#1

Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 01.02.2010 19:31
von Wildvogel (gelöscht)
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Hallo zusammen,

ich bin ja absolute Anfängerin, selbst das kann man nicht sagen, bin eher Begeisterte und Lernwillige.
Habe das Buch "Die Reise einer Krankheit" von Mohinder Singh Jus gelesen und gleich eine Frage:
Ein hochpotenziertes (stärker verdünntes/geschütteltes) Mittel hat ein größeres Wirkungsspektrum, ein niedrig potenziertes Mittel weniger Wirkungsspektrum aber ggf. mehr Nebenwirkungen.
Das verstehe ich nicht

Irgendwie entzieht sich das meiner Logik und klingt für mich widersprüchlich. Kann mir jemand helfen?

Lieben Gruß,
Dagmar


"Be the change you want to see" Gandhi

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#2

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 01.02.2010 20:10
von Wildvogel (gelöscht)
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Und noch ne Frage:

wenn die Wirkungsweise der Homöopathie sehr stark an die Angaben des zu behandelnden Patienten gebunden ist, wie kann dann Homöopathie bei Tieren funktionieren? Klar, man kann beobachten, aus der Vorgeschichte Schlüsse fassen..., aber das alles ersetzt ja nicht das direkte Gespräch.
Ich hoffe, ich nerve mit diesen Fragen nicht. Antworten auf sie sind für mich Schlüssel zum Verstehen und das möchte ich gerne.

Lieben Gruß,
Dagmar


"Be the change you want to see" Gandhi

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#3

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 15:52
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hallo, Jutta,

Zitat
Ein hochpotenziertes (stärker verdünntes/geschütteltes) Mittel hat ein größeres Wirkungsspektrum, ein niedrig potenziertes Mittel weniger Wirkungsspektrum aber ggf. mehr Nebenwirkungen.



Durch das Potenzieren wird die Substanz erst richtig aufgeschlossen, weit über die Wirkung der Rohsubstanz hinaus. Bei Prüfungen mit Hochpotenzen treten deshalb viel mehr Symptome auf.

In niedrigen Potenzen ist noch etwas von der Rohsubstanz drin und weil man die niedrigen Potenzen wegen der kürzeren Wirkungsdauer öfter einnimmt (meist viel zu oft!), können eher Nebenwirkungen (Wirkungen der Rohsubstanz) auftreten.

Zitat
wenn die Wirkungsweise der Homöopathie sehr stark an die Angaben des zu behandelnden Patienten gebunden ist, wie kann dann Homöopathie bei Tieren funktionieren? Klar, man kann beobachten, aus der Vorgeschichte Schlüsse fassen..., aber das alles ersetzt ja nicht das direkte Gespräch.



Babys, Bewusstlose, Demente kann man behandeln, warum nicht auch Tiere? Bei Tieren wie bei Menschen spielt das, was man beobachten kann eine wichtige Rolle. Auch Tiere sprechen - durch ihr Verhalten, diese Sprache muss man nur lernen. Bei der Untersuchung zeigen sie Schmerzen, das Aussehen erlaubt Rückschlüsse, Stuhl, Fressverhalten usw. Den Bericht des Halters und die klinische Diagnose hast du auch noch.

LG ilse

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#4

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 18:43
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Zitat von ilse
Hallo, Jutta,



Wieso Jutta?

Also nochmal:

Hallo, Dagmar!

Ilse hat es alles sehr schön erklärt. Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. ;-)
Falls aber immer noch was nicht verstanden sein sollte, scheue Dich nicht, immer weiter zu fragen!
Das nervt hier keinen. Dafür sind die Erfahreneren unter uns da.
Und um mit Tieren besser kommunizieren zu können und auch Gemütssymptome, Gefühle, Schmerzqualitäten und Modalitäten besser abfragen zu können, ohne, daß es durch die Brille und Spekulationen des Halters eingefärbt wird, mache ich schon seit Jahren Kurse in telepathischer Tierkommunikation - ein mühsames Geschäft, aber langsam wird's. Nächstes Jahr mache ich den Abschlußkurs und bin dann auch Tierkommunikator...

LG
Thomas


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)

zuletzt bearbeitet 02.02.2010 18:45 | nach oben springen

#5

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 19:39
von Cara (gelöscht)
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Zitat von Old bear
Nächstes Jahr mache ich den Abschlußkurs und bin dann auch Tierkommunikator...


Dann ist ja niemand mehr vor dir sicher - du kommunizierst dann auch mit den Meisen unterm Pony?

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#6

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 19:42
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Zitat von Cara

Dann ist ja niemand mehr vor dir sicher - du kommunizierst dann auch mit den Meisen unterm Pony?



Na klar - das mach' ich ja schon seit Jahren... das ist die einfachste Übung!

LG
Thomas


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)
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#7

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 19:47
von Cara (gelöscht)
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^^


zuletzt bearbeitet 02.02.2010 19:47 | nach oben springen

#8

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 20:30
von Wildvogel (gelöscht)
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Danke für Eure Antworten.

Zitat
Durch das Potenzieren wird die Substanz erst richtig aufgeschlossen, weit über die Wirkung der Rohsubstanz hinaus. Bei Prüfungen mit Hochpotenzen treten deshalb viel mehr Symptome auf.



Liebe Ilse, das würde doch bedeuten, dass Hochpotenzen mehr Nebenwirkungen zeigen oder was meinst Du hier mit Symptomen?

Zitat
telepathischer Tierkommunikation - ein mühsames Geschäft, aber langsam wird's. Nächstes Jahr mache ich den Abschlußkurs und bin dann auch Tierkommunikator...



Lieber Thomas,
ich glaube, ich kann mit Tieren kommunizieren, ich kann sie verstehen, empfinden, was sie fühlen, was in ihnen vorgeht. Das Dilemma ist immer die Zeit. Bei so vielen Pfleglingen, wie ich sie habe, bleibt leider so wenig Zeit, sich einem einzelnen Tier mit so viel Zeit zu widmen.
Das ist traurig, aber nicht zu ändern. Ich habe hier kein einziges Tier, das ich mir gesucht hätte. Alles Tiere, die - hätte ich sie nicht aufgenommen - lange nicht mehr am Leben wären. Aber das ist jetzt OFF-TOPIC.

Lieben Gruß,
Dagmar


"Be the change you want to see" Gandhi

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#9

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 22:12
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Zitat von Wildvogel
Danke für Eure Antworten.

Zitat
Durch das Potenzieren wird die Substanz erst richtig aufgeschlossen, weit über die Wirkung der Rohsubstanz hinaus. Bei Prüfungen mit Hochpotenzen treten deshalb viel mehr Symptome auf.


...das würde doch bedeuten, dass Hochpotenzen mehr Nebenwirkungen zeigen oder was meinst Du hier mit Symptomen?




Nein, das bedeutet zunächst einmal, daß bei Arzneimittelprüfungen von Hochpotenzen mehr Symptome ans Licht kommen - was umgekehrt bedeutet, daß die potenzierte, aufgeschlossene Substanz auch ein größeres Wirkungsspektrum als Heilmittel hat. Noch vor der klinische Erfahrung ist ja die Haupterkenntnisquelle über die Wirkung der homöopathischen Arznei die Arzneimittelprüfung am Gesunden. Was da zutage kommt, sind aber die für die Arznei charakteristischen Zeichen und Symptome (die sie umgekehrt auch heilen kann) und keine Nebenwirkungen im pharmakologischen Sinne. "Nebenwirkungen" oder auch UAW (unerwünschte Arzneimittelwirkungen) ist eigentlich ein Begriff aus der Schulmedizin, der die unerwünschten materiellen Wirkungen einer grobstofflichen Substanz meint und nicht die feinstofflichen Einwirkungen auf die Lebenskraft. Und da Tiefpotenzen noch grobstoffliche Anteile haben, können sie - begrenzt - auch derartige pharmakologische "Nebenwirkungen" produzieren - ein Begriff, der in der Homöopathie eigentlich nicht vorkommt (obwohl es so etwas ähnliches unter bestimmten Voraussetzungen als "Prüfsymptome" geben kann).

Zitat von Wildvogel

Zitat
telepathischer Tierkommunikation - ein mühsames Geschäft, aber langsam wird's. Nächstes Jahr mache ich den Abschlußkurs und bin dann auch Tierkommunikator...



Ich glaube, ich kann mit Tieren kommunizieren, ich kann sie verstehen, empfinden, was sie fühlen, was in ihnen vorgeht. Das Dilemma ist immer die Zeit. Bei so vielen Pfleglingen, wie ich sie habe, bleibt leider so wenig Zeit, sich einem einzelnen Tier mit so viel Zeit zu widmen.
Das ist traurig, aber nicht zu ändern. Ich habe hier kein einziges Tier, das ich mir gesucht hätte. Alles Tiere, die - hätte ich sie nicht aufgenommen - lange nicht mehr am Leben wären.




Ja, man braucht viel Zeit dazu und muß sich sehr intensiv auf das Einzeltier konzentrieren, mit dem man kommunizieren möchte. Das geht in der (notwendigen) "Massenabfertigung" vieler bedürftiger Pfleglinge natürlich oft über die zeitlichen Möglichkeiten hinaus.

LG
Thomas


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)

zuletzt bearbeitet 02.02.2010 22:14 | nach oben springen

#10

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 02.02.2010 22:16
von ilse • Administratorin | 2.705 Beiträge | 11447 Punkte

Hallo, Dagmar, entschuldige, ich habe mich vorhin vertan.

