Ich freue mich, wenn ein Apotheker (oder eine -in) von Homöopathie Ahnung hat, dann muß ich mir nicht mehr anhören, (und auch noch mit genervtem Unterton, weil man die Schlange hinter einem, die mit den lukrativen Rezepten, blockiert): "Eine Potenz LM 18 gibt es nicht", oder, wenn man eine C200 bestellen möchte, ein vorwurfsvoll-besorgtes: "Das ist aber keine normale Potenz!", das schon fast so klingt wie: "Das besorge ICH Ihnen aber nicht!" (Rezepte habe ich nur bei verschreibungspflichtigen Sachen).
Ich hatte an meinem vorherigen Wohnort schließlich eine Apotheke gefunden, wo man sich sehr gut auskannte mit Homöopathie, und auch mal eine Frage zur Verordnung, Verabreichung oder auch sogar zum Verlauf stellen konnte. Das war vor allem sehr hilfreich für mich, als ich mich selber noch überhaupt nicht auskannte. Da ging's mal um den Milchzucker(?), den meine H. ihrer mitgegebenen Gabe beigemischt hatte, oder um die Frage, wann ich mich wohl bei ihr wieder melden solle. Als ich mir ein paar Mittel für die erste Hausapotheke zulegte, konnte man mich beraten, was da erstmal sinnvoll ist, sich zuzulegen, weil wofür häufig eingesetzt.
Das sind die Dinge, die ich als Patient eines Homöopathen gerne in einer Apotheke vorfinden würde. Also genau das Gleiche wie bei sonstigen Medikamenten auch, Informationen zum Produkt, auch durchaus Einschätzungen zur Verordnung und zur Wirkung, also einfache Einschätzungen aus Apothekersicht, nicht die Verordnung oder tatsächliche Berurteilung an sich. Der Hinweis, sich bei "unnormal erscheinendem Verlauf" gleich wieder an den Arzt zu wenden kommt ja beispielsweise auch bei sonstigen Medikamenten, und zu Recht, wie ich meine.
Bei einfachen akuten Sachen, wie eine Prellung beim Sport oder einer Schürfwunde oder so, finde ich allerdings einen konkreten Vorschlag in der Apotheke schon gut. Die üblichen sonstigen Verdächtigen (kleiner Scherz) werden ja auch empfohlen. Allerdings gehört m.E. bei homöopathischen ebenso wie bei allen anderen Empfehlungen von Medikamenten die Erklärung über die Anwendung hinzu, und der Hinweis, wie lange der Versuch einer Selbstbehandlung andauern darf. Ich erwarte also, oder vielleicht sollte ich besser sagen, ich wünsche mir, ganz schlicht und einfach, daß ein Apotheker etwas Ahnung hat von dem, was er verkauft, insbesondere von dem, was er empfiehlt, und daß er in verantwortungsvoller Weise empfiehlt, wenn er es tut.
Nur mal so aus einer Patientensicht.
Zitat
Übrigens:"Bewährte Indikationen"wäre auch ein schönes Unterforum.
Da könnten auch die Laien ein wenig mehr mitreden.
Als ein solcher fühle ich mich dazu berufen, etwas hierzu zu sagen. *gg
Ich habe ja auch schon Mittel selber rausgesucht. Dabei habe ich mich auch schon von solchen bewährten Indikationen inspirieren lassen. Sogar solchen, die ich an mir selbst schon als bewährt beobachten konnte. Daß das trotzdem nach hinten losgehen kann, wenn man nicht reppt (oder es einfach so weiß), - ich sage nur: Arnika! (Ich spiele hier auf mein selbstverordnetes Arnika bei einer Zehverletzung an, was mir ordentlich Schmerz und Hämatom bescherte als Mittelprüfung, zumindest meine ich, daß man den Verlauf so beurteilen mußte). Ich bin daher froh, daß ich auf eine sinnvolle Vorgehensweise hingewiesen werde, auch hier. Nur ums Mitredenkönnen geht es ja nicht. Ich jedenfalls brauche nicht den Anschein von Wissen, sondern wenn, dann will ich das tatsächliche Wissen. Die Erkenntnis, daß das (noch) wenig ist, ist doch gut. Nur wenn man seine Grenze kennt, kann man sie möglicherweise noch weiter ausdehnen. Und nicht versehentlich überschreiten, was ja auch wichtig ist. Wer im Glauben gehalten wird, er wisse bereits genug, wird sich vielleicht trügerisch gut fühlen, aber er wird eher an der Stelle einfach stehenbleiben und sich schlimmstenfalls sogar Schaden zufügen.