird dieser Fall aber überlagert durch den ganzen anderen Mist, der in Folge auf einen hereinkommt.

Das Akutmittel in der Hochpotenz könnte sicher ein Heilmittel sein, sofern die anderen Modalitäten passen. Aber mglw. muß man sich dahin erst mal vorarbeiten.

VG

Dominik


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#25

RE: Morbus Sudeck

in Allgemeines zur Homöopathie 10.10.2012 22:52
von seserass | 233 Beiträge | 241 Punkte

Zitat von Dominik im Beitrag #24

Hallo Annett,

deswegen schrieb ich oben, daß ich der Meinung bin, daß der Sudeck ein Psychotrauma ist. Wieviele Leute brechen sich jeden Tag den Arm. Aber nur die allerwenigsten von ihnen entwickeln einen Sudeck, und kein Chirurg weiß, warum.



Hallo Dominik,

meine Antwort auf deinen Beitrag war ja auch diese:

Zitat
Das als Psychotrauma zu behandeln macht endlich Sinn!


Nur Anna antwortete dann

Zitat
Das ein Sudek eine Psychokomponente hat ist klar, da JEDE Krankheit die nicht direkt von Außen zugefügt wurde, im psychischen/seelischen Bereich angefangen hat. Also nutzt diese Erkenntnis aus homöopathischer Sicht nicht viel.


Und ich denke eben, das nützt doch was, sich das als Psychotrauma bewußt zu machen (trotzdem es ja eigentlich nach einem körperlichen Trauma anfängt).
Das kann mir bei der Anamnese helfen in der ganzen körperlichen Symptomenvielfalt einen wichtigen Faden nicht zu verlieren und eben auch die Disziplin die psychischen Symptome möglichst genau zu ergründen, nicht zu vernachlässigen.
Sowohl wie die Gefühle und Empfindungen während und kurz nach dem eigentlichen Auslöser waren, wie auch das aktuelle Bild und Umstände während Schüben.

Deinen Beitrag hatte ich, glaube ich, schon verstanden, nur Annas war mir nicht klar.

Nur weil nach einem Unfall ein Problem bleibt, muß es ja nicht immer ein Psychotrauma dahinter sein. Es könnten sich Strukturen im Heilungsprozess gebildet haben die jetzt stören oder es könnte die Heilung rein organisch nicht ausreichend stattgefunden haben (wie z.B. mangelnde oder überschießende Kallusbildung) - dann gehe ich nicht gerade von einem Psychotrauma aus, sondern eher von einem kontitutionellen Problem auf der körperlichen Ebene.
Etwas so Extremes wie ein Sudek, ist aber doch eine ganz andere Schiene - eben da macht die Betonung der Beteiligung der Psyche für mich Sinn.

Liebe Grüße
annett


zuletzt bearbeitet 10.10.2012 23:08 | nach oben springen


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