Die Arneimittelprüfungen (AMP) werden an Gesunden durchgeführt. Die nehmen relativ hohe Dosen eines Mittels über mehrere Tage ein. Das Mittel ruft bei ihnen Krankheitssymptome hervor - eine künstliche Krankheit. Wenn ein Kranker (als Folge seiner "natürlichen" Krankheit) die in der Prüfung an den Gesunden aufgetretenen Symptome hat, wird dieses Mittel ihn heilen. Das ist Hahnemanns Prinzip: Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt.

So, jetzt zu deiner eigentlichen Frage: Bei einer AMP mit Niedrigpotenzen treten bei den Prüfern noch viele Symptome auf, die man von der Einnahme der Rohsubstanz her kennt. Bei einer AMP mit Hochpotenzen dagegen zeigen sich viel detailliertere Wirkungen, auch in Bereichen, auf die die Rohsubstanz gar keinen Einfluss hat.

Nimm zum Beispiel mal Aconitum, den Eisenhut. Google mal nach Vergiftungserscheinungen - viel ist das nicht. Und dann liest du das homöopathische Arzneimittelbild, in dem zum Teil auch Vergiftungserscheinungen, aber vor allem Prüfungssymptome und mit Aconitum geheilte Symptome beschrieben sind. Da siehst du, was die potenzierte Arznei im Unterschied zur Rohsubstanz alles bewirkt.
LG ilse

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#11

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 03.02.2010 19:05
von Wildvogel (gelöscht)
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Ganz lieben Dank Euch beiden!
Ich glaube, nun habe ich es ansatzweise verstanden. Ich denke, das Verständnisproblem / meine Blockade liegt eher darin, dass ich das von der Logik her nicht gut nachvollziehen kann. Denn logisch ist es ja nicht, dass ein Mittel umso mehr Wirkung zeigt, je mehr ich es potenziere. Irgendwann ist ja vom Ursprungsmittel nichts mehr vorhanden.

Ich lasse das jetzt einfach mal sacken.

Lieben Gruß,
Dagmar


"Be the change you want to see" Gandhi

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#12

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 03.02.2010 20:31
von Old bear • Administrator | 650 Beiträge | 650 Punkte

Hallo Dagmar,

Zitat von Wildvogel

Ich glaube, nun habe ich es ansatzweise verstanden. Ich denke, das Verständnisproblem - meine Blockade liegt eher darin, dass ich das von der Logik her nicht gut nachvollziehen kann. Denn logisch ist es ja nicht, dass ein Mittel umso mehr Wirkung zeigt, je mehr ich es potenziere. Irgendwann ist ja vom Ursprungsmittel nichts mehr vorhanden.



Ja, bei allen Hochpotenzen jenseits der Avogadroschen bzw. Lohschmidtschen Zahl (über C 12 bzw. D 23) ist kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden. Deshalb kann dann auch nichts mehr pharmakologisch-biochemisch wirken, also auf der grobstofflichen Ebene. Die Mittelwirkungen der Hochpotenzen wirken feinstofflich, quasi biophysikalisch via Information. Wenn Du Trompetenmusik hörst, hast Du auch kein Molekül der Trompete im Ohr. Und wenn Du Zeitung liest, ist auch kein Molekül der Zeitung im Auge. Trotzdem kommt beides in Deinem Gehirn an. Wellen- und Schwingungsmuster, Resonanzen und Interferenzen erklären sich auch nicht über Sauerstoff- Stickstoff- oder Wassermoleküle. Okay, jeder Vergleich hinkt, aber verstehst Du, was ich damit sagen will?

LG
T.


Thomas B., Tierheilpraktiker und Klassischer Homöopath
"Manchen Menschen verbietet ihre gute Erziehung, mit vollem Munde zu reden; aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" (Oskar Wilde)
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#13

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 04.02.2010 08:18
von Cara (gelöscht)
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Zitat von Old bear
Wenn Du Trompetenmusik hörst, hast Du auch kein Molekül der Trompete im Ohr. Und wenn Du Zeitung liest, ist auch kein Molekül der Zeitung im Auge. Trotzdem kommt beides (...) an. Wellen- und Schwingungsmuster, Resonanzen und Interferenzen ...


Diese Erklärung find ich klasse! Vielen Dank!

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#14

RE: Anfängerfrage

in Allgemeines zur Homöopathie 04.02.2010 19:11
von Wildvogel (gelöscht)
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Lieber Thomas,

verstehen wäre zuviel gesagt, aber ich kann mir gut vorstellen, was Du meinst.

Lieben Gruß von Dagmar,
die der nächsten Buchbestellung entgegenlauert


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