#1

Homöopathie in der Geriatrie

in Allgemeines zur Homöopathie 27.11.2008 13:19
von Medusa (gelöscht)
avatar

ilse
Moderator Geschrieben am 02.03.2007 21:35


--------------------------------------------------------------------------------

Hallo, Sula,
ja, es ist wirklich schade, daß nicht mehr alte Menschen homöopathisch behandelt werden. Vielleicht trauen sich viele auch nicht dran, weil sie fürchten, im Fall einer falschen Verschreibung Schaden anzurichten, der in hohem Alter nicht mehr auszubügeln ist ... Heftige Reaktion z. B. auf zu hohe Potenz. Dabei wird sich gerade da angesichs der Überalterung unserer Gesellschaft in Zukunft noch ein viel weiteres Feld auftun.

In Österreich gibt es sogar ein Krankenhaus, in dem auf einer Station alte Patienten homöopathisch behandelt werden (Krankenhaus Lainz, Wien). Der zuständige Arzt, Dr. Christian Kellner, berichtet von sehr guten Erfahrungen, so daß die allopathischen Medikamente reduziert oder sogar weggelassen werden können. (Sonderheft Homöopathie-Zeitschrift zur Geriatrie).

Aus meiner eigenen bescheidenen Erfahrung kann ich sagen, daß alte Leute genauso gut auf die Mittel ansprechen wie junge und daß auch durchaus Hochpotenzen vertragen werden, wenn die Lebenskraft noch stark genug ist. Meiner Mutter gebe ich z. Zt. eine C 10.000.
Das größte Problem ist die Symptomfindung - auch wenn keine Demenz vorliegt Da hilft nur genaues Beobachten, auf die Aussagen des Patienten kann man sich oft nicht verlassen, nur auf das, was man mit eigenen Augen gesehen hat. Das heißt also, daß es mit einer normalen Anamnesebefragung nicht getan ist, jedenfalls ergeht mir das so. Ich trage die Symptome (für die chronische Behandlung, versteht sich) über Wochen zusammen. Wenn das die Profis auch so machen wollten, müßten sie am Hungertuch nagen.
Und wenn Opa und Oma erst mal im Altenheim gelandet sind, stehen die Chancen sowieso schlecht. Da wird mit Medikamenten der pflegeleichte Patient hergestellt - kein Vorwurf! Bei der knappen personellen Besetzung geht es nicht anders.

Meine beiden alten Damen laufen jedenfalls Reklame für die Homöopathie. Wenn sie einer im Altenkreis fragt, ob sie denn auch schon ihre Grippeimpfung intus hätten, kriegt er zur Antwort: So was brauchen wir nicht, wir kriegen 1 Tropfen, und dann sind wir in 2 Tagen wieder fit. Auf die Art habe ich inzwischen schon ab und an mal Anfragen von "Fremd-Senioren" bekommen.
LG ilse

In Antwort auf:
Hallo Ilse!
Es ist schön, was du berichtest.
Aber wieviel könnte geholfen werden, wenn Pflegerinnen mit offenen Augen die Symptome erzählen. Gerade bei Wahnvorstellungen habe ich viel gefunden, was Pflegerinnen von ihren Schützlingen erzählen. Eine demente Frau ist immer aus dem Haus gelaufen und hat gesagt, sie müsse ja nach Hause gehen. Sie wollte in das Haus ihrer Kindheit zurück, obwohl sie schon 60 Jahre woanders lebte. Ich habe die Frau noch gesund gekannt und Bryonia hätte mir gar nicht schlecht gefallen.
Ein paar Standardarzneien würde man sich hier wünschen wie Arnica usw. Aber einfach nur Plumbum jodatum oder Bariumsalze zu geben reicht eben nicht.
Liebe Grüße
Sula

In Antwort auf:
Hallo, Sula,
Wahnvorstellungen (dankbare Rubriken bei alten Leuten): Ich habe gerade an einem Fall getüftelt. Eine Frau, über 90, Beschwerden Schwindel, Händezittern, Beine wollen nicht mehr, Ödeme. Sie sieht nachts einen Mann, der sie ermorden will, auch Gegenstände, die sich in Glitzern auflösen, und Nebel im Zimmer. Einmal ist sie auch nachts aufgestanden, hat sich angezogen - schimpfend: Warum man sie denn nicht zum Frühstück geweckt hätte. Die Angst, zittrig, vor den Erscheinungen hält lange an.
Die körperlichen Beschwerden geben nichts her - sind in dem Alter nichts Besonderes.
Ich habe mir Phos überlegt: Furcht ermordet zu werden, schreckliche Visionen nachts, sieht glitzernde Körper, Objekte, Zimmer wie mit Nebel oder Rauch angefüllt und, ziemlich gewagt, Hunger nachts. Mal sehen, was die Schwiegertochter, die sich ebenfalls mit Hom. beschäftigt, dazu sagt.

Sie hat erstmals Zeichen von Verwirrung, da ist es leichter, die Persönlichkeit ist noch da. Fortgeschrittene Demenz stellt sich ja wohl meist als einseitige Krankheit dar.
Gute Nacht, ilse

In Antwort auf:
Hallo,

da meine Mutter dement ist, kenne ich die Problematik. Ich kann mich auf kein Symptom verlassen, eben erzählt sie mir von diesem Symptom und gleich darauf erklärt sie mir, dass sie das nie gesagt hat...Da sie bis diese Woche alleine gelebt hat, war es mehr als schwierig ihr auch z.B. bei einer Blasenentzündung zu helfen (sie weigert sich immer hartnäckig zum Arzt zu gehen...auch ein schönes Symptom...).
Es gibt dieses Jahr von den Nürnberger Hom.Tage ein WE-Seminar 14./15.7. von ...Bruhns. Sie hat sich auf Geriatrie spezialisiert. Ich überlege noch, ob ich dort hingehe, klingt sehr interessant.
Da die Menschen heute immer älter werden, werden wir uns dem wohl kaum verschliessen können.

LG Marion


nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Erklärungen zu Begriffen im Organon
Erstellt im Forum Repertorium Sprache und Deutung von Wolfi
1 30.11.2017 11:48goto
von homöoslave • Zugriffe: 342
Die Potenzwahl
Erstellt im Forum Grundlagen der Homöopathie von Frank
0 21.11.2008 10:49goto
von Frank • Zugriffe: 1309

Besucher
1 Mitglied und 4 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: SabineHE
Besucherzähler
Heute waren 131 Gäste und 7 Mitglieder, gestern 194 Gäste und 6 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 2487 Themen und 16704 Beiträge.

Heute waren 7 Mitglieder Online: